Der lesbische NaNoWriMo!

Nun hätte ich es fast vergessen: Wie jedes Jahr beginnt auch dieses Jahr am 1.11. wieder der NaNoWriMo - National Novel Writing Month, also der Monat, in dem sich Hunderttausende von Autorinnen und Autoren weltweit gleichzeitig hinsetzen und in nur einem Monat einen Roman von 50.000 Wörtern verfassen. 

Richard Norden hat in seinem sehr lesenswerten Blog ein paar Tipps für TeilnehmerInnen zusammengestellt, die es sich lohnt zu beachten:

Richard Norden: 10 Tipps für den #NaNoWriMo

Schon letztes Jahr hatte ich darüber nachgedacht, auch mal am NaNoWriMo teilzunehmen, und ich frage mich, ob noch andere hier Lust dazu hätten, sich täglich auf der deutschen NaNoWriMo-Seite zu treffen und dort zu schreiben. Lesbische Romane, wenn es geht. wink

Ursprünglich hatte ich mal die Idee, dass man mir beim Schreiben zuschauen kann. Das heißt, eine Webcam überträgt mein tägliches Schreibpensum als Video hier auf der Webseite oder bei Youtube oder so etwas. Aber meine Frau, die die Technikerin in der Familie ist, meinte, das wäre zu schwierig umzusetzen.

Also werde ich mich jetzt wohl darauf beschränken, täglich mein Pensum zu schreiben und es dann beim NaNoWriMo einzustellen. 

Wir könnten dort eine Gruppe mit lesbischen Autorinnen aufmachen und uns austauschen.

Ich werde mich jedenfalls jetzt gleich mal für den #NaNoWriMo2016 anmelden. cool

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  • Charlie
  • Babs
  • Ruth Gogoll
  • Charlie

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    Komischerweise fühle ich mich erst jetzt dazu aufgerufen.

    Bisher habe ich immer nur kleine Szenen verfasst wenn ich Zeit und Lust dazu hatte. Und jetzt, von heute auf morgen, habe ich mir vorgenommen, endlich einen ganzen Roman, oder zumindest eine Kurzroman fertig zu stellen.
    Seit der Entscheidung kann ich auch langsam nachvollziehen, was Frau Gogoll hier auf der Seite berichtet hat. Schreiben ist wie eine Droge, wenn es einen wirklich gepackt hat. Mittlerweile kann ich an nichts anderes mehr Denken als an meine Protagonistinnen. Jeden Abend setzte ich mich sofort nach der Arbeit an den Computer, um all die Szenen nieder zu schreiben, die mir schon am Morgen durch den Kopf geistern. Mich zwingen eigentlich nur die Müdigkeit und das Wissen, am Morgen wieder auf Arbeit gehen zu müssen, nachts das Schreiben aufzuhören ;)

    Freitag, 3. Februar 2017 19:54
  • Ruth Gogoll

    Charlie Permalink

    Das kenne ich gut. :) Dann viel Spaß weiterhin, und vielleicht können wir diesen (Kurz)Roman ja demnächst einmal lesen. Das würde mich freuen.

    Samstag, 4. Februar 2017 6:57
  • Ruth Gogoll

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    Heute gab es ein paar Zahlen vom #NaNoWriMo, die ich doch ganz interessant finde. Zwar ist das Ereignis für dieses Jahr nun vorbei, aber nach dem NaNoWriMo ist vor dem NaNoWriMo, denn nächstes Jahr gibt es ja wieder einen.

    Es gibt nun eine Auswertung bezüglich der TeilnehmerInnen. Es haben 312.074 Personen teilgenommen, davon haben 34.555 Personen gewonnen. Das sind gerade einmal 11% Gewinner. Bislang wurde immer davon gesprochen, dass etwa 20% der Teilnehmenden gewinnen, aber 11% ist nur gut die Hälfte dieser Zahl.

    http://www.elles.de/images/Anzahl-Gewinner-beim-NaNoWriMo-2016-50.jpg

    Die roten Männchen sind die Teilnehmer am »Young Writers Program«, das sind also alle diejenigen, die man vom Alter her noch nicht zu den Erwachsenen zählen kann. Es gibt ein spezielles Programm, das sich beispielsweise an Schulen richtet. Die LehrerInnen erhalten dann auch Unterstützung vom NaNoWriMo, wenn sie mit ihren Klassen daran teilnehmen wollen.

    Ganz interessant ist auch die Verteilung der Genres. Daran sieht man dann auch, dass der NaNoWriMo eher etwas für junge Leute ist. Während sonst überall in der Welt »Romance«, also Liebesromane, den allergrößten Teil sämtlicher veröffentlichter Bücher ausmachen, liegt beim NaNoWriMo »Fantasy« vorn, auf dem zweiten Platz auch wenig überraschend »Young Adult«, also Jugendromane, auf dem dritten Platz »Science-Fiction«, und dann erst kommen die Liebesromane.

    http://www.elles.de/images/2016-novels-by-genre-50.jpg

    Der übermäßige Anteil von Fantasy wundert mich immer wieder, aber vielleicht nur, weil wir an unseren eigenen Büchern sehen, dass Fantasy nicht gekauft wird. Wir haben es ja immer mal wieder versucht, solche Bücher herauszubringen, aber die scheinen nur sehr wenige zu interessieren.

    Auf der anderen Seite interessiert es aber offensichtlich viele Jugendliche und junge Erwachsene, das zu schreiben. Dadurch sind die Chancen auf eine Veröffentlichung vergleichsweise gering, denn Angebot und Nachfrage klaffen da doch weit auseinander. Aber möglicherweise ist Veröffentlichung auch nicht das, was die meisten jungen Leute anstreben, da ja fast 90% der angefangenen Romane im NaNoWriMo nicht beendet werden, wie man an der Statistik sieht.

    Einige beenden ihren Roman vermutlich erst nach Ablauf des NaNoWriMo, die gehen hier in die Statistik nicht ein, aber ich nehme einmal an, dass viele die hier angefangenen Projekte auch niemals beenden. Sie fangen dann nächstes Jahr etwas Neues an, oder sie schreiben an diesem Roman weiter, werden aber auch nicht fertig, weil sie immer wieder etwas hinzufügen und zu keinem Ende kommen. So klang es jedenfalls in den Foren während des November.

    Was ich mich frage, ist, wieso so viele teilnehmen, sich dann aber trotzdem nicht genug dahinterklemmen, um zu gewinnen. Es ist wirklich zu schaffen, wenn man es wirklich will. Wollen also ca. 90% nur teilnehmen, aber nicht gewinnen? Das könnte natürlich auch sein. Der olympische Gedanke »Dabeisein ist alles« hat ja auch etwas Schönes. Man möchte Teil von etwas Großem sein, aber gewinnen können eben nur wenige, das macht aber nichts. Man genießt einfach das Ereignis an sich.

    Wenn man sich anschaut, wie wenige bei Olympia mit Medaillen nach Hause gehen und wie viele teilnehmen, ist das offenbar ein großer Anreiz, was man ja auch verstehen kann.

    Diese kleine Nachbetrachtung des NaNoWriMo ist sehr interessant, denn ich hätte angenommen, es hätten mehr Leute gewonnen. Nun bin ich natürlich schon ein bisschen stolz, dass ich zu den wenigen gehöre, die eine Siegerurkunde bekommen haben. :) Und alle, die sich diese Siegerurkunde jetzt an die Wand hängen können, können ebenso stolz sein.

    Mittwoch, 7. Dezember 2016 7:15
  • Ruth Gogoll

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    Und das war es nun für dieses Jahr. Mein Endstand sind 72.759 Wörter in 30 Tagen! Fast 50% mehr als die geforderten 50.000. Damit ist bewiesen: Der #NaNoWriMo ist machbar. :D

    http://www.elles.de/images/Endstatistik-2016-12-01.JPG

    http://www.elles.de/images/NaNoWriMo_2016_WebBanner_Winner.png

    Donnerstag, 1. Dezember 2016 6:41
  • Ruth Gogoll

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    Die magische 30! Der letzte Tag beim #NaNoWriMo!

    Es war ein langer, arbeitsreicher November für die WriMos. Jeden Tag 1667 Wörter einen ganzen Monat lang, darauf kann man schon stolz sein. Fragt mal rum, wer das schafft. Nicht viele.

    Mit dem heutigen Tag geht der NaNoWriMo nun also zu Ende. Es war mein erster, und es war eine sehr interessante Erfahrung. Seit ich vom NaNoWriMo erfahren hatte, habe ich mich immer gefragt, was so faszinierend daran ist, einen ganzen Monat lang mit anderen Menschen zusammen, die man persönlich gar nicht kennt, die über die ganze Erde verstreut sind, von Amerika über Europa bis Australien und sogar bis nach Afrika(!), gemeinsam zu schreiben. Jetzt weiß ich es.

    Es ist etwas ganz Besonderes. Wer daran teilnimmt, zeichnet sich durch viele gute Eigenschaften aus, und egal, ob man gewinnt oder verliert, man hat immer an Erfahrungsreichtum hinzugewonnen. Es ist ein Ereignis, das insbesondere für junge Leute einiges von dem lehrt, was im Leben wichtig ist.

    Zuallererst wäre das, sich ein Ziel zu setzen und das auch durchzuhalten. Einen ganzen Monat lang. Dieser Monat kann wirklich sehr lang werden, wenn man so etwas noch nie zuvor versucht hat.

    Die zweite wichtige Komponente ist die Beschäftigung mit der Logik und der Folgerichtigkeit einer Geschichte. Und hier kommen wieder die Unterschiede zwischen Bauchschreibern und Kopfschreibern zum Tragen, über die wir hier in der Schreibwerkstatt auch schon oft gesprochen haben.

    Gerade unter sehr jungen Menschen gibt es kaum Kopfschreiber. Das liegt in der Natur der Sache. Junge Menschen erforschen die Welt noch, sie wissen noch nicht viel darüber, deshalb fällt es ihnen schwer zu planen, vorauszuschauen, die Folgen einer Tat oder eines Ereignisses, einer Entscheidung im Voraus gegeneinander abzuwägen.

    In der Realität kann das zu sehr gefährlichen Situationen führen, aber beim Schreiben kann man alles erforschen und viel dazulernen, ohne sich in Gefahr zu begeben. Man kann mit „Was wäre, wenn ...“ eine Menge Situationen erleben, ohne dass man einen Kratzer abbekommt. Und hinterher ist man definitiv schlauer, so als ob man die Erfahrung tatsächlich gemacht hätte.

    Viele erfahren jedoch auch, wenn sie ihren ersten NaNoWriMo absolvieren, dass Planen durchaus Vorteile hat. Deshalb gibt es eine ganze Menge Videos auf Youtube, in denen Menschen, die zum Teil schon seit Jahren am NaNoWriMo teilnehmen, anderen beibringen möchten, dass man doch plotten, eine Geschichte im Voraus durchdenken sollte, bevor man sie aufschreibt.

    Denn sie selbst haben die Erfahrung gemacht, dass sie beim NaNoWriMo nicht fertigwerden, wenn sie das nicht tun. Sie nehmen sich vor, für den nächsten NaNoWriMo besser vorbereitet zu sein, und schon sammeln sich sehr viele Hinweise unter dem Hashtag #NaNo(WriMo)Prep – fürs nächste Jahr, für den nächsten November. Oder auch für die beiden NaNoWriMo-Camps im April und Juli, in denen man schon einmal für den November üben kann.

    So lernt man von Jahr zu Jahr hinzu, und es wurden tatsächlich schon Romane aus dem NaNoWriMo veröffentlicht oder es sind Leute zu professionellen Schriftstellern geworden, nachdem sie ein paar Jahre am NaNoWriMo teilgenommen und sich dort Stück für Stück verbessert, das Schreibhandwerk richtiggehend gelernt hatten.

    Schreiben ist normalerweise ein sehr einsames Geschäft. Man kann es kaum anders machen, als allein vor dem Computer oder auch vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen und zu tippen. Oftmals ist es sehr schwer, sich mit anderen Schriftstellern auszutauschen, schon gar weltweit.

    Aber der NaNoWriMo macht es möglich, sich bis zu drei Mal im Jahr nicht so einsam zu fühlen. Ganz interessant finde ich dieses kleine Video, wo ein junges Mädchen ihren Mit-WriMos Hinweise gibt, wie sie es am besten machen können. Dabei erwähnt sie auch, dass die meisten Leute, die schreiben, eher introvertiert sind, deshalb das Internet also eine gute Möglichkeit ist, mit anderen meist ebenfalls introvertierten Schreibenden in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen, denn im wahren Leben haben künstlerisch begabte Menschen damit oft Schwierigkeiten.



    Ist sie nicht einfach süß? ;) Aber sie hat wirklich recht. Ganz zu schweigen davon, dass es meist kaum andere Menschen gibt, die ernsthaft schreiben (wollen), wenn man irgendwo in der Pampa auf einem Dorf wohnt (in Großstädten ist das schon einfacher), ist es eben auch eine Frage des Charakters, der Persönlichkeit. Und die kann man meistens nicht ändern. Aber man kann schreiben, schreiben, schreiben und alles erleben, was man möchte, wenn man in eine Geschichte eintaucht.

    Nun wünsche ich allen, die noch schreiben, ganz viele Wörter für den letzten Tag ;), und denen, die schon fertig sind, viel Spaß mit ihren ganzen NaNoWriMo-Zertifikaten und Gewinner-Badges! :D

    Mittwoch, 30. November 2016 8:09
  • Ruth Gogoll

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    Nur noch zwei Tage und erst 10.000 Wörter? Don't worry, be happy! :D

    Wie ich gestern schon schrieb, ist das Gewinnen nicht das Wichtigste beim #NaNoWriMo, es ist das Mitmachen, es ist die Übung des täglichen Schreibens, es ist die Erfahrung, sich eine große Sache vorzunehmen und dabei zu sein. Auch, sich mit anderen auszutauschen, die sich dasselbe vorgenommen haben wie man selbst und ganz ähnliche Erfahrungen machen.

    Es gibt zwölf Monate im Jahr, nicht nur einen, nicht nur den November. Nach dem NaNoWriMo hat man elf Monate Zeit bis zum nächsten NaNoWriMo. Und in diesen elf Monaten kann man seinen Roman fertigschreiben, überarbeiten, kann sich in Ruhe jedem kleinsten Detail widmen und etwas richtig Rundes daraus machen, das dann vielleicht sogar veröffentlicht wird.

    Und wenn nicht? Auch kein Beinbruch. Dann hat man viel beim Schreiben und Überarbeiten gelernt, und der nächste Roman wird sehr viel besser. Übung macht die Meisterin, da kann man sagen, was man will. Die meisten Leute schütteln einen spannenden und gut lesbaren Roman nicht einfach so aus dem Ärmel.

    Es kommt also nur darauf an, die Erfahrung als etwas zu betrachten, das eine weitergebracht hat, denn das tut sie immer. Allein schon, sich jeden Tag bemüht zu haben, seinen Word Count ein bisschen hinaufsetzen zu können, ist ein großer Erfolg. Denn mal ehrlich: Habt ihr das in den Monaten davor getan? Die meisten vermutlich nicht.

    Schreiben ist genauso wie Training für die Muskeln. Man kann nicht elf Monate nichts tun und dann plötzlich in einem einzigen Monat alles nachholen. Schreiben zu lernen und gut schreiben zu können ist ein ständiger Prozess, der jeden Tag stattfindet, das ganze Jahr über, das ganze Leben lang. Wenn man seine Muskeln nicht trainiert, wird man schon nach wenigen Tagen viele davon verloren haben. Und dann dauert es erheblich länger, das alles, die Kraft, die Beweglichkeit, das Durchhaltevermögen wieder aufzubauen.

    Beim Schreiben werden sicherlich auch ein paar Muskeln trainiert (speziell die an den Händen, die lernen, immer schneller über die Tastatur zu fliegen), vor allem aber die Synapsen im Gehirn, in denen gute Geschichten entstehen und immer noch verbessert werden. Das kommt alles nicht von selbst.

    Das Gute am Geschichten schreiben ist, dass man die Fähigkeit dazu nicht schon nach ein paar Tagen verliert. Eigentlich verliert man sie nie. Wenn man diese Fähigkeit aber nur einmal im Jahr ausübt, wird sie trotzdem verkümmern. Man wird sich nicht verbessern, sondern immer auf dem Stand eines Kindes stehenbleiben, das gerade erst sprechen gelernt hat.

    Ein kleines Kind kennt noch nicht so viele Wörter, es kann keine komplizierten Sätze bilden und auch nicht verstehen. Es freut sich über jedes einzelne Wort, das es neu lernt. Aber es lernt täglich dazu. Und Monat für Monat, Jahr für Jahr wachsen seine Fähigkeiten, bis es dann selbst komplizierte Sätze bilden und verstehen kann.

    So funktioniert eigentlich alles im Leben. Mit der Zeit wird man bei dem, was man täglich tut, immer besser. Wenn man es nicht tut … Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

    Also ist es keine Zeitverschwendung, diese letzten beiden Tage noch zum Üben zu nutzen, auch wenn man keine Chance mehr hat zu gewinnen. Man hat schon gewonnen, indem man diese dreißig Tage durchgehalten hat. :)

    Dienstag, 29. November 2016 8:15
  • Ruth Gogoll

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    Nur noch drei Tage. Ist ein bisschen wie das Warten auf Weihnachten. ;) Nur noch zweimal schlafen.

    Für mich ist es jetzt ganz erstaunlich, dass ich nach dem kleinen Loch, in das ich nach dem Erreichen der 50.000er-Marke gefallen bin, dem am 17. November erreichten Ziel nun doch noch eine ganze Menge Wörter hinzugefügt habe. Und wahrscheinlich werden es bis zum 30. um Mitternacht noch mehr. Es sieht aus, als könnte ich 70.000 Wörter erreichen in diesem November.

    Obwohl ich mich jetzt eigentlich nicht anstrenge. Ich bemühe mich nur, jeden Tag zu schreiben. Wie viel dabei herauskommt ist irrelevant. Manchmal ist es mehr, manchmal ist es weniger, aber wie man so schön sagt: Kleinvieh macht auch Mist. ;)

    Dennoch würde ich sagen, das große Ziel, die 50.000, war ein ganz entscheidender Motivator. Zumal ich am Anfang dachte, das wäre viel, eine schwer zu erreichende Zahl. Bis ich sie dann gut nach der Hälfte der Zeit erreicht hatte, dachte ich das immer noch. Und selbst heute denke ich, dass es sicherlich schwierig wäre, das jeden Monat zu erreichen.

    Andererseits gibt es tatsächlich Leute, die auf diese Art zwölf kleine Romane im Jahr schreiben. Jeden Monat 50.000 Wörter, nicht nur im November. Wenn man diesen Rhythmus erst einmal verinnerlicht hat, ist das gar nicht mehr so schwer.

    Man kann sein Schreibpensum auf zwei Stunden am Tag aufteilen, einmal morgens, bevor man zur Arbeit (oder zur Schule, in die Uni usw.) geht, und einmal nachmittags oder abends, wenn man von seinen Aktivitäten außer Haus zurückkommt.

    1667 Wörter am Tag muss man erreichen, aufgeteilt auf zwei Schreibsitzungen sind das 833,5 Wörter pro Sitzung. Ohne sich groß anzustrengen, kann man im Zehnfingersystem locker 250 Wörter in einer Viertelstunde schaffen. Das wären dann sogar 1.000 Wörter in einer Stunde oder 2.000 Wörter in zwei Stunden am Tag, sprich 60.000 Wörter in einem Monat. Aber wir können ja ruhig bei den 50.000 bleiben, das reicht.

    Eigentlich keine schlechte Leistung für zwei Stunden Arbeit am Tag, könnte man denken. Aber mit dem Tippen allein ist es ja nicht getan. Man muss auch wissen, was man da tippt. Und da fangen meistens die Schwierigkeiten an.

    Denn wie ich schon einmal sagte, hakt es da bei vielen Leuten, die gern schreiben wollen, gewaltig. Schnell tippen kann auch jede Sekretärin, vermutlich schneller als wir alle, aber sie muss sich dabei nicht noch ausdenken, was sie schreiben will. Das wird ihr von ihrem Chef oder ihrer Chefin vorgegeben.

    Uns gibt das aber niemand vor. Wir müssen uns das alles selbst ausdenken. Und erst dann können wir es hinschreiben. Das ist das Problem.

    Aber je mehr man sich einen regelmäßigen Rhythmus beim Schreiben angewöhnt, umso einfacher wird es. Eine Stunde am Tag oder sogar nur eine halbe Stunde am Tag - aber das jeden Tag. Das ist das Wichtigste dabei.

    Deshalb ist der #NaNoWriMo so eine gute Übung. Denn da merkt man, ob man das kann oder nicht. Ich habe jedenfalls gemerkt, dass es doch ein Unterschied ist, wenn man nicht nur jeden Tag schreibt, was ich ohnehin tue, sondern wenn man eine ganz bestimmte Zahl an Wörtern erreichen muss. Am Tag und auch im Monat. Wenn man keinen Tag auslassen darf, weil man seinen Wortzähler jeden Tag erhöhen will.

    Das klappt nur, wenn man das wirklich will. Sonst lässt man es nach einigen Tagen sein, weil es nämlich wirklich sehr anstrengend ist. Schon nach wenigen Tagen trennt sich die Spreu vom Weizen. Diejenigen, die die Wortanzahl erreicht oder sogar übertroffen haben, von denjenigen, die schon am ersten oder zweiten oder dritten Tag in Rückstand geraten.

    Aber ich kann immer nur wieder betonen: Jeder und jede kann es schaffen, wenn sie nur will. Es ist nicht die Zeit, die uns fehlt, es ist der Wille. Oder der Mut.

    Und den sollten wir uns nicht nehmen lassen. :)

    Montag, 28. November 2016 13:03
  • Ruth Gogoll

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    27, 28, 29, 30 … Nur noch vier Tage. Wenn die Statistik nicht lügt, wird es jetzt für 80% der am #NaNoWriMo Teilnehmenden eng. 20% sind entweder schon fertig oder werden es in den nächsten Tagen schaffen, die 50.000 Wörter zu erreichen, manche vielleicht auf den letzten Drücker, aber sie schaffen es. 80% schaffen es aber nicht.

    Woran liegt das?

    Nachdem ich nun an diesem NaNoWriMo teilgenommen habe, in den Foren war, in den Word Sprints war, in den Chats war und dort gelesen habe, was einige so schreiben, denke ich, es gibt zwei Gründe: es mangelt am schriftstellerischen Handwerk, und am allermeisten mangelt es an einer Geschichte.

    Nicht unbedingt an Ideen. Ideen gibt es oft mehr als genug. Aber eine Idee allein macht noch keine 50.000 Wörter. Man muss diese Idee auch umsetzen können.

    Daran arbeiten wir in der el!es-Schreibwerkstatt schon seit 20 Jahren, und es gibt auch andere Webseiten und Foren, die versuchen, den Schreibwilligen das Handwerk zu vermitteln, das es ihnen erlaubt, aus einer Idee eine tragfähige Geschichte zu machen. Eine Geschichte, die in ca. 75.000 Wörtern zu einem Ende kommt. Und bis dahin spannend zu lesen ist.

    Klingt so einfach, ist aber schwer. Wenn man ein (gutes) Buch liest, denkt man oft, dass das alles sich ganz selbstverständlich, logisch und natürlich ineinanderfügt. Die Autorin hat das einfach nur hingeschrieben, richtig? Die Geschichte war ja offensichtlich schon da.

    Ich erinnere mich, dass ich in dem Interview, das ich letztens zum 20jährigen Bestehen von el!es gegeben habe, sinngemäß gefragt wurde: „Es erscheint so, als ob dir das Schreiben ganz leicht von der Hand ginge, als ob die Wörter nur so aus deiner Feder fließen würden, ganz ohne Anstrengung.“

    Das freut mich in gewisser Weise, denn eine Leserin sollte niemals das Gefühl haben, dass das, was sie da liest, mit Mühe verbunden ist. Es soll ja entspannend sein. Schein ist aber nicht Sein. Auch wenn das Lesen mühelos erscheint, ist das Schreiben es meistens nicht.

    Wer eine Begabung zum Schreiben hat, der schreibt immer, überall, Tag und Nacht, sogar im Traum. Das heißt aber noch lange nicht, dass das, was da herauskommt, lesbar ist. Dass es eine sinnvolle Geschichte ergibt. Dass es für die Leserinnen eine Freude wäre, das Buch aufzuschlagen.

    Spätestens seit Harry Potter denken viele offenbar, eine Geschichte müsste mindestens sieben laaange Bände haben. Sie kommen gar nicht auf den Gedanken, dass ein Band genug sein könnte. Und sie schaffen es auch nicht, ihre Geschichte in einem Band zu beenden. Sie verzetteln sich und kommen auch nach zehn Bänden noch nirgendwo an.

    Das ist natürlich frustrierend, aber es ist in gewisser Weise ganz logisch. Gerade wenn man anfängt zu schreiben, ist man von langen Geschichten oft überfordert. In Amerika gibt es eine sehr eingeführte Tradition, Kurzgeschichten zu schreiben, das lernt man schon in der Schule. In Deutschland und in vielen anderen Ländern leider nicht. Das ist schade. Denn Kurzgeschichten sind das beste Mittel, um Geschichten schreiben zu üben. Um in einer endlichen Zeit zu einem befriedigenden Ziel zu kommen.

    Viele denken wahrscheinlich: „Aber ich will keine kurzen Geschichten schreiben, ich will lange Romane schreiben wie Rowling oder Tolkien oder R.R. Martin.“ Das ist absolut in Ordnung. Aber der Vorteil einer Kurzgeschichte ist, dass man dort innerhalb weniger tausend Wörter zum Ende kommen muss. Und so übt man an der kleinen Form, was man dann später in der großen Form, im Roman braucht.

    Romane schreiben ist die Königsdisziplin, nicht der Anfang. Auch in der Schule fängt man nicht gleich mit höherer Mathematik an – niemand könnte das –, sondern man lernt zuerst das kleine Einmaleins. Beim Schreiben lernt man zuerst Buchstaben malen, noch nicht ganze Geschichten erzählen. Aber dann will man gleich einen Roman schreiben?

    Sicherlich, es gibt Ausnahmen. Es gibt Leute, die kaum, dass sie schreiben gelernt haben, auch schon seitenlange Sermone von sich geben. Aber die meisten können das nicht. Eine kurze Geschichte hingegen – das ist schon eher möglich.

    In Amerika gibt es oft Kurzgeschichtenwettbewerbe, bei denen die Obergrenze 1.000 Wörter ist. Das ist eine gute Übung. Innerhalb von 1.000 Wörtern eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss zu schreiben, die die Leserinnen fesselt, ist eine Kunst. Wenn man das ein paar Mal getan hat, kann man die Geschichten verlängern auf 2.000, 3.000, 5.000 … dann auf 10.000, auf 20.000, auf 30.000 … und dann kann man im NaNoWriMo an die 50.000 herangehen – und wird es auch schaffen. Denn dann weiß man, was man tut.

    In diesem Sinne möchte ich allen, die sich entweder schon an die 50.000 Wörter gewagt und es nicht geschafft haben, oder auch denen, die sich nicht trauen, es überhaupt zu versuchen, raten, Kurzgeschichten zu schreiben.

    Und auch diejenigen, die es bereits geschafft haben, vielleicht sogar schon mehrmals, die 50.000 Wörter innerhalb des Novembers zu schreiben, danach aber nur einen Rohentwurf in der Schublade hatten, der sehr, sehr viel Überarbeitung erforderte (die sie dann nicht vorgenommen haben, weil es ihnen ein riesiger Berg Arbeit erschien … was es auch ist) und der heute immer noch in der Schublade liegt, vielleicht drei, vier, fünf, sechs, sieben solcher Rohfassungen, jede aus einem NaNo, sollten sich mal an eine Kurzgeschichte von 1.000 Wörtern wagen.

    Jeder fängt mal klein an heißt es in einem alten Spruch. Und das ist richtig. Wir fangen alle klein an. Aber es kann noch etwas ganz Großes daraus werden. Wir müssen es nur wollen und uns dahinterklemmen.

    Sonntag, 27. November 2016 10:13
  • Ruth Gogoll

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    Die letzten Tage beim #NaNoWriMo sind die härtesten. Jetzt heißt es durchhalten, nicht aufgeben. Schon ab der Mitte des Monats merkt man, wie lang so ein Monat sein kann, wenn man jeden Tag schreibt … wenn man jeden Tag mindestens 1667 Wörter schreibt … wenn man sich 50.000 Wörter als Ziel gesetzt hat.

    Es gibt viele Dinge, die man jeden Tag tut, man muss einkaufen, man muss Essen kochen, man muss die Wohnung putzen, Wäsche waschen, sich um Kinder, Hunde, Katzen oder Wellensittiche kümmern, sich die Zähne putzen.

    Dabei denkt man aber nie darüber nach, wie lang der Monat ist, wenn man das jeden Tag tut – man tut es einfach. Jeder Tag ist ein neuer Tag, an dem man von vorn anfängt. Und all das hört ja auch nicht nach einem Monat auf, man tut es das ganze Jahr, manches davon das ganze Leben.

    Ein Buch zu schreiben ist nicht dasselbe wie Einkaufen oder Kochen, es ist etwas Besonderes. Es verlangt uns eine Menge mehr ab. Beim Einkaufen haben wir eine Liste, was wir brauchen, beim Kochen ein Rezept, und wenn wir uns daran halten, werden wir am Ende des Tages die richtigen Sachen in den Schränken und ein leckeres Gericht gegessen haben.

    Wenn Schreiben doch nur auch so einfach wäre!

    Auch beim Schreiben gibt es so eine Art Einkaufsliste und sogar Rezepte. Man kann sich daran halten und etwas damit erreichen, aber der Ausgang ist immer ungewiss. Selbst wenn man sich tausend Schreibratgeber kauft, ist die ganz entscheidende Zutat zu dem Gericht, das „Buch“ heißt, die eigene Kreativität, das, was im eigenen Kopf abläuft und eine Idee erst zu einer Geschichte werden lässt.

    Oftmals wird das so beschrieben, dass einen die Muse küssen muss. Dieser poetische Ausdruck bedeutet nichts anderes, als dass man sich mit einer Geschichte, mit seinen Figuren so lange beschäftigt, dass sich alles wie von selbst zusammenfügt.

    Möglicherweise weiß man am Anfang noch nicht, wohin die Reise geht, aber wenn man sich 25 Tage lang (heute ist der 25. Tag) jeden Tag hinsetzt und sich Gedanken über seine Figuren und den Ablauf der Geschichte macht, jeden Tag darüber nachdenkt, wie es nun weitergeht, wie die nächste Szene aussieht, wie das nächste Kapitel, dann hat man das Gefühl, als ob sich Stück für Stück ein Puzzle zusammensetzt, als ob Teile, die einem am Anfang unvereinbar erschienen oder von denen man nicht wusste, wo sie hingehören, wie von Magneten an die richtige Stelle gezogen würden.

    Das ist das großartige Erlebnis, das einem der NaNoWriMo vermittelt. Den Alltag mit Wörtern zu füllen, die ich niederschreibe, die sich zu etwas Größerem formen, zu einer Geschichte, zu einem Roman. So erhebt man sich über die Profanität der Welt, die einen jeden Tag immer wieder in dieselbe Bahn zwingt, weil es einfach Dinge gibt, die man tun muss.

    Dagegen setze ich die Geschichten, die ich erfinde. Und im NaNoWriMo ist es eben der November, den ich jeden Tag mit Worten fülle. Ein außergewöhnlicher Monat, der den Alltag entschwinden lässt, der alle, die an diesem Ereignis teilnehmen, in andere Welten entführt.

    Es ist hart, jeden Tag zu schreiben, sich jeden Tag eine bestimmte Wortanzahl vorzunehmen und letztendlich die 50.000 Wörter erreichen zu wollen, aber es ist auch das schönste Gefühl der Welt. Es unterscheidet uns von allen anderen Menschen, die es gibt, von denjenigen, die nicht am NaNoWriMo teilnehmen und auch sonst nicht schreiben.

    Wir sind die Geschichtenerzähler, die Geschichtenweber, die Geschichtenerfinder, um die sich die anderen versammeln, wenn man abends gemeinsam am Feuer in der Höhle sitzt. Denen diejenigen fasziniert lauschen, die den Tag über alles andere getan haben als Geschichten wie ein Feuerwerk in ihrem Kopf entstehen zu lassen.

    Die letzten Tage bis zum 30. November durchzuhalten ist jetzt unsere Aufgabe.

    Wir können es und wir tun es.

    Samstag, 26. November 2016 7:33
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Heute mache ich mir mal den Pep-Talk von Federkiel zueigen, die eine der deutschen ML (Municipal Liaison), das heißt auf Deutsch so etwas wie Regionalbeauftragte, also in diesem Fall eine der Beauftragten für Deutschland, beim #NaNoWriMo ist.

    Sie schreibt:

    Es kommt jedes Jahr wieder vor: die Unzufriedenheit mit dem eigenen Fortschritt, dem Tempo, dem Inhalt. Alles scheint zäh. Jeder Schritt erfordert Kraft. Und es ist noch so viel Monat übrig, so viele Worte, so viel Geschichte. Doch womit auch immer ihr kämpft, womit auch immer ihr euch schwer tut: Bewegt euch in kleinen Schritten. Freut euch über jeden kleinen Fortschritt. Versucht, die positiven Dinge zu sehen, und irgendwann werdet ihr überrascht feststellen, dass ihr wieder an Tempo gewinnt!

    Freitag, 25. November 2016 7:42
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Irgendwie ist man schon ziemlich stolz, wenn man diesen Badge hier erhalten hat :)
    http://www.elles.de/images/NaNoWriMo_2016_WebBanner_Winner.png
    Für alle, egal ob schon gewonnen oder nicht, beginnt nun der Endspurt. Der #NaNoWriMo ist in der 4. und letzten Woche. Heute ist Mittwoch, und genau in einer Woche, am nächsten Mittwoch, ist der letzte Tag, der magische 30. November. Bis dahin heißt es: 50.000 Wörter oder stirb.

    Nein, man stirbt natürlich nicht, wenn man die 50.000 Wörter nicht erreicht, und niemand tut einem etwas. Aber man bekommt die ganzen schönen Badges nicht, die Siegerurkunde nicht, das Emblem **Winner** auf der NaNoWriMo-Seite nicht. Und man bekommt das Gefühl nicht, dass man durchgehalten und es geschafft hat. Was wohl das Wichtigste ist. Es ist die Bestätigung, dass man etwas, was im ersten Moment unmöglich erscheint, geschafft hat. Das ist eine unschätzbare Erfahrung fürs Leben. Sag nicht: Es ist unmöglich, bevor du es nicht versucht hast.

    Mittwoch, 23. November 2016 6:48
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Heute war wieder ein richtig guter Tag beim #NaNoWriMo: fast 2.500 Wörter geschrieben.
    http://www.elles.de/images/Statistik-2016-11-22.jpg
    Es ist nicht jeden Tag gleich. Insbesondere, nachdem man die 50.000 Wörter erreicht hat, ist es oft so, dass man in eine Art Loch fällt. Das große Ziel ist erreicht, was nun? Viele schreiben weit mehr als 50.000 Wörter, das heißt, das ist dann nur ein Zwischenstand, sie haben noch einmal 50.000 oder sogar 100.000 Wörter vor sich. Dennoch bedeutet das nicht mehr dasselbe, sobald man die Schallgrenze überschritten hat und das Zeichen Winner überall im NaNoWriMo leuchtet.

    Dienstag, 22. November 2016 18:40
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Und nun habe ich auch meinen Siegerpokal beim #NaNoWriMo bekommen. ;)

    http://www.elles.de/images/Winner-Pokal-2016.JPG http://www.elles.de/images/Badges-Pokal-2016.JPG

    Außerdem noch überall die Bezeichnung WINNER und eine Urkunde.

    http://www.elles.de/images/Winner-Stats-51251.JPG

    Ich könnte mir jetzt auch noch ein »Winner 2016«-T-Shirt bestellen oder einen Schal, auf den der Text meines Romans gedruckt ist, jedes Wort in ganz kleinen Buchstaben. :)

    Damit ist der #NaNoWriMo2016 für mich jetzt eigentlich beendet, obwohl er noch bis zum 30. November läuft.

    Sonntag, 20. November 2016 7:01
  • Ruth Gogoll

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    Tag 19 des NaNoWriMo, und auf diesem Bild sieht man, wie viele Wörter man am Ende des heutigen Tages geschafft haben sollte: 31.666.
    http://www.elles.de/images/Wrter-2016-11-19.jpg
    Gestern hatte ich sehr viele Termine, deshalb habe ich nicht so viel geschrieben. Es waren 665 Wörter. Aber da ich die 50.000 schon erreicht habe, hat das keine wirkliche Bedeutung mehr.

    Samstag, 19. November 2016 6:02
  • Ruth Gogoll

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    Eigentlich könnte ich mich ja jetzt zurücklehnen, denn ich habe die 50.000 Wörter geschafft. :) Ich brauche nur noch auf den 20. November zu warten, ab dann kann man seinen Roman für die Validierung einreichen. Sobald die Anzahl der geschriebenen Wörter bestätigt ist, wird man zum Gewinner erklärt, dann wird hier auch dieser Pokal freigeschaltet.

    http://www.elles.de/images/Balken---2016-11-17---50001.JPG

    Allerdings funktioniert so das Leben einer professionellen Autorin nicht. Wir schreiben jeden Tag, egal, was kommt. Normalerweise nehme ich mir keine bestimmte Wortanzahl vor (außer bei der 250-Wörter-Challenge, also »Wie Honig so süß« muss jeden Tag um 250 Wörter wachsen), aber schreiben tue ich so gut wie immer. Davon kann mich nur eine schwere Krankheit abhalten, die mir nicht mehr erlauben würde, mit einem Laptop im Bett zu liegen. ;)

    Dennoch ist auch für mich das Erreichen der 50.000-Wörter-Grenze ein Ereignis, auf das ich hingefiebert habe. Vorgestern sagte ich mir noch, dass ich die gut 3.500 Wörter, die da noch fehlten, ganz gemütlich auf zwei Tage aufteilen könnte, dann wäre ich heute, am 18. November, fertig gewesen. Nur einen Tag später.

    Als ich gestern dann aber meine ersten 1667 Wörter geschrieben und damit das Tagesziel erreicht hatte, sah ich den Abstand zu den 50.000 Wörtern sehr schrumpfen. Auf der Grafik beim #NaNoWriMo wurde mir nur noch ein ganz kleiner, fast schon unsichtbarer Restbalken angezeigt. Das sah aus, als wäre das leicht zu schaffen, und ich dachte, wenigstens die 49.000 könnte ich noch erreichen, dann könnte ich ja aufhören.

    Als ich die 49.000 aber erreicht hatte, war der Balken noch mehr geschrumpft, und ich hatte nur noch ca. 900 Wörter zu schreiben, um die 50.000 zu erreichen. 900 Wörter sind ein Klacks, das ist schnell getippt, kam mir da in den Sinn. Und wenn die Szene vorher zu Ende ist, hast du morgen nur noch ganz wenig zu schreiben. Dann fing die Szene aber richtig an zu laufen, und ich tippte, und tippte, und plötzlich waren die 50.000 erreicht, und ich hatte gewonnen. :D

    Diese Dynamik, die einen beim NaNoWriMo vorantreibt, ist einzigartig. Damit ist nichts zu vergleichen. Man sieht die verschiedenen Balken, einmal für die Wortanzahl für den Tag, dann für die Gesamtwortanzahl, sie verändern sich, irgendwann ist man über die Mitte und nähert sich nur noch dem Ende. Ab da geht es dann nur noch den Berg hinunter, wie wenn man mit dem Fahrrad eine Bergkuppe erklommen hat und das Rad dann frei laufenlassen kann.

    Ganz so einfach ist es nicht, man muss ja immer noch schreiben, aber vom Gefühl her ist es ähnlich. Der Balken, der anzeigt, was man noch schreiben muss, wird jeden Tag noch kürzer als der, der das anzeigt, was man schon geschafft hat und der immer länger wird. Man kann seinen eigenen Erfolg täglich verfolgen. Das macht sicherlich auch den Reiz für viele aus. Wo erfährt man beim Schreiben ganz allein zu Hause sonst irgendeinen sichtbaren Erfolg?

    Deshalb kann ich den NaNoWriMo für Schreibprojekte, die man unbedingt durchziehen und beenden will, nur empfehlen. Er hält einen quasi dort bei der Stange, wo man, wenn man allein schreibt, vielleicht manchmal verzweifelt und hinwirft.

    Viele Teilnehmerinnen berichten von vielen, vielen angefangenen Projekten, die sie nie beendet haben. Dann schreiben sie sich beim NaNoWriMo ein, und plötzlich geht es, plötzlich können sie eine Geschichte zu Ende schreiben.

    Ist es Druck? Ist es Zwang? Nein, ich glaube nicht. Man macht das ja alles freiwillig. Niemand kann eine zu irgendetwas zwingen. Ich denke, es sind vor allem die virtuellen Belohnungen, die eine vorantreiben. Man möchte den nächsten Badge, man möchte die Wortanzahl in den Grafiken wachsen sehen, man möchte den Pokal. ;) Obwohl das alles keinen materiellen Wert hat, hat es doch einen großen persönlichen Wert. Es zeigt, dass man durchhalten kann, dass man etwas schaffen kann, selbst unter den doch recht schwierigen Voraussetzungen, 50.000 Wörter in 30 Tagen erreichen zu wollen.

    Deshalb kann ich nur immer wieder sagen: Probieren geht über studieren. Der NaNoWriMo ist eine Erfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. :D

    Freitag, 18. November 2016 6:57
  • Ruth Gogoll

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    Geschafft! 50.000 Wörter erreicht! :):):)

    http://www.elles.de/images/NaNoWriMoStats-50000---2016-11-17.jpg

    Donnerstag, 17. November 2016 12:40
  • Ruth Gogoll

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    Wenn man beim #NaNoWriMo mitmacht, entdeckt man die merkwürdigsten Dinge ... Es gibt beispielsweise eine Software bzw. App, die heißt »Write or Die«, also »Schreib oder stirb«. :)

    http://www.elles.de/images/WriteOrDie.JPG

    Wenn man 50.000 Wörter in 30 Tagen schreiben will, aber in Verzug gerät, wenn einem nichts einfällt, wenn man irgendwie gar nicht erst anfangen kann oder immer nur ein paar Wörter schreibt, und dann ist Schluss, dann soll #WriteOrDie helfen.

    »Write or Die« erlaubt es, eine Zeit und eine Anzahl Wörter als Ziel einzugeben, also wenn man 500 Wörter in 20 Minuten schreiben will, kann man diese Zahlen eingeben. Man kann auch 500 Wörter in einer Stunde als Ziel eingeben, also es muss nicht der schnellste Modus sein.

    Wenn man will, kann man verschiedene Schwierigkeitsgrade wählen, von einfach bis »Kamikaze«. ;) Es gibt noch ein paar andere Einstellungen, aber im Großen und Ganzen ist die Software auch funktionsfähig, wenn man gar nichts verändert, sondern einfach bei den vorgegebenen Einstellungen bleibt.

    Dann öffnet sich ein weißes Fenster, und man legt los, tippt wie verrückt, bis die Zeit um ist oder die Wortanzahl erreicht. Wenn man zu lange Pause macht, wird der Bildschirm zuerst rot, dann kommt eine sehr irritierende Musik, und zum Schluss fängt die App an, die Wörter, die man schon geschrieben hat, zu löschen, zuerst das letzte, dann das zweitletzte usw.

    Die Pausen, die man machen kann, ohne dass das passiert, sind sehr kurz, nur ein paar Sekunden. Man muss also tippen auf Teufel komm raus, sonst ist alles wieder weg.

    Ob das hilft, weiß ich nicht, aber es ist ähnlich wie ein #WordSprint oder #WordWar beim #NaNoWriMo2016. Nur dass einem dort die Wörter nicht gelöscht werden, wenn man Pausen macht.

    Ich fand es eine ganz lustige Idee. Allerdings bin ich nicht sicher, ob bei dieser Art zu schreiben etwas Brauchbares herauskommt. Wenn man jedoch eine Schreibblockade hat, könnte es die Blockade lösen, und man kann dann wieder normal schreiben.

    Donnerstag, 17. November 2016 6:58
  • Ruth Gogoll

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    Nur, um mal zu zeigen, wie so ein virtuelles Write-In aussieht:



    Sind die Beiden nicht süß? :D

    Mittwoch, 16. November 2016 15:01
  • Ruth Gogoll

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    Heute ist offizielles „Bergfest“ beim #NaNoWriMo, die dritte Woche hat begonnen. Für mich bedeutet das, ich muss in den letzten beiden Wochen plus zwei Tage (denn es sind ja 30 Tage NaNoWriMo, nicht 28) noch 6242 Wörter schreiben. Da ich in den ersten beiden Wochen bereits 43.758 Wörter geschrieben habe, hört sich das wenig an, aber es kann immer noch etwas passieren, das mich aus der Bahn wirft, also man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Dennoch bin ich ziemlich überzeugt, dass ich die 50.000er-Grenze in den nächsten Tagen überschreiten werde.

    Mittwoch, 16. November 2016 5:55
  • Ruth Gogoll

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    Eine Grafik beim NaNoWriMo zeigt an, wo man sich verglichen mit dem Minimum an Wörtern, die man bis zu diesem Zeitpunkt geschrieben haben sollte, befindet. Die Linie in der Mitte bezeichnet die Wörter, die man erreicht, wenn man jeden Tag 1667 Wörter schreibt. Ist man darunter, hängt man hinterher, ist man darüber, hat man mehr geschrieben als gefordert.

    http://www.elles.de/images//NaNoStat42000.JPG
    Außerdem wird angezeigt, welches der nächste Preis ist, den man bekommt. In meinem Fall wäre der nächste Preis der letzte, nämlich der Pokal für die 50.000 Wörter, da ich die 40.000 ja bereits überschritten habe.
    Man sieht auf dieser Grafik auch, wie viele Tag noch übrig sind, in denen man immer noch aufholen kann, wenn man etwas zurückliegen sollte.

    Dienstag, 15. November 2016 6:51
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