Ravens Geheimnis 09

Ihre Hand wanderte langsam tiefer. „Und dass es eine schöne, junge Frau war, ist noch viel länger her.“ Ihre Hand blieb auf Ravens Brust liegen.

Raven trat schnell einen Schritt zurück, so dass Adrianas Hand herunterfiel.

Adriana lachte leise. „Was hast du gedacht? Dass ich es nicht merke? Du bist gut, aber nicht so gut.“

Sie hob unschuldig die Augenbrauen. „Vielleicht besitzt das Amulett doch eine gewisse Magie. Nämlich die, alle Lügen zu entlarven. Warum hast du dich als Mann bei mir eingeschmuggelt? Das wäre nicht nötig gewesen.“

„Euer ... Bote“, erwiderte Raven, die es aufgegeben hatte, Energie in ihre nun überflüssige Maskerade zu investieren, „hielt mich für einen Mann, es erschien mir nicht notwendig, den Irrtum aufzuklären.“

„Nicht einmal deiner Königin gegenüber?“ Adriana trat wieder einen Schritt auf sie zu, um Raven genauso nah gegenüberzustehen wie zuvor. Ihre Augen begegneten sich auf gleicher Höhe.

„Ich gehöre keinem Hofstaat an und bin niemandem verpflichtet“, sagte Raven. „Ich reise und bin nie länger an einem Ort.“

„Ganz und gar unabhängig also.“ Adriana lächelte. Es war ungeheuer schwer zu erkennen, was hinter diesem Lächeln steckte, selbst für Raven. „So etwas gibt es nicht. Jeder gehört irgendwohin. Und jeder Mensch ist irgendeines Lehnsherrn Untertan.“

Raven zuckte die Schultern. „Ihr kennt meine Geschichte. Ich bin ein Waisenkind. Kein Lehnsherr hat mich je für wichtig genug erachtet, mich seiner Untertanenschar einzuverleiben.“

Adrianas Lächeln vertiefte sich. „Ich glaube eher, das hast du zu verhindern gewusst.“

„Wenn Ihr es sagt, Majestät.“ Raven spürte, dass da noch mehr war, was die Königin von ihr wissen wollte, aber sie konnte nicht genau erkennen, um was es sich handelte. „Ich danke Euch jedenfalls sehr“, sie machte eine tiefe Verbeugung, „dass Ihr mir dieses großzügige Geschenk gemacht habt. Ihr könnt kaum ermessen, was es für mich bedeutet.“

Adriana schaute sie an und lehnte sich leicht zu ihr. „Du könntest es mir zeigen.“

Es ging ein eigenartiger Duft von der dunklen Königin aus, ein benebelnder Duft, der Raven geradezu wehrlos machte. Sie fühlte sich, als würde sie schweben. Nur Zentimeter trennten ihre Lippen von Adrianas. „Das ist eine zu große Gunst, Euer Majestät“, flüsterte sie. „Ich bin nicht Euresgleichen. Weder Prinz noch Prinzessin.“

„Da wärst du nicht die erste.“ Adrianas Lächeln und ihr berauschender Duft ließen Raven keine Wahl.

Lippen sanken auf Lippen, und Raven spürte, dass Adriana die Führung übernahm. Raven hatte, bei aller Anziehungskraft, die Adriana auf sie ausübte, jedoch nicht die Absicht, sich zum Spielzeug machen zu lassen.

So kämpften ihre Zungen eine Weile leidenschaftlich miteinander, bis Adriana sich lachend von Ravens Lippen löste. „Du bist stark!“ Es war offensichtlich, dass ihr das gefiel. „Und du hast tatsächlich keine Angst. Das ist sehr ...“, ihre Augen funkelten, „anregend.“

Raven betrachtete die Königin in ihren Armen. „Und du bist ...“, sie wartete, ob Adriana wegen der unverschämt intimen Anrede protestieren würde, aber das tat sie nicht, „so ganz anders als alle Königinnen, von denen ich bisher gehört habe.“

„Das will ich hoffen.“ Adriana verzog verächtlich die Mundwinkel. „Die meisten Königinnen verdienen diesen Titel nicht. Sie sitzen nur herum und warten, bis sie dem König zu Diensten sein müssen. Daraus resultiert dann jedes Jahr ein Kind. Das wäre nichts für mich.“

Allerdings konnte Raven sich diese übliche Funktion einer Königin bei Adriana nicht vorstellen. Ihre schmale Taille, ihr leidenschaftliches Wesen und ihren offensichtlichen Willen zu herrschen – all das hätte sie dafür aufgeben müssen. Und das wollte sie ganz sicher nicht.

Adriana lächelte erneut auf die süße Art, die Raven von Anfang an bezaubert hatte. „Du bist so respektlos.“ Ihre Hand schlich sich fast wie zufällig auf Ravens Brust. „Bist du immer so? Unter allen Umständen?“

„Ich zolle denen Respekt, die ihn verdienen“, sagte Raven. „Unter allen Umständen.“

„Respektierst du mich?“

„Du bist die Königin.“

Adriana lachte amüsiert. „Das ist keine Antwort auf meine Frage, denn wie wir eben festgestellt haben, verdienen Königinnen nicht unbedingt allein aufgrund ihres Status Respekt.“

„Ich respektiere jede Frau gleichermaßen, sofern sie mich nicht dazu zwingt, ihr den Respekt aufgrund ihrer Taten zu verweigern“, sagte Raven.

Adriana hob die Augenbrauen. „Du stellst mich auf eine Stufe mit allen anderen Frauen, einer einfachen Bauersfrau, einem Kneipenmädchen?“

„Ein Kneipenmädchen hat oft mehr Ehre im Leib als eine Edelfrau, die jeden die Peitsche spüren lässt, der ihr widerspricht“, sagte Raven.

„Ah.“ Adriana verzog sehr belustigt das Gesicht. „Ich sollte meine Peitsche also im Schrank lassen, damit du mich respektierst?“

„Respekt ist nichts, was man von Geburt an für sich in Anspruch nehmen kann“, sagte Raven. „Man muss ihn sich erwerben.“

„Interessante Theorie.“ Adrianas Finger begannen Ravens Brust zu massieren. „Ich könnte dir beibringen, mich zu respektieren, denkst du nicht?“

„Ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht tue“, versetzte Raven leicht lächelnd. Das Begehren, das Adriana in ihr entfachte, ließ sich kaum noch bezwingen. Ihre Finger ließen Ravens Brustwarzen anschwellen, bis sie fast das Wams sprengten, und feurige Stürme in ihre Lenden jagen. „Du hast bisher nichts getan, das mich dazu veranlassen würde, dir den Respekt zu verweigern.“

Adriana schaute sie verwundert an. „Wie hast du es geschafft, bis heute zu überleben? Jedes deiner Worte ist anmaßend genug, dich den Kopf zu kosten.“

„Bislang sitzt er noch auf meinen Schultern“, sagte Raven. „Und er kann viel mehr als nur reden.“ Sie zog Adriana fest in ihren Arm und küsste sie erneut. „Und jetzt sag mir“, flüsterte sie, als sie Adrianas Lippen verließ, „dass das respektlos war.“

„War es.“ Adriana lachte. „Aber es war auch genau das, was ich von dir erwartet habe. Und was ich von dir will.“ Sie legte ihre Hand in Ravens Nacken und presste ihre Lippen gewaltsam auf ihre eigenen. „Aber vergiss nie, welche Macht mir zur Verfügung steht, wenn ich es möchte. Du hast nicht die geringste Ahnung, wozu ich fähig bin.“

„Ich würde es gern erfahren.“ Ravens Hände wanderten an Adrianas Körper auf und ab. Ihr enges Korsett ließ keine direkte Berührung zu, aber Raven spürte, wie Adrianas Herz hoch in ihrer Brust pochte. Sie senkte ihre Lippen in das Tal zwischen ihren hochgeschnürten Brüsten.

Adriana seufzte auf und legte ihren Kopf zurück. „Dieses Amulett ...“, flüsterte sie abgerissen, „hat doch mehr ... Magie ... als ich dachte.“

Ravens Hände schoben sich in Adrianas Ausschnitt und hoben ihre Brüste über den Rand des Stoffes hinaus. Sie suchte eine der Brustwarzen und nahm sie zwischen die Lippen.

Adriana schwankte leicht. „Niemand hat das je gewagt.“ Ihr Atem ging schwer. „Was tust du?“

„Ich hoffe, ich erfülle deine Erwartungen.“ Raven grinste. Adriana war eine Frau wie alle anderen. Einmal erregt konnte sie nicht mehr zurück und vergaß Rang und Stand, überhaupt alles.

„Das ... ja ...“ Adriana klammerte sich an Ravens Schultern, um nicht zu fallen. Ein Bein legte sie um Ravens Hüfte. Ihr weiter Rock öffnete sich und gab darunter den Blick auf enge lederne Hosen frei, genauso schwarz wie der Rest ihrer Kleidung.

Raven spürte, wie ihre Finger sich wünschten, Adriana alle Kleidung vom Leib zu reißen. Da war viel zu viel Stoff zwischen ihnen. Sie machte eine schnelle Bewegung, hob Adriana auf ihre Arme und brachte sie zum Sofa hinüber.

Schon als sie sie darauf hinuntergleiten ließ, öffnete sie die Bänder an ihrem Rock und warf ihn auf den Boden.

Adriana griff an Ravens Wams und versuchte es ihr auszuziehen, wobei ein Knopf absprang. Sie zog Raven zu sich herunter und küsste sie wild. „Ich werde dir zeigen, wer deine Königin ist“, flüsterte sie rau.

 

... Wie es weitergeht? Der zweite Teil der Geschichte ist gerademal drei Mausklicks entfernt.

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