Die verfluchte erste Zeile! – Teil 5

Die fünfte erste Zeile:

Als ich sie sah, wusste ich, dass dieser Sommer entweder wundervoll oder furchtbar werden würde.

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  • Nanni
  • Lara
  • Babs
  • Ruth Gogoll
  • Lara

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    Versuch Nr. 2. Ich habe den Anfang von Frau Gogoll genommen und ein bisschen weitergeschrieben. Ist es jetzt besser?
    __________________________________________________________________________

    Als ich sie sah, wusste ich, dass dieser Sommer entweder wundervoll oder furchtbar werden würde.
    >>Kann ich den Erdbeerbecher haben, bitte?<< Ihre blauen Augen lächelten mich an, während sie die Karte zur Seite legte.
    Mir lief ein Schauer über den Rücken. >>Selbstverständlich. Sonst noch etwas?<<
    >>Einen Cappuccino, bitte.<< Wieder lächelte sie, und eine dunkelblonde Haarsträhne wurde vom Wind in ihr Gesicht getrieben. Sie strich sie mit einer fließenden Bewegung zurück, wie Frauen mit langen Haaren das tun, weil sie es gewöhnt sind.
    Meine Knie wurden weich, und ein Kribbeln breitete sich überall in meinem Körper aus. >>Sofort.<< Ich drehte mich um und ging schnell zur Kasse, um die Bestellung einzugeben. Dort hielt ich mich an der Theke fest. Das konnte ja heiter werden!
    Was, wenn sie jetzt öfter kam? Was, wenn sie mich jedes Mal so ansah? Wie sollte ich das überstehen?
    Nachdem ich die Bestellung eingegeben hatte, machte ich mich daran den Erdbeerbecher zu bereiten. Ich gab mir extra viel Mühe in der Hoffnung, dass sie es bemerken würde. Dann machte ich noch den Cappuccino und stellte beides auf das Tablett. Die Rechnung klemmte ich zwischen Untertasse und Tasse.
    Ich fuhr mir noch einmal durchs Haar und setzte ein Lächeln auf, dann nahm ich das Tablett und ging zu ihr.
    >>Hier, bitte sehr.<< Mit leicht zitternden Händen stellte ich Eisbecher und Cappuccino vor ihr auf den Tisch.
    >>Danke.<< Sie lächelte wieder und sah mir kurz in die Augen.
    Ich wollte gehen, aber meine Beine gehorchten mir nicht mehr und so stand ich einfach da und starrte sie an.
    >>Ach, soll ich sofort bezahlen?<< fragte sie ein wenig irritiert weil ich noch immer da war. Sie wollte schon nach ihrer Tasche greifen, da fand ich meine Sprache wieder: >>N-Nein...das müssen Sie natürlich nicht. Tut mir leid, wie unhöflich von mir.<<
    Sofort umspielte wieder ein Lächeln ihre Lippen. >>Das macht doch nichts...<< Sie sah mich fragend an.
    >>Eva.<< sagte ich leise.
    >>Ein schöner Name.<< Unsere Blicke verschmolzen für einen Moment miteinander und eine angenehme Wärme breitete sich in mir aus, dann riss ich mich los.
    >>Danke...genießen Sie Ihr Eis.<< murmelte ich und eilte dann hastig wieder zu Theke, wo ich erstmal durchatmen musste.

    Sonntag, 8. Februar 2015 14:39
  • Ruth Gogoll

    Lara Permalink

    Nicht diese spitzen Dreiecke für den Dialog nehmen, bitte. Das kann man ganz schlecht lesen. Das sind keine Anführungszeichen. Die richtigen Anführungszeichen sehen so aus: »Dialog«. Das hat nichts mit diesen spitzen Klammern zu tun. Nimm einfach ganz normale Anführungszeichen.

    Ja, das geht schon richtig gut weiter. Immer in dieselbe Richtung, und bald hast Du einen Roman. :)

    Sonntag, 8. Februar 2015 15:15
  • Lara

    Permalink

    Das ist nur der Anfang und ich weiß nicht so recht weiter. Ich habe noch Probleme beim schreiben von Konversationen. Kann mir da vielleicht jemand Tipps geben?
    ____________________________________________________________

    Als ich sie sah, wusste ich, dass dieser Sommer entweder wundervoll oder furchtbar werden würde.
    Die Wärme und das Kribbeln, das sich in meinem Bauch ausgebreitet hatten, als sie zum ersten mal in meinem Blickfeld erschien, sprachen Bände.
    Verflucht! Warum passiert mir das immer wieder? Es kann doch nicht sein, dass ich mich so schnell verliebe. Ich hatte es grade erst geschafft Marie zu vergessen, in die ich fast zwei Jahre unglücklich verliebt gewesen war. Eigentlich sollte dieser Sommer ohne Liebeskummer und Gefühlschaos von statten gehen. Aber anscheinend soll es nicht so sein.
    Ich sah nochmal zu ihr rüber. Sie aß grade genüsslich das Eis, was meine Kollegin ihr vorhin gebracht hatte. Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht und die Schmetterlinge in meinem Bauch begangen von neuem wild herumzuflattern. Sie war sehr hübsch und alles an ihr schien mich magisch anzuziehen. Ich verspürte das starke Verlangen zu ihr zu gehen.
    Während ich sie so beobachtete, machte ich mich wieder an die Arbeit. Ich durfte schließlich nicht faulenzen. Es war ein heißer Tag und das Eiscafé, in dem ich jetzt den Sommer über aushalf, würde sicher voll werden.
    Als ich das nächste mal von der Arbeit zu ihr aufsah, trafen sich unsere Blicke. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen und ich schaute schnell wieder weg. Mir wurde heiß und ich spürte wie mir die Röte in die Wangen kroch.
    Wie soll ich mich so denn auf die Arbeit konzentrieren? Ich seufzte und machte den Eisbecher für einen Kunden fertig. Wenn diese Frau vorhatte öfter herzukommen würde das ein anstrengender Sommer werden.
    Das kann ja heiter werden!

    Sonntag, 8. Februar 2015 11:12
  • Ruth Gogoll

    Lara Permalink

    Ja, Dialoge sind nicht so einfach. Sie dürfen nämlich nicht so geschrieben sein, wie man spricht, aber auf der anderen Seite dürfen sie auch nicht zu hochgestochen klingen, wie geschriebene Sprache. Dialoge in einem Buch sind eine Kunstform, die trotzdem ganz natürlich wirken muss.
    Für das erste Mal ist das gar nicht so schlecht. Logischerweise bist Du Aufsätze aus der Schule gewöhnt, und da schreibt man anders als in einem literarischen Text. In Rechtschreibung und Grammatik bist Du auch nicht so ganz sicher. Aber da bist Du nicht die einzige. ;)
    Was schon bei Deinem ersten Text mit dem Klopfen hinter dem Spiegel auffiel: Du möchtest, dass die Geschichte möglichst kurz und abgeschlossen ist. Bei der Horrorgeschichte ging das (und war sogar gut), aber hier ist der Anfang dazu da, damit sich etwas daraus entwickelt.
    Weshalb Du hier nicht weiterkommst, ist klar. Du hast so geschrieben, dass die Geschichte jetzt eigentlich schon zu Ende sein müsste. Und Du sagst zu viel, statt es zu zeigen. Du sagst, die Frau ist hübsch, aber Du zeigst es nicht. Es ist nicht ganz klar, was die Protagonistin überhaupt will. Will sie diese Frau näher kennenlernen oder will sie sich eher von ihr fernhalten? Für beides gibt es Hinweise.

    Dennoch ist der Ansatz gut. Es ist natürlich schwer, von diesem Aufsatzstil wegzukommen. Leider bringen einem LehrerInnen in der Schule nicht bei, wie man Bücher schreibt. Sie wissen es auch gar nicht.

    Beginn vielleicht mit einem Dialog.

    Als ich sie sah, wusste ich, dass dieser Sommer entweder wundervoll oder furchtbar werden würde.
    „Kann ich den Erdbeerbecher haben, bitte?“ Ihre blauen Augen lächelten mich an, während sie die Karte zur Seite legte.
    Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Selbstverständlich. Sonst noch etwas?“
    „Einen Cappuccino, bitte.“ Wieder lächelte sie, und eine dunkelblonde Haarsträhne wurde vom Wind in ihr Gesicht getrieben. Sie strich sie mit einer fließenden Bewegung zurück, wie Frauen mit langen Haaren das tun, weil sie es gewöhnt sind.
    Meine Knie wurden weich, und ein Kribbeln breitete sich überall in meinem Körper aus. „Sofort.“ Ich drehte mich um und ging schnell zur Kasse, um die Bestellung einzugeben. Dort hielt ich mich an der Theke fest. Das konnte ja heiter werden!
    Was, wenn sie jetzt öfter kam? Was, wenn sie mich jedes Mal so ansah? Wie sollte ich das überstehen?
    Statt zu sagen, sie ist hübsch, habe ich sie jetzt so gezeigt, wie die Protagonistin sie sieht: Blaue Augen, lange, dunkelblonde Haare und ein offenbar reizendes Lächeln. Dazu gute Manieren. Eine hinreißende Frau, auch wenn nirgendwo gesagt wird, dass sie hübsch ist. Denn - wie hier ja schon oft gesagt wurde - Äußerlichkeiten sind unwichtig. Vielleicht ist sie gar nicht hübsch, aber sie hat offensichtlich eine sehr beeindruckende Ausstrahlung.

    Sonntag, 8. Februar 2015 11:57
  • Danke, ich versuche es!

    Sonntag, 8. Februar 2015 12:09
  • Nanni

    Lara Permalink

    Überlege einfach, was Du in dieser Situation sagen oder tun würdest, und schreibe genau das Gegenteil hin. :)

    Sonntag, 8. Februar 2015 11:53
  • Babs

    Permalink

    Die Ideen und die Umsetzung... echt toll. Vielen Dank!:)
    Wäre spannend, zu erfahren, wie es weitergeht;)

    Sonntag, 8. Februar 2015 9:22
  • Ruth Gogoll

    Babs Permalink

    Skizziert habe ich die Geschichte schon. Ich denke, es wird kein Roman, sondern eine Kurzgeschichte. Na ja, ein Kurzroman wohl eher, so wie ich mich kenne. ;)

    Sonntag, 8. Februar 2015 9:45
  • Schön. Da freue ich mich drauf. Hoffe, dass man die Geschichte dann zu lesen bekommt:) Noch einen schönen Sonntag!

    Sonntag, 8. Februar 2015 9:47
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich habe mal wieder eine neue verfluchte erste Zeile eingestellt. Ich freue mich auf Eure Geschichten! :)

    Samstag, 7. Februar 2015 9:36
  • Ruth Gogoll

    Ruth Gogoll Permalink

    Vielleicht einmal eine Variante, bei der es dann zum Schluss nicht so gut gelaufen. Aber Imke bekommt dafür die Frau vom Bodenpersonal. ;)
    ---
    Ich habe die Geschichte jetzt mal hierhien verschoben: http://www.elles.de/index.php/geschichten/geschichten/1320-nach-lesbos.html

    Sonntag, 8. Februar 2015 7:42
  • Ich warte ab, wie es weiter geht. ;) Obwohl ich die Geschichte als Kurzgeschichte dann wohl nicht lesen kann.

    Sonntag, 8. Februar 2015 11:52
  • Ruth Gogoll

    Nanni Permalink

    Wie gesagt: Kurzroman. Vielleicht so in der Länge wie Céline. Und in dieser Länge kommen alle Bücher bei BoD heraus. Als Kindle und als ePub natürlich auch. Aber auch gedruckt.

    Sonntag, 8. Februar 2015 12:04
  • Ja das weiß ich.

    Sonntag, 8. Februar 2015 12:40

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