»Ich bin froh, daß ich keine Kinder habe«

In einem Bericht der Netzeitung las ich dies:

Die britische Schauspielerin Helen Mirren wehrt sich gegen die Behauptung, daß kinderlose Frauen unglücklich sind: Sie sei froh über ihre Freiheit, sagt die 62-Jährige.
Dame Helen Mirren, die jüngst als Hauptdarstellerin in »The Queen« Erfolge feierte, ist froh, daß sie nie Kinder bekommen hat. Die Annahme, daß kinderlose Frauen trauriger seien als solche mit Kindern, halte sie für »Mist«, zitiert sie der Onlinedienst »Imdb«.

»Ich bin froh, daß ich keine Kinder habe. Ich habe das, was ich liebe – Freiheit«, sagte die 62-jährige Schauspielerin. »Es ist komisch. Wenn du keine Kinder hast, kannst du dich mehr um den weiteren Familienkreis kümmern und andere die Kinder kriegen lassen. Als Frau wird immer erwartet, daß du traurig bist, wenn du keine Kinder hast, aber das ist Mist. Es hat immer Frauen gegeben, die keine Kinder bekommen haben.«

In Anbetracht der Tatsache, daß die Weltbevölkerung in den letzten Jahren enorm angewachsen ist, ist es da noch sinnvoll, Kinder zu bekommen? Kann die Erde diese Kinder dann überhaupt noch ernähren? fragt bereits ein Buch.

Solche Tatsachen vor Augen haltend scheint es beinah verantwortungslos, als Frau überhaupt noch Kinder zu bekommen. Und mir drängt sich stets die Frage auf, ob es nicht besser wäre, die Kinder zu adoptieren, die es bereits gibt (und die momentan ohne Eltern auskommen müssen), und dem Bevölkerungsanstieg ein Ende und den Waisen ein besseres Leben zu bereiten?

Die Entwicklung ist schon erschreckend:

Um das Jahr 1820 herum lebten eine Milliarde Menschen auf der Welt, im Jahr 1950 zweieinhalb Milliarden und im Jahr 2000 (nach UN-Berechnungen genau am 12. Oktober 1999) sechs Milliarden. (Quelle: Ökosystem Erde)

Heute sind es bereits mehr als 6,5 Milliarden. Den ständigen Anstieg kann man auf der »Weltbevölkerungsuhr« mitverfolgen. Jetzt gerade, in diesem Moment, sind es 6.971.544.352 Menschen, die die Uhr als auf unserem Planeten lebend anzeigt. Wenn ich den Artikel beendet habe, wird die Zahl noch weiter angestiegen sein, sie ändert sich jede Sekunde.
Das muß man sich einmal vorstellen: Seit 1950 – das ist noch nicht allzu lange her – hat sich die Erdbevölkerung fast verdreifacht. Wenn das so weitergeht, stehen wir bald alle wie Sardinen in der Dose Schulter an Schulter, Hüfte an Hüfte auf der Erdoberfläche und können uns nicht mehr bewegen.

Heißt es also nicht auch, der Zerstörung der Erde weiter Vorschub zu leisten durch das Zeugen von noch mehr Menschen?
Sicherlich, die Kinder, die in den Industrieländern geboren werden, sind die wenigsten. Die größte Bevölkerungsexplosion findet anderswo statt.

In den Ländern, in denen das Bevölkerungswachstum zuerst begann, ist es längst wieder vorbei, etwa in Amerika und Europa. Dagegen verdoppelte sich die Bevölkerungszahl seit 1950 in Asien, verdreifachte sich in Lateinamerika und vervierfachte sich fast in Afrika. (Quelle: Ökosystem Erde)

Wenn man dann noch bedenkt, daß beispielsweise in Afrika immer noch sehr viele Menschen an Hunger sterben, an Kriegen und an AIDS, auch an anderen schlechten Lebensbedingungen, kann man sich vorstellen, daß es, sobald diese Todesgefahren minimiert werden, was ja sehr zu wünschen ist, eine noch größere Bevölkerungsexplosion geben wird.

Die Menschheit wird, wenn nichts Unvorhergesehenes geschieht, bis zum Jahr 2050 auf etwa neun Milliarden Menschen anwachsen. (Quelle: Ökosystem Erde)

Ich gebe zu, das macht mir angst. Wenn ich nicht sehr, sehr alt werde, werde ich zwar wahrscheinlich im Jahre 2050 nicht mehr leben, aber wie wird es den Menschen ergehen, die dann leben . . . unseren Kindern?

Wenn ich heute ein Kind bekomme, wird dieses Kind dann 39 Jahre alt sein, und es wird mit der Situation, die dann herrscht, leben müssen. Es wird vielleicht um Wasser kämpfen müssen und um Nahrung, weil es davon zu wenig gibt. Es wird vielleicht ständig eine Gasmaske tragen müssen – wenn es sich die leisten kann –, weil die Umwelt so verseucht ist, daß man nicht mehr atmen kann. Vielleicht wird gute Luft rationiert, und man muß sie teuer kaufen.

Sicherlich, das sind apokalyptische Szenarien, die so nicht eintreten müssen, aber ganz von der Hand weisen kann man sie auch nicht, denn »die Dummheit der Menschen ist unendlich« – wie schon Albert Einstein sagte. Die Vernunft, das zu bewahren, was gut ist, und gegen das anzugehen, was schlecht ist oder schadet, haben nur wenige. Und oftmals nicht diejenigen, die über die Zukunft bestimmen.

Deshalb kann ich Helen Mirren in gewisser Weise nur zustimmen: Ich bin eigentlich froh, daß ich keine Kinder habe und deshalb nicht dafür verantwortlich bin, was mit ihnen in 50 Jahren geschieht.

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  • Ayla
  • Keine Kinderfreundin
  • Jule
  • Michaela
  • Ruth Gogoll
  • Nanni
  • ricky smith
  • Nanni

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    Ja, ich weiß dass sie das nicht umsonst gesagt haben. Sie habe ja Recht. Mein Papa kommt auch aus der DDR.

    Ja da gebe ich Ihnen auch vollkommen recht das Schulbildung die Grundlage für fast alles ist. Und da liegt ja der Hase begraben. Wo fällt der Unterschied mehr auf als an Schulen. Gerade dort fehlt die Aufmerksamkeit der Lehrer. Viele Kinder werde nicht richtig gefördert das stimmt. Und es wird m. E. zu schnell aufgegeben. Von vielen Seiten. Und schämen müssen sich da eine Menge.

    Mittwoch, 15. Juni 2011 18:57
  • Ruth Gogoll

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    Ich denke, der Staat zieht sich da zu sehr aus der Verantwortung. Ich habe nicht umsonst vorhin als Vorbild für die Schulbildung die DDR erwähnt. Jeder/Jede, die in der DDR zur Schule gegangen ist, wird mir den Unterschied zu heute bestätigen.

    Sicherlich ist es in einem totalitären Staat einfacher, die Leute zum Schulbesuch zu zwingen, als in einem demokratischen Staat, aber ich denke, es würde nicht schaden, Kinder zu zwingen, in die Schule zu gehen und die Schulen auch entsprechend mit Lehrern und Mitteln auszustatten. Eine gute Schulbildung ist m.E. die Grundlage für fast alles im Leben.

    Und wenn der Staat seine Kinder in dieser Hinsicht so im Stich läßt (diejenigen, die eben ohnehin schon von ihren Eltern im Stich gelassen werden, die anderen gehen ja zur Schule), sollte sich jeder Beamte dieses Staates, der dafür verantwortlich ist, angefangen von der Bundeskanzlerin (die ich immer noch bewundere für ihre Geduld, das hat damit nichts zu tun) bis hinunter zu jedem kleinen Beamten der Schulbehörde in Grund und Boden schämen, daß er nichts dagegen tut.

    Mittwoch, 15. Juni 2011 16:11
  • Nanni

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    Das ist klar, Mutter zu werden sagt nichts aus über das Muttersein. Ich kenne Mütter und Mütter. Die einen könnte ich persönlich bis nach Buxtehude schlagen und die anderen beneide ich um ihre Geduld.

    Ich bin aber dagegen wenn man sagt, Kinder aus Harz 4, oder Kinder aus Arbeiterklassen die nur „Hauptschule“ haben, aus denen könnte nichts werden. Böse. Nur weil sie das vorgelebt bekommen. Sicher spielt das eine Rolle. Es kann sein, ja, muss aber nicht. Und über den Menschen sagt es noch lange nichts aus. Aber die Vorurteile, die hier gesagt wurden, gehen immer auf die Kinder zurück.
    - Deine Mama ist Harz 4, du Arme. Dein Papa ist gar nicht dein Papa, ach doch so schlimm. Und deine Geschwister haben eine andere Hautfarbe wie du, blöd was. -
    So, wie fühlt sich da jetzt ein Kind. Was Kinder hören und miterleben hinterlässt eine Reaktion im Inneren. Kinder sind nicht blöd. Sie bekommen mehr mit als man denkt. Und da hat man die Pflicht als Erwachsener Verantwortung zu tragen. Ob es die eigenen oder nicht die eigenen Kinder sind ist egal. Man weiß nicht wie das Kind es verarbeitet, wenn es hört, aus dir wird eh nichts weil aus deiner Mama oder deinem Papa auch nichts geworden ist.

    Dann kommt es noch auf die Mitmenschen an die etwas in dem Kind sehen, ihm weiterhelfen. Ich kenne genug die es geschafft haben sich aus solchen Familien zu lösen, und das mit Erfolg.
    Natürlich gibt es auch Kinder denen man nicht helfen konnte, dass kommt vor, das stimmt. Leider.

    Ich finde es auch schlimm das junge Mädchen/Frauen die Beine breit machen können, aber dann nicht mit der Konsequenz leben können, wenn sie geschwängert wurden. Dann geht das Geheule los. Mensch, dann lasst die Beine zusammen.
    Es stimmt tatsächlich. Ob schlau ob dumm, wie es geht weiß irgendwie immer jeder.

    Mittwoch, 15. Juni 2011 15:33
  • Ayla

    Permalink

    Da gebe ich Ihnen absolut recht! Und das Traurige daran ist, das mit höchstgrösster Wahrscheinlichkeit diese Kinder, und die Kinder dieser Kinder, dasselbe wieder machen werden.... und so wird diese Spirale immer grösser. Doch wie stoppen? ZBsp. Bildung, doch meistens sind diese 'Kinder' nur sehr schwer für Bildung zu begeistern, weil schon die Eltern nicht mitmachen, usw. Aber bedeutet das denn wirklich, das Muttersein derart in den niedrigsten Topf zu werfen? Es gibt genug andere Frauen, die das nicht wollen und darunter leiden, dass sie als 'faul' betrachtet werden, weil sie 'nur' Kinder erziehen, 'nur' Haushalt, vielleicht 'nur' Haus und Garten, vielleicht 'nur' Betreuung und Pflege alter Menschen, sei das eigene Familie oder/und sonstige ehrenamtliche Arbeit.... alles Arbeit die weder Lohn, noch Bonus, noch Diplom, noch wirkliche Annerkennung, noch Karriere bringt, für die niemand bereit ist etwas zu bezahlen und ohne diese Arbeit das soziale Leben auseinander fallen würde und die als derart selbstverständlich betrachtet wird, dass die heutige Gesellschaft sie schon wieder fast 'verachtet' und als 'nichtstun' betrachtet. Vielleicht und vorallem aus schlechtem Gewissen, was weiss ich....
    Und das andere Problem, das Sie angeschnitten haben, betreffend der Überbevölkerung, betreffend der Einkindfamilie, wäre auch meine Idee gewesen. Leider hat aber China gezeigt, dass das auf die Dauer überhaupt nicht funktioniert hat und vorallem hat die männliche Bevölkerung überhand genommen. Etwas, das ich mit allen Mittel verhindern würde wollen ;)

    Mittwoch, 15. Juni 2011 14:51
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Mutter ist aber nicht gleich Mutter, das muß man noch einmal klarstellen, denke ich. Mutter sein allein – rein biologisch – ist kein Verdienst und kein Grund, Respekt einzufordern. Eine gute Mutter zu sein, das ist ein Grund, ja.

    Ich hatte einmal eine Nachbarin, die lebte vom Staat, war noch sehr jung und hatte bereits drei Kinder (mit Anfang zwanzig). Und als das jüngste älter wurde, meinte sie, jetzt müßte sie dann das nächste bekommen. Weshalb? Wegen des Kindergeldes. Je mehr Kinder man hat, um so mehr zahlt der Staat. Diese Frau hat weder ihre Wohnung noch auch nur ein Teil für ihre Kinder bezahlt. Gekümmert hat sie sich kaum um die Kinder, die Kinder waren jedes von einem anderen Mann, mit dem die Mutter teilweise nur eine oder ein paar Nächte verbracht hatte. Keine Familie, keine Geborgenheit für die Kinder, aber eine mehrfache Mutter. Sollte man dieser Mutter Respekt zollen?

    Keines dieser Kinder wird mehr als die Hauptschule besuchen, keines wird eine Berufsausbildung machen, wahrscheinlich werden sie genauso wie ihre Mutter ihr ganzes Leben lang vom Staat leben.

    Das muß nicht sein, finde ich, und das ist leider keine Ausnahme. Deshalb sollte man nicht grundsätzlich jede Mutter als gut betrachten, nur weil sie Mutter ist. Denn, ganz ehrlich, diese Frau, diese Nachbarin, die hat nicht mehr dazu getan, Mutter zu sein, als die Beine breitzumachen.

    Mittwoch, 15. Juni 2011 13:55
  • Nanni

    Permalink

    So, ich kann auch nicht gerade behaupten dass ich ein Kinderfreund bin, aber die Kinder beweisen mir irgendwie immer das Gegenteil. Ich glaube auch das die Schwangerschaft dafür da ist um sich auf das Kind vorzubereiten und sich darauf zu freuen. Biologischer Vorgang. Faszinierend!
    Ich wollte eigentlich nichts mehr als eine Familie. Ich hätte gerne erlebt schwanger zu sein, hätte gerne ein kleines Wesen auf die Welt gebracht.
    Tja, im Leben läuft es halt immer anders. Und ob Karriere oder Kinder wichtig für einen sind, dass darf zum Glück jeder für sich entscheiden. :)

    Und wer sich darauf verlässt, dass andere einem die Rente zahlen, ist selbst Schuld. Wir reden hier über Kinder die man will oder nicht. Aber wenn mit dem Wort Kinder gleich das Wort Rente fällt ist doch sowieso schon wieder alles gesagt.
    Was kann ich für die Sünden meiner Vorfahren. Oder warum sollen die Jungen für unsere Sünden geradestehen. Jeder macht sich sein Bett wie er es braucht. Und jeder lebt dieses Leben nur einmal.

    Meine Frau und ich haben uns langsam damit abgefunden das wir keine Kinder haben werden. Wir sind in dem Monat 10 Jahre zusammen, wenn wir gesund bleiben bis zum Rest unseres Lebens, sei der kurz oder hoffentlich auch noch 40 Jahre, dann bin ich der dankbarste Mensch. Mehr will ich gar nicht. Das keine Kinder in meinem Leben vorkommen sollen ist halt mal so. Ich bin darüber weder glücklich noch traurig. Außerdem wurde mir mit 9 Jahren ein Baby aufgedrückt, ich habe also eine gewisse Erfahrung sammeln können. Und aus dem Baby ist ein toller junger Mann geworden. 8)

    Mittwoch, 15. Juni 2011 13:46
  • Ayla

    Permalink

    Schon als Mädchen verspürte ich nie den Wunsch, einmal selber Kinder zu haben und das ist bis heute so geblieben. Und jetzt bin ich in einem Alter, wo man keine Kinder mehr bekommen sollte oder kann, je nach dem und auch jetzt stimmts für mich. Ich habe genug Nichten und Neffen, mit denen ich mich abgeben kann und auch tue.
    Deine Einstellung, keine Kinderfreundin, stimmt mich halt schon sehr bedenklich. Mag sein, dass Kinderkriegen und aufziehen nicht zu vergleichen ist mit einer beruflichen Karriere. Betrachtest Du die Sachen aber irgendwann näher, solltest auch Du erkennen, dass weder eine Schwangerschaft, noch Geburt, noch Kinder zu toleranten, freundlichen, verantwortungsbewussten Erwachsenen zu erziehen nicht nichts ist, sondern eigentlich ein Volltimejob, der viel fordert. Es täte uns Menschen gut, den Müttern wieder etwas mehr Achtung und Respekt entgegen zu bringen, damit sie nicht permanent unter dem Druck stehen, nebst Kindererziehung arbeiten zu müssen (und ich rede hier jetzt nicht von der finanziellen Notwendigkeit). Weil, was aus dieser halbpatzigen Kindererziehung mit Hilfe von PC, TV, Geld und mangelhafter Zuwendung, Zeit, usw. passiert, sehen wir ja immer mehr und es ist erschreckend.
    Selbst Du, keine Kinderfreundin, bist auf tolerante, verantwortungsbewusste, interessierte Mitarbeiter angewiesen, denn ohne diese, gibt's auch für Dich keine Karriere. Und die Anlagen für solche Mitarbeiter werden nun mal in der Kindheit und in der Erziehung gelegt.
    Es erstaunt mich deshalb nicht, dass die Mütter in Deiner Umgebung so reagieren, wie Du hier beschreibst. Vielleicht solltest Du Deine Einstellung, auch ganz Allgemein, einmal überdenken?

    Mittwoch, 15. Juni 2011 12:00
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich muß ehrlich sagen, ich mochte Kinder immer gern, mag sie heute noch – wenn sie sich benehmen. Kinder, die nur herumschreien und jedes Spielzeug, das man ihnen in die Hand drückt, sofort zerstören, mag ich nicht.

    Aber zu dem Thema, daß wir Kinder in Deutschland brauchen, würde ich sagen: Nein. Wir haben genug. Wir brauchen nicht mehr Kinder, sondern wir brauchen mehr gut ausgebildete Leute, die dann auch Verantwortung übernehmen und qualifizierte Arbeit leisten.

    Wer meine Rente zahlt, das weiß ich. Das bin ich selbst. Dafür sollte sich niemand auf die nächste oder übernächste Generation verlassen. Denn man weiß schließlich nie, was kommt. Der »Pillenknick« war das beste Beispiel. Als das jetzige Rentensystem von Adenauer erfunden wurde, konnte er sich nicht vorstellen, alter Mann, der er war, daß Frauen irgendwann einmal – und zwar schon in sehr naher Zukunft – selbst würden entscheiden können, ob sie Kinder bekommen oder nicht ... und daß diese Entscheidung in den meisten Fällen gegen Kinder ausfallen würde.

    Daher heute die Misere mit der Rente in Deutschland. In anderen Ländern gab es das noch nie, da mußte immer jeder selbst für sich sorgen, oder Renten werden – wie in den skandinavischen Staaten – aus der Mehrwertsteuer bezahlt, die der Staat einnimmt und die weniger anfällig für Pillenknicks ist. ;)

    Auch in Deutschland könnte man das System dementsprechend umstellen, und dann wären die Renten tatsächlich gesichert, solange es Leute gibt, die in den Geschäften einkaufen, egal, wer das ist.

    Auf jeden Fall sollte man nicht den zum Teil noch ungeborenen Kindern die Verantwortung für die Alten aufbürden, das finde ich sehr ungerecht. Unser Schulsystem sollte besser gestaltet werden – beispielsweise so, wie es früher in der DDR war –, der Hauptteil des Geldes sollte nicht in Arbeitslosenunterstützung und Renten fließen, sondern in die Ausbildung der jungen Leute. Und zwar ganz egal, ob sie Deutsche sind oder nicht.

    Viele finden keinen Ausbildungsplatz, wenn sie dann die Schule verlassen. Das wäre wohl kaum der Fall, wenn wir zu wenige Kinder hätten oder die Ausbildung in den Schulen besser wäre.

    Zur Zeit der sogenannten »Vollbeschäftigung« in den 60er Jahren und teilweise noch in den 70ern konnte sich jeder Arbeitnehmer eine Stelle aus zehn oder hundert Angeboten auswählen. Das ist heute wohl kaum mehr so.

    Das Problem liegt also woanders, nicht in der Zahl der Kinder. Davon haben wir wirklich genug auf der ganzen Welt. Man muß das mal global betrachten. Man sollte vielmehr dafür sorgen, daß überall weniger Kinder geboren werden, damit die Welt nicht unter der Last der vielen Menschen zusammenbricht.

    Großartig wäre es, wenn jede Frau auf der ganzen Welt im Durchschnitt nur ein Kind hätte. Das bedeutet, die Frauen, die keine Kinder bekommen, geben dann den Frauen, die unbedingt Kinder wollen, die Chance, mehr als ein Kind zu haben, denn für jede Frau, die keine Kinder bekommt, darf eine andere, die gern noch mehr hätte, eins mehr bekommen. Das würde alle zufriedenstellen und die Weltbevölkerung reduzieren. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

    Mittwoch, 15. Juni 2011 11:34
  • Keine Kinderfreundin

    Permalink

    Wenn man als Frau offen sagt, dass man keine Kinder will, wird man doch oft genug gleich entsprechend angefeindet. Übrigens sogar, bzw. überwiegend von anderen Frauen (meist denen, die drei oder mehr Kinder haben). Ich verstehe das nicht. Als wäre es eine Leistung, Kinder zu bekommen. Sie zu erziehen, ja, das ist sicher eine Leistung. Aber sich fortpflanzen kann theoretisch jede Frau im fruchtbaren Alter, ganz egal, ob sie intelligent ist, Geld hat oder sonstige Qualifikationen aufweist.

    Bei mir war noch nie ein Kinderwunsch da, ich könnte es mir nicht vorstellen, will mich auf Beruf und Karriere konzentrieren. Ich weiß nicht, ob es Neid ist oder irgendeine verquere Weltsicht, aber wenn man bei solchen Fragen ehrlich antwortet, sind die Mehrfachmütter (meist jene ohne beruflichen Erfolg) sofort dabei, kräftig zu lästern und zu betonen, wie stolz sie darauf sind, Kinder zu haben. Nur ist das für mich keine Leistung, die ich anerkennen kann. Oder die ich verstehe. Das war ein biologischer Prozess, mehr nicht. Und darauf stolz sein?

    Mittwoch, 15. Juni 2011 10:02
  • Jule

    Permalink

    Wir haben lange und heftig über das Thema Kinder diskutiert, und uns letztendlich - wir sind beide um die Vierzig - dagegen entschieden. Wir haben vier Nichten und jede Menge Nachbarskinder die uns heiß und innig lieben. Da kommt jetzt die Freiheit ins Spiel, man kann sie nach gewisser Zeit wieder abgeben, hört sich fies an, ist aber so. Sind wir doch alle mal ehrlich, der Anstieg der Weltbevölkerung mag beängstigend sein, aber in Deutschland brauchen wir Nachwuchs - und zwar händeringend - oder wer zahlt irgendwann mal unsere Renten??? Und warum wird es "uns" dann in jeder Hinsicht so schwer gemacht??? Das halte ich mal für diskussionswürdig...

    Mittwoch, 15. Juni 2011 4:45
  • Nanni

    Permalink

    Nein. Es müssen nicht mal die eigenen Kinder sein. Man wächst ja mit ihnen oder sie mit uns auf. Das macht es aus. Man lernt sich über die Jahre kennen wie man keinen anderen kennenlernt. Ob eigene oder fremde Kinder ist doch da dann egal.
    Wie sagt man so schön. Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr!

    Und ich würde aus jedem Land ein Kind nehmen wenn das alles nicht so schwer wäre. Mein Name ist leider nicht Angelina Jolie, die aus jedem Land eins mitbringt. 8)

    Ja. Ich würde auch alles aufgeben nur damit meine Frau glücklich ist. Kein Geld könnte das verhindern. So muss es sein. ;)

    Mittwoch, 15. Juni 2011 0:25
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich denke, man richtet sich sein Leben genauso ein, wie man das möchte, mit oder ohne Kinder. Ich hätte nicht gewußt, wo in meinem Leben ich die Zeit für Kinder hätte hernehmen sollen, eventuell sogar noch für mehrere. Aber wenn man sich diese Zeit nimmt und dafür eben andere Dinge läßt – warum nicht? Ich weiß nicht, wie man das macht: jedes Jahr ein, zwei, drei, vier Bücher schreiben und dabei noch Kinder bekommen und erziehen, aber es gibt ja auch Mütter, die das auf die Reihe kriegen. Was ich immer wieder bewundere.

    Was mich allerdings ein bißchen stört, ist eben diese Fixierung auf leibliche Kinder. „Dann lebt etwas von mir weiter“ bedeutet doch, das Kind muß ein leibliches Kind sein. Und in den Waisenhäusern sitzen haufenweise Kinder, die keine Eltern haben, die sich um sie kümmern. Aber man bekommt lieber ein leibliches Kind als einem dieser armen Würmchen ein Zuhause zu geben. Das finde ich schade.
    Irgendwie denke ich, es sollte so eine Regelung geben, daß man zu jedem Kind, das man selbst bekommt, auch noch ein Kind adoptieren muß. Dann wäre die Welt gerechter und besser.

    Allerdings muß ich auch sagen, wenn ich nur mein Unternehmen hätte und meine Bücher – und meine Frau nicht ... das würde ich sehr bereuen. Wir sind jetzt 14 Jahre zusammen, und ich hoffe, es werden 40 und mehr. Wenn ich wählen müßte, wüßte ich genau, wofür – beziehungsweise für wen – ich mich entscheiden würde. :)

    Mittwoch, 15. Juni 2011 0:06
  • Michaela

    Permalink

    Ich kann die Aussage von Helen Mirren nachvollziehen...was sollte sie auch anderes sagen? Sie kennt ihr Leben ja nicht anders und ist eben mit genau diesem zufrieden.

    Ich persönlich könnte Mur ein Leben ohne meine Kinder nicht vorstellen und will es mir auch gar nicht vorstellen. Ich habe mich vor 15 Jahren bewusst entschieden, dass ich Kinder will. Vor 13 Jahren klappte es dann auch sofort im Doppelpack...natürlich sind Kinder manchmal anstrengend, nervig und bedeuten Stress...aber ich habe nicht eine Sekunde in meinem Leben bereut mich dafür entschieden zu haben.

    Das erste Lächeln, das erste Mama, die ersten Schritte und und und sind Dinge, die mit nichts auf der Welt vergleichbar sind (zumindest für mich als Mutter). Kinder bedeuten aber nicht zwangsläufig das man aufhört zu leben...das ist Quatsch...ich habe 3 Kinder, 1 Job morgens von 8.00-13.00 Uhr, gehe mittags noch ab und an arbeiten, kümmere mich um die Kinder und deren Belange, mache ehrenamtlich was für den Kindergarten, habe einen Haushalt mit allem was dazu gehört und trotzdem noch genug Zeit für Dinge die mir Spaß machen. Es ist oft alles nur eine Frage der Organisation.

    Ich respektiere aber durchaus die Frauen die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, aus welchen Gründen auch immer.

    Wenn ich schon lange nicht mehr lebe, so lebt ein Teil von mir in meinen Kindern und deren Kindern weiter...

    Bestätigung im Beruf zu bekommen ist schon eine tolle Sache, aber für mich ist ein Danke oder Mama ich hab dich lieb oder auch nur ein Strahlen im Gesicht meiner Kinder die größte Bestätigung alles richtig gemacht zu haben!

    Was will Frau mehr...

    Und wenn man dann auch noch die richtige Partnerin an seiner Seite hat...einfach nur perfekt!

    Dienstag, 14. Juni 2011 23:42
  • Nanni

    Permalink

    Ja das stimmt! Man kann ein Unternehmen hinterlassen. Aber wem hinterlässt man denn sein Unternehmen? Fremden? (Ihre Frau wird auch nicht ewig leben, stell ich jetzt mal so in den Raum) Man kann auch seine Millionen seinen Tieren hinterlassen. Würde ich aber ein wenig abstrakt finden. ;)

    Natürlich hinterlassen sie ihre Bücher. 8) Aber können ihre Bücher etwas über Sie erzählen? (Ja können sie, aber das meine ich jetzt nicht)
    Sagen wir mal...na ich weiß nicht...in zig Jahren wenn Sie schon wieder als Atom durchs Weltall schießen, mag man Ihre Geschichten, Bücher, Zitate, ach ich weiß ja nicht was es alles so schriftliches von Ihnen gibt, noch kennen. Man wird sie lesen und ganz arg toll super finden. So wie heute auch! (So, jetzt bin ich ausgerutscht.) Aber wer kann dann noch sagen wie es war als Sie gelacht haben, gekämpft, geweint oder vielleicht eine Eigenart die sie während dem Schreiben vollführt haben. Keine Ahnung was, vielleicht so etwas wie, dreimal um dem Rechner rennen oder im rosa Tutu Pirouetten drehen. Etwas was ihre Persönlichkeit ausmacht. So etwas kann man eben nur Kindern mitgeben. Da langt auch schon eins. ;) Das wollte ich damit sagen. Materielle Dinge sind egal. Ich bin mit nichts gekommen und gehe auch mit nichts. 8)

    Dienstag, 14. Juni 2011 15:29
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich denke immer, meine Bücher werden mich überleben. So viele Kinder hätte ich gar nicht haben können, die sich später dann an mich erinnern. 8) Es ist richtig, man möchte etwas haben, das bleibt, wenn man tot ist. Aber das müssen nicht unbedingt Kinder sein, das kann auch ein Unternehmen sein, das man gegründet hat.

    Dienstag, 14. Juni 2011 0:19
  • Nanni

    Permalink

    Ich finde es schade und traurig, weil, man hat niemanden dem man etwas hinterlassen oder vermachen kann. Wenn ich sterbe bin ich ausgestorben. Von mir bleibt nichts übrig. Als hätte ich nie gelebt. Und sollte ich trotz der Klimaumstände ;) alt werden, dann habe ich niemanden der sich aufrichtig um mich sorgt oder mich besuchen kommt. Da wird nichts sein. Keine Kinder, keine Enkel, kein Schwiegersohn oder Schwiegertochter. Nichts. :(
    Natürlich ist es schön auch ohne Kinder. Man kann Sachen machen die mit Kindern unmöglich wären. In der heutigen Zeit sollte man es sich echt dreimal überlegen ob man Kinder möchte. Ich rede von den gewollten, nicht von Kindern die von Kindern sind. Von gewollt kann da nicht unbedingt die Rede sein. Wenn man Kinder hat, sollten sie auch im Mittelpunkt stehen. Sie sind das wertvollste auf der Welt und das Verletzbarste auf der Welt. Kinder bedeuten Verantwortung, und damit sind viele überfordert. Leider.

    Dienstag, 14. Juni 2011 0:06
  • ricky smith

    Permalink

    Liebe Frau Gogoll,

    ich bin auch sehr froh darüber, dass Sie keine Mutter geworden sind, denn dann hätten Sie wahrscheinlich gar nicht die Zeit gehabt, uns mit so vielen guten Geschichten zu beglücken. Und das wäre wirklich ein herber Verlust für uns Leserinnen gewesen. Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten jetzt fünf kleine Quälgeister ( welche natürlich im Grunde auch ganz süß sind, Kinder sind ja schon irgendwie putzig, zumindest solange wie sie klein sind) am Rockzipfel hängen, das Wort: Freiheit, könnten Sie dann wahrscheinlich nicht einmal buchstabieren. Dieses Stückchen Freiheit nehmen wir Lesben uns einfach, um auch mal "Nein!" sagen zu können, auch im Gedenken an die vielen Frauen vor unserer Zeit und in unserer Mitte, die diese Wahl nie hatten und haben. Es macht einfach Sinn, dass nicht jede Frau ein Kind bekommt, wo wäre unsere arme Erde, wenn wir alle Kinder wollten?
    Wenn Sie es genau betrachten haben Sie ja ein Kind, den Elles-Verlag. Er ist jetzt 15 Jahre, also mitten in der Pubertät und ich hoffe, wir erleben auch noch das Erwachsenwerden.
    Für die ganzen Jahre möchte ich Ihnen auch einmal herzlich danken, liebe Frau Gogoll, denn Sie haben die Lesbenfamilie damit so bereichert, dafür gebührt Ihnen meine Treue zu Ihrem Verlag und mein Respekt vor Ihrer Leistung.
    Liebe Grüße

    Montag, 13. Juni 2011 21:32

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