Geschichten mit der Stimme schreiben

Ab und zu, wenn ich keine Lust zum Tippen habe oder mir einen Finger verstaucht habe oder einfach nur gegen eine Schreibblockade angehen will, diktiere ich meine Geschichten direkt in Word. Die Wörter erscheinen wie von Geisterhand vor mir auf dem Bildschirm, sobald ich sie ausspreche. Das Programm, das ich dazu verwende, läuft auf meinem Computer, und es war ziemlich teuer.

Vor Jahren, als ich dieses Programm kaufte, gab es dazu keine Alternative, aber mittlerweile hat sich die Spracheingabe von Google zu einem recht mächtigen Tool gemausert, und vor allen Dingen funktioniert sie auf Android-Geräten, also auch auf dem Handy oder einem Android-Tablet.

Noch vor gar nicht langer Zeit war die Eingabe auf deutsch eine Katastrophe, während die englische schon ewig gut funktionierte. Im Laufe des letzten Jahres jedoch hat Google es endlich geschafft, auch für die deutsche Sprache eine sehr gut funktionierende Spracheingabe zu schaffen. Ursprünglich war diese Funktion nur dafür gedacht, Befehle auf dem Handy ausführen zu können, ohne dass man die Hände dazu brauchte. Man sagt einfach „Ruf diese Person an“, und das Handy macht das. Oder man sagt „Schreib an diese Person eine SMS“, und ohne zu tippen kann man die Nachricht formulieren und abschicken. Es gibt auch noch eine Menge anderer Funktionen, die sich so steuern lassen.

Das ist relativ einfach, da der Befehlsumfang und somit auch der Umfang an Wörtern, die erkannt werden müssen, sehr beschränkt ist. Anders ist es, wenn man ganze Texte diktieren will, längere E-Mails oder auch lange Notizen oder sogar Romane. Da kam die Spracheingabe dann schnell an ihre Grenzen.

Das hat sich mittlerweile jedoch sehr verbessert. Ich habe mich sehr gewundert, wie schnell und einfach jetzt Texte erkannt werden. Gestern habe ich das einmal auf meinem Android-Tablet ausprobiert, auf dem ich auch Word für Android installiert habe. Obwohl ich noch nie auf diesem Gerät diktiert hatte, die Software meine Stimme und meine spezielle Art der Aussprache – die natürlich bei jedem Menschen verschieden ist – nicht kannte, wurde der erste Satz, den ich sagte, sofort fehlerfrei hingeschrieben.

Das funktioniert auch in Google Docs, wozu es hier eine längere Anleitung gibt. Es ist also nicht nötig, eine teure Textverarbeitung zu kaufen, die kostenlosen tun es auch. Die Anleitung bezieht sich zwar auf Google Docs, aber alles, was darin beschrieben wird, wie man diktieren muss, welche Befehle für Satzzeichen, Absätze usw. man verwenden kann, gilt auch für jede andere Textverarbeitung oder Notiz-App, die auf Spracheingabe eingerichtet ist.

Was mich aber wirklich überrascht hat, war die gute Qualität und vor allem auch die Schnelligkeit, mit der das funktionierte. Auf meinem nicht gerade schwach ausgestatteten Windows-Computer mit der dort installierten Software geht das Diktieren manchmal recht langsam, die Software braucht einige Zeit, um die Wörter zu erkennen und hinzuschreiben. Bei der Google-Spracheingabe ging das fast in Echtzeit. Kaum hatte ich den Satz gesagt, stand er auch schon da.

Somit kann ich nur empfehlen, das mal auszuprobieren. Nicht nur kann man so Notizen wie auf einem Diktiergerät aufnehmen, sie dann zu Hause abspielen und abtippen, nein, der Text liegt schon in getippter Form vor und kann gleich weiterbearbeitet werden. Ich brauche keine Tastatur und gar nichts unterwegs, nur ein Gerät, das in der Lage ist, meine Stimme zu hören.

Und das Ganze ist absolut kostenlos. Ich brauche die Software nicht zu kaufen, ich kann sie einfach vom Google Store herunterladen.

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