Vom Invaliden zum Sportguru

Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich dieses Video teilen soll. Es ist kein lesbisches Thema, es geht noch nicht einmal um eine Frau, es hat nichts zu tun mit el!es oder mit Büchern und erfundenen Geschichten, die der Unterhaltung dienen sollen.

Aber es hat damit zu tun, wie man seine eigene Lebensqualität erhöhen kann – wie man sich sein eigenes Leben zurückerobern kann. Und das unter Umständen, die fast aussichtslos schienen.

Es gibt sie immer wieder, diese Geschichten, die inspirieren sollen, und viele davon sind wirklich inspirierend. Insbesondere in Amerika wird Motivation und Inspiration ganz groß geschrieben, so sehr, dass es manchmal lächerlich erscheint. Zumindest für uns, die wir in Europa zu einem etwas bescheideneren Auftreten erzogen worden sind.

Aber dieses Video ist nicht übertrieben, und schon gar nicht lächerlich. Es erzählt, wie Arthur Boorman, der in jungen Jahren Fallschirmspringer war und von der amerikanischen Regierung in den Golfkrieg geschickt wurde, um als Invalide zurückzukehren, sich nach langen Jahren der Qual und der Hoffnungslosigkeit sein Leben – das schon gar nicht mehr als solches zu bezeichnen war – zurückerobert hat.

Arthur hat in seinem Leben mehr als 500 Sprünge aus einem Flugzeug absolviert, als Soldat, mit 50 Kilo Gepäck auf dem Rücken und mit einer Geschwindigkeit zur Erde sausend, die nur beim Militär erlaubt ist. Aufgrund dieser Geschwindigkeit und des zusätzlichen Gewichts kommen militärische Fallschirmspringer sehr viel härter am Boden auf als Hobby-Fallschirmspringer. Und schon für Hobby-Fallschirmspringer ist der Aufprall recht hart.

Mit all diesen Sprüngen hat Arthur sich seinen Körper ruiniert. Seine Knie waren kaputt, sein Rücken war kaputt, er konnte weder allein stehen noch laufen. Dadurch war er für die Armee nutzlos geworden und wurde nach Hause geschickt mit der Aussicht: „Du wirst nie in deinem Leben wieder allein laufen können, ohne Krücken.“

Als er dieses vernichtende Urteil hörte, war Arthur 32 Jahre alt. Und für die 15 Jahre danach hat er es geglaubt. Er trug ein Korsett, um den Rücken zu stützen, und ebensolche Stützapparate an den Knien. Er sah fast aus wie ein Roboter. Dazu bewegte er sich mehr schlecht als recht auf zwei Krücken, die um seine Arme befestigt waren.

Dass dieses Leben für Arthur nicht besonders inspirierend war, kann man sich vorstellen. Er konnte sich praktisch nicht bewegen, verbrachte die meiste Zeit sitzend oder liegend auf der Couch oder vor dem Computer, und er nahm ständig zu. Aus dem schlanken, gut trainierten Mann von 32 wurde ein 47jähriger unförmiger, übergewichtiger Invalide auf Krücken (oder im Rollstuhl) mit langen Haaren und einem langen Bart.

Seine Frau und seine drei Kinder hielten die ganze Zeit zu ihm, aber das konnte Arthurs Situation auch nicht wirklich verbessern. Er suchte nach Möglichkeiten, zu trainieren, seinen Körper wieder in Form zu bringen, seine Knie und seinen Rücken zu stärken, fragte Fitnesslehrer und Yogalehrer, Ärzte, alle, die er finden konnte. Aber die Antwort war immer dieselbe: „Es hat keinen Sinn. Ich kann dich nicht zum Training annehmen, du bist zu kaputt, es gibt keine Lösung, du wirst nie mehr laufen können.“

Man fragt sich, warum Arthur sich nicht umgebracht hat. Sein ganzes Leben war eine einzige Qual ohne jede Aussicht auf Verbesserung.

Nach diesen 15 Jahren hatte Arthur wirklich die Hoffnung aufgegeben. Er versuchte zu funktionieren, für seine Familie da zu sein, wie sie für ihn da war, aber ich wette, im Inneren hat er oft gedacht: „Hoffentlich ist dieses Leben bald vorbei. Ich kann es nicht mehr länger ertragen.“

Und dann war da dieser Wrestler. Ja, richtig, Wrestler. Einer von diesen aufgeblasenen Muskelprotzen, die aussehen, als hätten sie kein Hirn, und gemeinsam in einen Ring steigen zu Kämpfen, bei denen schon von vornherein feststeht, wer gewinnen wird. Die alle Würfe und Bewegungen vorher absprechen, so dass der Kampf eine einzige Choreographie ist, ein vorher eingeübtes Ballett von Nilpferden.

Kann so jemand eine Inspiration sein – außer für Jungs, die unbedingt Gewichte stemmen wollen? Kann er einem Kriegsinvaliden helfen, wieder auf die Beine zu kommen?

Er kann.

Er war der einzige, der nicht zu Arthur gesagt hat: „Du bist zu kaputt, ich kann dich nicht trainieren.“ Er nahm Arthur an.

Dieser Wrestler ist mittlerweile kein Wrestler mehr, sondern er hat eine besondere Art von Joga entwickelt, die er unterrichtet. Er heißt Diamond Dallas Page (das ist sein Wrestlername. In Wirklichkeit heißt er anders), und so heißt das Joga, das er lehrt Diamond Dallas Page Yoga oder kurz DDPYoga. Und der Slogan ist: „It’s not your mama’s yoga!“

Er hat diese Art von Joga für sich selbst entwickelt, als er als Wrestler so kaputte Knochen hatte, dass er nicht mehr laufen konnte, auch keine Gewichte mehr stemmen oder in irgendein Sportstudio gehen. Er war ans Bett gefesselt, und jede Bewegung tat weh. Zuerst fand er Joga lächerlich, als seine Frau ihm vorschlug, das zu machen, so wie große starke Männer eben oft auf Dinge herabsehen, die Frauen tun. Für ihn war Joga so ein Frauending, mit dem er nie etwas zu tun haben wollte.

Aber er war schwer krank, und er hatte keine andere Möglichkeit. Also begann er mit Joga, und Überraschung: Es half ihm, sich wieder bewegen zu können.

Aber für das, was er erreichen wollte, wieder zurück in den Wrestlingring zu kommen, war es zu wenig, also begann er andere Dinge hinzufügen, die er mit seinem Physiotherapeuten im Krankenhaus machte, gymnastische Übungen aus sonstigen Fitnessprogrammen – und zum Schluss hatte er für sich ein Programm entwickelt, das ihn zum dreimaligen Wrestling-Weltmeister machte.

Diese Erfahrung, sich nicht bewegen zu können, hatte Arthur auch gemacht. Und Dallas Page wusste, wie sich diese Erfahrung anfühlt. Also sagte er: „Du kannst es genauso schaffen, wie ich es geschafft habe.“

Und Arthur glaubte das und begann zu trainieren. Und ein paar Monate später ... Aber das möchte ich lieber nicht erzählen, ich finde, das Video sagt mehr als tausend Worte:

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  • Ellen ESS.
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  • Andi
  • Ruth Gogoll
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  • Asuka123

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    Sehr schön zu sehen, dass auch hier mal wieder gilt: "Impossible is just an opinion" (Paulo Coelho). Ich kann es super nachvollziehen, ist doch auch in meinem Leben Sport etwas sehr wichtiges, und ich weiß, es ist wahr. Man kann immer wieder nur selber staunen, wenn man sieht, was man zu leisten im Stande ist, wenn man es nur einfach mal probiert!
    Für die etwas Vortrainierten empfehle ich: Cross Fit!!! ;) Hier kann man sehen, wie aus Raupen Schmetterlinge werden...

    Samstag, 25. Januar 2014 21:56
  • Ruth Gogoll

    Asuka123 Permalink

    Ich habe mir CrossFit einmal angesehen und muss gleich warnen: Für Leute mit Knie- und Rückproblemen ist das nichts. Im Gegensatz zu DDP Yoga muss man springen, rennen, Gewichte heben usw., was sehr große Belastungen für die Gelenke bedeutet. Genau das vermeidet DDP Yoga. CrossFit hätte Arthur niemals machen können, es hätte seine Gelenke noch mehr ruiniert, als sie es schon waren.

    Somit kann ich nur feststellen: DDP Yoga ist bisher das einzige Programm, das ich kennengelernt habe, dass wirklich für alle Menschen geeignet ist, nicht nur für junge, gesunde und trainierte. Ich habe mir viele Programme angesehen, und praktisch in allen Programmen muss man springen, hüpfen, irgendwelche Geräte wie Hanteln oder sonst etwas benutzen, Joggen (sehr gefährlich für die Knie!) oder sonstwelche Übungen machen, bei denen man sich schwer verletzen kann. Ein Trainierender hat CrossFit sogar verklagt und eine hohe Schadensersatzsumme bekommen, weil er sich damit kranktrainiert hatte. Seine Muskelfasern begannen sich aufzulösen.

    Das sind natürlich Extremfälle, aber bei jedem Training, ob es nun Aerobic ist oder Zumba oder sonst etwas, das die Gelenke extrem belastet wie CrossFit, ist Vorsicht geboten. Bei DDP Yoga muss man weder springen noch braucht man Geräte wie Hanteln oder muss Gewichte heben, weil all das auf die Dauer sehr schädlich ist. Wie auch im ursprünglichen Joga wird der Körper nie überlastet, sondern langsam ohne jegliche Belastung für die Gelenke aufgebaut. Eine sehr schonende Methode, mit der man sich nicht verletzen kann.

    Und man kann in 30 Minuten das erreichen, wofür man im Fitness-Studio Stunden braucht. 30 Minuten vor dem Fernseher zu Hause statt Fahrt zum Studio, stundenlanges Training, Rückfahrt nach Hause. Das ist für mich ein sehr wichtiger Aspekt.

    Sonntag, 26. Januar 2014 8:36
  • Deshalb habe ich ja auch dazu geschrieben: für die Vortrainierten!! ;)
    Cross fit ist kein Einsteigersport und schon gar kein Rehasport. Aber toll ist es trotzdem! Natürlich gilt auch dort: man sollte wissen, was man tut, und nicht einfach ein paar Übungen nachhampeln, die man vielleicht mal bei anderen oder auf irgendwelchen Videos gesehen hat und toll fand... (gilt übrigens für Yoga genauso, wage ich zu behaupten)
    Wenn man weiß, was man tut und wie man es machen muss, macht man sich auch nicht kaputt, solange man seine eigenen körperlichen Grenzen kennt und respektiert... :)

    Montag, 27. Januar 2014 19:01
  • Ellen ESS.

    Asuka Permalink

    Früher (das hört sich an, als wäre ich schon steinalt - hmm), als ich noch jung und schön war, konnte ich mich auch für Sport begeistern. Heute bin ich davon weit entfernt und dieses CrossFit - da muss ich Frau Gogoll Recht geben - wirkt eher abschreckend. Sieht für mich nach Quälerei aus und hat meiner Meinung nach mit Sport nicht mehr viel zu tun.
    Und ob es gesund ist ... Naja, da hab ich so meine Zweifel.
    Aber wie sagte schon Else Kling: Wenn's schee macht. ;) Und schlank ist ja schön!?

    Dienstag, 28. Januar 2014 15:30
  • Ruth Gogoll

    Asuka Permalink

    Also was ich von CrossFit gesehen habe, hat mich eher abgeschreckt, muss ich sagen. Es ist ja auch ein Militär-Trainingsprogramm. Und das Militär hat dafür gesorgt, dass Arthurs Knochen dann so kaputt waren, dass er nicht mehr laufen konnte. Insofern wäre ich sehr vorsichtig mit solchen Programmen, die offenbar nicht darauf ausgerichtet sind, Verletzungen zu vermeiden.

    Mit Joga kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus, dazu kann ich nichts sagen. DDP Yoga hat mit Joga nur sehr wenig zu tun, es ist ein sehr hartes Trainingsprogramm, wenn man es durchzieht, nur fängt man eben nicht gleich bei 100 an, sondern baut sich langsam auf. Ich würde mal vermuten, einige der Leute, die CrossFit betreiben, würden bei DDP Yoga zusammenbrechen. :)

    Dienstag, 28. Januar 2014 8:27
  • Andi

    Permalink

    Vielen Dank für das Teilen dieses Videos. Es ist schön zu lesen, dass ich nicht die einzige bin, die bei diesem Video weinen musste. Es hat mich tief berührt und es ist bewundernswert, mit welcher Entschlossenheit Arthur sich voran kämpft. Leider habe ich nicht dieses Durchhaltevermögen, das nötig ist, um sich wirklich nachhaltig zu verändern. Trotzdem würde ich gerne mehr über DDP Yoga erfahren, finde aber nur Seiten auf Englisch. Vielleicht kann mir hier jemand einen Tipp geben, wo ich Infos in Deutsch finde?

    Mittwoch, 1. Januar 2014 23:57
  • Ruth Gogoll

    Andi Permalink

    Es gibt zwar Leute in Deutschland, die DDP Yoga machen, aber es gibt anscheinend tatsächlich keine Seite auf Deutsch. Es gibt aber „Team DDP Yoga“ (http://www.teamddpyoga.com). Dort kann man Mitglied werden (kostet nichts und hat auch keinen sonstigen Haken, man verpflichtet sich zu nichts), und dort gibt es eine deutsche Gruppe „Team DDP Yoga Germany“, in der viele Deutsche sind, die einem alles zu DDP Yoga erklären.

    Donnerstag, 2. Januar 2014 6:59
  • Vielen Dank :)

    Donnerstag, 2. Januar 2014 18:17
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Gerade eben habe ich das ENERGY! Workout von DDP-Yoga gemacht. Es ist erstaunlich, was so ein bisschen Joga bewirken kann. :) Es ist besser als alles, was ich bisher kennengelernt habe. Es sieht so aus, als wäre es das, was wir vermutlich schon alle kennen, aber es ist völlig anders. Weil es aus so vielen verschiedenen Übungen zusammengesetzt ist. Und man braucht nur eine Matte, sonst nichts. Es gibt sogar Übungen, die man morgens im Bett machen kann, um aufzuwachen. Dann kommt man wesentlich besser in den Tag. Ich bin froh, dass Arthur mich dazu gebracht hat, wieder Sport zu machen und - leider ist das auch nötig - abzunehmen.

    Freitag, 27. Dezember 2013 19:31
  • Morgen,...
    Ein paar Übungen - die man morgens im Bett zusammensetzt, um aufzuwachen, um besser in den Tag zu kommen -, kenne ich aber auch. ;) Da nimmt man auch bei ab und es braucht auch nur eine Matte :) Sagt man da Workout zu? Wusste ich gar nicht.
    Da sieht man es doch schon, Arthur hat einem Menschen geholfen. Dir! So schnell kann es gehen. Wie ein Schmetterlingsflügelschlag. Ich find´s toll. Nur immer weiter! Fitness, egal wie die ausschauen mag ;) , ist gut für Körper und Geist. (Hier würde ich jetzt gerne einen glücklichenSmiley setzten, aber der hier oben, der sieht aus, als schreit der rum, deshalb setzte ich ihn nicht. ;) )

    Samstag, 28. Dezember 2013 9:46
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Das kann man wohl sagen. Nach so einem Workout habe ich das Gefühl, ich platze vor Energie, und ich muss sofort an den Schreibtisch, um zu schreiben, weil auch mein Kopf dann arbeiten will wie zuvor der Körper. Und statt stundenlang ins Fitness-Studio zu gehen, stehe, liege, übe ich gerade einmal 20 Minuten vor dem Fernseher. Fühlt sich für mich aber nach mehr an als 2 Stunden Fitness-Studio. Ein sehr ausgewogenes Training, bei dem man nicht stundenlang laufen oder Radfahren muss, um seinen Puls hochzutreiben, das geht auch in 5 Minuten vor dem Fernseher. Faszinierend (würde Mr. Spock sagen ;) ).

    Donnerstag, 2. Januar 2014 7:31
  • Nanni

    Permalink

    Wenn einen etwas berührt, sollte man es auf alle Fälle teilen. Mir macht es nichts aus, dass Arthur hier ist. Ganz im Gegenteil: Das Leben schreibt nun mal die schönsten, besten, traurigsten, freudigsten und erfolgreichsten Geschichten. Da kann jeder Autor neidisch oder auch froh sein.
    Ich finde Arthurs Geschichte auch unglaublich! Ich bewundere Menschen, die nach all der langen Zeit, und nach all der Kraft, die sie über die Jahre verloren haben, wieder aufstehen, und ihren Weg finden. Besser spät wie nie. Warum, und wie Arthur da hin gekommen ist, interessiert niemanden. Am Anfang vielleicht noch ja, aber dann … Das die Armee so mit ihren Soldaten umgeht, ist ja leider nicht neu. Aber hier kann man wieder sehen, wie schnell man vergessen wird. Als unbrauchbar abgestempelt wird. Ein Soldat muss stehen und nicht fallen. Wer fällt hat verloren und meist noch alles dazu. Man ist so stark, wie sein schwächstes Glied – sprich: wer brauch schon einen Krüppel als Soldat.

    Warum hat Arthur sich nicht umgebracht? Ich schätze, er hat immer an den letzten Funken Hoffnung festgehalten. Vielleicht hat ihn auch eine innere Stimme immer wieder daran erinnert, wie stark er im Grunde ist, und dass er einen Weg finden wird, aus seinem Kokon zu entkommen, um wieder seine Flügel auszubreiten und los zu fliegen. Dauert es auch manchmal 15 Jahre. Das meine ich ja, bewundernswert. Zeugt von Stärke, innerer Kraft. Einmal Soldat, immer Soldat. Was er vielleicht nicht hätte machen können, wenn nicht seine Frau und die Kinder gewesen wären. Vielleicht war für Arthur sein Leben vorbei. Doch funktionierte er für seine Familie. Ob mehr schlecht als recht sei dahin gestellt. Aber die Familie hielt ihn über Wasser, bis er wieder von alleine anfing zu schwimmen. Wäre er alleine auf der Welt gewesen, würde er zwar auch wieder fliegen, aber eventuell mit Engelsflügel. Man weiß es eben nicht. Man weiß so vieles nicht.
    Dass es ein Wrestler war, hört sich wirklich komisch an, aber auch da sieht man doch wieder sehr schön, dass es das Unerwartete ist, was uns vielleicht zum weiter atmen bewegt. Manchmal ist das naheliegende weit weg, und dass, was am weit entferntesten ist - woran man nie geglaubt hätte, passiert. Der Glaube versetzt Berge. Und Arthur vom Rollstuhl zum Kopfstand. Schöne Geschichte!

    Freitag, 27. Dezember 2013 10:33
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Ich gebe zu, ich habe geweint, als ich das Video das erste Mal gesehen habe. Es war so erschütternd und gleichzeitig auch so schön. Nun ist Arthur schon seit über sechs Jahren wieder gesund, trainiert und gibt DDPYoga für andere Interessierte. Sein Leben hat sich vollkommen gewandelt in einer Art, wie man es oft nicht für möglich hält.
    Man darf die Hoffnung nie aufgeben, selbst wenn man meint, es zeigt sich nicht das kleinste Lichtlein am Horizont. Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern und die muss man akzeptieren, aber man kann mehr Dinge ändern, als man denkt.
    Und es gibt tatsächlich noch Leute, die sich für andere einsetzen, die anderen helfen. Wie Diamond Dallas Page. Aus allem, was man über ihn liest, was andere über ihn sagen, was er selbst sagt und vor allem tut, kann man entnehmen, dass er ein zutiefst guter, hilfsbereiter, in Gedanken für alles offener Mensch ist. Etwas, das ich nicht mit einem Wrestler in Verbindung gebracht hätte. Aber da sieht man einmal wieder, wie sehr wir uns von Vorurteilen leiten lassen, die uns den Blick auf das Wahre verstellen.
    Er ist sicherlich kein Durchschnittsmensch, er ist ein Ausnahmemensch, und seine Geschichte könnte einen auch fast zu Tränen rühren. Als Kind vernachlässigt, von einem alkoholsüchtigen Vater durchs Land geschleppt von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob, immer mal wieder bei irgendjemand abgegeben, der ihn nicht unbedingt gut behandelt hat, im übelsten Milieu aufgewachsen, und dann auch noch Legastheniker. Sprich, er hat keine richtige Schulausbildung, weil ihn die Lehrer - wie das damals so üblich war - für dumm hielten, weil er nicht lesen konnte.
    Durch diese schlechte Behandlung konnte er im Alter von 30 Jahren immer noch nicht lesen. Mit 31 hat er dann beschlossen, dass er unbedingt ein ganzes Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen will. Er hat ein Jahr dafür gebraucht, hat das Buch überall mitgeschleppt, wo er war, und versucht lesen zu lernen. Er hat nicht locker gelassen, bis er endlich lesen und schreiben konnte. Für viele von uns unvorstellbar, wie schwierig das sein kann.
    Lesen können war ein Traum von ihm, aber auch Wrestling war ein Traum für ihn, und auch den hat er sich erfüllt, gegen alle Widerstände und in einem Alter, in dem andere sich vom Sport zurückziehen. Und dann hat er auch noch DDPYoga entwickelt, Bücher über seine Erfahrungen geschrieben und andere Menschen motiviert, sich ihr Leben wieder zurückzuholen. Wie Arthur und viele andere, bei denen die Probleme oft eher darin lagen, dass sie massiv übergewichtig waren und trotz aller Anstrengungen nicht davon loskommen konnten. Mit DDPYoga hat es dann geklappt - sofern man es nicht als Diät betrachtet, sondern als Lebensumstellung. Dass man damit abnimmt, ist ja auch nur ein angenehmer Nebeneffekt und war nie das erste Ziel. Das erste Ziel war immer, seinen Körper zu stärken und ihm eine Flexibilität zu geben, die viele von uns nicht mal als Jugendliche hatten. Genauso wie die Kondition, die man mit diesem Programm erreicht, ohne auch nur einmal Joggen zu gehen oder Rad zu fahren.
    Ich bin sicher kein Wrestling-Fan geworden jetzt, aber ich werde in Zukunft noch viel vorsichtiger damit sein, Menschen nur nach dem äußeren Anschein zu beurteilen. Man weiß nie, was dahintersteckt.

    Freitag, 27. Dezember 2013 11:44
  • Ja, auf keinen Fall die Hoffnung aufgeben. Man sieht es an Arthur.
    Und Diamond Dollas Page ist ein gutes Beispiel dafür, das die Verpackung nicht zählt, und dass man es aus der Dunkelheit nach oben ins Helle schaffen kann, das stimmt. Er ist ein starker und toller Mensch! Und Lebensumstellungen scheinen nicht immer schlecht zu sein. Und wenn der Zufall es dann noch gut meint, kann man dadurch anderen helfen, wie es Diamond tut.
    Der äußere Anschein ist eine Wolke, die schneller als der Schall verraucht. Sie blendet und verblendet bevor man überhaupt zum Kern vordringt. Also Obacht.

    Freitag, 27. Dezember 2013 20:17

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