Lieutenant Yar

eine »Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert«-Fanfiction von Ruth Gogoll

Auf der Brücke

„Lieutenant Yar. Grußfrequenzen aktivieren.“

 Tasha Yar nickte und tat, was Captain Picard ihr befohlen hatte. „Aktiviert, Sir.“

„Hier ist Jean-Luc Picard, Captain der USS Enterprise. Wir kommen in friedlicher Absicht.“

„Das wissen wir.“

Tasha schluckte. Das Gesicht der Frau, die gerade auf dem Brückenschirm der Enterprise erschienen war, war unglaublich schön. Ihre Augen strahlten wie Sterne. Nein, heller als die Sterne, die normalerweise auf dem Schirm zu sehen waren. Durchdringender.

Fasziniert starrte Tasha auf den Schirm und hörte kaum, was der Captain sagte.

„Lieutenant Yar? Erledigen Sie das?“

Tasha sah, daß das Gesicht des Captains sie fragend anblickte.

„Sir?“

„Sie beamen hinunter und erledigen die Formalitäten“, ergänzte der Captain, auch wenn Tasha überhaupt nicht wußte, von welchen Formalitäten die Rede war. „Alles andere werden wir dann später mit den Verantwortlichen besprechen.“

„Hm, ja, Captain. Natürlich.“ Tasha versuchte nicht rot zu werden. Was zum Teufel sollte sie tun? Sie konnte den Captain kaum fragen, was für einen Auftrag er ihr gerade erteilt hatte.

„Ich erkläre es dir gleich“, flüsterte Deanna nah bei ihr. „Ich habe zugehört.“

Tasha warf einen Blick auf Counselor Troi, die neben ihr auf dem oberen Teil der Brücke stand. Deanna blinzelte. Ihre Mundwinkel zuckten. „Danke“, flüsterte Tasha fast unhörbar.

„Keine Ursache.“ Deannas Mundwinkel zuckten noch mehr, auch wenn sie das gut unter Kontrolle hatte.

„Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen“, beendete Captain Picard gerade das Gespräch.

Die junge Frau auf dem Schirm neigte leicht ihren Kopf und schaltete ab.

Tasha atmete heftig aus. Erst jetzt merkte sie, wie sie die Luft angehalten hatte.

„Hart, hm?“ Deanna schmunzelte und schaute sie an.

„Was meinst du?“

„Sie sieht wirklich gut aus. Finde ich auch.“ Deanna schien sich köstlich zu amüsieren. „Captain?“

Picard drehte sich um. „Ja, Counselor?“

„Ich würde Lieutenant Yar gern begleiten. Spricht irgend etwas dagegen?“

„Überhaupt nicht.“ Jean-Luc Picard zuckte die Schultern. „Es ist sicherlich von Nutzen, wenn Sie uns ein paar Hintergrundinformationen liefern.“

„Danke, Captain.“ Deanna nickte leicht. „Komm.“ Sie stieß Tasha an. „Steh da nicht rum wie ein verliebtes Schaf.“ Deannas Stimme war so leise, daß nur Tasha die Worte hören konnte.

Tasha schaute sie an und runzelte die Stirn, dann folgte sie ihr in den Lift. „Was hat der Captain denn nun gesagt?“ fragte sie, als die Türen sich geschlossen hatten und sie allein waren.

„Er hat nicht gesagt: Leg das Mädel da auf dem Bildschirm flach“, erwiderte Deanna höchst vergnügt. „Nur um das mal klarzustellen.“

„Deanna!“ Tasha blickte sie empört an. „Das habe ich überhaupt nicht –“

„Gedacht?“ Deanna lachte. „Doch, hast du. Erstens kenne ich dich, und zweitens spüre ich es. Als ob du mit mir schlafen wolltest.“

„Deanna ...“ Tasha verzog das Gesicht.

„Oh, kein Problem.“ Deanna hob abwinkend die Hand. „Ich weiß, daß das nichts Festes ist zwischen uns. Gefällt mir auch so. Keine Sorge. Du kommst auf jeden Fall wieder aufs Schiff zurück, und sie –“, Deanna spitzte die Lippen, „bleibt da unten auf dem Planeten, während wir uns Lichtjahr für Lichtjahr davon entfernen.“

„Bist du eifersüchtig?“ Tasha grinste sie an.

„Aber nein.“ Deanna strich leicht über Tashas Arm. „Ich erhebe keinen Anspruch auf dich. Nur manchmal.“ Sie lachte.

„Dann ist es ja gut.“ Tasha beugte sich schnell zu Deanna und hauchte einen Kuß auf ihre Wange. „Du bist die Beste.“

„Ich weiß.“ Deanna schmunzelte sehr. „Ach übrigens ...“, setzte sie hinzu. „Soll ich dir jetzt mal deinen Auftrag erklären? Nur damit du nicht ganz so dumm herumstehst.“

Tashas Mundwinkel verzogen sich weit nach oben. „Ich wäre Ihnen sehr verbunden, Counselor.“

Auf dem Planeten

„Sie sind also so eine Art Einwanderungsoffizier?“ fragte Tasha erstaunt.

„Leider sagt der Begriff mir nichts.“ Die junge Frau, die in Wirklichkeit noch viel besser aussah als auf dem Brückenschirm, wirkte irritiert.

„Na ja, Sie kontrollieren die Leute, die auf Ihren Planeten wollen. Und Sie entscheiden, wer rein darf und wer nicht.“ Tasha hob die Hände. „Einwanderungsbehörde.“

„Ich entscheide da eigentlich gar nichts. Das macht der Computer.“ Die Sternenaugen wandten sich von Tasha zu einem kleinen Bildschirm.

Tasha empfand es so, als hätte man ihr eine lebensnotwendige Droge entzogen. „Auf jeden Fall gibt es Leute, die Sie nicht auf Ihrem Planeten haben wollen“, sagte sie schnell und hoffte inständig, daß sie selbst nicht dazugehörte.

„Wir treffen eine Auswahl, weil ... nun ja, weil wir nur einen sehr reduzierten Gen-Pool haben“, erklärte Nrbana, die Frau mit den schönen Augen. „Wir können es uns nicht leisten, daß er verunreinigt wird.“

Tasha hob verwirrt die Augenbrauen. „Ist es nicht so, daß es sinnvoll wäre, den Gen-Pool aufzufrischen, wenn er so sehr reduziert ist? So kenne ich es jedenfalls.“

„Das Gleichgewicht ist sehr delikat. Das ist schwer zu erklären.“ Nrbana lächelte, und Tasha wäre beinah in die Knie gegangen. Das Lächeln warf sie um.

„Ich verstehe, was Sie meinen.“ Deanna sprang in die Bresche, die Tashas Fast-Zusammenbruch geöffnet hatte.

Nrbana wandte ihren Blick zu Deanna. „Sie verstehen?“

„Ich bin eine Empathin. Ich fühle Ihre Besorgnis“, erklärte Deanna. Und ich spüre noch etwas anderes, dachte sie. Aber das sagte sie nicht. „Wir haben sehr strenge Vorschriften auf der Enterprise, was Hygiene und das Übertragen von Krankheiten betrifft“, fuhr sie fort. „Auch das Einmischen in die Angelegenheiten fremder Völker ist uns verboten. Also hoffen wir, daß Sie uns als Besucher akzeptieren werden.“

„Das klingt auf jeden Fall nicht schlecht.“ Auf einmal wirkte Nrbana gelöster. „Ich denke, wenn die Formalitäten erledigt sind, wird der Computer es befürworten.“

„Ich dachte, das wären sie schon.“ Tasha meldete sich erstaunt zu Wort, sie hatte sich von Nrbanas Lächeln erholt. „Die ganzen Papiere –“

„Die Papiere sind nicht das entscheidende“, unterbrach Nrbana sie. „Entscheidend ist der persönliche Eindruck.“

„Des Computers?“ Nun war Tasha vollends verwirrt.

„Ja. Er zeichnet alles auf, und daraus zieht er seine Schlüsse.“

„Also ist es wohl eher eine Rechenaufgabe als ein persönlicher Eindruck.“ Tasha lachte leicht. „Seien Sie mir nicht böse, aber ich bin kein Fan von Computern. Auch wenn sie unverzichtbar sind. Im persönlichen Bereich verlasse ich mich noch immer lieber auf meinen eigenen Eindruck.“ Sie musterte Nrbana etwas zu intensiv.

Deanna griff an ihren Arm und zog sie leicht zur Seite. „Starr sie nicht so an“, flüsterte sie ihr zu. „Was sollen sie denn von uns denken?“

„Denken?“ Tasha schien weit davon entfernt zu sein.

Deanna lachte leise. „Okay, sie ist offensichtlich dein Typ. Aber vergiß nicht, daß du Offizierin der Sternenflotte bist. Richte dein Benehmen danach aus.“

„Ja, natürlich.“ Tasha schluckte unauffällig. „Du mußt mich nicht daran erinnern.“

„Ich glaube schon.“ Deanna musterte sie. „Da schwirrt einiges rum in deinem Kopf.“

„Schalt doch mal deinen Sensor ab.“ Tasha machte sich unwillig von Deanna los. „Ich bin ja wohl selbst für mich verantwortlich.“

„Okay ...“ Deanna ließ sie los und hob die Hände. „Wie du willst. Aber sei vorsichtig.“

„Ich bin die Sicherheitschefin der Enterprise, Vorsicht ist meine zweite Natur“, beschwerte Tasha sich indigniert.

„Nicht immer“, sagte Deanna. „Du bist eine Draufgängerin, und manchmal schießt du zuerst und denkst später darüber nach. Also schieß nicht zu schnell, bitte.“

„Ich schieße überhaupt nicht, wenn es nicht sein muß“, behauptete Tasha.

„Dann ist es ja gut.“ Deanna betrachtete sie etwas skeptisch.

„Wir sollten jetzt zu den Tests übergehen“, sagte Nrbana, die zwischenzeitlich mit dem Computer beschäftigt gewesen war. „Lieutenant Yar? Kommen Sie bitte mit?“

„Tests?“ Tasha wunderte sich.

„Das gehört zu den Formalitäten, die erledigt werden müssen“, erklärte Nrbana.

Tasha nickte. „In Ordnung.“ Die Erledigung der Formalitäten hatte der Captain ihr aufgetragen, also war es wohl ihre Aufgabe.

Nrbana führte sie einen Gang entlang und betrat dann einen kleinen Raum. Die Tür schloß sich automatisch hinter ihnen.

Der Raum hatte anscheinend keine Fenster, aber von überallher kam Licht, obwohl man keine Lampen oder sonstigen Lichtquellen sah.

Nrbana schaute Tasha kurz an. „Ziehen Sie sich bitte aus.“ Sie ging zu einem Computerterminal in der Ecke.

„Wie bitte?“ Tasha starrte auf ihren Rücken.

Nrbana drehte sich um. „Entledigen Sie sich bitte Ihrer Kleidung“, formulierte sie um.

„Ich habe Sie schon verstanden“, entgegnete Tasha etwas irritiert – vorsichtig ausgedrückt. „Aber können Sie mir nicht sagen, um was für eine Art von Test es sich handelt?“

„Ich muß Ihre Hautoberfläche scannen“, erläuterte Nrbana, anscheinend völlig unbeeindruckt. „Das geht durch die Kleidung nicht.“

„Hm.“ Tasha zögerte. Aber es gehörte zu ihrem Auftrag. Auch wenn es sehr ungewöhnlich erschien. Langsam begann sie ihre Uniform auszuziehen. Wie ein Besuch bei der Schiffsärztin, versuchte sie sich zu beruhigen. Mehr ist es nicht. „Wir haben Scanner, die auch durch Stoff scannen können“, wandte sie ein, einfach um zu reden, sich abzulenken. „Unser Captain ist sicherlich bereit, Ihnen die technischen Spezifikationen zu überlassen.“

„Das würde uns nichts nützen“, sagte Nrbana. Sie griff an ihren Hals und ließ das weite Gewand, das sie trug, einfach fallen. Darunter war sie nackt.

Tasha schnappte heftig nach Luft. „Was ... was soll das?“ fragte sie atemlos. Ihr Herz schlug bis zum Hals. Nrbanas Körper war perfekt und äußerst verführerisch. Und er kam auf sie zu ...

Ganz nah vor ihr blieb Nrbana stehen. „Ich bin der Scanner“, sagte sie.

Tashas Brustwarzen zeigten sehr deutlich ihren Zustand an. Am liebsten wäre sie im Boden versunken. Wieso konnte sie ihren Körper nicht besser beherrschen? „Du bist was?“

Nrbana antwortete nicht, sondern lehnte sich nur vor, gegen Tasha. Ihr ganzer Körper berührte Tashas Haut.

Tasha fühlte sich, als stände sie in Flammen. Sie wagte sich nicht zu bewegen, Nrbana mit ihren Händen zu berühren. Sie fürchtete, zu einem Häufchen Asche zu verbrennen, wenn sie es tat.

Nrbana hatte keine solchen Bedenken. Sie glitt um Tasha herum, immer in Kontakt mit ihrer Haut, und blieb hinter ihr stehen. „Ich muß deine Körperöffnungen untersuchen“, sagte sie.

„Nein.“ Tasha fand endlich die Kraft, sich von ihr zu lösen, trat ein paar Schritte vor und drehte sich um. „Es tut mir leid, aber das“, sie schluckte, „geht nicht.“

„Warum nicht?“ fragte Nrbana.

„Weil ... Nrbana ...“ Tasha holte tief Luft. „Das ist bei uns Menschen eine ... sehr intime Angelegenheit.“

„Was bedeutet das?“ fragte Nrbana. „Ich kann mir unter diesem Wort nichts vorstellen.“

Tasha atmete tief durch. „Der Universalübersetzer kann leider nicht alles übersetzen“, erklärte sie. „Die kulturellen Hintergründe von Intimität sind bei uns Menschen sehr kompliziert. Es ist eine … Auszeichnung, etwas ganz Besonderes. Wir teilen sie nicht mit jedem.“

„Eine … Auszeichnung“, wiederholte Nrbana langsam. „Was muß ich tun, um diese Auszeichnung zu verdienen?“

„Das ist …“, Tasha schluckte, „nicht so einfach.“ Es gab Zeiten, in denen sie bezweifelte, daß es eine gute Entscheidung gewesen war, in die Sternenflotte einzutreten. Jetzt zum Beispiel, da sie nackt einer ebenfalls nackten Frau gegenüberstand, die ein fast unbeherrschbares Verlangen in ihr auslöste, dem sie nicht nachgeben durfte. Sie richtete sich sehr gerade auf. „Insbesondere, da ich mir Intimität mit dir wünsche. Was, wenn ich diesem Wunsch nachgebe, ein eindeutiger Verstoß gegen die oberste Direktive ist, der ich als Offizierin der Sternenflotte verpflichtet bin.“ Sie atmete noch einmal tief durch. „Aber wenn diese … Untersuchung erforderlich ist, um die Beziehungen zwischen unseren beiden Zivilisationen zustandekommen zu lassen, werde ich sie nicht verweigern. Der erste Kontakt ist sehr streng geregelt.“

„Das ist wirklich interessant.“ Nrbana ging, nackt, wie sie war, zum Computerterminal zurück und betrachtete einige Daten auf dem Bildschirm. „Deine körperlichen Reaktionen sind sehr aussagekräftig. Ich glaube, das hat mir schon fast alle Daten geliefert, die ich brauche. Auf den Rest können wir sicherlich für den Moment verzichten.“

„Meine …“, Tasha räusperte sich, „körperlichen Reaktionen darfst du nicht verallgemeinern. Du bist eine sehr attraktive Frau, und ich –“ Sie brach ab und starrte Nrbana an. „Oder sehe ich das falsch? Du sagtest, du seist ein Scanner. Heißt das, du bist … ein Android oder so etwas in der Art? Kein biologisches Wesen?“

Nrbana drehte sich um und lächelte. „Ich bin kein Android“, sagte sie. „Ich bin ein empfindungsfähiges Wesen, genau wie du. Nur daß die Art Empfindungen, die ich bei dir gemessen habe, bei uns unbekannt ist. Zumindest in dieser Intensität.“

„Tut mir leid.“ Tasha blickte sehnsüchtig auf ihre Uniform. „Darf ich mich jetzt wieder anziehen?“

„Wenn du willst“, sagte Nrbana. „Der Computer hat seine Analyse abgeschlossen und den Zutritt gestattet. Damit wären die Formalitäten erledigt.“

„Danke.“ Tasha warf schnell ihre Kleidung über. Sie fühlte sich sofort wieder etwas sicherer.

„Du wünschst dir Intimität mit mir?“ fragte Nrbana plötzlich. Sie war immer noch nackt. „Was bedeutet das?“

Tasha ließ ihren Blick nur ganz kurz über Nrbanas Gestalt schweifen, mehr ertrug sie nicht. „Ich wollte dir nicht zu nahe treten“, sagte sie. „Bitte nimm meine Entschuldigung an. Ich hätte das weder zeigen noch sagen dürfen.“

„Wieso nicht?“ fragte Nrbana.

Tasha atmete tief durch. „Wie ich schon sagte, das ist sehr kompliziert bei uns. Habt ihr ... ich meine, hat dein Volk kein Konzept von ... wie soll ich sagen ... Sympathie oder Zuneigung? Wenn zwei Personen sich mehr mögen als andere?“

„Ich bin nicht ganz sicher, was du meinst.“ Endlich hob Nrbana ihren Überwurf auf und schlüpfte hinein.

Tasha hätte am liebsten erleichtert aufgeatmet. Auch wenn sie jetzt wußte, wie Nrbana unter dem Stoff aussah, war es doch weit angenehmer, nicht ständig an ihr vorbeiblicken zu müssen, um den verführerischen Anblick ihres nackten Körpers zu vermeiden.

Nrbana ging zu der Tür, durch die sie eingetreten waren. Sie war von innen nicht zu sehen, öffnete sich jedoch in dem Moment, als Nrbana auf sie zutrat. „Du kannst eurem Captain sagen, daß wir seine Delegation erwarten. Die Hüter des inneren Zirkels werden alles weitere mit euren Verantwortlichen regeln. Meine Arbeit ist jetzt abgeschlossen.“

„Heißt das, wir werden uns ... nicht wiedersehen?“ fragte Tasha. Sie fühlte, wie ihr Mund trockenwurde.

„Würdest du das denn gern?“ fragte Nrbana. Ihre strahlenden Augen wandten sich zu Tasha.

„Ich ... ich bin keine Diplomatin“, sagte Tasha. „Der Captain wird andere Personen mit der Wahrnehmung der diplomatischen Aufgaben betrauen. Damit habe ich dann nichts mehr zu tun. Aber ich würde gern ... ich würde gern mehr von eurem Planeten sehen als nur ... dieses Untersuchungszimmer.“

Nrbana lächelte. „Die meisten Leute mögen das Untersuchungszimmer nicht. Die Reaktionen, die dadurch hervorgerufen werden, geben uns Aufschluß über eventuelle Probleme, die aus einem Kontakt entstehen könnten.“

„Läuft die ...“, Tasha schluckte, „läuft die Untersuchung immer auf dieselbe Art ab wie eben?“

„Nicht unbedingt“, sagte Nrbana. „Das kommt auf die jeweilige Spezies an.“

„Aber du bist immer ... hm ...“, Tasha räusperte sich, „für die Untersuchung zuständig?“

„Nein“, sagte Nrbana. „Nur für humanoide, zweibeinige Spezies.“ Sie lachte leicht. „Die Hautoberfläche eines gasförmigen Xendorianers könnte ich kaum scannen.“

„Und kommen viele zweibeinige Humanoide hier vorbei?“ fragte Tasha.

„Es geht“, sagte Nrbana. „Unser Planet liegt abseits der Haupthandelsrouten. Wir sind eher eine Art ... Erholungszentrum. Dünn besiedelt, keine Produktionsstätten. Wir stellen nichts her außer“, sie lächelte erneut, „Ruhe.“

„Beim Anflug haben wir gesehen, daß es hier viel Wasser gibt“, sagte Tasha. „Das hat mich an ein Gebiet auf der Erde erinnert, in dem ich einmal war. Dort konnte man im warmen Meer schwimmen. Es war eine wunderbare Erfahrung.“

„Das geht hier bei uns auch“, sagte Nrbana. Sie warf einen Blick auf Tasha. „Willst du es ausprobieren?“

Tasha nickte. „Gern.“ Sie musterte Nrbanas Gesicht. „Wäre es zuviel verlangt, wenn ich dich frage, ob du mich dabei begleitest? Ich brauche eine Führerin, die mir alles zeigt. Ich bin hier ja fremd.“

„Oh, wir haben –“ Nrbana brach ab. „Hier sind wir wieder.“

„Alles erledigt?“ fragte Deanna, die im Eingangsbereich auf sie gewartet hatte. Ihr Blick musterte die beiden Zurückkehrenden neugierig.

„Ja.“ Tasha nickte. Sie aktivierte den Kommunikator an ihrer Uniformjacke. „Lieutenant Yar an Enterprise.“

„Worf hier“, meldete sich das kleine Gerät.

„Melden Sie dem Captain, daß alle Formalitäten abgeschlossen sind, Worf“, sagte Tasha. „Der diplomatischen Delegation ist der Zutritt auf den Planeten gestattet. Sie werden erwartet.“

„Verstanden“, sagte Worf. „Ist noch etwas ... zu beachten?“

Tasha wußte, worauf Worf anspielte: auf die Sicherheitslage. „Nein.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nichts. Der Planet ist friedlich, ein Erholungszentrum, keine Probleme. Ich lasse dem Captain vorschlagen, der Crew zu erlauben, hier ein paar Tage Urlaub zu machen. Das Meer soll warm sein.“ Sie lächelte und beendete die Verbindung.

„Du wirkst sehr zufrieden“, bemerkte Deanna leise. „Ist irgend etwas passiert?“

„Was soll denn passiert sein?“

Doch Tashas unschuldiger Gesichtsausdruck täuschte Deanna nicht. „Wenn du schon lügen mußt, dann nicht gerade einer Empathin gegenüber, die das sofort merkt“, schmunzelte sie. „Das solltest du mittlerweile gelernt haben.“

 

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People in this conversation

  • Juli
  • Nanni
  • Marischka
  • Pia
  • Juli

    Permalink

    Eine solche Fan-Fiction mit Tasha habe ich ja schon lange gesucht. Sie war die erste Frau in die ich verliebt war :D
    Wunderbar geschrieben, ich hatte es regelrecht vor Augen. Daumen hoch dafür und es darf gern mehr davon geben ;)
    Wobei ich mich von der jungen Frau auch mal scannen lassen würde *lach*

    Donnerstag, 4. Juli 2013 14:30
  • Nanni

    Permalink

    Na, dann bist Du wahrscheinlich, auf dem falschen Raumschiff gelandet. Was bei den gewaltigen Raumflotten, die es im Universum gibt, schon mal vorkommen kann! ;) Aber, vielleicht kannst Du ja auf einen Raumkreuzer aufspringen, denn, ich würde mir keinen Planeten entgehen lassen, dessen Klima und Vegetation, eventuell, geradezu ideal ist, um dort zu leben! Ich sag´ nur: Frau als Scanner. Gut, hat jetzt natürlich weniger mit Vegetation und Klima zu tun, aber wenn Tasha schon mal da ist... Sie ist das Sahnehäubchen auf einem Toffee. Ha! Wenn das ma´nichts ist! ;D

    Mittwoch, 27. April 2011 12:15
  • Marischka

    Permalink

    Ganz bestimmt. ;D So 'ne toughe und doch gefühlvolle Tasha würde mir auch gefallen, aber so jemand habe ich auch noch nie kennengelernt. Also lebe ich definitiv auch auf dem falschen Raumschiff. :D

    Mittwoch, 27. April 2011 11:22
  • Nanni

    Permalink

    @Marischka
    Könnte daran liegen, dass Du auf dem falschen Planeten lebst! ;)

    Dienstag, 26. April 2011 21:57
  • Marischka

    Permalink

    "Ich bin der Scanner." Köstlich! ;D Warum treffe ich nie so eine Frau? 8)

    Dienstag, 26. April 2011 12:14
  • Pia

    Permalink

    Ich bin eigentlich kein großer Fan von Fanfiction, aber Ruth Gogolls Fanfiction verschlinge ich. Gibt es das dann irgendwann mal als Buch?

    Samstag, 23. April 2011 19:10

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