Die Frauen in den 80ern (4 - Tamara Danz)

»Tamara Danz? Nie gehört«, denken sicherlich jetzt einige. Aber sie gehört definitiv in diese Reihe aufgenommen.

Richtig bekanntgeworden ist sie als Sängerin der Rockbank Silly, die in der DDR große Erfolge feierte. Gute Musik und regimekritische Texte waren das Erfolgsrezept der Band. Tamara Danz wurde in den 80er Jahren viermal zur »Besten Rocksängerin des Jahres« gewählt. Ende der 80er Jahre wirkte sie aktiv bei den Reformern der DDR mit.

Leider starb Tamara Danz bereits 1996 an  Brustkrebs.

Für alle diejenigen, die Silly nicht kennen, hier mal drei Beispiele richtig toller deutscher Rockmusik (und für die anderen ein Stück Erinnerung an alte Zeiten . . .)

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  • Marischka
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  • ricky smith

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    Stimmt, da hast du natürlich Recht. Das war jetzt engstirnig von mir, genauso wie der Gedanke ( damals), dass es im Osten wohl keine Frauen gibt, die sich zu Frauen hingezogen fühlen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Es ist doch immer wieder schön, wenn man seinen Horizont erweitern kann. 8)

    Dienstag, 31. Mai 2011 1:28
  • Marischka

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    Wenn schon, dann ja wohl die ostdeutschen Frauen. ;D Für die Männer standen die Frauen ja sowieso nie zur Verfügung. 8)

    Dienstag, 31. Mai 2011 0:51
  • ricky smith

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    Liebe Frauen, da sieht man mal wieder, dass die Liebe solche engstirnigen Denkmuster gar nicht beachtet.
    Jetzt wird mir auch klar, wo die ganzen Ost-Frauen hin sind. Wir sind alle rüber in den Westen gemacht um uns ´ne Wessi- Frau zu schnappen, die armen ostdeutschen Männer, die jetzt keine mehr abbekommen. ;)

    Dienstag, 31. Mai 2011 0:35
  • Jutta

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    Liebe Simone,

    dieses Ossi/Wessi-Gequatsche mag ich auch überhaupt nicht - so wie ich überhaupt keine Schubladen mag. Es sollte immer der Mensch gesehen werden, ohne gleich "zu wissen", wie derjenige ist bzw. nach den Vorstellungen einiger zu sein hat.
    Es gibt nette Ossis genauso wie auch nicht so nette - und das gleiche bei den Wessis. Und - um in einer uns nicht ganz unwichtigen "Kategorie" zu bleiben - es soll sogar auch nette Heteros geben - hab ich gehört ... :D

    Liebe Grüße, Jutta

    Montag, 30. Mai 2011 15:02
  • Ruth Gogoll

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    Wenn ich mir so anschaue, in wie vielen (=wenigen) Buchläden lesbische Bücher stehen, dann ist es wohl egal, woher die Ware kommt, es kommt nur darauf an, daß sie im Laden aufgenommen wird, und eine Kategorie wie „Ostrock“ gab es damals in Plattenläden definitiv nicht. Ich denke, egal, ob das ein westliches Label war, viele Läden haben die Platte einfach nicht ins Programm genommen, weil sie der Meinung waren, im Westen kennt die niemand und kauft die niemand. Was ja auch zum großen Teil stimmte.

    Ich habe mich nach der Wende auch sehr gewundert, was es alles Tolles in der DDR gab – praktisch alles davon ist ja leider nach der Wende verschwunden – und was wir alles nicht wußten. Ebenso wie es in Dresden das „Tal der Ahnungslosen“ gab, hatten wir in Köln beispielsweise auch noch nie eine Sendung des Ostfernsehens gesehen. Der <i>Schwarze Kanal</i> war uns völlig unbekannt (obwohl es interessant gewesen wäre, diese Tiraden von Karl-Eduard von Schnitzler mitzubekommen). Und ich war sehr überrascht, als irgendwann mal ein paar Folgen von <i>Polizeiruf 110</i> im Fernsehen liefen (noch vor der Wende), wie gut die waren, besser als viele Krimis im Westen. Und das mit den beschränkten Mitteln, die die Filmleute im Osten hatten, die mußten ja jeden Meter Film beantragen und einsparen.

    Aber wie meine Oma immer sagte: „Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht.“ (Auf ostpreußisch hat sie das gesagt, aber ich schreibe es mal auf hochdeutsch hin, weil nämlich hier wahrscheinlich niemand, egal ob Ost oder West, ostpreußisch versteht. ;))

    Und mit diesem Wessi-/Ossigerede hatte ich natürlich auch zu tun, als ich meine Frau kennenlernte und mit ihr zum ersten Mal zu ihren Eltern in die ehemalige DDR fuhr. Da haben sich auch alle gewundert, daß ich „ja gar nicht so bin“. So ist es eben.

    Montag, 30. Mai 2011 11:51
  • Jutta

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    Tja, wir waren halt von der DDR "umzingelt" 8) Eine weitere Frage war, wie wir so eingemauert leben konnten. Abgesehen davon, daß wir West-Berliner ja jederzeit raus konnten (nach Ost-Berlin oder in die DDR nur mit vorher beantragten Visum) war unsere Stadt auch damals schon groß genug, daß wir nicht ständig gegen die Mauer rannten, sondern sie manchmal wochenlang gar nicht gesehen haben - außer die Wohnung lag in Mauernähe.

    Übrigens war die Silly-Platte von einer großen West-Deutschen Plattenfirma, nicht von einerm Berliner Label :D

    Montag, 30. Mai 2011 3:04
  • Simone

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    Ich hab nie verstanden, warum einige (nicht wenige!) West-Deutsche so gar nichts über die DDR wussten.

    Liebe Jutta,
    könnte ja durchaus sein, da die wenigsten Westdeutschen einen Bezug zur DDR hatten, geschweige dort einfach mal ihren Urlaub verbringen wollten. Was oder woher sollten sie etwas über die DDR erfahren? Wurde doch alles zensiert.
    Ich war früher öffters in der DDR, hab mich interessiert und mich genau umgesehen/-gehört. Da hatte man einen Haufen Kohle in der Hand, die man täglich ausgeben sollte (ich glaube pro Tag waren das 25 Mark und das läppert sich wenn man 2 Wochen dort ist), geht in das Kaufhaus und steht wie pik sieben vor Schallplatten, deren Namen noch nie gehört hatte und die gleich 50 Mark kosteten!

    Auch höre ich nach wie vor SWR3 (früher SWF3) und noch nie hab ich je ein Lied aus der DDR gehört. Eines hatte sie mal vor 2-3 Jahren vorgestellt, aber das wars dann auch wieder.

    Wenn ich aus meinem Urlaub zurückkam, hat mich keiner gefragt, wie ist es da "drüben" eigentlich. Da muß ich Dir unbesehen Recht geben.

    Was ich jetzt eher sehr störend empfinde, ist das blöde Ossi/Wessigequatsche! Das kriege ich sehr sehr oft in meinem Lädchen mit (..ist im östlichem Teil Berlins) und ich bin gebürtige Badenerin. Es gibt so einige, die sich zu gerne bei mir über die "Wessis" auslassen....bis ich sie abbremse! Wenn ich dann sage, woher ich komme; "na ja...sind ja nicht alle so"! ...na tolle Wurst! Ist genauso als wenn sich die Badener über die Schwaben aufregen und umgekehrt, welches ich ebenso noch nie verstanden habe.

    Meine Freundin (ostdeutsche) und ich sehen uns zB unheimlich gerne im Fernsehen die Retrosendungen über die DDR an und schwelgen gemeinsam in Erinnerungen. Angefangen von der DDR-Schokolade bis zum Sprit, von den Plastik-Gockel als Eierbecher (ich hatte auch welche:-)) bis zur Musik wo ich dann in einer dieser Sendungen dann auch das erste mal von Tamara Danz hörte....uff...wieder beim Thema ;-)
    Und ja, sie war wirklich beeindruckend und ich habe mich nur noch rumgewundert, daß wir Westdeutschen so etwas nie mitbekommen haben!!!!

    Lieben Gruß

    Montag, 30. Mai 2011 2:39
  • Ruth Gogoll

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    Ja, das ist genau der Punkt. In West-Berlin, also mitten in der DDR, war man den Dingen näher. In Köln oder am Bodensee, wo ich damals war, war Berlin, egal ob West oder Ost, so weit entfernt wie der Mond. 8) Als ich das erste Mal nach Ost-Berlin kam, war ich sehr überrascht, wie anders es da aussah als im Westen. Wenn man keine Verwandten in der DDR hatte – und ich hatte keine –, wie sollte man dann irgend etwas von dort erfahren? Und Platten von Silly habe ich in Köln nie gesehen. Das war höchstens eine Berliner Besonderheit.

    Es wundert mich nicht, daß Leute gefragt haben, ob man aus West- oder Ost-Berlin ist. Ich hätte das glatt auch fragen können. Für uns war das alles sehr, sehr weit entfernt und sehr unbekannt. Als ich ein Kind war, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, daß die Leute die DDR nicht verlassen dürfen. Ich konnte es mir einfach nicht erklären, wie so etwas sein konnte. Wir fuhren einfach so nach Holland, in die Schweiz, nach Italien oder Spanien oder Jugoslawien, es war uns einfach selbstverständlich, daß man jede Grenze einfach so überqueren konnte. Es kommt eben immer darauf an, wie man aufgewachsen ist.

    Montag, 30. Mai 2011 1:47
  • Jutta

    Permalink

    Hallo,

    ich wundere mich immer wieder, warum viele Wessis vor der Wende die DDR und z. B. die Künstler nicht wahrgenommen haben. Ich hab 1980 eine im Westen erschienen Platte (Silly -Ohne Titel - Ariola) gekauft und war ab dann großer Fan. Später hab ich auch noch bei einem Besuch in Ost-Berlin eine Platte von der DDR-Firma Amiga gekauft.

    Vielleicht hängt es damit zusammen, daß wir in West-Berlin einfach eine größere (auch räumliche) Nahe hatten. Ich bin in den 80'er-Jahren von Wessis (das waren damals für uns nur die Westdeutschen, wir waren einfach BerlinerInnen) gefragt worden - wenn ich im Ruhrgebiet ;D oder im Urlaub (auch) im Ausland war - ob ich aus West- oder Ost-Berlin komme ???? Und musste dann erklären, daß die Ost-Berliner ja wohl kaum raus durften.

    Ich hab nie verstanden, warum einige (nicht wenige!) West-Deutsche so gar nichts über die DDR wussten.

    Tamara Danz hatte eine wahnsinnige Stimme, mit den neuen Silly kann ich nicht so viel anfangen.

    Liebe Grüße an alle, Jutta

    Montag, 30. Mai 2011 1:36
  • ricky smith

    Permalink

    Na, dann einen ganz lieben Gruß an Ihre Frau, sie hat Geschmack, dass muss ich ihr lassen. ;D

    Sonntag, 29. Mai 2011 19:57
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Da muß ich doch noch mal ganz laut darauf hinweisen, daß es meine Frau war, die den Artikel über Tamara Danz geschrieben hat, nicht ich. ;) Meine Frau ist in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen, und deshalb war ihr Silly ein Begriff. Da ich im Westen aufgewachsen bin, kannte ich die Gruppe bis zur Wende nicht.

    Sonntag, 29. Mai 2011 19:41
  • ricky smith

    Permalink

    Liebe Frau Gogoll, vielen Dank, dass Sie nicht vergessen haben, diese wunderbare Sängerin zu erwähnen. Silly ist wirklich ein gutes Beispiel für tiefgründige, deutsche Musik. "Über ihr taute das Eis" , der Text haut mich um, nichts für lauschige Sommerabende, aber die gibt es ja auch nicht immer. "Instandbesetzt" natürlich auch eines meiner Lieblingslieder. Klasse Musikgruppe, die man nicht vergessen sollte.

    Sonntag, 29. Mai 2011 19:27
  • Kristin aus N. am T.

    Permalink

    Es ist ja so lieb von Ihnen, Frau Küchler und Frau Gogoll, dass Sie auch an uns Osis denken. ;-)

    Silly mit Tamara war der Hammer!

    Texte und Musik spiegelten den Geist der Zeit so treffend wider. Die Band war kritisch im Rahmen des Möglichen und dabei – oder besser gerade deswegen – sehr kreativ. „Mont Klamott“, „Verlorne Kinder“ oder „Batallion d‘amour“ sind wohl ihre bekanntesten Lieder. Die Hintergründigkeit der Texte erschloss sich nicht beim ersten Mal hören.

    Aber unabhängig von ihrer „Staatsfremde“ hat die Band mein kleines Herz berührt. Ich glaubte Tamara jedes Wort, das sie auf ihre spezielle „danzische“ Art sang. Sie war ein Star und doch eine von uns. Absolut authentisch.

    „Instandbesetzt“ bringt mich heute noch zum Schniefen. Und kaum zu ertragen ist „Asyl im Paradies“, wenn man daran denkt, dass Tamara beim Schreiben des Songs bereits wußte, dass sie sterben wird.

    Ich bin froh, dass sich die Band nach 14 Jahren entschlossen hat, auch ohne Tamara weiterzumachen, denn die Jungs haben was drauf – soweit ich das als musikalischer Laie beurteilen kann. Mir gefällt, was „Silly neu“ so macht. Anna Loos macht ihre Sache richtig gut. Sie ist nicht Tamara. Sie versucht zum Glück auch nicht, sie zu sein.

    Konzerte mit Silly sind ein Gedenken an Tamara und gleichzeitig ein Aufbruch zu Neuem. Und ganz nebenbei ist Anna Loos nicht nur ein Ohren- sondern auch ein Augenschmaus ;-) Auch wenn Silly zum NEIN-Sagen auffordert, gibt´s von mir für Silly ein dickes JA!

    Kristin aus N. am T.

    Donnerstag, 26. Mai 2011 14:57
  • Nanni

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    Die Besten sterben immer zu früh! Das war noch nie anders.

    Donnerstag, 26. Mai 2011 14:16
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Es ist schade, daß solche großartigen Leute dann oft zu früh sterben müssen. Ich habe Tamara Danz bewußt erst wahrgenommen, als sie schon tot war. Aber sie gehört definitiv in diese Reihe, das ist wahr.

    Donnerstag, 26. Mai 2011 13:25

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