Terry Waiden – Wie alles begann

Ich schreibe, seit ich denken kann. Allerdings bestanden 1975 meine ersten Versuche – im zarten Alter von sechs Jahren – überwiegend aus schiefen Is. Mein Vater hat geduldig versucht, sie gerade zu biegen – vergeblich. Erst im Computerzeitalter hat sich das gewandelt. Und heute sind alle meine Buchstaben endlich so, wie sie sein sollen.

Bis es so weit war, hat es in meinem Leben Höhen und Tiefen gegeben. Höhen, weil ich zu Hause in Österreich fast täglich zu Fuß von 751 hinauf auf ca. 850 Meter Seehöhe marschieren musste. Und Tiefen, weil ich jetzt in Hessen auf nur 159 Metern lebe. Noch tiefer geht es nur, wenn ich mit meiner Lebenspartnerin unserem Hobby fröne, und wir gemeinsam über die sieben Weltmeere cruisen.

Viel Platz hat es in unserem Haus in den Bergen übrigens nicht gegeben, weil darin Eltern, vier Kinder und einige Haustiere gelebt haben. Was an Platz gefehlt hat, hat es an Lautstärke im Übermaß gegeben. Und trotzdem habe ich es immer wieder geschafft, zu lesen und dabei zu lernen, wie andere das mit den Buchstaben hinbekommen. Heute sind wir zu zweit. Entsprechend mehr Ruhe habe ich zum Lesen, Lernen und Schreiben.

Beruflich habe ich schon vieles gemacht, und obwohl ich Buchstaben liebe, hat alles irgendwie mit Zahlen zu tun gehabt. Das Kellnern, bei Steuerberatern, als Buchhalterin, in Banken, während des BWL-Studiums und in meinem jetzigen Job.

Das mit den Buchstaben habe ich aber nie aus den Augen verloren. Allerdings habe ich daraus erst vor 10 Jahren eine wirkliche Geschichte gemacht und im Internet veröffentlicht. Das hat meinem Leben eine entscheidende Wende gegeben. Als ich Jahre später auf den el!es-Verlag gestoßen bin, ist mein Ehrgeiz wieder geweckt worden. Und ich kann es selbst kaum glauben: Die verantwortlichen Frauen im Verlag haben gemeint, dass ich phantasievolle Geschichten um die inzwischen geraden Is bilden kann. Wenn die Leserinnen also weiterhin auf Bücher von „Terry Waiden“ treffen, dann haben sie das in erster Linie dem el!es-Verlag zu verdanken – und auch sich selbst. Denn mit ihren Rezensionen oder dem Feedback hier auf der Seite tragen sie dazu bei, dass ich die Freude am Schreiben nicht verliere. Dafür ein herzliches „Danke“.

Eure Terry Waiden.

PS: Die Zahl der Is, die ich hier insgesamt geschrieben habe, beträgt übrigens 157 – und alle gerade.

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  • Barbara Pleines
  • Barbara Pleines

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    Hallo Frau Waiden,

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    Nun kam die Überraschung :o - es war in keinsterweise ein Fantasiebuch. Es war ein Buch was mein ganzes Leben auf den Kopf stellt und ich mir seit dem ehrliche Fragen und auch Antworten stellen muss.
    Die größte Frage daraus ist die, das ich nach dem "WER, WAS und WIE" bin ich und vor allem trau ich mich.

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