Lesbisches Leben

In einem Kommentar zur »Ausgewählten erotischen Geschichte« wurde heute Mißfallen über die Ausrichtung von el!es als »nur Unterhaltung« geäußert. Die »Fragen des Lebens« würden in unseren Geschichten nicht beantwortet:

Lesbisches Leben. Wie leben Lesben eigentlich? Woran erkennt man Lesbe an sich überhaupt? Was macht Lesben zu dem, was sie sind?

Ein bißchen klingt das ja, als wären wir Laborratten , aber ich denke, die Fragen sind doch recht einfach zu beantworten.

Wie Lesben leben? Ja, wie? So wie andere Menschen auch. Wir gehen zur Schule, wir arbeiten, wir lieben, wir haben Kinder . . . So groß ist der Unterschied da nicht zu jedem anderen Leben. Wir sind doch nicht abgelöst von der Gesellschaft. Das meiste ist ziemlich gleich und abhängig vom persönlichen Charakter, den Vorlieben, den Hobbys, den Begabungen. Wie bei jedem Menschen.

Woran man Lesben erkennt? Da würde ich sagen: Das kommt auf die Lesbe an. Eine Butch erkennt man relativ schnell, denke ich, weil man oft im ersten Moment meint, es wäre ein Mann und dann feststellt, es ist eine Frau. Nur diese »reine Form« gibt es ja kaum. Und zudem sind nicht alle Lesben Butches. Ebensowenig wie Femmes. Das sind ja wieder so Rollen, in die man eigentlich nicht gezwängt werden will.

Was macht Lesben zu dem, was sie sind? Tja, da gibt es nur eine Antwort: Unsere Geburt. Wir werden als Lesben geboren, so wie Heteros als Heteros geboren werden.

Das heißt nicht, daß man das schon sein ganzes Leben lang weiß. Es gibt viele Lesben, die erst einmal mit einem Mann zusammen sind, heiraten, Kinder bekommen, und dann erst spät merken, daß sie eigentlich auf Frauen stehen. Das liegt an den gesellschaftlichen Umständen.

Aber ob eine Frau mit 15 oder mit 50 merkt, daß sie lesbisch ist, das ist egal. Lesbisch war sie schon seit ihrer Geburt. Sie hat es eventuell nur nicht gewußt.

Die Kommentatorin meint, wenn man entdeckt, daß man lesbisch ist, steht man irgendwo dazwischen, zwischen Tradition und eigenen Bedürfnissen zum Beispiel.

Ja, das ist so. Hetero sein ist einfacher. Es ist allgemein gesellschaftlich akzeptiert, man kann heiraten und Kinder kriegen, ohne irgendwelchen besonderen Aufwand dafür treiben zu müssen (wie beispielsweise eine künstliche Befruchtung), man kann überall mit seinem Partner, einem Mann, auftauchen, ohne Erstaunen auszulösen.

Aber ehrlich gesagt wollte ich trotzdem nicht hetero sein. Ich finde Frauen einfach attraktiver.

Und was die Ausrichtung von el!es in Richtung Unterhaltung betrifft: Dazu habe ich mich schon oft geäußert. Bevor es el!es gab, wurde Lesben das Recht auf Unterhaltung anscheinend nicht zugestanden. In allen Geschichten oder Büchern, in denen Lesben vorkamen, herrschte immer der Tenor: Als Lesbe kann man nicht glücklich werden.

Das hat mich geärgert und wütend gemacht, denn das entspricht nicht der Realität, dem von der Kommentatorin so eingeforderten »wahren Leben«. Das »wahre lesbische Leben« ist so wie das jedes Menschen: mal glücklich, mal traurig, mal liebevoll, mal einsam. Nur weil man lesbisch ist, muß man nicht unglücklich sein.

Das ist alles, worum es mir geht.

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  • N. Ten`o
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  • TElle
  • Ruth Gogoll

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    Ich frage mich dann auch manchmal: Hat man als feministische Frau denn generell sexuell uninteressiert zu sein? Oder sind diese Frauen einfach alle verklemmt und frigide? Dann tun sie mir leid. Ich bin selbst nun wahrlich nicht unfeministisch, aber muß ich deshalb darauf verzichten, Sex zu haben? Das kann ja wohl nicht sein.

    Und ist Schönheit etwas Verdammenswertes, Häßlichkeit aber etwas Erstrebenswertes? Warum? Dazu würde ich gern einmal eine einleuchtende Argumentation hören.
    Ebenso ist es scheint's verdammenswert, daß man sich an Schönheit erfreut. Und da wieder meine Frage: Warum?

    Ich sagte ja schon oft genug, ich finde solche ideologischen Scheuklappen einfach nur überflüssig und traurig, egal, ob sie von Männern, Frauen, Heteros, Lesben oder sonstwem benutzt werden. Es ist ein Zeichen dafür, daß diese Menschen nicht denken können. Denn wenn sie das könnten, würden sie wohl merken, daß sie Scheuklappen tragen. ;)

    Freitag, 9. Juli 2010 20:10
  • Claudia R.

    Permalink

    @Kristin: dein Kommentar ist so witzig geschrieben....ich habe mich über die Schilderungen der "korrekten Lesbe" gerade kaputt gelacht...

    @Ruth Gogoll: ich habe mich diesen Aspekt bzgl. der "Schönheit" schon selbst oft gefragt und mir dieselbe Frage gestellt wie Sie. Ich schreibe selbst und wurde von Kritikerinnen schon oft angegriffen, weil die Hauptpersonen "zu schön" dargestellt sind. Mich überrascht so was doch immer wieder, weil ich es nie so extrem sah. Ja, die Hauptpersonen meiner Romane sind attraktiv (jede auf ihre Weise; es sind keine Models), aber...ganz ehrlich...wieso sollte ich denn in einer Liebesgeschichte zwei Hauptpersonen erfinden und diese so gestalten, dass a) ich selber nicht mit ihnen anfangen kann, b) die Leserinnen sie sich lieber nicht vorstellen wollen.
    Und letztens hat sich auch jemand daran gestört, dass die Hauptperson aus einem meiner Romane nach einer durchzechten Nacht gleich mit x im Bett gelandet ist. Kommentar der Kritikerin: "Aus feministischer Hinsicht stellt es mir da alle Haare auf!"
    Meine eigenen, noch frischen Erfahrungen in dieser Hinsicht haben mich dazu bewogen, zu dieser ganzen Geschichte einen Kommentar abzugeben. Bisher habe ich nur ab und zu mitgelesen.

    Jedenfalls ist mir durch meine eigenen Erfahrungen sehr bewusst geworden, wie nervig dieses Schubladen-Denken hinsichtlich lesb. Literatur sein kann. Denn obwohl ich auch sehr viel positives Feedback bekomme, bleiben die negativen Kommentare um so deutlicher hängen.

    Danke jedenfalls für die Tatsache, dass Sie mit dem ELLES-Verlag positive, nette Lesben-Geschichten verbreiten. Es gibt einiges, was ich sehr gerne gelesen habe.
    Und für mein Coming Out waren die Geschichten immens wichtig. (Hätte ich nur die gesellschaftspolitisch korrekten gelesen, hätte ich wohl manch dunkle Stunde durchlebt.)

    Freitag, 9. Juli 2010 15:55
  • „Lesbe“ ist nur ein Wort. Unter dieser Bezeichnung, geht es um Frauen, und unter der Bezeichnung „Frau“, geht es um Menschen. Wie jeder Mensch auch, manche sind schüchtern, manche sind prüde, manche draufgängerisch, manche enttäuscht, und im allgemein, sind sie menschlich, und haben ein bisschen von allem. Menschlich und weiblich. Frauen bleiben Frauen, und lieben wie nur Frauen im Stande sind zu lieben, weich und herzlich, mütterlich... Jede einzelne ist der anderen Liebling, die größte Sorge, die kleine Maus. Es gibt immer ein Küsschen parat, und die warme Stimme, die Stimme einer Frau, die Zärtlichkeit einer Frau, und jede Lesbe, dient gewissermaßen, als Mutter für die andere. Ich bin von zwei Frauen umsorgt, weil ich schwer Behindert bin. Sie sind kaum älter als ich, und mit mir nicht verwandt. Ich schreibe über die beiden täglich, und seitdem ich in ihre Familie aufgenommen wurde, habe ich begriffen, sie sind nicht Lesben, nicht Frauen, sondern Menschen. Manchmal kindisch, manchmal kritisch, manchmal dumm, sie sind, aber, meine Ideale, meine Modele, meine Künstlerin, meine Menschen! Und Lesben! Solange ich lebe, werde ich mich bemühen, über die Lesben meines Lebens so schön wie möglich zu schreiben! Eine davon, ist TElle...

    Freitag, 9. Juli 2010 15:35
  • Kristin aus N. am T.

    Permalink

    Liebe Ruth Gogoll,

    irgendwie klingt es so, als ob Ihr Erfolg unverdient sei.
    Die Tatsache, dass Ihre Bücher immer ein Happy End haben, ist wohl zu trivial. Und absolut nicht erklärbar ist, wie man damit auch noch erfolgreich sein kann. Kein Wort der Anerkennung. Ihr Erfolg wird in Frage gestellt und da Ihre Geschichten als trivial eingestuft werden, wird auch Ihr Erfolg als Erfolg 2. Klasse abgetan. So nach dem Motto, so leicht hätten es sich die anderen auch machen können. So schreiben kann ja jeder.
    Am Schlimmsten ist für Ihre Feinde aber sicher, dass Sie selbst nicht für sich beanspruchen der lesbische Goethe oder Schiller zu werden. Ihre Bücher sollen unterhalten und Spaß machen. Ich glaube Ihre Gegner haben vergessen, dass man auch als Lesbe einen Anspruch auf Happy End haben darf und das nicht nur in Büchern.
    Bezeichnend ist auch, dass Ihr Verlag von anderen angegriffen wird, während Sie kein Problem mit den anderen Verlagshäusern haben. Warum kann man Sie und Ihren Verlag nicht einfach in Ruhe lassen? Na klar, weil Sie eine Bedrohung sind. Vor Ihrem „Taxi nach Paris“ war der lesbische Büchermarkt fein aufgeteilt. Dann kamen Sie und setzten sich gleich an die Spitze. Alle bereits existierenden Verlagshäuser verloren Kunden an Sie, was ja eigentlich nicht möglich sein konnte, denn Ihre Literatur ist ja so trivial, dass sie die korrekte Lesbe niemals kaufen würde.

    - Die korrekte Lesbe hat aber auch Sehnsucht nach schönen und vor allem leicht verständlichen Geschichten.
    - Die korrekte Lesbe will nach einem anstrengenden Arbeitstag abends im Schlafanzug nicht vier Seiten lesen müssen, um lediglich zu erfahren, dass ein in allen Farben schimmerndes Blatt von einem Baum fiel.
    - Die korrekte Lesbe will in ihrem wohlverdienten Urlaub am Strand nicht lesen müssen, dass ein erotisches Abenteuer zwischen zwei Frauen so heimlich im Dunkeln stattfinden soll, dass es nur zwei Zeilen verdient hat.
    - Die korrekte Lesbe will nicht an einem Sonnabend-Nachmittag, nachdem sie einen lesbischen Roman fertiggelesen hat, auf ihren Balkon springen und die Revolution zur Stärkung der Lesben-Rechte ausrufen.

    Der Erfolg gibt Ihnen Recht und nicht Ihren Neidern! Lassen Sie sich bloß nicht beirren. Machen Sie so weiter.

    Liebe Grüße,
    Kristin

    Freitag, 9. Juli 2010 14:15
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Als ich den letzten Kommentar las, fiel mir gerade so ein: Wenn eine dieser so fürchterlich feministischen, politisch korrekten, gesellschaftsrelevant besorgten und aus Prinzip oder politischer Korrektheit unglücklichen (weil als Lesbe darf man ja nicht glücklich sein) lesbischen Damen, die mich so verurteilen, feststellt, daß sie nun unglücklicherweise versehen mit einer gewissen körperlichen Schönheit geboren wurde, unternimmt sie dann etwas dagegen? Unterzieht sie sich einer »Häßlichkeitsoperation«? 8)

    Die Bemerkung ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, aber solche Gedanken kommen mir immer wieder, wenn ich von solchen merkwürdigen Äußerungen erfahre wie daß el!es Schund wäre, nur weil Lesben in den Büchern glücklich sein dürfen. Ich lese so etwas normalerweise gar nicht, weil ich denke, Leute, die so etwas behaupten, sind einfach nur dumm. Sie können nicht denken oder haben Probleme mit sich selbst, und deshalb können sie das Glück anderer nicht ertragen. Noch nicht einmal in einem Buch.

    Diese Erfahrung habe ich auch im wirklichen Leben gemacht. Leute, die andere verurteilen, haben meist selbst einige Leichen im Keller. Und wenn es nur das ist, daß sie die el!es-Bücher heimlich gern lesen. :D

    Freitag, 9. Juli 2010 12:39
  • Claudia R.

    Permalink

    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare zu diesem Thema gelesen; das, was ich von TElles Gedanken hierzu gelesen habe, kann ich teilweise nachvollziehen, teilweise auch nicht...

    Mir geht es um etwas anderes, und zwar diese Aussage von Ihnen, liebe Ruth Gogoll:
    " Bevor es el!es gab, wurde Lesben das Recht auf Unterhaltung anscheinend nicht zugestanden. In allen Geschichten oder Büchern, in denen Lesben vorkamen, herrschte immer der Tenor: Als Lesbe kann man nicht glücklich werden. Das hat mich geärgert und wütend gemacht, denn das entspricht nicht der Realität, dem von der Kommentatorin so eingeforderten »wahren Leben«. Das »wahre lesbische Leben« ist so wie das jedes Menschen: mal glücklich, mal traurig, mal liebevoll, mal einsam. Nur weil man lesbisch ist, muß man nicht unglücklich sein."

    Treffender hätte man das wohl kaum formulieren können. Ja, genau so ist es!

    Auch mir gefallen nicht alle Bücher aus dem ELLES-Verlag (bei der Hülle und Fülle von Publikationen wäre dies eher überraschend). Manches ist mir wirklich zu seicht, zu oberflächlich, zu unrealistisch...bei einigen Büchern ärgert mich immens, dass es seitenlang nur um Sex geht und die Story (für mich) auf der Strecke bleibt. Nicht desto trotz bereichert der ELLES-Verlag das Angebot an deutschsprachigen Büchern von und für Lesben immens. Erstens kommen viele neue ELLES-Bücher pro Jahr auf den Markt, was für Leseratten die Auswahl erweitert und für Nachschub sorgt. Zweitens, und damit bin ich bei Ruth Gogolls Aussage, ENDLICH sind das Lesben-Bücher, in denen Lesben GLÜCKLICH sein dürfen!!!!

    Und jetzt kommen wir zu einer Kuriosität.
    Allein dieser Umstand genügt, diesen Büchern den Stempel "trivial" aufzudrucken, sie gar als "Schund" abzustempeln und zu verurteilen. (Ich beziehe mich dabei auf Postings diverser Foren und Kommentare, die ich dazu gehört habe.) Denn am deutschsprachigen Markt für lesb. Literatur ist ein Buch offenbar nur dann gut, wenn a) irgendwie eine feministische Fragestellung eingebaut ist, b) immer political correctness herrscht (zuuuu schöne Hauptpersonen fallen dabei beispielsweise nicht drunter), c) irgendetwas ganz Schlimmes mit gesellschaftspolitischer Tragweite geschieht, d) das Ende bitteschön bloß nicht zu glücklich ausfällt, denn dann ist es gleich "Kitsch". Und Lesben dürfen nämlich keinen Kitsch lesen. Jawoll. Denn das ist auch nicht politisch korrekt.
    (Dass es Menschen gibt, die nach der Arbeit einfach nur ein nettes Buch lesen und sich nicht mit feministischen oder anderen gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinandersetzen wollen, leuchtet offenbar nicht allen ein...)

    Die AmerikanerInnen sind da wesentlich entspannter. Da gibt es unzählige nette Bücher, die einfach nur Liebesgeschichten erzählen, und sie gewinnen Preise mit ihren Geschichten, und keiner verurteilt sie pauschal. (Meine persönliche Wahrnehmung.)
    Ich finde schade, dass es am deutschsprachigen Markt anders ist, und auch, wenn ich wie gesagt nicht alle(s an) ELLES-Büchern toll finde, möchte ich doch sagen, dass ich Sie, Ruth Gogoll, für Ihren Mut, sich damit gegen den herrschenden Mainstream bei deutscher "Lesbian Fiction" zu stellen, bewundere. Sie haben meinen vollen Respekt: einen Verlag zu gründen, ist schon einmal die eine Herausforderung. Bücher für eine Minderheiten zu verlegen, eine andere. Innerhalb dieser Minderheiten quasi ein neues "Genre" zu eröffnen, eine absolute Mutprobe. Damit dann noch erfolgreich zu sein, beweist unternehmerisches Geschick. Allein die Gestaltung Ihrer Website und die Idee, Leserinnen so mit einzubeziehen, ist genial.

    Ich finde es jedenfalls toll, dass der ELLES Verlag mit seinen vielen, locker-unterhaltsamen Büchern das Spektrum an lesbischer Literatur am deutschsprachigen Markt erweitert!

    Mittwoch, 7. Juli 2010 19:10
  • TElle

    Permalink

    Liebe Leserinnen,
    Ich will mich, zuerst bei Ihnen entschuldigen. Ich weiß, ich habe übertrieben reagiert. In der Tat, ich habe mich mit 15 in die Frau verliebt, die seitdem, meine Partnerin ist. Es geht um Liebe, und um Leben. Es geht um mein Leben, vielleicht. Ich denke, ich beneide euch alle. Wie ihr bemerkt habt, ich schrecke mich nicht davor, meine Meinung zu sagen. Sagen wir, ich verstehe nicht viel, von was ich selber nicht kann. Ich kann nicht promisk leben. Ja, ich führe ein homophobes Leben. Oder fast. Ich kann Hetero-Beziehungen nicht leiden. Ich verstehe sie nicht mal. Dafür, dass ich auch sonst nicht in Verbindung mit anderen Lesben bin, habe ich den Drang zu glauben, dass 2 Frauen, die Liebe meistens finden. Dabei, bin ich nur eine Ausnahme. Ich würde es euch gönnen, die Frau fürs Leben, genau wie ich, zu finden! Muss daran liegen, dass diese Frau schon mir gehört, dass ihr es nicht findet... diese ewige Liebe... Wie viel könnt ich euch darüber erzählen! Aber ich entschuldige mich ehrlich! Ich wünsche euch einen schönen Samstag!

    Freitag, 2. Juli 2010 23:52
  • Jenny

    Permalink

    Entschuldigen Sie, wenn ich Sie duze, aber Ruth, du bist die Beste. :)
    So jetzt wieder in der formellen Form weiter. Ihre Argumente sind so einfach; so sachlich über den Dingen und vor allem wahr. Lebenserfahrung sage ich da nur.
    Werde ich Lesbe um leiden zu wollen? Nein! Ich bin es, weil ich Frauen liebe - ihre Weichheit, ihre Formen, ihr Einfühlungsvermögen, ja auch ihre Zickigkeit... Ich muss dazu nicht gezwungen werden. Ich will sie!

    Freitag, 2. Juli 2010 23:05
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    ... gab es el!es noch nicht, und keine Lesbe konnte ein Buch kaufen, in dem die lesbischen Protagonistinnen zum Schluß glücklich wurden. Ganz zu schweigen von Sex.

    Manchmal fühlte ich mich hier durch diese Diskussion in diese Zeiten zurückversetzt. Glückliche, sexuell erfüllte lesbische Beziehungen? O bitte, bloß nicht. Lesben haben zu leiden und unglücklich zu sein.

    Nein, haben sie nicht. 8) Und diese Diskussion hier beweist einmal mehr, daß es richtig war, daß ich mich damals dazu entschlossen habe, den Verlag zu gründen und Bücher herauszubringen, in denen Lesben ohne Wenn und Aber glücklich sein dürfen. Ob mit oder ohne Sex . . .

    Und ja, Kuscheln ist schön und wer liebt nicht auch einen romantischen Abend zu zweit, aber manchmal will man auch einfach nur Sex. Das kann auch ein Ausdruck für wahre Liebe sein. Oder gibt es wahre Liebe nur ohne Sex? Das wäre dann doch etwas traurig. ;)

    Freitag, 2. Juli 2010 22:42
  • Pia

    Permalink

    Diese ganze Diskussion. :) Ich bin jetzt erst dazu gekommen, das zu lesen.

    Interessant. Wenn man erotische Geschichten mag, ist man pessimistisch? So habe ich das noch nie gesehen. ;)

    Ich kann nur sagen, ich bin auch froh, daß es el!es gibt, und el!es ist einmalig. Warum sollte man an dieser Einmaligkeit etwas ändern und so rumjammern wie alle anderen? Das wäre sicher keine Verbesserung.

    Ich bin froh, daß es hier um Unterhaltung geht, denn das ist es, was im Leben oft fehlt, nicht nur im lesbischen Leben. Und ich freue mich schon auf die nächsten erotischen Geschichten. ;D

    Freitag, 2. Juli 2010 22:22
  • Heike

    Permalink

    Diese Diskusion hat mich neugierig gemacht, sodaß ich bis heute alles habe mit verfolgen können.

    Es ist immer wieder erstaunlich über was sich Menschen aufregen. Noch erstaunlicher ist es, wie andere darauf reagieren. Es ist ähnlich gelagert wie im letzten Schreibwettbewerb. Eine regt sich über eine andere auf und der Fokus liegt hauptsächlich auf der Geschichte bzw. auf der Autorin einer einzigen Geschichte. Alle anderen Geschichten gehen unter.

    Es scheint sich nie zu ändern. Immer wieder schafft es ein einziger Mensch eine große "Gemeinschaft" durch ein paar Worte, zusammen zu fügen.
    Gleiche Verwirrtheit über das Geschriebene.

    Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es zum lachen.

    Ich liebe erotische Geschichten und ich liebe Sex und wegen mir auch mit einer Fremden in meinem Bett. Und doch habe auch ich noch ein anderes Leben, was oft mit Tränen angereichert ist...aber auch sehr oft mit Lachen und auch mit ernsthaften Auseinandersetzungen. Das Leben ist bunt und voller verzweigter Wege. Gott sei dank ist es keine Einbahnstraße.

    Und ich bin sooo froh, daß es elles gibt. Das ich dort abtauchen kann, wenn die Realität mich wieder überholt und aussaugt.

    Die erotische Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat wirklich eine tolle Fantasie. Ich hoffe, daß sie noch ein paar solch nette Geschichten schreiben wird.

    In diesem Sinne. Ich wünsche ein schönes CSD Wochenende in Köln und für alle die nicht dabei sein können ein schönes Wochenende wo auch immer.

    Gruß

    Heike

    Freitag, 2. Juli 2010 22:17
  • Maria

    Permalink

    Uff, was für eine Hitze, Mädels!
    Ich habe euere Diskussion mitgefolgt, und ich fand die TElle sehr idealistisch, und euch, fand ich pessimistisch! Anstatt euch von ihrem Enthusiasmus beflügelt zu fühlen? Es gibt auch „brave“ Mädels unter uns! Es gibt auch Frauen, die an „das Reine und Heilige“ glauben! Und sind sogar dermaßen überzeugt, dass sie sich unter uns, Feindin machen! Vielleicht ist TElle sogar eine von diesen Mädchen, die so lieben und leben. Ich finde bemerkenswert, dass trotz 2010, gibt es solche Menschen noch! TElle, ich glaube auch, dass es Liebe gibt, genau so, wie du dir vorstellst, oder für der du kämpfst! Ich habe heute etwas von dir gelernt! Und ich denke, das haben wir alle... „von Liebe gezwungen“? Du meinst, so verliebt, dass gar nichts mehr zählt? Wie schön! Danke dir!

    Freitag, 2. Juli 2010 20:39
  • Jenny

    Permalink

    wegen diesen sechs Wörtern diese Diskussion? Ich bin entsetzt darüber, wie frau sich über sowas aufregen kann. Menschenskinder. Das war eine Geschichte! %)

    Freitag, 2. Juli 2010 19:58
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ja, die Diskussion, was Literatur ist, oder sogar gute Literatur, das führt dann wahrscheinlich doch zu weit. :) Was an diesem einen Halbsatz so schlimm sein soll, verstehe ich nicht. Die meisten Lesben haben sicherlich mit mehr als einer Frau geschlafen, bevor sie »die Richtige« gefunden haben, also werden sie sich ab und zu mit der Situation haben auseinandersetzen müssen, eine fremde Frau im Bett zu haben, und das war dann nichts Neues mehr.

    Das ist die Realität, das »wahre Leben«. Oder haben Sie gleich beim ersten Mal, schon mit 15, die »Frau fürs Leben« gefunden? Also ich nicht. 8)

    Und ob ich Schriftstellerin bin oder nicht, das ist doch völlig egal in diesem Zusammenhang. Wir sind alle Lesben, das ist das entscheidende. Und wir haben alle unsere Erfahrungen.

    Ebenso haben einige von uns sicherlich andere Erfahrungen als andere, in jeder Beziehung, nicht nur beim Sex. Wie Juliette es so schön aufgezählt hat, gibt es da unendlich viele Möglichkeiten.

    Und die sollten wir alle respektieren. Das gehört alles zum »lesbischen Leben« dazu. Wobei das lesbische eben ein ganz normales Leben ist, nur daß wir es eben mit einer Frau teilen.

    @Jenny: Ja, manchmal hatte ich jetzt auch das Gefühl, ein »böses Mädchen« zu sein, weil ich diese erotischen Geschichten mag. ;)

    Freitag, 2. Juli 2010 19:56
  • Frau Gogoll, was für einen Respekt ich für Ihre Tätigkeit habe? Sie sind Schriftstellerin! Ich gebe zu, meine Ansprüche sind zu hoch, und mein Leben, ein Mangel aus Erfahrungen. Ich hätte nur eins ersetzt, das Ende des sogenannten Satzes: „das war nicht unbedingt etwas Neues“, nur das! Der Rest war gut genug! Und diese Betonung ist nicht neu auf Ihrer Seite zu lesen. Aber e!les ist ein Verlag! Ich denke schon, dass gute Literatur Priorität ist. Wie anders hätte „Ruf mich an“ geklungen, ohne das Ende dieses Satzes! Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

    Freitag, 2. Juli 2010 19:41
  • Jenny

    Permalink

    Eine mögliche Erklärung

    Ehrlich gesagt, habe ich mich das schon zu Beginn dieser Diskussion gefragt. Aber frau „hört“ gespannt zu, ob sich nicht doch noch ein Sinn ergibt. Mir scheint auch, als würde das hier nie ein Ende finden. Denn egal was wer hierzu Kritisches schreibt, TElle wird sich missverstanden fühlen.
    Sind wir „böse“ Mädchen, nur weil wir uns an erotischen Geschichten „erfreuen“? ;) Heißt das auch, wir haben keinen blassen Dunst vom echten Leben? Vom sich näher kommen, vom um jemanden kämpfen, vom lieben, von echten Gefühlen? Wer glaubst du, TElle, wer du bist?
    Zudem sind es zwei Paar Schuhe, ob jemand „durch Liebe zu seinem Leben gezwungen“ wird (das an sich ist schon eine seltsame Aussage) oder ob man bereit ist, für die Liebe zu kämpfen. Das kann auch Veränderung im eigenen Leben heißen. Das aber freiwillig!
    Noch ein Wort zu TElle: ich weiß nicht welche Bücher du hier schon gelesen hast, vermutlich nur die, die nass machen und sich im Grunde nur um das Thema Sex drehen. Oder reitest du hier nur auf "Ruf mich an" rum? Hey, es gibt so viele andere Bücher aus diesem Verlag, die zum Nachdenken anregen, sogar Parallelen zum echten Leben zeigen, die berühren und zum heulen und zum lachen sind. Nennst du das vielleicht oberflächlich?
    Ich wünsche allen ein heißes Wochenende! ;)

    Freitag, 2. Juli 2010 19:38
  • Juliette

    Permalink

    Ich will dass, eine Frau sich meldet, und mir sagt: „Ich habe keine Annehrungsschwierigkeiten, und, im nüchternen Zustand, baggere ich so lange eine fremde Frau an, bis sie mit mir im Bett geht!“


    Ich glaube, was du uns damit sagen willst und was dir auch an "Ruf mich an" so aufstieß, ist dass es wohl deiner Meinung nach nicht in der Natur der Frau (oder der Lesbe) liegt, promisk zu leben.
    Ich kenne nun auch nicht alle Lesben auf der Welt, aber ich bin mir sicher, dass es sowohl Frauen als auch Lesben im Speziellen gibt, die
    - nüchtern jemanden so lange anbaggern, bis er/sie mit ihnen schläft
    - betrunken jemanden anbaggern
    - schüchtern sind und nie jemanden anbaggern
    - mal schüchtern, mal selbstbewusst sind
    - voyeuristisch veranlagt sind
    - exhibitionistisch veranlagt sind
    - gern Telefonsex haben
    - gern SM praktizieren
    - diverse Fetische haben...
    Die Liste lässt sich endlos erweitern. Und meiner Meinung nach trifft das alles auf Heteras genauso wie auf Lesben zu. Menschen sind verschieden. Daher ist es doch durchaus vorstellbar, dass es Begegnungen geben kann wie in "Ruf mich an" dargestellt. Es mag sicherlich nicht auf die Mehrzahl der Menschen zutreffen und vielleicht scheiden sich auch die Geister, was die Moral angeht. Aber dann wären wir wieder bei der Frage angelangt, wie Literatur sein muss. Wollen wir denn lesen, dass die Frau beschämt das Telefongespräch beendet, die Gardine zuzieht und das Licht ausmacht? Wollen wir lesen, dass sie die Nachbarin wegen sexueller Belästigung anzeigt? Eher nicht, wenn doch, ist es dann aber eine andere Geschichte und keine "erotische Geschichte".

    Freitag, 2. Juli 2010 19:28
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Es gibt jeden Monat neu und ständig alle paar Tage aktualisiert die »Fortsetzungsgeschichten« hier auf der Seite, da werden unsere Bücher in sehr langen Auszügen (oftmals schon das halbe Buch) abgedruckt. Ich denke, das ist genug Werbung, denn jeder, der das liest, weiß, wie unsere Bücher sind und daß es da eben nicht immer nur um Sex geht. 8) Wenn ich ein solches Buch als Auszug lese, sehe ich sehr viel Liebe, und wenn es mir gefällt, kann ich es kaufen, das ist jedem freigestellt. Ich halte niemanden davon ab. 8)

    Zudem gibt es auch die »Unveröffentlichen Texte« oder die »Fanfiction«-Abteilung, in der man ebenfalls viel nachlesen kann. Einzig und allein die »Erotische Geschichte« ist nun einmal primär erotisch, weil das eben die Voraussetzung für eine erotische Geschichte ist. :D

    Und auch in unserem Shop gibt es zu jedem Buch eine lange Leseprobe, so daß man auch dort sieht, wovon die Bücher handeln. Viel mehr können wir wirklich nicht machen.

    Wir hatten schon viele, schöne und auch tiefe Diskussionen hier auf el!es, die berührt und bewegt haben. Ich glaube nicht, daß das fehlt. Es geht hier immer wieder um das Allgemeinmenschliche, um Gefühle, um unser aller Erfahrungen, egal welcher Art.

    Ich kann mich beispielsweise an eine sehr lange Diskussion um die Figur der »Marlene« aus meinem »L wie Liebe« erinnern, wo sehr verschiedene Meinungen ausgetauscht wurden.

    Da ging es genau um die Erfahrungen, die sich alle wünschen. Nämlich nicht von einer »Marlene« einfach nur angebaggert und ins Bett gezerrt zu werden. Die meisten Frauen erwarten mehr, auch wenn Erotik durchaus im Spiel sein sollte.

    Dennoch genießen wir eben alle auch die »erotische Geschichte«. Das widerspricht sich nicht.

    Freitag, 2. Juli 2010 19:25
  • TElle

    Permalink

    Liebe Frau Gogoll,
    ich fordere nichts von Ihnen, aber es ist nun mal so: Sie sind ein Verlag mit einer Internetseite, oder vie e!les Internetseite. Wenn ihre Bücher von Liebe handeln, wie soll ich das erfahren? Ich will nur dass Sie, gute, richtige, empfehlenswerte Schriftstellerin, sich selbst Werbung machen, auf Ihrer Seite! Ich will nicht die Tiefe Ihrer Bücher auf Ihrer Seite vermissen! Oder denken Sie, ich mag Sex nicht? Wie wäre, wenn die Frauen in „Ruf mich an“, diese beide Leserin wären, die daraus ein Rollen-Spiel machen wollen? Mangelt dann an Erotik? Aber die Erotik als tierisch zu schildern, passt in Heterobeziehungen vielleicht, aber nicht unter uns, Frauen! Reden Sie nicht über Frauen? Geben Sie uns eine Chance, posten Sie Ihre Bücher auf e!les, und vergessen nicht, dass wir Sie eigentlich brauchen! Das Geschriebene soll was bewegen, beschreiben, und berühren! Das ist das einzige, das ich will!

    Freitag, 2. Juli 2010 19:12
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich würde mir Gedanken machen, was hilft auf meiner Seite zu drucken, den Satz oben erwähnt, oder eine natürliche Lage, in der die Erotik und das Leben unter den Bedingungen jedes anderes Leben statt findet? Hat eine Lesbe nicht ein Recht etwas zu lesen, wo sie spürt, „ich suche nicht, und liebe, wenn ich entscheide, ich habe Bock darauf, sondern ich gehöre irgendwohin, und meine Gefühle, für die zehnte Frau bereits in meinem Leben, sind verstanden.“

    Genau das steht in den el!es-Büchern. Ich verstehe wirklich nicht, was das Problem ist. Sie fordern das von uns, was wir schon seit Jahren machen?

    Ich schwöre euch, ihr werdet zufriedner sein, als nach dem virtuellen Sex mit Fremden, mit fremden Frauen, von Frauen geschildert.

    Oder liegt da der Hase im Pfeffer? Wir sollen gar keine erotischen Geschichten mehr veröffentlichen? Warum nicht?

    Jede Leserin einer solchen Geschichte beschäftigt sich sicherlich auch noch mit tausend anderen Dingen in ihrem Leben, warum sollte sie nicht auch einmal eine solche Geschichte lesen? Zur Entspannung. Einfach um mal nicht mehr an irgendwelchen Streß oder Alltagskram zu denken? Hat sie kein Recht dazu?

    Langsam habe ich den Eindruck, daß Sie meinen, jede Frau, die hier eine »erotische Geschichte« liest, wäre sexbesessen oder hätte nichts anderes im Kopf.

    Das ist doch absoluter Blödsinn. Wir haben alle ein Leben außerhalb der erotischen Geschichte. 8)

    Aber möchten Sie wirklich eine Geschichte lesen, die nur aus der Beschreibung dessen besteht, was wir so täglich machen? Also aufstehen, zur Arbeit gehen, fernsehgucken?

    Das ist doch nun wirklich nicht sonderlich spannend. ;)

    Freitag, 2. Juli 2010 18:54
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