Geld macht nicht glücklich

Es gibt immer wieder Studien zu Dingen, die man eigentlich längst weiß oder die sogar schon sprichwörtlich sind. Dazu gehört die Erkenntnis „Geld macht nicht glücklich“.

Eben las ich, dass man das jetzt mal wieder untersucht und herausgefunden hat, dass es tatsächlich so ist. Und ich denke, jeder Mensch kann das bestätigen, auch ohne dazu eine Studie durchzuführen.

Was macht Geld dann trotzdem für viele Leute so erstrebenswert, obwohl es doch offensichtlich nicht glücklich macht? Ist es nicht Glück, wonach wir im Leben streben? Dann sollten wir überhaupt nicht nach Geld streben, wäre der Umkehrschluss. Aber so ist es nicht. Das beweisen die vielen Leute, die jede Woche Lotto spielen oder sonstwie versuchen, an viel Geld zu kommen, oder auch Menschen, die ihrer Karriere, jeder Lohnerhöhung oder generell einem hohen Einkommen alles andere unterordnen.

Es gibt keine offiziellen Statistiken, aber es wird geschätzt, dass 80% derjenigen, die einen großen Lottogewinn machen, im Millionenbereich, bereits zwei Jahre später wieder alles Geld los sind oder sogar Schulden haben. Dabei wäre es doch so einfach, das Geld anzulegen und davon absolut sorgenfrei für den Rest seines Lebens zu leben.

In dem Moment, in dem diese Menschen eine Million oder ein paar Millionen gewinnen, sind sie bestimmt glücklich. Aber das verflüchtigt sich innerhalb kürzester Zeit genauso wie das Geld, scheint es. Wenn man das ganze Geld dann verpulvert hat, ist es sicherlich sehr viel schwerer, so weiterzuleben wie bisher. Die ehemaligen Kollegen, die einen zu Anfang beneidet haben, werden einen dann wohl belächeln oder sich schmerzhaft darüber lustig machen. Und dann ist man statt glücklich für den Rest des Lebens wohl eher unglücklich. Wenn man sogar Schulden gemacht hat in einer Höhe, die man nie wieder abzahlen kann, wird einem dieses Unglück dann noch viel mehr bewusst.

Wenn man diese Erfahrungen betrachtet, könnte man sogar sagen, Geld man nicht nur nicht glücklich, es macht sogar eher unglücklich.

Aber nur dann, wenn man nicht damit umgehen kann. Wenn man mit Geld umgehen kann, keine Schulden macht, auch größere Summe vernünftig verwaltet, trifft das sicherlich nicht zu.

Aber selbst dann bedeutet uns, so sagen zumindest Studien, soziale Anerkennung mehr als Geld. Und man sieht es eigentlich ganz gut an den ganzen Veranstaltungen, die reiche Leute so organisieren, um sich soziales Ansehen zu erwerben. Wenn man Millionen oder sogar Milliarden hat, wieso lebt man dann nicht einfach glücklich und zufrieden, sondern organisiert Wohltätigkeitsveranstaltungen, Konzerte oder sonst welche öffentlichen Anlässe, bei denen klar wird, dass man nicht nur reich, sondern auch nett ist?

Weil Geld eben noch nicht einmal Milliardäre glücklich macht, wenn sie nicht gleichzeitig sozial anerkannt werden.

Und wenn man relativ arm ist, aber das eigene soziale Umfeld einen anerkennt und einem Respekt zollt, ist man nach Aussage der Studien wesentlich glücklicher als mit Geld.

Das sollte uns nachdenklich machen. Statt nach Geld zu streben ist es wahrscheinlich wesentlich besser, nach einem positiven sozialen Umfeld zu streben. Meine Großmutter sagte immer: „Das Totenhemd hat keine Taschen. Mitnehmen kann ich nichts.“

Und dem kann man wohl nicht widersprechen.

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