Geschichten

Nach Lesbos

„Nach Lesbos? Du willst nach Lesbos in Urlaub fahren?“ Imke riss die Augen auf.

„Ja. Darüber haben wir doch schon öfter gesprochen.“ Natascha wirkte ganz unbeeindruckt. „Was tust du jetzt so überrascht?“

„Ich dachte –“, Imke hüstelte, „ich dachte, wir wären wieder davon abgekommen.“

„Du vielleicht“, erwiderte Natascha, immer noch cool. „Aber ich wollte eigentlich nie darauf verzichten. Ich habe es nur dir zuliebe verschoben.“

„Verschoben“, wiederholte Imke. „Mir zuliebe.“

„Ja, genau.“ Natascha tat so, als würde sie Imkes gedämpfte Stimmung gar nicht bemerken. „War doch nett von mir, oder?“ Sie fläzte sich aufs Sofa. „Aber jetzt würde ich ganz gern mal wieder in die Sonne fliegen. Und da wäre Lesbos doch ideal.“

„Ebenso wie tausend andere Plätze“, wagte Imke einzuwenden.

„Ach, jetzt komm!“ Natascha zog unwillig die Stirn kraus. „Hab dich doch nicht so! Nur weil Petra dir erzählt hat, was damals auf Lesbos war, bist du jetzt schon im voraus eifersüchtig! Was soll denn das?“ Sie blickte Imke scheinheilig an. „Du könntest einen Urlaub doch auch ganz gut vertragen. Hast du gestern noch gesagt.“

Imke verzog etwas gequält das Gesicht. „Ja, ich weiß. Aber könnten wir nicht – ich meine, es gibt doch so gute Angebote in die Türkei –“

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Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 5

„Die Aufzeichnungen sind für jeden zugänglich?“, fragte Corey.

„Im Prinzip schon“, bestätigte Luhan. „Hier hat niemand etwas zu verstecken. Allerdings hatte ich nach etwas anderem gesucht. Nach der Analyse der Gen-Daten von Neoma und mir. Und die …“, sie machte eine kunstvolle Pause, „habe ich nicht gefunden, obwohl sie eigentlich da sein müssten.“

„Das kann ein Versehen sein“, meinte Corey langsam. „Menschliche Fehler kann man nie ausschließen. Aber andererseits –“

„Genau“, sagte Luhan. „Ich wäre nie darauf gekommen, wenn ich nicht eine Frau getroffen hätte, die ihre Daten ebenfalls nicht finden kann. Und die Fortpflanzungstechnikerinnen wissen selbst nicht, warum. Die Frau hat ebenso wie Neoma und ich mehrere Kinder. Sie müsste irgendwo verzeichnet sein.“ Sie holte tief Luft. „Und das war nur der Anfang. Als ich einmal misstrauisch geworden war, habe ich weitergesucht. Meine Reise in den Norden hat dasselbe bestätigt: Irgendetwas ist faul.“

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Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 4

Neoma stellte ein paar ihrer leckeren Brothäppchen auf den Tisch, als Corey nach Hause kam. Sie hatte den ganzen Tag versucht, mit Dahn zu sprechen, ihre Mitarbeiterinnen zu befragen, aber sie war gegen eine Wand gelaufen. Niemand schien ihre Fragen zu verstehen. Und Dahn war angeblich nicht da.

Auch Thora hatte das Rathaus verlassen, davon hatte Corey sich selbst überzeugt. Weder die Bodyguard-Frau noch sie waren irgendwo zu finden.

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Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 3

Sie war froh, dass ihr die Geschichte mit dem Besuch auf der Erde eingefallen war. Schon früher hatten Thora und sie darüber gesprochen, es war nichts Neues, aber natürlich gab es keine Funkverbindung. Dieser Planet war viel zu weit von der Erde entfernt.

Die Erde erwartete, dass Corey irgendwann im nächsten Jahr zurückkam. Bei der langen Reise würden sie sich einige Zeit keine Gedanken machen, selbst wenn die Rückkehr sich um Monate verschob. Es war zweifelhaft, ob sie innerhalb der nächsten Jahre auch nur einen Suchtrupp nach ihr aussenden würden, falls sie nicht zurückkam. Zwei Personen, die mit einem Mini-Forschungsschiff verloren gingen, brachten nicht gerade die gesamten Streitkräfte auf den Plan.

Auf diesem Planeten gab es keine Waffen. Und nicht viele Menschen. Es wäre ein Leichtes, hier mit den Waffen aus dem Schiff die Überhand zu gewinnen. Aber das war erstens nicht Coreys Stil, und zweitens hatte sie das Gefühl, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

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Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 2

„Selbst Dahn muss es akzeptieren, wenn sie ablehnt“, meinte Sheribon beruhigend. „Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“

„Für Dahn?“ Corey schüttelte zweifelnd den Kopf. „Sie nimmt sich, was sie haben will, denkst du nicht?“

Sheribon starrte sie an. „Aber doch nicht … Nein. Das kenne ich nur aus dem Geschichtsunterricht. Die alten Geschichten von der Erde. Bei uns hier gibt es so etwas nicht. Niemals.“

„Dahn kann doch nicht die einzige sein“, überlegte Corey. „Ich meine, die einzige, die solche heftigen Empfindungen hat. Die hat sie mir heute gezeigt. Und wenn jemand so ist …“

„Ja …“ Sheribon legte eine Hand ans Kinn. „Ich erinnere mich. Da war mal was. Aber das ist schon unheimlich lange her. Es hieß, dass etwas bei der Verschmelzung der Eizellen schief gegangen wäre. Ich meine …“, sie lachte leicht, „das kommt öfter vor. Deshalb sind wir alle hier.“ Sie machte eine Geste in den Raum hinein. Dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, das wird getestet. Und wenn, dann …“

„Dann gibt es dieses Kind nicht?“, führte Corey den Gedanken fort. „Aber Dahn gibt es.“

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Alice im (neuen) Wunderland

„Alice, Alice, was machst du denn da?“ Humpty Dumpty rollte heran und rollte gleichzeitig die Augen.

„Ich muss hier raus! Ich muss auf die andere Seite zurück!“ Wieder klopfte Alice heftig gegen die verspiegelte Scheibe, die auf der anderen Seite ein ganz normaler Spiegel war. Von dieser Seite aus konnte sie sogar hindurchsehen, während man von der anderen Seite nur sein eigenes Spiegelbild sah.

„Du erschreckst den Mann wieder“, wandte Humpty Dumpty ein. „Er sieht dich doch nicht.“

„Er muss mich sehen! Ich sehe ihn doch auch!“

„Wenn das logisch wäre, wärst du nicht hier“, sagte Humpty Dumpty.

„Ach, du immer mit deiner Logik!“ Alice ließ sich auf den Boden fallen und sank in sich zusammen. Ihren Rücken an die Wand gestützt zog sie die Knie an, legte ihre Arme darum und ihr Kinn obenauf. „Ich will nach Hause!“

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Ärger im Paradies (Neue Welt – Fortsetzung Teil 1)

Nachdem ich schon vor einiger Zeit die Utopie »Neue Welt« geschrieben hatte, die als gedruckte Version in dem Buch »Widerstand ist zwecklos« enthalten ist, kam es mir immer noch so vor, als wäre die Geschichte nicht abgeschlossen ... was sie natürlich auch nicht ist. »Neue Welt« endet dort, wo Thora und Corey das erste Mal miteinander schlafen, aber was geschieht dann?

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Henrietta Murbel und die Schaufensterpuppe

1

„Frau Murbel! Frau Murbel!“

Aufgeregte Rufe hallten durch die Dorfstraßen von Oberbahldingen.

„Was ist denn, Frau Strenger?“ Henrietta Murbel, die gerade energischen Schrittes und mit wehendem Cape die kleine Hauptstraße überquert hatte, drehte sich um und runzelte die Augenbrauen.

Dora Strenger kam keuchend bei ihr an und bewahrte mit einer Hand ihr pochendes Herz davor, aus der Brust zu springen und ihren wallenden Busen zu überholen. „Eine Tote in der Bibliothek!“

„Schon wieder?“ Henrietta runzelte die Stirn noch mehr, nun eindeutig missbilligend.

„Ja.“ Frau Strenger keuchte immer noch. „Kaum zu glauben.“

„In der Tat.“ Henrietta wartete darauf, dass die Gefährtin so vieler miteinander gelesener Krimiabenteuer ihr mehr erzählen würde.

„Ich war –“ Frau Strenger keuchte erneut und brach ab. „Ich war“, fuhr sie dann unter heftigem Atemholen fort, „gerade eben noch in der Stadtbücherei – Sie wissen ja, ich habe Ihnen extra Gullivers Grabmal zurückgelegt –, und nachdem Sie es abgeholt hatten, wollte ich schließen. Da plötzlich –“, sie wurde noch bleicher, als sie es schon war, „sah ich einen weißen Fleck hinter einem Regal. Ich dachte, ein Buch wäre heruntergefallen, aber ... aber –“

„Ja, was denn nun?“ Henrietta tippte ungeduldig mit dem Fuß auf.

„Es war kein Buch!“, stieß Frau Strenger hervor, als ob es das Letzte wäre, was sie je sagen würde.

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Nanni: Auf der Flucht, mit der Gefahr glücklich zu werden

Die schrille Sirene des Alarms ertönte laut durch die kalten und langen Gänge. Nein, oh nein, nicht jetzt, das ist viel zu früh! Sie befand sich noch im Gebäude. Sie hörte, wie die dicken, schweren Eisengitter auf dem Boden aufschlugen. Eins nach dem anderen schloss sich. Das Echo hallte von den kahlen Wänden wieder. Sie würde gleich geschnappt werden und war gefangen wie ein Tier im Käfig. Sollte es womöglich eine Falle gewesen sein, in die man sie gelockt hatte? Sollte sie unbeschadet entkommen können, würde sie sich rächen.

Die Dunkelheit wich langsam einem Nebel aus heller werdendem Licht. Wo befand sie sich, was war mit ihr? Nina wollte die Augen öffnen, aber ihre Lider waren schwer wie Blei.

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Sag niemals nie

Aus Anlaß der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland veröffentlichen wir mal eine Geschichte, die auch mit Frauenfußball zu tun hat, von einer ehemaligen Nationalspielerin.

Am Ende geht es jedoch – wie immer bei el!es – um Liebe.

»Mele Berg: Sag niemals nie«

Geschichten im Überblick

  • Nach Lesbos +

    „Nach Lesbos? Du willst nach Lesbos in Urlaub fahren?“ Imke riss die Augen auf. „Ja. Darüber haben wir doch schon Weiterlesen
  • Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 5 +

    „Die Aufzeichnungen sind für jeden zugänglich?“, fragte Corey. „Im Prinzip schon“, bestätigte Luhan. „Hier hat niemand etwas zu verstecken. Allerdings Weiterlesen
  • Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 4 +

    Neoma stellte ein paar ihrer leckeren Brothäppchen auf den Tisch, als Corey nach Hause kam. Sie hatte den ganzen Tag Weiterlesen
  • Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 3 +

    Sie war froh, dass ihr die Geschichte mit dem Besuch auf der Erde eingefallen war. Schon früher hatten Thora und Weiterlesen
  • Ärger im Paradies (Neue Welt) - Teil 2 +

    „Selbst Dahn muss es akzeptieren, wenn sie ablehnt“, meinte Sheribon beruhigend. „Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“ „Für Dahn?“ Corey Weiterlesen
  • Alice im (neuen) Wunderland +

    „Alice, Alice, was machst du denn da?“ Humpty Dumpty rollte heran und rollte gleichzeitig die Augen. „Ich muss hier raus! Weiterlesen
  • Ärger im Paradies (Neue Welt – Fortsetzung Teil 1) +

    Nachdem ich schon vor einiger Zeit die Utopie »Neue Welt« geschrieben hatte, die als gedruckte Version in dem Buch »Widerstand ist zwecklos« enthalten Weiterlesen
  • Henrietta Murbel und die Schaufensterpuppe +

    1 „Frau Murbel! Frau Murbel!“ Aufgeregte Rufe hallten durch die Dorfstraßen von Oberbahldingen. „Was ist denn, Frau Strenger?“ Henrietta Murbel, Weiterlesen
  • Nanni: Auf der Flucht, mit der Gefahr glücklich zu werden +

    Die schrille Sirene des Alarms ertönte laut durch die kalten und langen Gänge. Nein, oh nein, nicht jetzt, das ist Weiterlesen
  • Sag niemals nie +

    Aus Anlaß der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland veröffentlichen wir mal eine Geschichte, die auch mit Frauenfußball zu tun hat, von einer Weiterlesen
  • Archiv +

    Jede Autorin schreibt oftmals kürzere Texte, die entweder nie zu einer vollständigen Geschichte reifen oder aber nicht gedruckt werden – aus Weiterlesen
  • Das Ostergeschenk +

    Diese Geschichte hatte ich vor Jahren schon einmal unter »Was ich mir so denke« veröffentlicht, aber da sie so gut Weiterlesen
  • Zeitreisen +

    Zeitreisen gibt es nicht, das wissen wir alle. Dennoch reizt das Thema immer wieder, auch mich. Deshalb habe ich dazu Weiterlesen
  • Golden Girls +

    Eine kleine Geschichte, um sich an einem Sonntag ganz zwanglos zu amüsieren. Blanche, Dorothy, Rose und Sofia sind allen Fans Weiterlesen
  • Miss Marple +

    Ich habe schon lange einmal mit dem Gedanken gespielt, Geschichten über die »Miss Marple«-Figur zu schreiben, die im Film von Weiterlesen
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