Zeitgeschehen

Anne Will outet sich

Man fragt sich ja eigentlich schon, wer das noch nicht gewußt hat, aber jetzt ist es offiziell: Anne Will ist lesbisch.

Wahrscheinlich ist das eher eine Nachricht für die Heterowelt als für uns, aber wollen wir mal nicht so sein.

Weiterlesen: Anne Will outet sich

Pippi Langstrumpf – die Kinderheldin

Astrid Lindgren, die heute am 14. November 100 Jahre alt geworden wäre, war eine Schriftstellerin, die man nur bewundern kann. Sie hatte viel Phantasie, ein großes Herz, und sie konnte wunderbar schreiben.

Eine ihrer schönsten Figuren – wenn nicht sogar die schönste überhaupt – ist Pippi Langstrumpf, die in meinen Augen immer noch jeden Harry Potter schlägt.

Weiterlesen: Pippi Langstrumpf – die Kinderheldin

Warum für Europäer alle Asiaten ähnlich aussehen

. . . wird in einem Artikel bei wissenschaft.de erläutert.

Das gilt allerdings nicht nur für Asiaten, sondern auch für andere Rassen. Für Europäer ist es ausgesprochen schwer, in einem schwarzen Gesicht zu lesen, ebenso wie in einem asiatischen Gesicht. Umgekehrt gilt das genauso: Für Asiaten sehen wir Europäer alle ziemlich gleich aus.

Weiterlesen: Warum für Europäer alle Asiaten ähnlich aussehen

Hochbegabung – Teil 3

Eine Frage, die sich wohl die meisten stellen: Warum schreiben Hochbegabte nicht lauter Einser?

Gegenfrage: Können Klausuren Intelligenz wirklich wiedergeben?

Ist jemand intelligent, der auf sein Kurzzeitgedächtnis Buchseiten auswendig lernen kann? Ich kenne Menschen, die in Geschichte nur Einser hatten – und Nazis nicht von Kommunisten unterscheiden können. (Also, natürlich, die sind schon auch intelligent, wobei ich solche Menschen nicht für sonderlich clever halte ).

Das Schulsystem ist zudem nicht an die Bedürfnisse Hochbegabter angepasst. Aber auch nicht an die normal Begabter.

Aber zurück zu den Noten. Übrigens hasse ich Zahlen, die irgendetwas über einen Menschen aussagen sollen, und noch mehr diejenigen, die wirklich etwas darauf geben.

Und das ist schon das erste Problem: Der Konkurrenzkampf, sobald es um Noten geht, widert mich an. Ich will nicht besser sein als andere, aber gerade so etwas heben gute Noten und Lehrer, die das vor der Klasse herausposaunen, hervor. Ich war also mit Dreiern völlig zufrieden. Keiner war neidisch und bemitleidet wurde man auch nicht. Je nach allgemeinem Durchschnitt der Arbeit natürlich.

Der nächste Punkt: Wieso müssen Lehrer und Schulbuchautoren alles in »leicht« und »schwierig« einstufen? Okay, mich hat ja eigentlich keiner gezwungen darauf zu hören, aber ich tat es eben trotzdem.

Einmal war ich im Glauben, dass die Stegreifaufgabe wirklich als einfache Abfrage gedacht war und habe mir keine Gedanken gemacht. Ich war dann die einzige mit einer Eins und die anderen kamen weit hinter mir und hätten mich, nachdem die Lehrerin mich noch dermaßen gelobt hat – was ich nicht verstanden habe, die Arbeit war ein Witz – am liebsten gelyncht. Warum kann man da nie im Erdboden versinken?

Bei »schwierigen« Arbeiten habe ich immer nach tausend Haken gesucht. Die Fragestellungen ließen meistens zu viel Spielraum offen und ich habe die Aufgaben wesentlich komplizierter gemacht.

Die Fragen dürften für die meisten schon eindeutig sein. Vielleicht liegt es bei mir daran, dass ich auch immer neue Lösungswege suche und mehr von Fragen ausgehe, bei denen man selbst auch etwas überlegen soll, anstatt stur den Stoff der Stunde wiederzugeben.

Irgendwann bekam ich dann schon mit, was die Lehrer hören wollten. Wenn ich mir nicht sicher bin, gebe ich einfach mehrere Antworten in eine gepackt. Ich bekomme meine Punkte auf die »Schlagworte« und neben den Rest ein Fragezeichen und gut ist’s . . .

Ein Problem in Fremdsprachen war, dass meine damaligen Lehrer die Sprachen selbst nicht sicher beherrschten und von uns verlangten, ganze Buchseiten auswendig zu lernen. Gedichte kann ich schon mal auswendig lernen, aber bei sowas habe ich Probleme. Und sobald man in der Arbeit davon abwich, gab es weniger Punkte.

In Mathematik kam meistens alles mögliche zusammen. Blackouts, ungenaue Fragestellungen, mein Hang dazu, alles kompliziert zu machen – es sagt doch wirklich jeder, dass Mathematik schwer ist – und Schlamperei. Ich überspringe Schritte (aber es gibt nun mal hauptsächlich auf dem Weg Punkte), notiere gerade Schritt 3 und bin gedanklich schon bei Schritt 8. Das gibt eine Menge Flüchtigkeitsfehler . . .

Bis zur 10. Klasse hatte ich, bis auf seltene Ausnahmen, meistens Vierer und Fünfer. Es war hoffnungslos, meine Hausaufgaben waren meistens auch falsch.

Ein weiteres Problem: Ich komme nicht mit irgendwelchen Brocken klar, ich brauche immer das Gesamtbild.

Das ist mir in Sprachen zuerst aufgefallen. Sollte ich explizit nur die eine Grammatik beherrschen, ging es daneben, als die nächste dazu kam, die darauf aufbaute oder die anderen benötigte, konnte ich es auf einmal.

Und in Mathematik ist das meinem »Nachhilfelehrer« aufgefallen. In der 9. Klasse kam ich doch mal auf die Idee, meine Noten zu retten.

Mein Problem war, dass ich viel zu viele Fragen hatte, die Antworten aber zum Verständnis brauchte oder ich Theorien weiter entwickelte und die Bestätigung brauchte – und mich erst dann wieder auf die Sache konzentrieren konnte. Und ich musste lernen, dass keine Zauberei dahinter steckt.

Ich war selten so ausgeglichen und zufrieden wie nach meinen »Nachhilfestunden«. Endlich hatte ich etwas geleistet und kam voran. Der Student musste mich nur ab und an bremsen, zumal die Fragen Richtung Uni-Stoff gingen und ich ja erst mal die nächste Arbeit schaffen sollte. Es half in einer Arbeit auch wirklich, ich schaffte tatsächlich eine 2 – um mir dann vom Lehrer anhören zu müssen, dass das reines Glück war.

Mit dem Studenten hatte ich also noch alles in Grenzen gehalten und viel geübt. Leider musste er umziehen, die Lehrer in der Schule konnten mir Mathematik nach wie vor nicht richtig vermitteln, Fragen sollte man besser nicht stellen und dann noch meine Fehlzeiten.

Und außerdem macht es zu zweit viel mehr Spaß, also fand ich den nächsten Nachhilfelehrer. Ich hatte ungefähr vier Wochen Stoff in Physik und Mathematik verpasst. Nach zehn Minuten hat er mich gefragt, warum er überhaupt da ist. Ich habe einfach immer noch irgendwelche Haken gesucht. Wir haben bald weniger Mathematik gemacht, sondern mehr mein Selbstbewusstsein darin getrimmt. Und es hat irgendwie gut getan sich in Mathematik auszutoben. Ich rechne nicht stur x Aufgaben, das langweilt mich. Sobald ich weiß, wie etwas funktioniert, will ich darauf aufbauen oder zum nächsten.

Mathematik gehört für mich zu den Geisteswissenschaften und ist eine reine Spielerei, die aber die Welt erklären kann.

In Deutsch wurde es auch noch interessant. Ich hatte in meiner Schullaufbahn 16 Deutschlehrer (in einem Jahr vier verschiedene) und zwei davon wussten, was sie tun. Einen Monat lang hatten wir abwechselnd zwei Lehrer, die sich gegenseitig andauernd widersprochen haben und wir durften es ausbaden. (»Das kann nicht sein, dass Frau . . . das gesagt hat!« – »So primitiv würde Herr . . . doch nie schreiben!«). In der Schulaufgabe wusste wirklich keiner mehr, was man jetzt schreiben sollte . . .

Abgesehen von meiner Religionslehrerin habe ich mit keinen Lehrern mehr gestritten.

In der 7. Klasse hatte ich einen Lehrer, der wirklich alles übertroffen hat. Rechtschreibung war nicht seine Stärke, Grammatik ist auch so ’ne Sache und mit Sätzen, in denen 2 Nebensätze vorkamen, war er so überfordert, dass er sich einen Plan (!) an die Tafel zeichnen musste. Manchmal hat er wirklich einen völligen Stuss erzählt.


Beim ersten Mal dachte ich noch, dass er nur einen schlechten Tag hatte und wollte ihn durch vorsichtiges Nachfragen darauf hinweisen. Ich musste aber doch etwas direkter werden, konnte ja nicht wissen, dass er gleich austickt und mir einen ewigen Vortrag darüber hält, dass er der Lehrer ist und ich es erst selbst studieren und dann »richtig machen« soll. Immerhin hat er seinen Fehler doch zugegeben. Und mich seitdem ignoriert oder mir »schwierige« Fragen gestellt. (In Deutsch hatte ich nie Probleme mit dieser »Schwierigkeitssache«).

Man kann auch bei manchen Lehrern »zu gut« sein und deswegen eine schlechtere Note bekommen. Die Aufgabenstellung: ein Referat verfassen. Mein Thema: Nietzsche.

Das hatte ich mir selbst ausgesucht und es wurde auch erlaubt. Dann erklärt mir mein Lehrer doch ernsthaft, dass er mir wegen meiner Ausdrucksweise und meinem Niveau keine gute Note geben kann, weil das das Niveau der Kollegstufe sei und keiner in der Klasse verstanden hätte, wovon ich rede. Das war in der 9. Klasse. Ich war extrem irritiert und verwirrt.

Das alles hat mich auch extrem verunsichert. Erst in der 11. Klasse konnte mir ein Lehrer erklären, was jetzt das Fatale an meinen Aufsätzen war. Anscheinend bin ich zu sehr aus der Reihe gefallen, die Lehrer hatten nichts Vergleichbares und hatten deswegen Probleme mit der Benotung.

Zusätzlich habe ich auch oft nicht viel zur Benotung geboten. Ich schreibe ungern handschriftlich, spätestens nach drei Seiten bekomme ich schon fast ’nen Krampf in die Hand. Also fasse ich mich extrem kurz, neige allgemein zu langen verschachtelten Sätzen, und wenn ich sachlich/nüchtern schreiben soll, verwende ich eben Fremdwörter.

Mein Lehrer in der 11. meinte, ich solle für den letzten Idioten schreiben, und seitdem ich in der Schule, meiner Meinung nach, den größten Stuss abliefere, sind endlich alle glücklich. Irgendwas läuft bei mir doch falsch. Mir ist das im Nachhinein auch mit dem Referat klar, aber es hätte mir doch einfach früher jemand normal mitteilen sollen, dass ich mich anders verhalten und schreiben soll . . .

Ein Lehrer tobte auch mal, weil er mir ins Zeugnis eine 1 geben musste. Da fängt’s doch wirklich an. Sage ja, Dreier sind die besten Noten, da hat man seine Ruhe . . .

In Geschichte hatte ich vier Wochen und zwei Stegreifaufgaben verpasst. Er machte mir das Angebot, dass ich nicht in einer Woche das Halbjahr wiederholen musste (für eine Feststellungsprüfung), sondern in drei Tagen alle Präsidenten und deren Politik der USA von Truman bis heute beherrschen sollte. Das klang auch interessanter als nochmal das Halbjahr zu wiederholen.

Nur hat er mir gerade mal vier Fragen gestellt, für die ich nicht mal hätte lernen müssen. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie wurde ich leicht wütend. Ich habe dann andauernd versucht ihn in Diskussionen zu verwickeln und eben manchmal richtig gestellt. Die Folge war, dass er mich die nächsten Wochen völlig ignorierte. Lehrer sind schon leicht zu verunsichern. Und dann tobte er eben, wie es angehen könne, dass ich eine 1 bekomme, zumal ich nur selten anwesend war.

Den Zusammenhang zwischen Anwesenheit und Leistung werde ich nie verstehen.

Ich glaube, in unserem Schulsystem ist Widerspruch der Schüler nicht eingeplant, sonst würden nicht alle immer gleich so ausrasten. Selbst Religionslehrer vergessen da alle Nächstenliebe und brüllen erst mal zehn Minuten durch die Gegend. Gut, da war ich aber wirklich nicht gerade unschuldig. Meine Religionslehrerin versuchte mir andauernd einzureden, dass ich tief in meinem Inneren ja doch an die Bibel und Kirche glauben würde, bis mir herausrutschte, dass ich von Sekten nichts halte. Ich wollte es natürlich auch begründen, aber dazu kam ich überhaupt nicht. Sehr zur Freude meiner Mitschüler diskutierten wir die nächsten zwei Monate nur noch (weitgehend ohne Gebrüll), und zum Schluss hat sie mich doch toleriert. (Und ich bekam von anderen Kekse für meine interessante Unterrichtsgestaltung.)

Erst als ich zur 11. Klasse hin die Schule wechseln konnte, hatte ich richtige, normale Lehrer. Es war/ist ziemlich seltsam, auf einmal keine blöden Sprüche mehr zu hören und keine Machtkämpfe mehr führen zu müssen. Nach ein paar Wochen hatten die Lehrer meine Begabungen erkannt und akzeptiert. Nach ihnen hätte ich die 11. Klasse überspringen können, nur darf man das in Bayern laut Schulgesetz nicht.

Wenn ich in Abfragen nervös wurde, haben sie es auch gleich bemerkt und mich erst wieder beruhigt. Ich werde niemals eine mündliche Prüfung in Mathematik vergessen – immer wenn ich anfing, mich zu verhaspeln, bremste und beruhigte mich der Lehrer, und ich kam mit einer guten Note heraus.

Es gab nur manchmal Sprüche, wenn ich mich wirklich nicht angestrengt habe, nach dem Motto »Ach, jetzt komm schon!«, aber das ist ja wirklich in Ordnung.

Ich wurde aber nicht nur von Lehrern verunsichert, sondern meiner ganzen Umgebung. Dinge, die ich für normal hielt, hielten andere für völlig abnormal . . .

Erziehung zur Gerechtigkeit

Ich persönlich halte Gerechtigkeit für eine der Grundfesten des menschlichen Zusammenlebens, eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, daß Menschen sich wohlfühlen und ohne große Probleme miteinander auskommen können.

Weiterlesen: Erziehung zur Gerechtigkeit

Hochbegabung – Teil 2

Letztes Mal hatte ich die Reizüberflutungen nur kurz erwähnt, da ich da doch etwas ausführlicher werden muss. Es gibt wissenschaftliche Erklärungen, voll gespickt mit Fachbegriffen und Fremdwörtern . . . aber warum immer kompliziert, wenn es auch mit praktischen Beispielen einfach geht? Und zugegeben, ich bin in Biologie sowieso ’ne Null.

Weiterlesen: Hochbegabung – Teil 2

Haben Verlage eine moralische Verantwortung?

Diese Frage erhebt sich immer wieder, und momentan entzündet sie sich an dem Buch von OJ Simpson mit dem Titel »If I did it?« (»Was wäre, wenn ich es getan hätte?«)

Gemeint ist natürlich der Mord an seiner Frau und deren Liebhaber, für den OJ Simpson nach dem ersten Freispruch dann doch verurteilt wurde – zu 33 Mio Dollar Schadenersatz. An wen? An seine tote Frau? Lächerlich.

Weiterlesen: Haben Verlage eine moralische Verantwortung?

Weitere Artikel

  • 1
  • 2
  • 3

Suche