Die verfluchte erste Zeile! – Teil 2

Und schon geht es weiter. Eine neue erste Zeile für den nächsten Roman oder die nächste Kurzgeschichte aus Ihrer Feder.

»Wenn du mich nicht sofort küßt, schlage ich dich«, sagte sie.

Die andere Frau starrte sie entgeistert an.

Gut, zwei Zeilen, aber das ist sicherlich auch nicht zu viel.

Und nun ran an die Schreibmaschine, den Computer, den Füllfederhalter.

Viel Spaß!

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  • Juli
  • Ruth Gogoll
  • Barbara
  • Ellen ESS.
  • Asuka
  • Pia
  • Carrie
  • Nanni
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  • Yari
  • Barbara

    Permalink

    Guten Morgen Frau Gogoll
    An meinem Text ist mir nun besonders aufgefallen, dass ich mit „Tina“ und der „anderen Frau“ Probleme hatte. Also ein- bis zweimal fiel der Name „Tina“, dann aber am Schluss z. B. wieder „die andere“. Finde ich persönlich nicht schön… Wie löse ich dieses Problem am besten? Kann ich als Autorin die Namen schon zu Beginn bekannt geben? Auch wenn sich die Frauen ja eigentlich noch gar nicht kennen...
    Ich selber spüre, dass ich dem Gefühlsleben der Figuren näher komme, zwar in kleinen Schritten, aber immerhin. Ich merke aber auch, wie schon kurz angedeutet, dass es mir im Moment - Betonung auf Moment - noch recht schwer fällt, diese Gefühle aufs Papier zu bringen, auch wenn ich die Gefühle ja habe und fühle. Aber wahrscheinlich ist auch das Übungssache und solche Schreibhemmungen werden mit der Zeit abgebaut. Jedenfalls geht es mir jetzt wieder besser.
    Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich immer noch die große Mühe machen und sich Zeit nehmen, mir das beizubringen. Ihre Geduld ist enorm, und davor ziehe ich den Hut. Und ich bin auch gerne bereit, meine Texte immer und immer wieder neu zu schreiben. Ich werfe die Flinte nicht so schnell ins Korn. Ich war aber die letzten Tage einfach stark verunsichert… hatte das Gefühl, hier einfach alles falsch zu machen.
    So, das war jetzt das Wort zum Dienstag;) Ab und zu muss auch ein bisschen Humor einfließen können… ich hoffe auf Ihr Verständnis;)
    Herzlichen Dank!
    Barbara

    Dienstag, 24. Juni 2014 7:29
  • Barbara

    Permalink

    Susanne schob den Einkaufswagen vor sich hin und ratterte mit ihm über den holprigen Parkplatz. Da ist sie wieder, die hübsche Frau von vorhin, mit ihren femininen Bewegungen und dem blonden Kurzhaarschnit. Obwohl Susanne nichts von ihr wusste, fühlte sie sich von ihr wie magisch angezogen.

    Sie beobachtete, wie die Frau mit angewinkeltem Knie und voll gepackt mit Tüten die Hecktür ihres Kombis öffnen wollte. Dabei geriet eine Tüte in Schieflage und fiel zu Boden. Unzählige Äpfel rollten von dem abfallenden Parkplatz nach unten. Oje, die arme Frau… ich muss… ich muss ihr helfen… sie hat ja noch so viele Tüten… sie ist ja völlig hilflos und alleine… Susanne ließ blitzartig ihren Einkaufswagen stehen, zog ihre Jacke aus und rannte los, um möglichst viele Äpfel zu erwischen, bevor sie auf der stark befahrenen Strasse zu Matsch wurden. Sie konnte einen großen Teil der Äpfel retten, und nun lagen nur noch im Umkreis von einem Meter ein paar herum. Beide Frauen griffen gleichzeitig nach dem letzten Apfel, dabei berührten sich ihre Fingerspitzen… Susanne wollte den Apfel aufheben, und ihre Hand legte sich Tinas. Augenblicklich erstarrten beide und schauten auf das sich bietende Bild herab. Wie samtig sich Tinas Hand anfühlt, dachte Susanne.

    Nach einer Weile schauten beide Frauen hoch und ihre Blicke versanken zärtlich ineinander. Susanne fühlte sich wie elektrisiert, angenehm elektrisiert. Sie blickte in diese wunderschönen grün-blauen Augen, und eine angenehme Wärme und ein Kribbeln durchströmte innert Sekunden ihren ganzen Körper. Sie war wie von Sinnen und träumte vor sich hin, als wäre die Zeit stehen geblieben. Doch Tina holte sie abrupt in die Wirklichkeit zurück, indem sie für sie völlig überraschend schnell und fast panikartig ihre Hand zurück zog und sich der weiche, liebevolle Blick von vorhin in einen dunklen, eisigen verwandelte. Sie schaute Susanne mit einem versteinerten Blick an und sagte:

    „Das hätte ich auch alleine geschafft.“ Sie stand auf und strich sich durchs Haar.

    Susanne erschrak, und es lief ihr eiskalt den Rücken herab. „Aber… ich wollte doch nur helfen…“, erwiderte sie verdattert.

    „Ich brauche keine Hilfe… von niemandem“, zischte die andere und warf Susanne einen vernichtenden Blick zu.

    Montag, 23. Juni 2014 22:34
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Der Schluss geht schon in die richtige Richtung. Davor ist es noch zu sehr beschreibend. Insbesondere die Äpfel hätte man noch besser nutzen können. Sie sind hier einfach nur Äpfel, aber sie könnten mehr sein. Wie ich schon schrieb: Man kann metaphorisch sehr viel aus ihnen machen.

    Wer sich wundert, warum ich heute, an meinem Geburtstag, antworte: Ich habe ein supertolles Handy zum Geburtstag geschenkt bekommen (das ich mir selbst nie gekauft hätte, weil es mir zu teuer gewesen wäre), und das Handy teste ich jetzt, während ich unterwegs bin. :)

    Dienstag, 24. Juni 2014 15:11
  • Ein paar Minuten zu spät, aber auch von mir noch alles Gute zum Geburtstag.

    lg
    Juli

    Mittwoch, 25. Juni 2014 0:18
  • Liebe Frau Gogoll
    Herzliche Gratulation zum Geburtstag!!!:)
    Wenn Sie nur Ihr Geschenk testen, dann ist das in Ordnung. Ansonsten sollten Sie heute wirklich nicht arbeiten, sondern den Tag so richtig geniessen;) Lassen Sie es sich gut gehen!
    Trotzdem vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
    Ich werde den Text nochmals schreiben und die Äpfel besser einbauen. Allerdings werde ich erst in ein paar Tagen dazu kommen... die Arbeit ruft;)
    Liebe Grüsse und noch einen schönen Geburtstag wünscht Ihnen
    Barbara

    Dienstag, 24. Juni 2014 15:33
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Die Äpfel sind das eine, aber auf der anderen Seite fehlt es dem Text auch an Lebendigkeit, weil er eben wieder viel zu sehr ins Beschreibende abdriftet, wie ich gestern schon sagte. Ein Zeichen dafür sind auch die Adjektive, beispielsweise die femininen Bewegungen und der blonde Kurzhaarschnitt. Ich erinnere gern mal wieder an den Spruch von Mark Twain: „Wenn Sie ein Adjektiv sehen, bringen Sie es um!“

    Adjektive sind wie Krücken. Man benutzt sie oft, weil man nicht in der Lage ist, etwas zu zeigen. Auch geht diese recht genaue Beschreibung der Person wieder in Richtung Zeitungsartikel. Es werden gleich zu Anfang viel zu viele Details bezüglich der Person genannt, obwohl das in diesem Moment überhaupt noch nicht nötig ist. Möglichweise ist es nie nötig. Ist die Haarfarbe wirklich wichtig oder die Frisur? Eigentlich nicht, oder? Es sei denn, etwas davon ist außergewöhnlich und charakterisiert die Figur. Aber eine blonde Frau mit kurzen Haaren ist nichts Außergewöhnliches.

    Feminine Bewegungen sind bei einer Frau auch nichts Außergewöhnliches. Eher das Gegenteil wäre es. Deshalb ist es wichtig zu überlegen, was man mit solchen Beschreibungen aussagen will. Sollen die femininen Bewegungen uns in die Irre führen, weil die Frau sich am Ende benimmt wie ein Bierkutscher? Soll dieser Gegensatz herausgearbeitet werden?

    Das wäre kein schlechter Ansatz, denn es könnte eine innere Zerrissenheit ausdrücken. Dann müsste hier im Text jedoch noch viel mehr auf diesen Gegensatz eingegangen werden. Es müsste die Irritation dargestellt werden, die dieser Gegensatz hervorruft. Ich glaube aber, das war gar nicht beabsichtigt. Die femininen Bewegungen und der blonde Kurzhaarschnitt bedeuten eigentlich gar nichts. Und deshalb kann man diese Beschreibung weglassen.

    Noch etwas zu dem Problem mit der „anderen“ Frau bzw. dem Namen. Der Name Tina kann nicht auftauchen, bevor Susanne nicht weiß, wie Tina heißt. Es ist in der Tat ein Problem, wenn man zwei Frauen in einer Szene hat und in der 3. Person erzählt, das kenne ich auch. Da hilft nur Umformulieren, so dass man den Namen nicht braucht.

    Hier ist das Umformulieren vergleichsweise einfach, denn der Satz Susanne wollte den Apfel aufheben, und ihre Hand legte sich (in) Tinas ist überflüssig. Man kann ihn einfach ersatzlos streichen. Und bei der zweiten Erwähnung von Tinas Namen reicht das Pronomen: Wie samtig sich ihre Hand anfühlt, dachte Susanne.

    Der nächste Satz allerdings schießt dann weit über das Ziel hinaus. Ihre Blicke versanken zärtlich ineinander? Das ist normalerweise die Einleitung zu einem Kuss oder einer Liebesszene, aber für eine erste Begegnung allzu übertrieben. Da können sich ihre Blicke höchstens streifen. Und dann gibt es gleich wieder einige Adjektive zu ermorden: wunderschön und grün-blau. Viel zu viel an Einzelheiten zu diesem frühen Zeitpunkt.

    Auch auf Wortwiederholungen achten. Mehrmals angenehm bzw. Blick. Es gibt Schriftsteller, die niemals zweimal dasselbe Wort auf derselben Seite verwenden. Wenn man den Text noch einmal durchliest, bevor man ihn hier einstellt, also möglichst solche Wortwiederholungen streichen.

    Und noch einmal eine allzu übertriebene Formulierung: Sie war wie von Sinnen. Wann ist man wie von Sinnen? Wenn man sich in einem extremen Zustand der Erregung befindet, beim zehnten Orgasmus oder wenn man vor Wut rast. Das passt hier überhaupt nicht. Susannes Sinne sind vielleicht verwirrt, aber sie ist ganz sicher nicht von Sinnen.

    Ebenso übertrieben ist die weiter oben stehende Formulierung Sie ist ja völlig hilflos und allein. Das klingt, als wäre Tina eine alte Oma mit Krückstock. ;) Eine junge Frau, die sich im Vollbesitz ihrer körperlichen Kräfte mit einer Einkaufstüte abplagt, ruft normalerweise keine solche Einschätzung hervor. Die Formulierung soll vermutlich auf Susannes Helfersyndrom hinweisen, aber der Schuss geht nach hinten los. Es reicht, wenn Susanne sofort losstürzt, als die Äpfel den Parkplatz hinunterrollen, das zeigt, dass sie eine sehr hilfsbereite Person ist.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 9:41
  • Danke für Ihre wertvolle Kritik. Ein neuer Versuch…;)
    Antworten auf Ihre Fragen: Nein, kein Bierkutscher… Das wäre im Moment zu komplex für mich… und die Haarfarbe, der Haarschnitt usw. haben keine große Bedeutung
    Vielen Dank für Ihre geschätzte Rückmeldung!
    ----------------------------------------------

    „Süße oder eher saure?“

    Die Frau glotzte Susanne an, als käme sie von einem anderen Stern. „Äh… eher süße“, antwortete sie.

    „Dann würde ich die hier nehmen.“ Susanne zeigte auf die roten Äpfel und lächelte. „Die schmecken vorzüglich.“

    „Danke…, aber die hätte ich auch alleine gefunden.“ Mit gerunzelter Stirn guckte sie zu Susanne.

    „Ja, das glaube ich Ihnen. Aber ich helfe gerne…“

    Sie seufzte. „Ja…, das ist unübersehbar.“ Mit hochgezogenen Augenbrauen trat sie ein paar Schritte zurück und wendete sich ab.

    Draußen ratterte Susanne mit ihrem Einkaufswagen über den Parkplatz und beobachtete, wie die Frau mit angewinkeltem Knie und voll gepackt mit Tüten die Hecktür ihres Kombis öffnete. Sie fühlte sich von ihr magisch angezogen, obwohl sie sich vorhin so schnell aus dem Staub gemacht hatte. Beim Verstauen in den Kofferraum fiel eine Tüte zu Boden, und unzählige Äpfel rollten vom Parkplatz. Susanne ließ ihren Wagen stehen, zog ihre Jacke aus und rannte los.

    Beide griffen gleichzeitig nach dem letzten Apfel, dabei berührten sich ihre Fingerspitzen, und ihre Hände glitten ineinander. Augenblicklich erstarrten sie und schielten auf das sich ihnen bietende Bild herab. Wie samtig sich ihre Hand anfühlt…, dachte Susanne.

    Sie schauten hoch, und ihre Blicke streiften sich. Susanne fühlte sich wie elektrisiert. Eine Wärme durchströmte ihren Körper…, doch plötzlich zog ihr Gegenüber panikartig die Hand zurück, und die frostigen Augen durchbohrten Susanne. Es lief ihr nur noch eiskalt den Rücken hinunter.

    „Das hätte ich auch alleine geschafft“, schnaubte die Frau, erhob sich und strich sich durchs Haar.

    Susanne erschrak. „Aber… aber ich wollte doch nur helfen…“, erwiderte sie verdattert. „Hier… noch Ihr Apfel.“

    „Ich brauche keine Hilfe… Verstehen Sie das? Von niemandem“, fauchte sie, schlug die Hände vor ihrer Brust zusammen und drehte sich einmal im Kreis. „Den Apfel können Sie behalten“, brummte sie weiter.

    „Mein Gott… Sind Sie immer so mies drauf? Und für Sie habe ich in den sauren Apfel gebissen...“ Ist das ein Zankapfel, dachte Susanne.

    „Wissen Sie was? Lassen Sie mich einfach in Ruhe…“ Mit einer abwinkenden Handbewegung drehte sie sich um und marschierte zu ihrem Auto, stieg ein und fuhr mit quietschenden Reifen davon.

    „Tschüss…“, murmelte Susanne vor sich hin „…und Danke für den Apfel…, den werde ich aufbewahren, als Erinnerung...“ Sie schüttelte den Kopf und latschte zu ihrem Opel.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 13:16
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Das ist jetzt schon viel besser. Obwohl ich solche Verben wie glotzte oder latschte nicht verwenden würde, das klingt doch sehr (ab)wertend.

    Was ich mit den Äpfeln meinte, ist glaube ich nicht richtig angekommen. Ich hätte mir beispielsweise ein Bild vorgestellt, mit dem die Beziehung von Tina und Susanne charakterisiert wird. Ein Apfel, der unter einem Autoreifen zerquetscht wird, wäre mir da in den Sinn gekommen.

    Der Apfel war langsam bis auf die Straße gerollt, wo er liegenblieb, als würde er auf etwas warten. Die Ampel sprang auf grün. Ein Lastwagen fuhr dröhnend an, näherte sich mit bösartigem Röhren, und schwarzes Gummi grub sich in knackiges Rot. Das Geräusch des Zerquetschtwerdens hörte man nicht, aber eine schmutzige musartige Masse blieb auf dem Asphalt zurück, die nichts mehr mit dem perfekten Apfel gemein hatte, die sie einmal gewesen war.
    ›Besser könnte ich es nicht ausdrücken‹, dachte Susanne. ›Genauso fühle ich mich. Als ob mich ein Lastwagen überrollt hätte.‹ Und dabei war es doch nur eine Frau gewesen.
    Ich habe das jetzt einmal bewusst plakativ formuliert. Eigentlich würde auch das Bild selbst reichen, ohne dass Susanne das noch einmal denkt.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 13:54
  • Ich habs verstanden... nach dem Lesen Ihres Textes;) Da sieht man halt, dass ein Profi am Werk war:)
    Danke für Ihre Rückmeldung... ein ganz kleines Licht am Ende des Tunnels...
    Verben wie latschen und glotzen gehören normal auch nicht in meinen Wortschatz. Ich habe die mehr aus der Not heraus genommen, um mich nicht zu wiederholen. Aber bestimmt gibt es auch hierfür bessere Lösungen. Ich werde versuchen, eine zu finden.
    Ich würde jetzt diese erste Szene nochmals anpassen und lebendiger machen bzw. so etwas ähnliches, wie Sie mir netterweise vorgeschrieben haben, einbauen. Wäre das okay?
    Gerne möchte ich nämlich mit dieser Geschichte weitermachen... und mich nicht gefühlsmässig aus dem Staub machen.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 14:23
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Am Anfang würde ich Susanne vielleicht nicht ganz so aus dem Blauen nach den Äpfeln fragen lassen, weil das etwas penetrant erscheint. Eventuell davor noch einen Satz einbauen wie

    Während Susanne nach den reifsten Bananen für ihren Kuchen suchte, fiel ihr Blick auf die Frau, die vor den im Supermarkt aufgestapelten Äpfeln stand, als hätte sie noch nie zuvor einen Apfel gesehen. Sie wirkte fast etwas verloren, als könnte sie sich nicht entscheiden, welche sie nehmen sollte.
    Susanne lächelte. „Süße oder saure?“, fragte sie.
    „Wie?“ Der Kopf der Angesprochenen flog herum.
    Susanne trat zu ihr. „Haben Sie lieber süße oder saure Äpfel?“, formulierte sie ihre Frage um.
    „Süße“, kam eine irritierte Antwort aus einem etwas verkniffenen Mund.
    „Dann würde ich diese hier nehmen.“ Susanne lächelte immer noch, auch wenn ihr Lächeln nicht erwidert wurde.
    Dass Susanne einen Kuchen backen will, charakterisiert sie nebenbei auch noch.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 14:42
  • Vielen Dank:)
    Jetzt vielleicht eine ganz blöde Frage...
    Es ist jetzt schon so gemeint, dass ich Ihre formulierten Texte als Denkanstoss/Muster betrachte, oder? Ich mir aber andere Szenen ausdenke?
    Ihre einfach zu übernehmen oder leicht umzuformulieren wäre ja bestimmt nicht Sinn der Sache und Frau würde es sich damit sehr einfach machen;)
    Das wird schwierig, denn jetzt habe ich Ihre Vorgaben gerade fix iim Kopf;). Nicht falsch verstehen bitte! Ich gehe jetzt mit den Hunden raus und lüfte den Kopf. Dann wird das schon wieder;)
    Also, für eine letzte Antwort für heute bin ich Ihnen sehr dankbar!

    Mittwoch, 25. Juni 2014 15:00
  • Ruth Gogoll

    Barbara Permalink

    Meine Texte sind immer nur eine Illustration. Sie sollten nicht übernommen werden. Es geht mir darum, dass das, was ich versuche zu illustrieren, verstanden und dann mit eigenen Worten angewendet wird.

    Mittwoch, 25. Juni 2014 15:25
  • Barbara

    Permalink

    Liebe Frau Gogoll, liebe Leserinnen
    Ich habe mir meinen Text nochmals genauer angeschaut und festgestellt, dass wiederum ein paar grobe Schnitzer drin sind… ganz am Anfang z. B. Ich habe das wieder einmal mehr der Leserin etwas gesagt, was da nicht stehen dürfte…
    Ich weiß nicht, wie man so dämlich sein kann. Im Moment nerve ich mich nur ab mir selbst…:(

    Ich habe aber eine andere Frage und mich würde mal interessieren, ob Sie, Frau Gogoll, oder jemand anderes auch schon eine solche Erfahrung gemacht haben (z. B. als Anfängerin)? (Es gehört zwar nicht wirklich hier in die Schreibwerkstatt).

    Ich beschäftige mich intensiv mit der Entwicklung meiner Hauptfigur, also ja eigentlich beiden Hauptfiguren. Es wird wohl schon so sein, dass der eigene Charakter in der Hauptfigur – natürlich nur teils – zum Tragen kommt.

    Sie haben mir völlig richtig mal geschrieben, dass es Ihnen so vorkommt, als würde ich Gefühle nur beschreiben, dass alles nur an der Oberfläche stattfindet.
    Tja, jetzt merke ich, dass ich selbst die letzten Jahre gefühlsmäßig viel, wahrscheinlich zu viel abgeblockt habe, ja abblocken musste, denn sonst hätte ich meinen Job und anderes gar nicht mehr richtig erledigen können. Und jetzt beschäftige ich mich mit dem Schreiben intensiv, weil meine Figuren ja an Tiefe gewinnen sollten… und ich frage mich nun selbst gerade, was im Leben eigentlich 'richtig wichtig' ist. Wie Sie sehen, hat die Schreiberei, auch wenn sie im Moment noch sehr schlecht ist, so oder so etwas Gutes. Frau hier muss mal bei sich selbst hinschauen… Ja, ich werde das jetzt einfach mal als etwas Gutes betrachten, auch wenn ich selbst gerade noch meine Baustellen flicken muss…
    Hat jemand schon mal einen ähnlichnen Prozess durchlebt, oder geht das nur mir so?
    Herzlichen Dank und liebe Grüsse
    Barbara

    Montag, 23. Juni 2014 9:19
  • Ellen ESS.

    Barbara Permalink

    Hallo Barbara,
    ich weiß nicht, ob Dir das jetzt auf irgendeine Art hilft, aber vielleicht ...
    Natürlich spielt in die Texte Persönliches mit rein, ist doch eigentlich logisch. Frau greift ja in gewisser Weise auf Empfindungen und Gefühlsregungen zurück, die sie kennt. Manchmal kommen dabei auch nicht so schöne zum Vorschein.
    Mit dem ganzen romantischen, liebevollen, zärtlichen – ich nenne es jetzt ausnahmsweise mal – Gefühlskram komme ich mir vor, als würde ich mich nackig machen. Ich arbeite dran, es abzulegen, aber von heute auf morgen wird das nix.
    Auf Frau Gogoll wirken meine Figuren deshalb oft unsympathisch und oberflächlich. Mit mir – wenn wir uns denn irgendwann mal begegnen sollten – würde ihr das wohl ebenso gehen.
    Und da ist es wieder – das Persönliche! Der erste Eindruck wäre so; wie in den Texten eben. Gefühllos, verschlossen, unsympathisch. Aber das ist gewollt und eine Art Selbstschutz der Figuren. Wer 'nen fiesen Eindruck macht, den will niemand näher kennenlernen. Und wer einer Person nicht nahesteht, kann sie auch nicht verletzen, wie es eine Vertraute tun könnte. Also (in der Geschichte) immer schön auf Abstand halten. Nur die, die sich nicht von diesem ersten Eindruck haben abschrecken lassen, werden deren wahres, positives Ich kennenlernen. Deshalb dauert's in meinen Texten auch ein bisschen, ehe selbst die biestigsten Frauen sanft wie ein Lämmchen werden ;)

    Mach weiter, das wird!

    Liebe Grüße - Ellen ESS.

    Montag, 23. Juni 2014 16:12
  • Liebe Ellen
    Als erstes herzlichen Dank für deinen Beitrag und die aufmunternden Worte!
    Ich finde es als Anfängerin nicht einfach, der Leserin zu vermitteln, dass da zwei ganz gegensätzliche Frauen aufeinander treffen. Beide Frauen sind ja - zumindest am Anfang - einfach mal so, wie sie eben sind, durch ihr Erlebtes und auch durch ihren ganz persönlichen Charakter. Wenn man meine beide Figuren nimmt, so ist Susanne eine sehr gefühlsbetonte Frau und Tina diejenige, die von der Gefühlsduselei nichts mehr wissen will, wobei sie sich da selbst wohl etwas vormacht. Da Susanne eben sehr gefühlsbetont ist und nebenbei noch ein Helfersyndrom hat, ist das am Anfang für Tina einfach zu viel. Sie ist damit und mit allem, was von Susanne aus kommt, schlicht überfordert und reagiert deshalb auf extreme Art und Weise. Da knallen im ersten Moment Welten aufeinander. Mein Problem ist, dass ich als Autorin meine vorhandenen Hemmungen beim Schreiben (das ist bestimmt auch ein Grund) und wahrscheinlich auch mein Schutzschild, dass wohl irgendwo jeder Mensch im Alltag ein Stück weit mit sich herum trägt, beim 'Schreiben' völlig ablegen muss. Daran arbeite ich im Moment an mir selbst und ich versuche jetzt einfach, diese erste Szene mit den Äpfeln so zu schreiben, dass die Leserin mitfühlen kann... indem ich mich diesen Gefühlen ganz hingebe.
    Liebe Grüsse
    Barbara

    Montag, 23. Juni 2014 18:28
  • Ruth Gogoll

    Ellen ESS. Permalink

    Das ist mit ein Grund, warum ich Autorinnen, die Probleme mit positiven Gefühlen (negative wie Ärger und Zurückweisung zu zeigen, scheint ja kein Problem zu sein) haben, ein anderes Genre als ausgerechnet das des Liebesromans empfehle. Es gibt diesen Spruch "Schuster, bleib bei deinem Leisten", und das gilt auch hier. Wie wäre es mit einem schönen Krimi, in dem es nicht um Gefühle geht, sondern um ein Verbrechen aus Geldgier? Da kann man in negativen Gefühlen schwelgen, soviel man will, und muss sich nicht mit sonstigem Gefühlskram abgeben. ;)

    Und auch wieder der Hinweis: Ein Buch ist nicht die Realität. Wenn man das Gefühl hat, dass man sich selbst und seine eigenen Gefühle mit einem Text der Öffentlichkeit preisgibt, gelingt es einem nicht, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Das muss man als Autorin lernen.

    Aus einer biestigen Figur eine nette Figur zu machen ist äußerst schwierig. Gerade Anfängerinnen würde ich diese Vorgehensweise deshalb nicht empfehlen. Es ist sehr viel einfacher, eine nette Figur zur Protagonistin zu machen, um das Schreiben zu üben. Abgesehen davon, dass auch die Leserinnen allzu biestige Figuren nicht schätzen. Das Gute muss zumindest aufblitzen, sonst verliert man schnell das Interesse an einer Figur.

    Hier treffen sich Realität und Fiktion ein wenig: Auch in der Realität wird man sich nicht gern mit einem Menschen beschäftigen, der einen nur zurückstößt und sich nicht die geringste Mühe gibt, einem entgegenzukommen. Somit wird kaum eine Leserin solange weiterlesen, bis aus dem Biest ein Lämmchen geworden ist. Ebenso wie man in der Realität von einem Menschen, der sich so biestig verhält, wohl Abstand hält, und deshalb eventuell nie erfährt, dass ein Lämmchen in ihm steckt.

    Als Mensch in der Realität kann man sich entscheiden, dass es einem egal ist, wenn einen niemand liebt. Bei einer Romanfigur ist das etwas anderes. Dort ist es die Aufgabe der Autorin, die Leserinnen dazu zu bringen, die Romanfigur zu lieben.

    Montag, 23. Juni 2014 17:36
  • Ellen ESS.

    Ruth Gogoll Permalink

    Statusmeldung ;)
    Gerade versuche ich, aus meiner biestigen Marla ein Lämmchen zu machen. Ich weiß, Sie raten "Lehrlingen" davon ab, weil es sehr schwierig ist, aber mich hat der Ehrgeiz am Schlafittchen, und er lässt einfach nicht los :D

    Mittwoch, 25. Juni 2014 15:41
  • Liebe Ellen
    Da bin ich mal gespannt... Ich wünsche dir viel Erfolg beim Zähmen;)
    Lieber Gruss
    Barbara

    Mittwoch, 25. Juni 2014 17:02
  • Ellen Ess.

    Barbara Permalink

    Danke, Barbara, den wünsche ich mir auch. Aber Frau Gogoll hat mir mit ihrem Bild so'n bisschen den Wind aus den Segeln genommen :(

    Schönen Abend! - Ellen

    Mittwoch, 25. Juni 2014 18:24
  • Ach... es wird neuer Wind kommen... und wer weiss... vielleicht werden die Segel ja ganz neu gesetzt;)
    Ich freue mich jedenfalls darauf, hier deinen Text zu lesen:)
    Dir auch einen schönen Abend!
    Barbara

    Mittwoch, 25. Juni 2014 19:12
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