5 Wörter – Teil 4

Neue Wörter für die Schreibinteressierten:

Baum, Mauer, Blumenvase, Kaffeemaschine, Rolltreppe

Ich bin schon gespannt auf die Geschichten.

Overall Rating (0)

0 out of 5 stars
Add comment

People in this conversation

  • Renate Gläser
  • Nicole
  • Ellen ESS.
  • Terry
  • Nicole Jacob
  • Ruth Gogoll
  • Carrie
  • Nanni
  • Helen
  • Pia
  • Renate Gläser

    Permalink

    "Oh Mann mit dröhnendem Schädel wachte ich auf. Wenn ich so weitermache werde ich noch zu einem Alkoholiker.
    Meine 2 Katzdamen machten Krach für 10.
    Ich stieg aus dem Bett , schlurfte in die Küche und schimpfte leise . Ich war gekonnt in eine Scherbe getreten.
    Leise schrie ich auf , hob den Fuß und zog die Scherbe raus. Tropf Tropf, das Blut sickerte auf den Boden.
    Ich humpelte zum Schrank , holte ein Pflaster raus und verarzte mich.
    Putzte und fegte die Scherben auf , nun ja das war dann wohl meine letzte Blumenvase.
    Meine 2 Katzen schauten unschuldig zu . Ich lächelte schon wieder und gab den 2 Katzen Futter.
    Böse , Nein das lag nicht in meiner Natur.
    Dann schaltete ich die Kaffeemaschine ein , mein Blick schweifte aus dem Küchenfenster.ich riss das Küchenfenster auf
    und rief laut runter , " Ey Mann , ja Du , musst Du gegen die Mauer strullern, hat Dir deine Mutter nicht beigebracht auf die Toilette zu gehen ?"
    Ich schloss heftig das Fenster grinste mir ein und fühlte mich schon besser.
    Hastig trank ich meinen Kaffee , duschte geschwind und hüpfte fast schmerzfrei die Treppe runter.
    Lächelnd grüßend umarmte ich meinen Baum wie jeden morgen , sprang quer über die Strasse , fuhr die Rolltreppe runter und wieder rauf.
    " Wenn mich jemand sieht der denkt ich bin durchgedreht."
    Ich lächelte Träumend vor mich hin .Zügig ging ich weiter zur Arbeit . "Wann, wann werde ich dich wiedersehen?", du Frau meiner Träume . Ich glaube ich bin verliebt.
    "Hallo Chefin , " ich blieb wie angewurzelt stehen und drehte mich um .
    Da stand Sie die Frau meiner Träume . Mein Herz machte einen heftigen Sprung , jetzt oder nie dachte ich.
    Hallo Carmen , grüßte ich lächelnd zurück . " Sag mal Carmen wie sieht es aus, schwänzen wir heute und du gehst mit mir frühstücken ? " Sie grinste , "klar Chefin auf deine Kosten ?" ich grinste zurück und nickte.
    Sie hat zugesagt . Wo werden wir heute noch landen, fragte ich mich im Stillen.

    Montag, 25. Mai 2015 17:33
  • Edit: Habe die Antwort gelesen. 6 Seiten sind vielleicht ein bisschen viel. Obwohl man das hier auch reinziehen kann mit der Maus.

    Das hier hat tatsächlich was von Tagebuch, das stimmt. Aber auch da könnte man mit ein paar kleinen Änderungen eine richtige Geschichte draus machen.

    Sonntag, 31. Mai 2015 13:54
  • Es ist aber nun auch nicht Sinn der Sache, einfach hinter jedem Punkt einen Absatz zu machen. :) Absätze sollten das enthalten, was zusammengehört. Das kann ein Satz sein, es können zwei oder drei Sätze sein, oder bei längeren Texten natürlich auch mal fünf oder sieben Sätze.

    Zudem schreibt man „Du“ nur in der Anrede in einem Brief groß, ansonsten – und insbesondere in einem Dialog – schreibt man „du“, „dich“, „dir“ etc. immer klein. Dann würde ich sagen, dass eine Frau nicht zum Alkoholiker werden kann, weil das die männliche Form ist, also eine Frau könnte höchstens zur Alkoholikerin werden. ;)

    Außerdem macht man kein Leerzeichen bei den Anführungszeichen. Also das Anführungszeichen leitet eine wörtliche Rede ein oder beendet sie, und dazwischen sind keine Leerzeichen. „Oh Mann“, sagte meine Mutter.

    Ein Komma kommt zudem im Dialog nach den Anführungszeichen am Schluss, wie man hier oben bei dem kleinen Beispiel sieht. Ebenso sollte man darauf achten, welche Wörter groß und welche klein geschrieben werden. Nach einem Punkt geht es immer groß weiter, und dort sollte dann nach dem Punkt auch ein Leerzeichen stehen.

    Wenn man schreiben will, muss man sich auch mit diesen vielleicht etwas lästigen Dingen auseinandersetzen, denn wenn man einen Text liest, der in dieser Hinsicht so fehlerhaft ist, dann achtet man kaum mehr auf den Inhalt, weil man sich so über die ganzen Fehler ärgert.

    Dienstag, 26. Mai 2015 11:46
  • Renate Gläser


    Notice: Trying to get property of non-object in /home/www/elles/components/com_komento/themes/kuro/comment/item/inreplyto.php on line 23
    Permalink

    Danke,
    und Entschuldigung für die bösen Worte
    ( da ich leider die Entschuldigung nur absenden kann wenn Sie 100 Zeichen enthält , schreibe ich diesen Zusatz)
    .............................................................................................................................................
    Der Schreiberling schreibt ,
    um des geliebten Wortes,
    Ausdruck der sinnlichen Luft ,
    in jeden Buchstaben gedruckt.

    der Schreiberling schreibt,
    um des geliebten Wortes,
    mit Tinte zerdrückt Er die Wut,
    zum lauten Wort fehlt Ihm der Mut

    Der Schreiberling schreibt,
    um des geliebten Wortes,
    ein feiner Schwung mit dem Lineal
    er weint und stöhnt um so manche Qual

    Montag, 25. Mai 2015 18:35
  • Ellen ESS.

    Permalink

    Puh ... Hitze ... klares Denken so gut wie unmöglich ;) Trotzdem ein Versuch.

    „Hmm ..., wird man lesbisch oder ist man das von Geburt an, wenn man es ist?”, sinnierte Melanie mal wieder. Gute Frage – nächste Frage. Am besten ließ sich darüber bei einem starken Kaffee nachdenken. So dick, dass der Löffel darin stehen konnte.
    Mel bereitete die Kaffeemaschine vor. Dann schaltete sie die Maschine ein, die anscheinend erst gebettelt werden wollte, einen Kaffee zu kochen. Schließlich, nach einer ganzen Weile, die Mel über das Entstehen von sexuellen Neigungen grübelnd auf dem einzigen Stuhl in der nur sporadisch eingerichteten Küche saß und auf die Maschine gestarrt hatte, platschten gemächlich die ersten Tropfen des Getränkes in die Glaskanne. Irgendetwas stimmte da nicht. Die nicht vorhandene Schnelligkeit der Kaffeemaschine machte Mel stutzig, da war auf jeden Fall etwas faul. Dazu kam noch dieses permanent schnotternde Geräusch, das das Gerät dabei von sich gab. Es hörte sich wirklich nicht gesund an und auch keineswegs appetitlich. Ganz im Gegenteil. Es löste bei Mel einen leichten bis mittelschweren Brechreiz aus. „Was soll's”, sagte sie zu sich selbst, „ich will einen Kaffee trinken, also muss ich auch – wohl oder übel – dieses Geräusch ertragen”, sah sie ein und ging gleich darauf in den Flur, um ihr Telefon zu holen.
    Sie schnappte sich den Apparat, begab sich durch die Terassentür hinaus in den Garten und setzte sich dort auf die Mauer aus Feldsteinen, die von einem riesigen, uralten Baum, einer Kastanie, beschattet wurde.
    Hastig tippte Mel die Nummer von Adam, ihrem besten Freund ein, der ein Faible für's Shoppen hatte. Demnach war er genau der Richtige für Mel's Suche nach einer neuen Kaffeemaschine. Beim gemeinsamen Einkaufen würden sie eine Menge Spaß haben.
    Schon nach einem Klingeln hörte sie die singende Stimme von Philip, Adam seinem Schwarm.
    „Ja, Raither”, kam es aus dem Hörer.
    „Hallo, Philip, hier ist Mel. Könnte ich mal mit deiner besseren Hälfte sprechen?”
    „Tut mir leid, Melanie, aber Adam ist noch unterwegs. Soll ich ihm etwas ausrichten?”
    „Nein, lass mal gut sein, ist nett von dir. Aber vielleicht könntest ja du ...” Schnell verwarf sie den Gedanken wieder. „Ach, schon gut ... Schöne Grüße an Adam und bis bald”, verabschiedete sich Mel und legte auf.
    Das „Okay, bis dann” von Philip hörte sie schon gar nicht mehr.
    „Macht nichts”, meinte Mel zu sich selbst. „Fahr ich eben allein.” Sie ging wieder zurück in die Küche, warf dem inzwischen durchgelaufenen Etwas – Kaffee konnte man das nicht nennen – einen verächtlichen Blick zu und machte dicke Backen.
    „Igitt, sieht das eklig aus”, stellte Mel angewidert fest und schüttelte sich. Nein, diese Plörre konnte man wirklich nicht als Kaffee bezeichnen.
    Sie schaltete die Kaffemaschine aus, griff erneut nach dem Telefon, und rief sich ein Taxi, das sie in den einige Kilometer entfernten Einkaufspark bringen sollte.
    Schon wenige Minuten später klingelte es an der Tür und aus der Gegensprechanlage ertönte ein mürrisches „Taxi”.
    Mel schnappte sich ihre Kreditkarte, die sie schon griffbereit auf dem Tisch zu liegen hatte, steckte sie in die Brusttasche ihres karierten Hemdes und verließ das Haus. Sie stieg in das wartende Taxi, begrüßte den kahlköpfigen Fahrer mit einem freundlichen „Hallo” und gab ihr gewünschtes Ziel an. „Zum Nova Eventis nach Günthersdorf, bitte.”
    Das Randgebiet der Stadt ließen sie schnell hinter sich, jetzt waren rechts und links der Straße Äcker und weit ausgedehnte Wiesen zu sehen. Nach einigen Minuten Fahrt waren in der Ferne die ersten Parkhäuser auszumachen, in denen samstags gewöhnlich Tausende Autos standen. Deren Besitzer und ihre Familien machten den riesigen Einkaufspalast, in dem über zweihundert Geschäfte, Cafés und Restaurants untergebracht waren, unsicher.
    Das Taxi hielt direkt vor dem Eingang, und der brummige Typ am Steuer kassierte die knapp zwanzig Euro, die die Fahrt kostete. Mel zahlte, stieg aus und knallte die Tür mit mehr Wucht zu, als nötig war. Dieser unfreundliche Kerl hatte ihre gute Laune strapaziert bis zum Abwinken.
    Mel steuerte auf den Fahrstuhl zu und betrat ihn gemeinsam mit etlichen anderen Leuten, die nichts Besseres zu tun hatten, als sich an einem Samstagnachmittag bei brütender Hitze in ein solches Getümmel zu stürzen.
    In der ersten Etage angekommen, öffneten sich die Türen, und die Fahrgäste stoben in alle möglichen Richtungen auseinander. Mel begab sich gleich zur Rolltreppe, denn hier auf der ersten Ebene – so gut kannte sie sich schon aus – würde sie nicht das finden, was sie suchte. Um eine vernünftige und vor allem preiswerte Kaffeemaschine zu erstehen, würde sie in den Mediamarkt gehen ... Das bedeutete – Rolltreppe und ab in die zweite Etage.
    Melanie starrte auf die schlanken, unendlich langen Beine und den daran anschließenden Knackpo der schon etwas reiferen Dame, die einige Meter vor ihr auf der Rolltreppe stand. Sie kannte diese Frau überhaupt nicht, und trotzdem reagierte ihr Körper auf diese sonnengebräunte Schönheit mit der dunklen Mähne.
    Ohne lange zu überlegen fasste sich die junge Chaotin ihr vor Aufregung pochendes Herz, legte die paar Stufen bis zu der Unbekannten zurück, bis sie, Melanie, direkt hinter ihr stand, und sprach sie mit zittriger Stimme an.
    „Hallo, schöne Frau, …” Die Frau drehte sich zu Mel um, der fast die Luft weg blieb. Aus einem Engelsgesicht schauten faszinierende, braune Augen auf sie herab. Gezwungenermaßen, denn die Unbekannte stand ja auf einer höheren Stufe, und war zudem auch noch sehr groß.
    „Hallo.” Die Unbekannte unterzog Mel von Kopf bis Fuß einer gründlichen Musterung und lächelte dabei charmant.
    Mel nahm diese etwas ungewöhnliche Situation mit Humor.
    „Und? Hab ich bestanden?”, fragte sie, dieses Lächeln erwidernd. „Wenn das der Fall ist, dann würde ich Sie gern zu einem Eiskaffee einladen.”
    „So … würden Sie gerne? Was hält Sie davon ab, tun Sie es doch”, gab die Schöne schlagfertig zur Antwort. Für einen Moment war Mel baff. Sie überlegte, ließ ihre grauen Zellen einen kleinen Zwischenspurt einlegen.
    „Okay, also dann … ähm ... gehen wir doch ins Pinocchio einen Eiskaffee trinken. Ich lade Sie natürlich ein.”
    „Sehr gern. Danke.” Wieder lächelte dieses bezaubernde Wesen und es bildeten sich kleine Grübchen um ihren Mund. Es war ein Lächeln, das selbst Eisblöcke zum Schmelzen bringen würde.
    Mit einem ausladenden Schritt verließ Mel's neue Bekanntschaft die Rolltreppe, und nur einen Augenblick später folgte auch Melanie selbst. Gemeinsam gingen sie zielstrebig zu einem freien Tisch im Pinocchio und setzten sich. Die Karte lag bereits auf dem runden Bistrotisch, und ganz zufällig griffen beide Frauen gleichzeitig danach, wobei sich ihre Hände leicht streiften. Mel zog ihre Hand zurück und überließ die Karte ihrer Gegenüber.
    Diese kurze Berührung hatte einen kleinen Stromstoß durch Mel's Körper geschickt und in ihr regte sich nun etwas, von dem sie nicht genau wusste, was es war. Ihr wurde auf einmal so warm und dieses Kribbeln im Bauch … wie Brausestäbchen. Ein angenehmes Gefühl, das von Sekunde zu Sekunde intensiver wurde. Je länger Mel mit dieser Wahnsinnsfrau zusammensaß, desto tiefer versank sie in deren strahlenden Augen.
    Nur diese blöde Blumenvase störte irgendwie. Mel schnappte sich das Ding, stellte es einfach nebenan auf den Tisch und setzte sich wieder.
    „Haben Sie … Wie heißen Sie eigentlich?”, fragte Mel etwas unbeholfen.
    „Mein Name ist Helena und ja, ich habe”, antwortete Mel's Gast. Dabei funkelten die rehbrauen Augen der bis eben noch Unbekannten vergnüglich. „Verrätst du mir auch deinen Namen?”
    „Ich bin Melanie, aber meine Freunde nennen mich alle nur Mel.”
    Okay, … Mel, meinetwegen können wir bestellen. Ich möchte gern eine Eisschokolade. Und du?” Helena gab dem Kellner ein Zeichen, und der kam mit gezücktem Touchpad zu den beiden, um deren Bestellung aufzunehmen.
    „Auch eine Eisschokolade, bitte”, antwortete Mel mit etwas Verspätung auf die Frage von Helena. Diese bestellte bei dem wartenden Kellner.
    „Wir hätten gern zwei Eisschokoladen und ein Glas Wasser, bitte.” Der Kellner wiederholte. „Zwei Mal Eisschokolade, ein Wasser …”, gab die Bestellung ein und verließ den Tisch wieder.
    „Normalerweise ist es überhaupt nicht meine Art so mir nichts dir nichts mit der Türe ins Haus zu fallen ...”, Mel unterbrach ihren wagemutigen Vorstoß, etwas verunsichert darüber, ob sie denn auch das Richtige tun würde.
    Helena redete der jungen Frau gut zu. „Na, sag schon. Ich werde dir deinen hübschen Kopf schon nicht abreißen.”
    „Da bin ich mir allerdings nicht so sicher”, gestand Mel ein, griff zaghaft nach Helenas Hand und streichelte sanft mit dem Daumen darüber.
    „Leg los. Nur keine Hemmungen!”, forderte die Dunkelhaarige ihre Gegenüber erneut auf. Diese Stimme, diese Augen – sie ließen Mel dahin schmelzen wie Butter, verzauberten sie.
    Ohne Helena's Hand freizugeben, kam Melanie deren Aufforderung nach und fiel nun doch mit der Tür ins Haus.
    „Helena, ich möchte mit dir schlafen.” Etwas beschämt starrte Mel auf die wunderbar weiche Hand, die sie immer noch in ihrer hielt und nun an ihre Lippen führte, um einen zarten Kuss darauf zu hauchen. Hatte sie das eben wirklich gesagt? Sie konnte es nicht glauben. Aber diese Frau beraubte sie aller ihrer Sinne. Anscheinend auch dem des Taktgefühls ...

    Donnerstag, 1. August 2013 9:44
  • Also ich kann mich Nicole nur anschließen. Und auch dem, was Ruth bereits bei Teil 1 geschrieben hat. Das wiederholt sich hier: Es werden zu viele Dinge beschrieben, die nicht nötig wären. Beim Schreiben muss man sich generell immer überlegen, in wie weit etwas die Geschichte voran bringt. Bei Kurzgeschichten gilt das umso mehr, wie ich gelernt habe.

    Zum Beispiel hätte der Anfang stark gekürzt werden können. All das, was das Problem mit der Kaffeemaschine betrifft, ist in der Länge nicht nötig. Oder das Telefonat mit "... Adam seinen Schwarm" ;) (Das ist übrigens ein bisschen arg umgangssprachlich) ist für die Geschichte nicht wichtig. Oder die Taxifahrt - okay, die bringt zumindest Mel voran - ins Einkaufscenter ;)

    Noch ein Tipp zu den Dialogen: So allgemeines Geplänkel wie beim Telefonat, oder bei der Aufgabe der Bestellung, sollte man eher vermeiden, weil sie einen Dialog "unspannend" machen. Dazu würde ich einfach mal nachlesen, was einen guten Dialog ausmacht.

    Wenn diese "Nebensächlichkeiten" weggelassen werden, kann es eine durchaus interessante Kurzgeschichte werden. Warum zum Beispiel nicht mit der Rolltreppe starten? Mel ist auf der Suche nach einer Kaffeemaschine und trifft auf ihre Traumfrau - wobei ich bei der "reiferen Dame" auch eher eine Frau um die *hüstel* (keine Altersangabe) vorgestellt habe. Jedenfalls sind da die Dialoge zwischen Mel und Helena passend - abgesehen vom Bestellvorgang. Aber jedenfalls nimmt die Geschichte ab diesem Zeitpunkt für mich erst Fahrt auf. Und auch den "Baum" kann man da irgendwo unterbringen ;)

    Dieses Weglassen ist nicht leicht - ich weiß - und ist etwas, was geübt werden muss. Aber dafür gibt es hier ja noch zahlreiche Schreibübungen. :) Ich wäre jedenfalls auf die Fortschritte im Laufe der Übungen gespannt.

    Freitag, 2. August 2013 7:59
  • Nicole Jacob

    Ellen ESS. Permalink

    Hallo Ellen,

    ich würde einiges streichen. Ich glaube, du hast dich sehr bemüht mit Details aufzuwarten, verlierst dich da aber manchmal ein wenig. Außerdem hätte ich die am Ende deiner Geschichte interessanter gefunden als zu Beginn. Wenn die Kaffeemaschine auf einmal seltsame Geräusche von sich gibt, geht man dann aus der Küche? Klingt als wäre sie verkalkt - da dachte ich, die Geschichte hinge irgendwie damit zusammen. Auch der Einstiegsfrage wurde nicht weiter nachgegangen, okay, war auch kein Kaffee da ... aber irgendwie passt die Sequenz nicht so gut zum Rest - für mich zumindest. Ich sehe zwischen der ersten Hälfte und der zweiten nicht all zu viel Zusammenhang, außer, dass Mel, nachdem sie keinen Kaffee, den sie zum Philosophieren bräuchte, lieber shoppen ginge um den tiefgründigeren Fragen aus dem Weg zu gehen, was man vielleicht hätte kürzer fassen können. ;)

    Ich bin natürlich nicht so sehr bewandert darin, wie man zwei Protagonistinnen zu ihem Glück verhelfen kann, die Formulierung mit "Knackpo" fand ich persönlich aber etwas uncharmant und unter "reifer Dame" hatte ich erst ein ganz anderes Bild. Insgesamt fand ich die Szene etwas plump und sehr schnell bzw. auch den weiteren Verlauf. Da hätte ich mir mehr Spannung und Details gewünscht.

    Manchmal haben mich auch die "Wiederholungen" bzw. Dialoge etwas gestört, beispielsweise der ganze Akt des Bestellens im Café.

    "Mediamarkt" und ganz konkrete Ortsangaben würde ich eher vermeiden, ich finde, es nimmt etwas den Zauber der Geschichte, die dann plötzlich sehr ortsgebunden wirkt ...

    Achja, folgender Artikel ist ganz interessant und einprägsam: Der Idiotenapostroph oder die Apostrophenkatastrophe (Ich kann manche Dinge nicht so gut erklären.)

    Vielleicht gönnst du dir bei der Hitze eine Eisschokolade und überarbeitest die Geschichte noch ein wenig? ;)

    Donnerstag, 1. August 2013 20:15
  • Ellen ESS.

    Nicole Jacob Permalink

    Hallo Nicole,

    natürlich bin ich dankbar für jede Kritik, nehme sie auch gern an und versuche die negativen Kritikpunkte aus dem Weg zu räumen. Alllerdings weiß ich mit einigen deiner Aussagen nicht wirklich viel anzufangen.
    Zum Beispiel der "Knackpo". Nenne mir doch mal ein anderes Wort dafür, dass deiner Meinung nach weniger uncharmant wäre. Sicher, ich könnte es ihn auch mit Details umschreiben, aber du bist der Meinung, ich würde mich darin verlieren. Also --> Knackpo. Kurz und bündig.
    Dann die "reife Dame". Wenn meine Protagonistinnen 30 und 60 Jahre alt sind, dann ist die 60-jährige wohl schon eine etwas reifere Frau. Und auch sonst - die Person hat Dreiviertel ihres Lebens hinter sich ... Ich würde gern wissen, was du dir unter einen reifen Frau vorstellst. Eine alte, schrumpelige Oma? Google doch mal nach ... ähm ... genau, Ruth Gogoll. Sie ist in meinen Augen eine reife Frau. (Sorry, Frau Gogoll.)
    Und ja, wenn die Kaffeemaschine komische Geräusche macht, verlasse ich die Küche, weil es mich beim Telefonieren stören würde :D

    Am "Rest" wird gearbeitet :)

    Freitag, 2. August 2013 11:46
  • Hallo Ellen,

    ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dir weiter helfen kann, weil ich mich gerade frage, ob das vielleicht eher eine Grundsatzdiskussion ist und viel zu subjektiv geprägt, d.h. ob ich die Kritikpunkte gestern überhaupt hätte erwähnen soll. Aber unter Umständen ist es ja doch irgendwie hilfreich und ich versuch's mal:

    Durch die Einleitung denke ich, die Protagonistin hat einen Konflikt - ist man lesbisch von Geburt, wie ist das, etc. Sie grübelt, aber ich weiß nicht, was genau. Irgendwie denke ich also, sie hat ein Problem mit ihrer Sexualität schafft es dann aber, jemanden direkt auf einer Rolltreppe anzusprechen und zum Kaffee einzuladen - das passt für mich dann nicht ganz. Ich sag nicht, dass Menschen, die grübeln, das nicht könnten, aber dann bräuchte es für mich zu Beginn noch irgendwelche erklärenden/auflösenden Sätze. (Sie denkt darüber nach, weil ihre Mutter sie mit der Frage genervt hat oder so.)

    Und irgendwie wirkt sie auf mich ein wenig naiv/oberflächlich: die Maschine macht ungewöhnlichen Radau - da würde ich nicht raus gehen. Und ohne die Maschine einmal zu begutachten, will sie eine neue kaufen. Spricht nichts dagegen, wenn man den Charakter entsprechend anlegt, wirkt auf mich nur irritierend, dass so jemand dann einen Blick für eine "reife Frau" hat. Wäre vielleicht auch noch nicht das Problem, aber irgendwie habe ich das Bild "naiv, chaotisch, oberflächlich", das wird bestätigt von der Wortwahl "Knackpo" und plötzlich kommt "reife Frau". Irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass sie dafür einen Blick hätte und da geht's dann eben weiter (Grundsatzdiskussion): was ist eine reife Frau? Für deine Protagonistin? Du erwähnst nirgends einen Anhaltspunkt für das Alter der beiden, da Mel nur einen Küchenstuhl hat, keine Erklärung kam (Trennung, viel auf Reisen oder so), gehe ich davon aus, sie wäre unter 30, bezüglich Helena habe ich keinen Bezugspunkt, gehe also von der Norm aus und denke, sie bewegt sich in Mels Alter.
    Irgendwie findet mein (leider stark logisch geprägtes Gehirn) keinen Zusammenhang zwischen "Knackpo" und "reifer Frau". Allerdings eher auf begrifflicher Ebene. Klar gibt es gutaussehende, "reife" Frauen, nur würde man sich trauen, selbige so zu mustern und zu betiteln (mit dem "Knackpo")? Okay, es fällt nicht auf, weil sie hinter ihr steht. Aber: Details! Nicht nur zum Hintern. Endlich wird es ja spannend (sorry, nach dem die Kaffeemaschine nicht explodiert ist, hat es für mich eine Weile gedauert, bis es wieder spannend wurde ;)) und dann kommen kaum Beschreibungen. Von der Kaffeemaschine hatte ich bald ein besseres Bild als von Helena. (Überspitzt formuliert.)

    Ich hab's gerade nochmal durch gelesen, vielleicht war meine Kritik in Bezug auf die Details nicht ganz korrekt. Die sonstigen Beschreibungen sind vielleicht nicht so schlecht, aber mir kommt es etwas so vor, als würde sich Beschreibung an Beschreibung reihen und das hat mir zu Beginn nicht so viel Spaß beim Lesen bereitet. Auf der anderen Seite sind da schon gute Bilder dabei.

    Evtl. bin ich aber einfach nur zu genau und ein wenig zu sehr auf einer Psycho-Schiene. (Vermutlich geht's nur mir so, dass ich auf Grund der Eingangsfrage meine, Mel hätte ein Problem, usw.)

    Okay, ich bin dir ja noch meine Definition schuldig: für mich persönlich zeigt sich Reife in Ausstrahlung, Ausdruck/Wortwahl, Humor, Selbstbewusstsein, Körperhaltung bzw. -sprache (Mimik, Gestik) und Verhalten. Lese ich vorher aber Begriffe, die sich etwas "plump" auf Körperliches beziehen, springt in meinem Kopf vermutlich die Schiene der "reifen Frauen" ab *hier irgendeine Zahl einsetzen* an, die's früher öfter des nachts im Fernsehen gab. Denkfehler von mir. ;)
    Nachdem du auch von "etwas reifer" sprichst, beziehst du das tatsächlich hauptsächlich auf das Alter, oder? Von diesem Standpunkt aus gesehen wäre für mich die Kombination 30 + "etwas reifer" eher etwas um die 40, vielleicht 50.

    Wünsche dir noch ein schönes Wochenende!
    Nicole

    PS: wenn du am Rest arbeitest, gibt es dann a) eine Überarbeitung oder b) etwas neues? Beides würde mich interessieren. :)

    PPS: ich glaube, Personenbeschreibungen sind einfach immer schwierig und erfordern viel Übung

    Freitag, 2. August 2013 14:20
  • Zunächst einmal etwas zu dem Ausdruck „negative Kritik“. Es gab hier keine negative Kritik, sondern nur konstruktive Kritik. Wenn man diese Art Kritik als negativ betrachtet, wird es schwer sein, sie anzunehmen. Kritik ist, solange sie nicht in Beleidigungen ausartet (aber dann ist es ja ohnehin keine Kritik mehr), immer positiv.

    Auch meine nächste Bemerkung ist noch einmal eine grundsätzliche, die hier auch schon an verschiedener Stelle auf der Seite steht: Wenn eine Leserin etwas in einem Text nicht versteht oder nach Ansicht der Autorin falsch interpretiert, ist das niemals die Schuld der Leserin. Es liegt in der Verantwortung der Autorin, ihre Texte so zu formulieren, dass keine Missverständnisse entstehen können.

    Die Geschichte mit dem „Knackpo“ – ja, da würde ich Nicole zustimmen. Ich würde so etwas nie schreiben, oder wenn ich es schreiben würde, dann nur mit einer ganz bestimmten – eher negativ geprägten – Absicht. Und ich würde so etwas nicht nur nicht schreiben, ich würde es auch nicht gern in einem el!es–Buch lesen. Selbstverständlich hat jede Autorin das Recht, alles zu schreiben, was sie möchte, aber sie sollte sich immer darüber im Klaren sein, was sie mit ihrer Wortwahl aussagt. Was sagt die Wortwahl „Knackpo“ über die Autorin aus? Und möchte ich als Autorin so gesehen werden? Wenn es in Ordnung ist, dass die Leserin mich so wahrnimmt, wie es der Begriff „Knackpo“ suggeriert, dann gut. Wenn ich aber als Autorin ernstgenommen werden will, sollte ich mir einen Wortschatz zulegen, der sehr viele bessere Alternativen zu Wörtern wie „Knackpo“ enthält. Der Ausdruck ist uncharmant (uncharmant hingegen ist ein phantastischer Ausdruck, der genau den Kern trifft :)) und deckt eine gewisse Denkweise auf, nämlich Frauen als vor allem körperlich attraktive Objekte der Begierde zu sehen und nicht als „Gesamtkunstwerk“. Das ist eine eher männliche Sichtweise, von der ich mir wünschen würde, dass sich ihr nicht allzu viele Frauen anschließen.

    Ob man Frauen aber als potenzielle Partnerinnen, in geistiger wie in seelischer Hinsicht, oder eher als Sexobjekte betrachtet, ist ebenfalls eine persönliche Entscheidung. Auch die persönliche Entscheidung der Autorin. Wenn der Text also eher auf das Körperliche eingehen soll und will, ist auch diese Sichtweise völlig in Ordnung. Aber als Autorin sollte man sich dessen bewusst sein, dass man, wenn man so etwas hinschreibt, ein gewisses Bild nicht nur von sich selbst, sondern auch von Frauen allgemein erzeugt.

    Die sonstigen angesprochenen Kritikpunkte würde ich generell als Anfängerfehler bezeichnen. Da ist nichts wirklich Schlimmes dabei, das kann man alles mit den Hinweisen aus der „Schreibwerkstatt“ verbessern. Ein Problem scheint darin zu bestehen, dass im Text viel Überflüssiges erklärt wird (Kaffeemaschine), dafür aber das wirklich Wichtige nicht erklärt oder beschrieben wird. Es herrscht also ein Ungleichgewicht: zu viele Beschreibungen auf der einen Seite, zu wenige Beschreibungen auf der anderen.

    Oftmals geht man als Autorin von seinen eigenen Erfahrungen aus. Auch da ist die Kaffeemaschine ein gutes Beispiel. Ich war genauso irritiert wie Nicole, dass man seine Kaffeemaschine, die merkwürdige Geräusche macht, allein lässt. Weil ich dachte, es könnte doch etwas passieren, die ganze Küche könnte in die Luft fliegen, also warum macht sie die Kaffemaschine nicht aus, bevor sie rausgeht?

    Die Möglichkeit, dass die Maschine vielleicht schon eine ganze Weile Geräusche macht, defekt ist, aber immer noch ausreichend funktioniert, dass die Protagonistin sich Kaffee machen kann, sie aber vor den Geräuschen flieht, weil sie sonst ihr eigenes Wort nicht am Telefon verstehen kann, das wurde nicht einmal angedeutet. So etwas ist eben ein Anfängerfehler, wie gesagt. Als Autorin muss ich den Text lesen, wie ihn eine Leserin liest. Ich muss alle meine eigenen Erfahrungen ausblenden, und bei jedem Wort, bei jedem Satz überlegen: „Würde ich das jetzt verstehen, wenn ich nicht Ich wäre, sondern die Leserin?“ Wenn man den Text so liest, fällt einem auf, dass da etwas fehlt, das das Hinausgehen aus der Küche erklärt.

    In der Tat wäre es sogar eine großartige Idee, diese Flucht aus der Küche zum Anlass zu nehmen, eine neue Maschine zu kaufen und dabei die Frau seines Lebens kennenzulernen. Aber nur, wenn die Leserin weiß, dass die Maschine schon länger solche Geräusche macht, dass die Protagonistin immer zum Telefonieren rausgeht etc. Wie oben beschrieben.

    Da aber die Kaffeemaschine einen zu großen Raum in dieser Geschichte einnimmt, würde ich vorschlagen, die Kaffeemaschine zu Übungszwecken ganz zu streichen, und die Geschichte vollkommen ohne Kaffeemaschine zu erzählen. Damit die Frauen mehr in den Mittelpunkt rücken. Einfach gleich mit der Begegnung der Frauen beginnen, und dann weniger auf die Äußerlichkeiten wie „Knackpo“ oder so eingehen, sondern auf die Gefühle, die der Anblick dieser anderen Frau in der Protagonistin erzeugt. Und wenn möglich, nicht gleich sexuelle Gefühle, sondern liebevolle.

    Bezüglich der Dialoge schließe ich mich dem ersten Kommentar von Terry an. Dialoge bestehen nicht darin, das hinzuschreiben, was man eben so sagt. Dialoge sind Spannungselemente und Stilelemente eines Textes, und dementsprechend müssen sie gestaltet werden, nicht einfach nur aus der Realität abgeschrieben. Das ist langweilig.

    Wie gesagt: Die normalen Anfängerfehler, nichts Schlimmes, aber als Autorin muss man bei jedem Wort – ja: bei jedem einzelnen Wort – abwägen, was man damit sagen will, was für eine Stimmung man damit erzeugen will usw. Einfach hinschreiben und hoffen, das passt schon, ist nicht. Das kann man erst, wenn man so ungefähr ein Dutzend Romane geschrieben hat. ;)

    Noch eine Sache: „Hmm ..., wird man lesbisch oder ist man das von Geburt an, wenn man es ist?”, sinnierte Melanie mal wieder. Gute Frage – nächste Frage.

    Nein, das ist überhaupt keine gute Frage. So etwas als Anfang einer lesbischen Geschichte zu wählen ist höchst ungeschickt. Wir wissen alle, dass wir lesbisch geboren sind, genauso wie unsere Haarfarbe gehört das zu uns. Man stelle sich nur mal die Frage vor: „Wird man blond oder ist das von Geburt an so, wenn man es ist?“ Wenn wir Haarefärben jetzt mal als Möglichkeit ausschließen, sieht man schon, was für eine – Entschuldigung – blöde Frage das ist. Wer fragt sich denn so was? Heterofrauen? Lesben bestimmt nicht. Also kann das nicht der Anfang einer lesbischen Geschichte sein. Es sei denn, diese Geschichte stammt von einer Heterofrau und ist für Heterofrauen gedacht. Dann ist es natürlich etwas anderes. Die Frage wird durch diese Voraussetzungen zwar nicht besser, aber „flexible“ Heterofrauen könnten es vielleicht interessant finden, sich darüber zu unterhalten. Ich persönlich finde diese Frage nicht im mindestens interessant, für mich wäre das eine höchst langweilige Diskussion.

    P.S.: Und übrigens: Wenn ich jemals eine „reife Frau“ sein sollte, erschieße ich mich. 8)

    Freitag, 2. August 2013 18:13
  • Pia

    Permalink

    „Ich mache heut auswärts Mittag.“,

    Entweder Punkt oder Komma, nicht beides. Wenn der Satz in wörtlicher Rede mit einem Ausrufezeichen oder Fragezeichen endet, kommt ein Komma hinter den „Gänsefüßchen oben“, aber wenn der Satz mit einem Punkt endet, entfällt das Komma (wenn es danach mit einem Hauptsatz weitergeht) oder es entfällt der Punkt (wie hier, wo es mit „rief sie“ weitergeht).

    Die Sekunden, die sich „zusammenrotten“ – toll. Das ist mal eine ungewöhnliche Beschreibung.
    Ich habe ja das Ende der Geschichte schon gelesen, somit war es jetzt nicht ganz so schlimm, daß dieser Teil hier endete, aber ohne Teil 5 hätte ich zitternd auf die Fortsetzung gewartet. ;)

    Sonntag, 23. Mai 2010 12:24
  • Carrie

    Permalink

    Schicksalhafte Zufälle 4:

    Die Sekunden zogen sich so zäh dahin, wie Gummi und schienen sich vehement dagegen zu sträuben, zu Minuten zusammengepfercht zu werden.
    Zumindest kam es Amy so vor. Die Zahlen auf dem Papier tanzten vor ihren Augen hin und her und es schien ihr, als würden ihre Gedanken ständig gegen eine Mauer prallen. Eine Mauer aus riesigen Buchstaben, die einen Namen bildeten: INKA…
    Alle paar Minuten schielte sie auf ihre Uhr, die neben dem kleinen Bonsai-Baum auf ihrem Schreibtisch stand und endlich – endlich hatte es der Zeiger geschafft, bis zur zwölf empor zu klettern. Hastig sprang Amy auf, schlüpfte in ihren schwarzen Trenchcoat und kniff sich die Handtasche unter den Arm. Als sie an ihrem Chef vorbei stob, blieb dem nichts anderes übrig, als ihr verblüfft hinterher zu starren.
    „Ich mache heut auswärts Mittag.“, rief sie ihm noch über die Schultern zurück, ehe die Türe hinter ihr zuschlug.
    Amy hastete den Gehweg entlang, den Blick starr auf das Cafe gerichtet, das nun noch wenige Schritte entfernt war. Als sie die gläserne Flügeltüre öffnete, wurde ihr bewusst, dass es womöglich angebracht gewesen wäre, vorher der Toilette einen Besuch abzustatten, um wenigstens einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen. Doch nun war es zu spät.
    Sie bückte sich hinab zu der großen Edelstahl-Blumenvase, die im Vorraum stand, doch sie konnte ihre Gestalt dort nur schemenhaft erkennen.
    Natürlich, schoss es ihr durch den Kopf, blöde Idee!
    Schnell zupfte sie einige Haarsträhnchen zu Recht, die sich aus dem Zopf gelöst hatten. Zu allem Überfluss hatte sie in der Eile auch noch den Regenschirm – ihren ständigen Begleiter – im Büro stehen lassen, so dass sich ihr regenfeuchtes Haar schon leicht zu kräuseln begann.
    Doch nun war es zu spät für größere Schönheitsreparaturen und entschlossen öffnete sie die Türe zum Gastraum.
    Suchend ließ sie ihren Blick über die Tische gleiten, die nur spärlich besetzt waren. Von Inka war weit und breit nichts zu sehen.
    Amy trat an die Theke, wo ein junger Mann gerade damit beschäftigt war, die Kaffeemaschine mit frischen Kaffeebohnen zu befüllen. Sie verbreiteten einen betörenden Duft im ganzen Raum, der auch Amy sofort in die Nase stieg und ihre Geschmacksnerven kitzelte. Als er Amy bemerkte, unterbrach er seine Tätigkeit und kam lächelnd auf sie zu.
    „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“
    Amy hatte keine Zeit, um lange um den heißen Brei herum zu reden: „Ich suche Inka. Wissen Sie vielleicht, wo ich sie finden kann?“
    Das Leuchten verschwand schlagartig aus seinen Augen und es schien, als müsse er sich zwingen, ihr zu antworten: „Sie macht gerade Pause und ist schnell ins Kaufhaus rüber gelaufen, um eine Besorgung zu machen.“
    Amy ignorierte den enttäuschten Unterton in seiner Stimme. Schon halb auf dem Weg nach draußen wandte sie sich dann doch noch einmal um, um sich wenigstens bei ihm für die Auskunft zu bedanken.
    Das nächstgelegene, größere Kaufhaus befand sich nur wenige Gehminuten vom Cafe entfernt und Amy hatte es schnell erreicht.
    Etwas unentschlossen blieb sie vor den großen Glasschiebetüren des Eingangs stehen. Sollte sie hineingehen, oder besser hier warten, bis Inka wieder heraus kam? Oder wäre es nicht sowieso vernünftiger gewesen, im Cafe zu warten? Sie warf einen prüfenden Blick auf ihre Uhr. Auf einmal schienen die Sekunden es ziemlich eilig zu haben, sich zusammen zu rotten.
    Zögernd trat sie einen Schritt vor und stand nun im Eingangsbereich des Kaufhauses.
    Plötzlich schoss das Adrenalin in atemberaubender Geschwindigkeit in ihren Körper und legte ihre Gehirnzellen mit sofortiger Wirkung lahm. Auf der Rolltreppe kam eben eine dunkle, aparte Schönheit nach unten gefahren, die den Kopf gesenkt hielt und den Inhalt ihrer Tüte zu überprüfen schien: INKA!
    Amys Herz raste, als Inka auf den Ausgang zusteuerte. Wie sie wohl reagieren würde? Vielleicht war sie ja die einzige, die sich über dieses Treffen freute?
    Unsicher stand sie da, nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen.



    Ok - es ist gemein, hier aufzuhören, aber den Rest der Geschichte gibt`s in Teil 5 %)

    Freitag, 14. Mai 2010 18:04
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Nur mal kurz als Hinweis: Es gibt einen Duden für »Redewendungen«, in dem man nachschlagen kann, wie eine Redewendung genau lautet. Wenn man nicht gleich den Duden kaufen will, kann man aber auch einfach »Redewendungen« in Google eingeben, da gibt es eine Menge Seiten, die weiterhelfen.

    Freitag, 14. Mai 2010 13:31
  • Nanni

    Permalink

    Das mit dem blicken und richten ist korrekt, mein Fehler, Danke.
    Ich werde versuchen es mir zu merken.

    „Ich würde mich sehr geehrt fühlen“, musst Du Dir mit einem Augenzwinkern vorstellen. Wenn ich es geschrieben hätte, dann bräuchtest Du Dir das nicht vorstellen, richtig, wieder mein Fehler.

    Jaaaa, die Mauer. Was soll ich machen. Die Wörter sind vorgeben. Ich bin auf Deine Mauer gespannt. :D Freue mich schon.

    Entschuldige für die Mischlingsmischung. Ebenfalls ein Insider. Es geht eben nichts über einen echten, reinrassigen Mischlingshund. Das war so gewollt.
    Das er Kunststücke kann liegt an mir. Meine Phantasie ging da etwas weiter als benötigt. Und Hunde sind schlau, nicht alles muss ihnen beigebracht werden, glaub mir.
    Ich bin auch immer wieder überrascht, was Tiere so machen, ohne Übung.

    Der Hund...der Hund hat die Würste inhaliert. Da Socke so schnell frisst wie alle Hunde, deswegen. Da habe ich den Satz sehr wahrscheinlich mies geschrieben, tut mir leid.

    Hey, sage nichts gegen Einauge, er ist echt ein Netter. Vor ihm brauchst Du keine Angst haben.

    Ich danke Dir sehr, ja das hilft mir alles weiter.
    Leider fallen mir keine Fehler bei Dir auf.
    Ich kann es selbst nicht, Schreiben, und soll dann bei anderen etwas finden? Nee, dass geht nicht!
    Ich weiß nur dass Du schön schreibst und was Du schreibst gefällt mir.

    Lieben Gruß,
    Nanni

    Freitag, 14. Mai 2010 0:13
  • Carrie

    Permalink

    Hallo Nanni,

    hier eine kleine Stellungnahme zu deiner Geschichte:
    Manchmal passt das Satzende nicht zum Satzanfang, wie z.B. hier
    :
    Sie blickte hinter der Zeitschrift hervor und war gezwungen, ihre Augen auf…….blabla……..zu blicken.
    Augen richtet man auf etwas.
    Die Wortspielerei: „Sie können kommen“ ist super. Da musste ich laut lachen.
    Auch deine etwas eigenwilligen Umschreibungen, wie z.B. die Fingernägel der Friseurin, finde ich klasse. Das macht deinen Stil aus.

    Ich würde mich sehr geehrt fühlen, wenn du dich bei mir melden würdest.
    Schreibt man das wirklich so? Über die Formulierung bin ich gestolpert, finde ich etwas zu steif.

    Der Abschnitt mit den Bällen und dem anschließenden Zusammenstoß mit dem Baum ist wieder gut gelungen – sehr lustig, dafür klingt die Sache mit der Mauer ziemlich gekünstelt. Aber klar, das Wort musste halt auch mit rein .
    Dann kommt Socke ins Spiel, die kleine „Mischlingsmischung“. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Begriff absichtlich so gewählt ist, oder eine versehentliche Kreation von dir? Klingt aber auf jeden Fall nett.
    Socke ist recht anschaulich und süß beschrieben, ich finde aber für einen „Straßenköter“ kann er ein paar Kunststückchen zu viel. Das ist für mich nicht so ganz schlüssig.

    Nachdem Socke drei Würste verschluckt hatte, nicht alles dass sie sie inhalierte, ging Susanne……….
    Den eingeschobenen Nebensatz verstehe ich nicht ganz – was hat sie inhaliert?
    Die Sache mit dem einäugigen Kater find ich persönlich ein bisschen heftig – mich gruselt es, wenn ich mir die Katze vorstelle.

    Das war so das Grobe, was mir aufgefallen ist. Hoffe, es hilft dir ein Stück weiter.

    Lieber Gruß
    Carrie

    Donnerstag, 13. Mai 2010 23:28
  • Nanni

    Permalink

    Susanne saß beim Frisör. Während sie auf einen freien Platz wartete, nahm sich ein Magazin zur Hand, und stöberte die vielen Frisuren durch die sich darin befanden. Sie überlegte sich wie sie mit dieser Frisur oder mit diesem Haarschnitt aussehen würde.
    Vielleicht auch mal eine andere Haarfarbe? Überlegte sie, ihre eigene hatte sie ja nun schon ziemlich lange. Der kurze Haarschnitt sah nicht schlecht aus. Dazu ein paar Strähnchen und sie würde eine komplett neue Frau abgeben. Genau.

    „So, ich wäre dann jetzt bereit für Sie.“
    „Was? Wie bitte?“ Sie blickte hinter der Zeitschrift hervor und war gezwungen, ihre Augen auf eine sonnenverbrannte Lederhaut, Fingernägel die einem Tiger alle Ehre machten, und einem angemalten Gesicht zu blicken.
    „Sie können kommen.“
    „Ach, kann ich das?“ Das bezweifelte sie stark, nicht bei ihr.
    „Sicher, sie sind die Nächste.“
    Susanne stand auf, um sich kurz darauf wieder zu setzten.
    „So was kann ich für Sie tun? Welcher Haarschnitt darf es sein?“ Die Tigerklauen zogen an ihrem Haar.
    „Spitzenschneiden wäre alles, danke.“

    Susanne schlenderte die Straße entlang und fand sich mit dem neuen Haarschnitt richtig super. Gut, sie hatte sich nicht wirklich verändert, aber genau das war es warum sie sich so wohl fühlte. Sie wollte gar keine Veränderung an sich. Sie fand sich so, wie sie aussah, toll. Sie ärgerte sich jetzt sogar, dass sie einen Moment darüber nachgedacht hatte, ihr Haar zu ändern. Und warum? Nur wegen dem Dreiergespann? Nein, nicht mir ihr.
    Sie überlegte was sie heute so tun wollte. Charlotte hatte ihr frei gegeben, die Sonne schien und es waren locker über 25 Grad. An der Eisdiele an der sie vorbei kam holte sie sich ein Eis, und spazierte in Richtung Park. Vielleicht sollte sie Rubi anrufen?
    Nichtsdestotrotz was Rubi mit ihr oder besser durch sie erlebt hatte, hatte Rubi ihr die Telefonnummer von sich gegeben. Mit den Worten. „Ich würde mich sehr geehrt fühlen, wenn du dich bei mir melden würdest. Und vielleicht schaffen wir es ja, dass ich ohne Blessuren davon komme.“
    Ach Rubi, süße Rubi. Sie würde sie sofort anrufen, sobald sie zu Hause war.

    Sie schleckte an ihrem Eis als sie den Park erreichte, und blickte auf zwei wundervolle in der Luft hüpfenden Bälle. Herrlich waren sie anzusehen wie sie so hin und her schwangen. Körbchengröße D schätzte sie. Sicher konnte sie sich natürlich nur sein, wenn sie sie in die Hände nähmen würde. Doch es würde wohl beim Wunschdenken bleiben.
    Die Bälle kamen näher und näher. Nicht mehr lange und sie waren auf gleicher Höhe. Und dann, dann waren sie auch schon an ihr vorbeigehuscht. Susanne drehte sich und schaute den zwei Pobacken nach, die sich hopsend von ihr entfernten. Sie zog eine Augenbraue hoch, leckte verträumt an ihrem Eis und lief rückwärts weiter. Sie drehte sich nach vorne und hatte im selben Moment, dass restliche Eis in ihrem Gesicht. Das Knie hatte sie sich auch angestoßen als ihr der Baum, den Weg abgeschnitten hatte.
    „Seit wann steht der denn da?“ fluchte sie laut.
    Dabei war ihr klar das er nicht erst seit heute hier stand. Sie machte sich daran mit einem Taschentuch das Gesicht zu säubern.

    Susanne verließ humpelnd den Park und lief nun eine langgezogene Mauer entlang. Es war weder die Berliner Mauer, dafür stimmt die Jahreszahl nicht mehr. Noch war es die chinesische Mauer, dafür befand sie sich im falschen Land. Aber die Mauer kam ihr genauso lange vor und es würde ewig dauern bis sie enden würde.
    Sie wollte gerade die Straße überqueren als sie ein Bellen hinter sich hörte. Und dieses Bellen war kein fremdes, nein. Sie kannte es nur zu gut.
    „Sag mal meine Kleine wo kommst du denn auf einmal her?“ sie kniete sich nieder was sie sofort bereute, da ihr Knie höllisch weh tat. Die kleine Mischlingsmischung kam schwanzwedelnd auf sie zu. Gleich darauf leckte der Hund Susanne an ihren Händen und sprang auf ihrem Schoß hin und her.
    „Na du alte Socke alles klar? Du fühlst dich dünn an meine Kleine. Bekommst du nicht genug zu essen?“
    Sie wusste das der Hund obdachlos war. Er war verdreckt, hatte kein Halsband und lief ihr seit Wochen immer mal wieder über den Weg.
    „Na komm, ich gebe die eine Bratwurst aus, nach Salat brauche ich dich ja wohl nicht fragen von wegen Vitamine. Ich meine wegen dem wilden Straßenleben...Abwehrkräfte, du verstehst?“
    Der Hund bellte.

    Nachdem Socke drei Würste verschluckt hatte, nicht alles dass sie sie inhalierte, ging Susanne davon aus, dass der Hund sich wieder auf dem Weg machen würde, wie all die Male davor. Doch er machte keine Anstalten sich auch nur ein Stück von ihr wegzubewegen.
    „Na los.“ Susanne macht mit der Hand die typische geh weg Bewegung.
    „Es ist okay. Ihr holt euch was ihr braucht, und haut dann wieder ab. Ich verstehe das. Also, du ganz beruhigt Leine ziehen.“
    Socke sah sie an. Hechelte, setzte sich, und blickte sie weiter mit schrägem Kopf an.
    „Was? Noch eine Wurst geht nicht. Nicht dass ich kein Geld für dich ausgeben möchte. Aber Hundefutter wäre eindeutig besser für dich.“
    Susanne schluckte den Rest ihrer Bratwurst hinunter, putzte sich den Mund mit der Schmirgelpapierserviette ab, und hievte sich von der Bank hoch.
    „So meine Liebe. Ich bin dann weg. Ich gehe hier lang.“ Sie zeigte in die entgegengesetzte Richtung. Sie drehte sich und ging ein paar Schritte als der Hund bellte. Sie blickte zu ihm und sah wie die Promenadenmischung sich auf die Hinterbeine setzte und Männchen machte.
    „Komm schon, die Masche zieht bei mir nicht. Ich hoffe heute noch auf ein Date mit einer echt süßen Maus. Da passt du nicht in meinen Tagesplan.“
    Socke bellte und legte sich. Sie machte Platz und legte ihren Kopf traurig auf dem Boden auf.
    Es brach Susanne das Herz. Diese Gestik war einfach Herzzerbrechend.
    „Ja ja, ich weiß. Wenn ihr nicht bekommt was ihr wollt, schmollt ihr. Dann kommt der Hundeblick. Das zieht bei mir nicht, hörst du?“
    Socke bellte und drehte sich auf den Rücken und streckte alle vier Pfoten von sich.
    „Na komm schon Socke, toter Mann ist albern.“
    Socke rührte sich nicht.
    Susanne atmete tief ein. „Okay, du darfst mitkommen.“
    Socke sprang, als hätte sie die Worte verstanden, schlagartig auf und kam bellend und schwanzwedelnd auf sie zu. Gemeinsam liefen sie nach Hause.

    Sie betraten die Wohnung. Drei Stunden hatte sie heute morgen damit verbracht sie aufzuräumen.
    Ein Kater kam hinter einer großen Blumenvase hervor und begrüßte sein Frauchen mit einem Miau.
    Socke, hatte nach dem Anblick von dem Kater, ihren Kopf zwischen Susannes Beine versteckt.
    „Einauge darf ich vorstellen, Socke. Straßenköter, Stinktier und Vielfraß. Socke, dass ist Einauge. Langschläfer, Pascha und ebenfalls ein Vielfraß.“
    Socke winselte.
    „Hey ist ja gut. Der Name Einauge passt halt gut zu ihm. Ich habe den Namen aus einer Fernsehsendung.“
    Ein schwarz-weißer Kater, mit nur einem Auge, kam auf sie zu und schnüffelte an Socke. Dann drehte der Kater sich um, warf seinen buschigen Schwanz in die Höhe und verließ sie elegant.

    Bevor Susanne sich daran machte Socke zu baden, wollte sie zu erst eine Kaffee trinken. Ein Glück, dass ihr gestern die neue Kaffeemaschine, während sie auf der Rolltreppe stand, nicht herunter gefallen war, sonst hätte sie jetzt keinen trinken können. Konnte ja keiner damit rechnen das die Rolltreppe plötzlich stoppte, da sich Kinder den Spaß erlaubt hatten auf den - Bitte drücken sie den Knopf nur, wenn Gefahr besteht - gedrückt hatten. Dann noch schnell Rubi anrufen, und der Tag war perfekt.

    Donnerstag, 13. Mai 2010 22:05
  • Helen

    Permalink

    Hoffe das es gefällt. Auch wenn ich bestimmt wieder einige Fehler versteckt habe.


    Der Unfall

    Was war passiert? Ich spürte wie mein Kopf dröhnte meine Glieder schmerzten und ich nur mit Schwierigkeiten die Augen geöffnet bekomme. Grelles Licht strömte in meine Augen was wieder schmerzen auslöste. Meinen Kopf kann ich nicht bewegen, meine Beine lassen sich nicht bewegen. Warum lieg ich so bewegungslos im Bett. Langsam realisiere ich das in einem Krankenbett liege. Wieder die Frage nach dem, Was war passiert? Aber keine Erinnerung. Ich rieche Blumen, wenn ich mich recht erinnere rieche ich den Duft von Gerberas. Süßlich, Frisch irgendwie nach Frühling als wenn die Welt und die Natur aus einem tiefen Winterschlaf erwacht. Ist es Frühling? Welcher Tag ist heute? Wollte ich nicht eigentlich einen Tannebaum besorgen? Dann kann ja kein Frühling sein. Es muss vor Weihnachten sein. Besser ist schließe meine Augen wieder. Das Licht schmerzt zu sehr. Stimmen. Ich höre Stimmen vielleicht sollte ich meine Augen wieder öffnen? „ Kathy? Kathy? Bist Du wach?“ Ich kenne diese Stimme. Langsam öffne ich die Augen. Da ist es wieder dieses grelle beißende Licht. Aber warum wird es plötzlich dunkler. Ah, Susi! Zum Glück das Du da bist. Du kannst mir sicher sagen was passiert ist. Aber warum kann ich meinen Mund nicht öffnen? Also noch mal versuchen. Ich spüre wie ich meine Muskeln anstrenge und es funktioniert auch. Dennoch bekomme ich keinen Ton raus. Diese besorgten Augen von Susi! Was haben die zu bedeuten. Die Türe vom Zimmer öffnet sich das kann ich genau hören und im gleichen Moment ist da wieder das grelle beißende Licht. Susi ? Warum verschwindet sie aus meinem Blickfeld. Warum hilft mir niemand? Ich kann nichts sagen, ich kann mich nicht bewegen, nur meine Augen kann ich öffnen.
    Da, Susis Stimme.

    „ Herr Doktor, können Sie mir sagen was mit Kathy los ist?“
    „ Frau Berger, Ihre Freundin hat sich bei dem Autounfall schwer verletzt. Das Rückrat ist angebrochen und dadurch natürlich die Nervenstränge. Wir können zum derzeitigen Stand nicht sagen ob sie wieder aus dem Koma erwachen wird.“

    Koma? Was? Aber ich bin doch hier. Ich höre Euch. Ich kann mich nur nicht bewegen.
    Das kann doch nicht sein. Autounfall, Autounfall wenn ich mich doch nur erinnern könnte. Aber das einzige woran ich mich erinnere ist das lächeln. Susi hat mich angelächelt mir einen Kuss gegeben. Ich kann ihre Lippen noch auf meinen spüren. Mit einer Blumenvase in der Hand stand sie in der Türe, sie wollte Tannenzweige aus dem Garten holen und ich sollte einen Tannenbaum kaufen. Ihre Lippen, so warm, so weich und dieses Lächeln. Es kann nicht sein das ich jetzt im Koma liege.

    „ Frau Berger, es kann sein das sie von alleine aus dem Koma erwacht. Wir können auch nicht sagen was sie mitbekommt und was nicht. Erfahrungsgemäß ist es aber so dass wir das nach so einer Art Unfall hinbekommen. Fahren Sie nach Hause und ruhen sie sich aus.“

    „ Wie könnte ich Herr Doktor. Kathy braucht mich doch. Ich werde sie nicht alleine lassen. Ich bleibe.“

    „ Aber Sie können nichts machen.! „

    „ Das stört mich nicht. Kathy wird schon spüren das ich da bin und es wird ihr helfen, dass weiß ich ganz genau.“

    Ja, Susi gib es ihm. Lass Dir von ihm nicht einreden das ich dass alles nicht mitbekomme. Ich kann ja schließlich hören.

    „ Ach, Kathy ich hoffe doch das Du noch da bist.“

    Warum schaut sie so besorgt. Der Arzt hat doch gerade gesagt dass das wieder gut wird. Aber ich kann mich nicht an den Unfall erinnern. Warum erzählst Du es mir nicht. Ich will wissen was passiert ist.

    „ Kathy! Ich hoffe dass Du mich verstehst und möchte dass Du mir jetzt genau zuhörst. Als Du losgefahren bist um den Tannenbaum zu holen war noch alles in Ordnung. Aber Du bist wohl von der Strasse abgekommen. Dein Auto hat sich überschlagen und Du bist erst von einer Mauer gebremst worden. Du hast Dich dabei sehr schwer verletzt. Bitte sei jetzt stark und kämpfe. Ich hab Dich doch gerade erst gefunden bitte verlass mich jetzt nicht. Wir haben doch noch so viele Pläne. Du weißt doch das wir noch einen Baum im Garten pflanzen möchten einer der nur für unsere Liebe steht.“

    Nicht weinen, meine Süße, nicht weinen. Ich werde kämpfen aber ich weiß im Moment nicht wie. Ich kann es Dir ja noch nicht mal sagen. Ich will Dich in den Arm nehmen Deine Lippen spüren so wie an dem Morgen. Aber ich kann verdammt noch mal nicht.
    Himmel, warum kann niemand diese Geräte ausschalten, dass piepsen nervt mich.
    Ich bin so müde, ich muss schlafen. Lasst mich doch jetzt schlafen.


    Kaffeeduft. Ich rieche Kaffe. Auch das Geräusch einer Kaffeemaschine kann ich in der Ferne wahrnehmen. Aber irgendwas stimmt nicht. Irgendwas fehlt. Was fehlt hier?
    Ich sollte vielleicht einfach mal die Augen öffnen. Nein, schon wieder dieses grelle Licht. Wenn ich mich irgendwann wieder bewegen kann oder reden kann muss ich unbedingt dafür sorgen dass dieses Licht ausgeschaltet wird. Das piepsen, das piepsen ist weg. Bin ich jetzt tot? Nein, das kann nicht sein ich rieche doch den Kaffee.

    „ Kathy! Bist du wach? Süße, schau mich doch an.“

    Aber ich kann doch den Kopf nicht bewegen. Warum kribbelt es mich im Bein? Ich fühle was. Es fühlt sich komisch an. Fast so als wenn eine Armee von Armeisen mein Bein als Rolltreppe benutzen. Vielleicht sollte ich doch mal versuchen meinen Kopf zu bewegen. Das grelle Licht schiebt sich langsam aus meinem Blickfeld. Ich kann meinen Kopf bewegen. Susi! Ach, meine Süße ich kann Dich sehen.

    „ Hallo, Kathy. Willkommen zurück bei den Lebenden. Du hattest Glück aber es wird noch was dauern bis alles wieder in Ordnung ist. Ich hatte solche Angst Dich zu verlieren.“

    „ Susi! Ich liebe Dich, und werde Dich niemals alleine lassen Du bist doch die Liebe meines Lebens. Aber in Zukunft wird es keine Tannenbäume mehr für uns geben“
    ;D :-8

    Mittwoch, 9. Dezember 2009 12:46
  • Pia

    Permalink

    Ich gebe ehrlich zu, dass ich ungern einkaufen gehe. Und schon überhaupt nicht an einem der Tage, wo ich es doch kaum erwarten kann, am Abend endlich zu Maja zu gehen. Ich weiß, ich gehe nicht wirklich zu Maja sondern genau genommen in das Restaurant, aber das tut weder meiner Vorfreude noch meiner Fantasie einen Ab-bruch

    Hoppla, hoppla, hoppla. Holterdipolter geht’s hier zu. ;)
    Das ist alles ziemlich holprig. Nicht so viel plappern, sondern beim Kern bleiben.
    Habe ich schon erwähnt, dass ich Kaufhäuser grundsätzlich und Rolltreppen im Besonderen hasse? Andererseits bewahrt es mich davor, zahllose Stufen erklimmen zu müssen und wieder hinab zu steigen. Und trotzdem gibt es Menschen, die diese bequeme Fortbewegung nicht genießen können und selbst eine Rolltreppe hinauf- oder hinunterhasten.

    Was auch immer das jetzt mit der Geschichte zu tun haben soll ... Streichen.
    Und so wurde ich an diesem Nachmittag dem Land meiner Fan-tasie – sowie der Kaffeemaschine meinen Armen entrissen.

    Da hast Du Dich jetzt vor lauter Nervosität selbst überholt. ;) Oder Du hast einfach nur das Wörtchen „in“ vergessen. Eher würde aber passen „die Kaffeemaschine wurde meinen Armen entrissen“, denn das entspricht ja wohl eher dem Vorgang, den Du meinst. Das kommt davon, wenn man so lange, unüberschaubare Sätze macht.
    Ich seufzte und fluchte nur innerlich, auch wenn das kaum zu meiner Beruhigung beitrug. Es versöhnte mich nicht einmal, dass meine Errungenschaft diesen Sturz unbeschadet überlebt hatte, obwohl es erst unmittelbar an einer Mauer zum Stehen gekommen war. Aber sobald ich das Ding nach Hause gebracht hatte, würde der an-genehme Teil des Abends beginnen.

    Was auch immer das jetzt mit der Geschichte zu tun haben soll ... Siehe oben. Und dann: „die Kaffeemaschine“ ist weiblich, ebenso wie „die Errungenschaft“, also kannst Du Dich nicht mit „es“ darauf beziehen. Danach sagst Du zwar „das Ding“, aber eben erst danach.
    Mein Spiegelbild in ihren noch stärker leuchtenden Augen zeigte mir ein grinsendes Gesicht, das gleichzeitig geistig umnachtet erschien.

    Geistig umnachtet? Das heißt: reif für die Klapse? Meinst Du das wirklich? Und immer die Spiegelbilder in den Augen der anderen ... erstens Klischee und zweitens ... überflüssig. Bilder nutzen sich ab, wenn man sie zu häufig benutzt, und auch, wenn sie schon von anderen zu häufig benutzt worden sind. Lieber nach etwas Originellerem suchen.
    Während mein hämmerndes Herz meinen gesamten Körper auszufüllen schien, dröhnte in meinem Kopf gähnende Leere.

    Sehr bemühte bildhafte Beschreibung. Etwas mißlungen. Leere dröhnt nicht. Stille dröhnt vielleicht.

    Dienstag, 4. August 2009 20:07
  • Petra

    Permalink

    Hallo, Ihr Lieben,
    hoffe, ich habe die Teile trotz meiner großen Nervosität in der richtigen Reihenfolge :-)
    litlle.poet

    5 Wörter Teil 4

    Hoffnung Teil 4
    Ich gebe ehrlich zu, dass ich ungern einkaufen gehe. Und schon überhaupt nicht an einem der Tage, wo ich es doch kaum erwarten kann, am Abend endlich zu Maja zu gehen. Ich weiß, ich gehe nicht wirklich zu Maja sondern genau genommen in das Restaurant, aber das tut weder meiner Vorfreude noch meiner Fantasie einen Ab-bruch, außer …
    Habe ich schon erwähnt, dass ich Kaufhäuser grundsätzlich und Rolltreppen im Besonderen hasse? Andererseits bewahrt es mich davor, zahllose Stufen erklimmen zu müssen und wieder hinab zu steigen. Und trotzdem gibt es Menschen, die diese bequeme Fortbewegung nicht genießen können und selbst eine Rolltreppe hinauf- oder hinunterhasten. Und so wurde ich an diesem Nachmittag dem Land meiner Fan-tasie – sowie der Kaffeemaschine meinen Armen entrissen.
    Ich seufzte und fluchte nur innerlich, auch wenn das kaum zu meiner Beruhigung beitrug. Es versöhnte mich nicht einmal, dass meine Errungenschaft diesen Sturz unbeschadet überlebt hatte, obwohl es erst unmittelbar an einer Mauer zum Stehen gekommen war. Aber sobald ich das Ding nach Hause gebracht hatte, würde der an-genehme Teil des Abends beginnen.
    Jede Zelle meines Körpers begann einen ausgelassenen Freudentanz, als Maja auf mich zukam. Es überraschte selbst mich, was sich in dieser Woche der Einsamkeit in mir aufgestaut hatte. Und Majas leuchtende Augen und ihr umwerfendes Lächeln beschleunigten meinen Puls auf Lichtgeschwindigkeit und ließen den Freudentanz in mir zu einem Feuerwerk werden.
    „Hallo …“
    Mein Spiegelbild in ihren noch stärker leuchtenden Augen zeigte mir ein grinsendes Gesicht, das gleichzeitig geistig umnachtet erschien.
    „Wie immer?“, fragte Maja schließlich. Ich musste dem wohl zugestimmt haben, denn sie nickte mir zu und verschwand.
    Wäre ich mir in diesem peinlichen Moment wohlgesonnen, hätte ich gesagt, ich hät-te ein Brett vor dem Kopf. Aber es war nicht mal nur ein Baum sondern ein ganzer Wald! Und wenn ich heute Abend nicht den Mut finden würde, sie anzusprechen, würde ich eigenhändig alle meine Hoffnungen begraben.
    Ich streckte die Hand nach meinem Latte aus, hob ihn vorsichtig an … und hatte plötzlich Blumen im Gesicht!
    Hatte die Blumenvase schon immer auf dem Tisch gestanden? Ich zog die Augen-brauen zusammen und wollte das Corpus delikti zurückstellen, als ich den kleinen weißen Zettel entdeckte, der unter der Vase gelegen haben musste.
    Während mein hämmerndes Herz meinen gesamten Körper auszufüllen schien, dröhnte in meinem Kopf gähnende Leere. Zaghaft griff ich nach dem Papier und fal-tete es vorsichtig auseinander. Und als ich die Worte darauf endlich begriffen hatte, hob ich langsam den Kopf.
    Unsere Blicke trafen sich, und Majas große fragende Augen gaben mir die Gewiss-heit, dass sie diese Zeilen geschrieben hatte! Das Feuerwerk in meinem Innern über-traf alle Gefühle, die je in meinem Körper getobt hatten, seit ich Maja zum ersten Mal gesehen hatte. Und ich betete inbrünstig, dass ich ihr tatsächlich zunickte.
    Das Leuchten in ihren Augen erhellte für mich den ganzen Raum. Es war die Sonne, die meine Hoffnung Blüten treiben ließ.

    Freitag, 24. Juli 2009 21:30
  • Maren

    Permalink

    Vielen Dank, liebe Franziska.
    Fortsetzung? Muss ich mir mal Gedanken drüber machen, wenn mir was einfällt, gern. ;D

    Donnerstag, 19. Juni 2008 15:56
Load More

Übungen

  • 5 Wörter – Teil 1 +

    Wie fange ich eigentlich an zu schreiben? Was muß ich beachten? Das sind so die zentralen Fragen, die man sich Weiterlesen
  • 5 Wörter – Teil 2 +

    So, hier sind sie, die nächsten fünf Wörter, aus denen Sie die Story Ihres Lebens machen können. Weiterlesen
  • 5 Wörter – Teil 3 +

    Es ist wieder einmal Samstag, und das bedeutet neue Schreibübungen für diejenigen, die an ihrem Stil feilen wollen.Hier die Wörter Weiterlesen
  • 5 Wörter – Teil 4 +

    Neue Wörter für die Schreibinteressierten:Baum, Mauer, Blumenvase, Kaffeemaschine, Rolltreppe Ich bin schon gespannt auf die Geschichten. Weiterlesen
  • 5 Wörter – Teil 5 +

    Da die ausgewählten Wörter anscheinend so anregend sind und so schöne Schreibübungen hervorgebracht haben, freue ich mich, die nächsten fünf Weiterlesen
  • Die 250-Wörter-Challenge +

    Jeden Tag 250 Wörter, dann hat man Ende des Jahres einen Roman. Diese Idee von Catherine Fox greife ich hier Weiterlesen
  • Die 48-Minuten-Herausforderung +

    Es gibt immer wieder neue Methoden, die beim Schreiben helfen sollen. Eine davon ist der Vorschlag, in Abschnitten von exakt Weiterlesen
  • Die verfluchte erste Zeile! – Teil 1 +

    Ich weiß ja schon, worüber ich schreiben will. Ich weiß es ganz genau. Aber die erste Zeile, die fällt mir Weiterlesen
  • Die verfluchte erste Zeile! – Teil 2 +

    Und schon geht es weiter. Eine neue erste Zeile für den nächsten Roman oder die nächste Kurzgeschichte aus Ihrer Feder. Weiterlesen
  • Die verfluchte erste Zeile! – Teil 3 +

    Hier ist die dritte erste Zeile:Ich werde einen langen Brief an Mutter schreiben und ihr erzählen, was geschehen ist.Da wird Weiterlesen
  • Die verfluchte erste Zeile! – Teil 4 +

    Die vierte erste Zeile: In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können.   Weiterlesen
  • Die verfluchte erste Zeile! – Teil 5 +

    Die fünfte erste Zeile: Als ich sie sah, wusste ich, dass dieser Sommer entweder wundervoll oder furchtbar werden würde. Weiterlesen
  • Drabble – Eine Geschichte in 100 Wörtern +

    Kann man eine Geschichte in 100 Wörtern erzählen? 100 Wörter sind extrem wenig, und die Geschichte sollte Anfang, Mitte und Weiterlesen
  • Lass die Geschichte von der App schreiben +

    Ganz so einfach, wie der Titel sagt, ist es nicht, aber Richard Norden hat auf seinem Blog eine App vorgestellt, Weiterlesen
  • Schriftstellertraining, 1. Übung +

    Eines der schwierigsten Dinge beim Schreiben ist das Anfangen. Wie fange ich an? Womit? Wann schreibt es sich am besten? Weiterlesen
  • Schriftstellertraining, 2. Übung +

    Schreiben ist in erster Linie Handwerk. Damit verkünde ich nichts Neues, das habe ich selbst schon Dutzende Male gesagt, und Weiterlesen
  • Schriftstellertraining, 3. Übung +

    Gefühle. Gefühle zu beschreiben ist eine ganz spezielle Kunst. Die beiden ersten Übungen bezogen sich mehr auf Äußerlichkeiten, jedesmal wurde Weiterlesen
  • Schriftstellertraining, 4. Übung +

    Heute einmal keine einzelnen Wörter und kein erster Satz, sondern die Vorgabe für eine kleine Geschichte. Zwei Frauen treffen sich Weiterlesen
  • Virtuelle Romanwerkstatt +

    Gerade stolperte ich über eine ganz interessante Idee, die aber leider schon wieder eingestellt wurde: eine virtuelle Romanwerkstatt, bei der Weiterlesen
  • Wer findet hierzu eine Geschichte (1)? +

    Da wir gerade so gut im Schwange sind, gibt es für diejenigen, die immer noch nicht genug haben ;), eine neue Weiterlesen
  • 1
  • 2

Weitere Artikel

  • 1
  • 2
  • 3

Suche