Bleiben Sie aufmerksam!

Haben Sie das auch schon festgestellt? Wenn Sie sich länger einer Aufgabe widmen, läßt Ihre Aufmerksamkeit nach. Irgendwann hat man das Gefühl, sie ist ganz aufgebraucht.

Vor allem, wenn man sich sehr stark auf eine Aufgabe konzentriert, vielleicht weil der Chef heute noch Ergebnisse sehen will, wird es, je länger man an der Aufgabe arbeitet, immer schwieriger, sie zu erfüllen.

Aber das muß nicht sein. Machen Sie einfach mal eine Pause und gehen Sie dann mit frischer Kraft ans Werk. Ein Spaziergang um den Block oder die Beschäftigung mit etwas anderem als der vorgegebenen Aufgabe füllt die »Aufmerksamkeitsbatterien« mit Leichtigkeit wieder auf.

Eigentlich weiß man das ja schon, zumindest wenn man es einmal ausprobiert hat. Wenn ich stundenlang an meinem Computer sitze und an einem Roman schreibe, kann ich irgendwann einfach nicht mehr. Dann mache ich eine Kaffeepause, gehe mit den Hunden spazieren oder setze mich einfach in den Garten und schaue mich um. Oder ich beschäftige mich mit irgendwelchen anderen Aufgaben wie beispielsweise irgendwelchen Statistiken, die nichts mit dem Schreiben eines Romans zu tun haben.

Es dauert nicht lange, und ich kann weiterschreiben, weil ich mich für kurze Zeit von der Aufgabe abgelenkt habe.

In einem Artikel bei wissenschaft.de Konzentrationstipp: Ablenken lassen wird das nun neuerdings bestätigt.

Wer sich bei einer anspruchsvollen Aufgabe immer wieder kurz ablenken lässt, kann sich insgesamt deutlich länger auf seine Arbeit konzentrieren. Diesen eher überraschenden Effekt hat ein US-Forscherduo bei einem Test mit 84 Freiwilligen entdeckt. Das Gehirn scheint demnach darauf ausgelegt zu sein, auf Veränderungen zu reagieren, wobei eine längere Beschäftigung mit nur einer einzigen Aufgabe offenbar seine Leistungsfähigkeit verringert. (Quelle: wissenschaft.de)

Zwei Forscher an der Universität von Illinois haben das herausgefunden.

Ablenkung ist also nicht gleich Ablenkung, wie wir es von Kindheit an gehört haben. Beim Erledigen der Hausaufgaben sollten wir uns beispielsweise nicht ablenken lassen, damit wir eine gute Leistung erbringen.

Für die erste Zeit, in der man die Aufgabe erledigt, ist das auch durchaus richtig, aber nach einiger Zeit, wenn die Aufmerksamkeit nachläßt, sollte Ablenkung erlaubt sein, weil sie dann nützlich ist.

„Wir nehmen an, dass es hilfreich ist, seine Zielsetzungen kurzfristig zu deaktivieren und wieder zu aktivieren, um aufmerksam bei einer Sache bleiben zu können“, sagt Lleras.
„Aus praktischer Sicht bedeuten unsere Ergebnisse, dass man bei einer langen Aufgabe – zum Beispiel bei der Vorbereitung auf eine Prüfung – immer wieder kurze mentale Pausen machen sollte. Diese kurzen Ablenkungen helfen, konzentriert bei der Aufgabe zu bleiben.“ (Quelle: wissenschaft.de)

Anscheinend haben Psychologen seit 50 Jahren behauptet, das wäre nicht möglich. Aufmerksamkeit würde sich automatisch erschöpfen, weil davon nur eine begrenzte Menge vorhanden sei, egal, was man zwischendurch tut.

Daß Aufmerksamkeit sich wieder »aufladen« läßt, scheinen viele Psychologen für unmöglich gehalten zu haben. Obwohl ja jeder eigentlich aus der eigenen Erfahrung wissen sollte, daß ein Spaziergang an der frischen Luft den Kopf wieder freimacht und man frisch und erholt an den Schreibtisch zurückkehrt.

Aber nicht nur frische Luft trägt dazu bei, sondern auch der Wechsel der Aufgabe. Ebenso wie man im Körper ständige Schmerzen an einer bestimmten Stelle irgendwann nicht mehr spürt, weil man daran gewöhnt ist, gewöhnt man sich auch an eine Aufgabe, und die Aufmerksamkeit läßt nach. Deshalb muß man sich dann für kurze Zeit einer anderen Aufgabe widmen. Und schon ist die Aufmerksamkeit für die erste Aufgabe wieder neu, und somit kann man weitermachen.

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