Patricia Highsmith: Carol (als Film)

Mal etwas anderes. Ein Interview mit Cate Blanchett zu »Carol«, der Geschichte von Patricia Highsmith, in der sich ein junges Mädchen in den 50er Jahren in eine verheiratete Frau verliebt. Und verheiratet hieß damals: Definitiv verheiratet mit einem Mann.

Cate Blanchett ist Carol, und das ist erstaunlich. Oder auch nicht. Den Film ansehen. laughing

Als ich »Carol« damals das erste Mal las, war ich ein bisschen enttäuscht. Es ist kein richtiger Liebesroman, nicht vergleichbar mit Romanen, wie ich sie schreibe. wink Vieles bleibt ungesagt, und damals konnte eine verheiratete (oder irgendeine) Frau nicht sagen, sie will lieber mit einer Frau als mit einem Mann zusammen sein. In Amerika war das wohl sogar gesetzlich verboten.

Also man konnte ins Gefängnis wandern dafür, oder – noch schlimmer – in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden, weil man ja „psychisch krank“ war. Dort wurde einem diese „Krankheit“ dann mit Elektroschocks ausgetrieben, bis man sich bereiterklärte, ein „normales“ Leben als „normale“ Frau zu führen, möglichst schon mit einem Heiratskandidaten vor der Tür und mit dem Versprechen, möglichst viele Kinder mit ihm zu haben.

Das ist eine Art von Vergewaltigung, die wir uns heute kaum mehr vorstellen können, aber so war es. Wer das genauer nachlesen will, das ist sehr gut beschrieben in Sarah Drehers Buch „Solitaire und Brahms“.

Deshalb bleibt in Patricia Highsmiths Buch so vieles ungesagt und auch unausgelebt. Beide Frauen wissen nicht, was sie mit ihren Gefühlen tun sollen, die so offensichtlich nicht erlaubt sind. Für die sie schwer bestraft werden könnten. Und die sie trotzdem haben.

Ich fand die Figur der Carol außerordentlich faszinierend, und Cate Blanchett spielt sie wirklich so, wie ich sie mir vorgestellt habe, mit dem Pelzmantel, mit der Damenhaftigkeit – eine richtige 50er-Jahre-Lady eben.

Overall Rating (0)

0 out of 5 stars
Add comment
  • No comments found

Weitere Artikel

  • 1
  • 2
  • 3

Suche