Ein Lied für die Homo-Ehe aus Neuseeland

Schon beim Grand Prix d′Eurovision de la Chanson – auf Englisch langweilig Eurovision Song Contest genannt – gab es einen schönen Beitrag der finnischen Teilnehmerinnen: „Marry me“. Und zum Schluss küssten sich dann zwei der Frauen auf der Bühne mit Hochzeitskleid und allem. Leider landete das Lied ziemlich weit hinten, was wohl vor allen Dingen den rückwärts gerichteten Kräften in den verschiedenen europäischen Ländern zuzuschreiben ist.

Wie man zur Zeit in Frankreich sieht, ist das nicht nur in den europäischen Oststaaten so, wo man das erwarten würde. Da ich schon lange in Frankreich lebe, bin ich sehr enttäuscht von den Franzosen, die jetzt gegen die Homo-Ehe auf die Straße gehen, denn ich habe den Eindruck, dass in Frankreich im Gegensatz zu Deutschland schon immer mehr Toleranz herrschte. In Frankreich hieß es vor allem stets „Leben und leben lassen“. So haben meine Frau und ich es hier auch erlebt. Deshalb sind die Demonstrationen jetzt höchst un-französisch.

Was aber wirklich erstaunt, ist der Umgang mit diesem Thema in Staaten, die so weit von uns entfernt sind, dass wir sie selten im Blick haben, außer im Urlaub. Dazu gehört Neuseeland.

Vor Kurzem wurde dort die Homo-Ehe vom Parlament angenommen, und als das geschah, sangen die Anwesenden im Saal spontan ein altes neuseeländisches Liebeslied. 

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People in this conversation

  • katha
  • Ruth Gogoll
  • katha

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    Bei der doch in den letzten Wochen hitzigen Debatte um dieses Thema und der häufig überwiegend intoleranten Einstellung dazu, ist die Stimmung im Neuseeländischem Parlament wirklich eine willkommene Abwechslung und zeigt, dass es doch Staaten und Menschen gibt, die damit umgehen können.
    Für mich ist es immer wieder unbegreiflich, warum sich Heteros nicht vorstellen können, dass wir auch ein ganz normales Leben mit einem Partner/in führen wollen, mit all den Freuden und Problemen, wie jedes andere Paar auch.

    Vielen Dank für den Hinweis! :)

    Montag, 27. Mai 2013 19:31
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass es heutzutage noch so viele Leute gibt, die anscheinend meinen, nur Heteros hätten das Recht, ihre Liebe mit einer Ehe zu zeigen. Bei diesem Lied in Neuseeland sind mir echt die Tränen in die Augen getreten.

    Montag, 27. Mai 2013 13:03

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