Die verfluchte erste Zeile! – Teil 4

Die vierte erste Zeile:

In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können.

 

 

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  • Nanni
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  • Nicole T.
  • Nanni

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    Ach ich weiß ja auch nicht warum ich mich andauernd so verzettele mit den Anfängen. Ich weiß ja, ich sage mir noch: Fang mit einem Dialog an, Dialoge kannste ganz gut. Nein, ich Trine fange mit einer Erzählversion an. Ich gebe aber zu, aus der ungeliebten Ich Perspektive geht das Schreiben irgendwie leichter habe ich das Gefühl, jetzt für mich.
    Was mir aufgefallen ist, und ich die ganze Nacht überlegt habe, Sie haben recht. Nicht dass das etwas Neues wäre. ;) Ich muss es anders verpacken. Denn, Sie haben schließlich raus lesen können was ich als Schreiberin vermitteln wollte. Mensch, dass ist für mich schon mal ein riesiger Fortschritt in die richtige Richtung. Ich werde verstanden. :) Ein wenig stolz bin schon auf mich.
    Ich werde versuchen mich an mehr „Show“ zu orientieren anstatt „Tell“, außer bei Dialogen, klar. Na, dann werde ich mal weiter üben.
    Weniger direkt, mehr verpacken. Jawohl wird gemacht. ;D

    Montag, 13. Juni 2011 11:21
  • Ruth Gogoll

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    Ich sagte ja, die Ideen sind gut. Ich habe nichts dazuerfunden, das ist alles im Originaltext enthalten, nur anders umgesetzt. Man muß immer vermeiden, die Dinge zu direkt zu sagen oder zu beschreiben. Es beispielsweise in einen Dialog einzubauen ist wesentlich unterhaltsamer für die Leserin.

    Sonntag, 12. Juni 2011 23:51
  • Nanni

    Permalink

    Wow, was für ein Unterschied. Ihre Version hört sich echt gut an. Da wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen. Da merkt man eben den Unterschied.
    Mehr Gefühl und Schweben. Na, da scheine ich ja echte Probleme zu haben wenn es um die Beschreibung von Gefühlen geht. Aber es ist sehr hilfreich für mich was Sie mir hier geschrieben und gezeigt haben.
    Vielen Dank. Sehr nett! Und 8)

    Sonntag, 12. Juni 2011 23:33
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich möchte das kurz ein wenig erläutern. Ich würde direkt mit dem Dialog anfangen. Der Einstieg zieht sich zu lange hin.

    »Hallo, ich bin Kim.« Ein roter Mund lächelte mich verführerisch an.
    Mein Herz machte einen Sprung. »Hallo.«
    Sie lächelte noch mehr. »Du bist mir gestern Abend schon im Park aufgefallen."
    »Ach, tatsächlich?« Ich schluckte.
    »Schade, dass es dann plötzlich anfing zu regnen«, fuhr sie fort, und ihre faszinierenden Augen musterten mich fast schon amüsiert.
    »Ja. Ja, fand ich auch.« Was war das? Warum brachte ich kaum einen zusammenhängenden Satz heraus?
    »Ich dachte, du wärst gesprächiger.« Sie setzte sich neben mich.
    »Ich ... ich auch«, stammelte ich.
    Sie lachte. »Verwirre ich dich so? Warum? Hast du mich erkannt?«
    »Wie? Erkannt?« Ich runzelte die Stirn. »Bist du denn berühmt? Ich dachte, du wärst Straßenmusikerin.«
    Sie lachte laut auf. »Schön, dass du das dachtest. Du kennst mich also nicht? Das ist angenehm.«


    Und so weiter. Die ganzen Informationen, die am Anfang im Originaltext gegeben werden, mehr verpacken, nicht so direkt hinschreiben.

    Sonntag, 12. Juni 2011 20:51
  • Ruth Gogoll

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    Ja, das wissen wir wohl alle, was in dieser Nacht geschehen wird. 8) Eine sehr konkrete Geschichte, die sich nicht mit überflüssigen Gefühlen oder Metaebenen aufhält. Es geht nur um die eine Sache. Was auch mir bei »Hitze der Nacht« als erstes in den Sinn kam – wem nicht? ;)

    Die Geschichte hat zum Teil sehr gute Ansätze, die aber zu wenig ausgeführt werden. Sie bewegt sich zu sehr im „Tell“ und zu wenig im „Show“.

    Allerdings ist die Geschichte ja auch sehr kurz, deshalb ist der konkrete Ansatz auch angebracht, sonst käme man nicht schnell zum Ende.

    Ich hätte mir noch ein bißchen mehr Gefühl in der Geschichte gewünscht, ein bißchen mehr Schweben. Das ist alles sehr, sehr bodenständig. Dagegen ist nichts zu sagen, das ist durchaus in Ordnung, aber für die erste Begegnung zweier Frauen würde ich mir mehr Kribbeln im Bauch wünschen.

    Ich finde aber, daß – wenn man diesen Entwurf als Rahmen nimmt – man eine sehr gute Geschichte daraus machen könnte. Mit all den Ideen, die hier in dem Text stecken. Guter Anfang auf jeden Fall. Weiter so! ;D

    Sonntag, 12. Juni 2011 20:39
  • Nanni

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    In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können. Ich wusste nicht was es war, aber ich wusste, dass ich so etwas noch nie erlebt hatte. Ich war in der Bar, und die Fremde die ich am Vorabend im Park hatte spielen hören war auch da. Das was ich heute Nacht geträumt hatte trat gerade ein. Ich sah sie wieder.
    Die Vorstellung in ihren Armen zu liegen ließ mein Herz schneller werden. Ich wollte meine Lippen auf ihren verführerischen Mund auflegen. Sie schmecken und liebkosen. Ein ungeheures Verlangen breitete sich in mir aus. Ich ließ langsam meinen Blick über ihren unglaublichen, verführerisch aussehenden Körper wandern, wurde rot als ich ertappt in fremde Augen sah. Sie hatte mich entdeckt.
    Ich wandte meinen Blick von ihr ab und betrachtete die Szenerie, ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Schön waren sie alle, und jung. Doch sie...sie war die pure Verlockung. Gestern schon bei ihrem Spiel hatte sie mich ganz und gar gefangen genommen. Durch denn unvorhergesehenen Wolkenbruch allerdings hatte ich nicht die Möglichkeit gehabt mich ihr zu nähern. Als ob ich das jemals getan hätte.
    Ich war hin und hergerissen, zwischen einem unfassbaren sexuellen Verlangen und dem Verlangen, alles langsamer angehen zulassen um auf eine tiefere Ebene zueinander zu finden. Für weitere Gedanken blieb keine Zeit denn die Fremde kam auf mich zu.
    »Hallo. Mein Name ist Kim.« Sie lächelte mich verführerisch an.
    Mein Herz machte einen Sprung. »Hallo, ich bin Cosma.«
    »Du bist mir gestern Abend schon im Park aufgefallen.«
    »Im Park«, stimmte ich nickend zu. »Was für ein Zufall.«
    »Ja, was für ein Zufall, dass finde ich auch.« Sagte sie während sie ihren Blick unbehelligt über meinen Körper gleiten ließ. »Du bist außergewöhnlich schön, atemberaubend möchte ich schon meinen. Entschuldige, aber ich muss dich einfach anschauen.«
    »Danke, sehr nett«, murmelte ich verlegen.
    »Bist du Straßenmusikerin?« Ich versuchte mit einem Schluck Wein den Brand den sie in mir hervorrief zu löschen. Sie sollte nicht bemerken wie mich ihre bloße Anwesenheit nervös machte. Einfach bei banalen Themen bleiben, dann kann nichts passieren.
    »Nein, ich spiele manchmal einfach nur so im Park, um mich meiner Anfänge zu erinnern. Und natürlich, weil ich es immer noch mehr liebe als in irgendwelchen überfüllten Konzertsälen.
    »Dann bist du also gut?« fragte ich.
    Sie lachte und zuckte nur mit den Schultern. »Das zu entscheiden überlasse ich den Zuhörern die meine Musik kaufen und hören.«
    »Dann bist du berühmt?«
    »Ich möchte viel lieber etwas über dich in Erfahrung bringen. So einseitig ist das doch langweilig findest du nicht?« Sie näherte sich mir gefährlich nahe. Ihr Atem kitzelte meine Haut.
    Clever wie sie das Gespräch von sich ablenkt. Ihr Tonfall war dabei neckend, ihr Lächeln erotisierend und eine Offenbarung. Ich bemerkte trotz des lockeren Tons, eine Spur Ernsthaftigkeit dahinter. Ich konnte ihren Duft einatmen der meine Sinne erregte. Sie löste etwas in mir aus, etwas, dass sowohl meinen Körper, als auch meinen Verstand aufwühlte. Und meine erogensten Zonen wieder zum Leben erweckte.
    Was ich jedoch überhaupt nicht mochte war dieses Gefühl, dass hinter jedem ihrer Worte noch etwas anderes steckte. Ich konnte aber nicht sagen was es war. Vielleicht war sie einfach nur eine Aufreißerin, denn wenn sie tatsächlich berühmt war, hatte sie doch bestimmt eine Menge Groupies, genug Chancen eine Frau ins Bett zu bekommen. Die Versuchung war aber dennoch groß. Meine Vorurteile die ich nach wie vor hatte warf ich über Bord. Ich wollte dass Kim mich eroberte, weil ich von ihr erobert werden wollte.
    »Darf ich dir einen Trink spendieren?« Hörte ich ihre Stimme in meine Gedanken eintauchen.
    »Nein Danke, noch einen Wein und ich verliere die Kontrolle.«
    Verführerisch blitzen Kims Augen auf. »Ich mag Frauen die auch mal die Kontrolle verlieren.« Darauf lächelte Kim charmant.
    Die Sinnlichkeit in ihrer Aussage haute mich um. Jemanden wie ihr war ich schon lange nicht mehr begegnet. Seit ich Lil verloren hatte, hatte ich nicht einmal mehr gewagt davon zu träumen. Kims Stimme klang verführerisch. Ihre Körpersprache war eindeutig.
    Ich wusste nun was heute in der Hitze dieser Nacht geschehen würde. Ich schenkte ihr ein ebensolches charmante Lächeln zurück.
    ENDE

    Sonntag, 12. Juni 2011 20:17
  • Ruth Gogoll

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    Es ist doch immer wieder erstaunlich, was bei Schreibübungen herauskommt. Als ich den Anfang von Hitze der Nacht hier in den Schreibübungen einstellte, hätte ich nie gedacht, daß daraus einmal ein Roman werden würde. Es sollte wirklich nur eine Übung sein. Und nun ist aus dieser »verfluchten ersten Zeile« tatsächlich ein Buch geworden: [url=http://www.elles-shop.de/product_info.php?products_id=831]In der Hitze der Nacht[/url]

    Deshalb würde ich allen Autorinnen, die gern einmal ein Buch bei el!es veröffentlichen möchten, anraten, diese Schreibübungen zu absolvieren. ;)

    Freitag, 10. Juni 2011 11:47
  • Julia

    Permalink

    Das freut mich wirklich sehr, wenn Ihnen/Euch die Geschichte gefallen hat. Das steigert in jedem Fall meine Motivation, weiter zu schreiben. :)

    Samstag, 24. Mai 2008 12:49
  • Franziska

    Permalink

    Auch mir gefällt Julias Geschichte sehr.
    Einfach toll!

    Freitag, 23. Mai 2008 17:01
  • Alexandra Liebert

    Permalink

    Ich finde die Geschichte auch sehr schön. Sehr fesselnd geschrieben :)

    Freitag, 23. Mai 2008 14:30
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Mir hat sie jedenfalls sehr gefallen. ;)

    Donnerstag, 22. Mai 2008 11:29
  • Julia

    Permalink

    Ich habe mich endlich mal wieder an eine Schreibübung gewagt und mich für diese hier entschieden. Dieses Mal habe ich auch nicht an der spannensten Stelle angebrochen ;)

    Über Anregungen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen.
    Und nun viel Spaß beim Lesen!

    In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können.
    Da war sich Nadine vor diesem Date so sicher gewesen, aber nun geschah einfach nichts und das schon seit einer langen halben Stunde. Schweigend saßen sich die beiden Frauen gegenüber. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.
    Verkrampft zog Frauke ihre Schultern nach oben und starrte das Bild an Nadines Wohnzimmerwand an.
    Sie schien keinerlei Interesse an diesem Abend zu haben. Wenn Nadine versucht hatte, sie in eine Unterhaltung zu verwickeln, hatte sie bisher nur einsilbige Antworten von sich gegeben. Dabei hatten sie sich bei ihrer ersten Begegnung so gut verstanden. Nadine hatte sofort das Gefühl gehabt, mit Frauke auf einer Wellenlänge zu sein. Konnte sie sich so sehr getäuscht haben?
    „Möchtest du noch etwas trinken? Noch ein Glas Wein?“, fragte Nadine ihren Gast. Sie verschränkte ihre Finger ineinander. Lange hielt sie diese Anspannung nicht mehr aus. Den Abend hatte sie sich wirklich anders vorgestellt.
    Frauke nickte und strich eine blonde Haarsträhne hinter ihr Ohr.
    Ein leiser Seufzer kam Nadine über die Lippen. Sie erhob sich aus ihrem Sessel und schenkte Frauke nach. Auch ihr Glas füllte sie ein zweites Mal, ehe sie sich wieder setzte. Vielleicht würde das die Atmosphäre etwas auflockern.
    Nadine versuchte zu lächeln, doch es wollte ihr nicht recht gelingen.
    Aber Frauke bemerkte es ohnehin nicht. Stattdessen kaute sie auf ihrem Fingernagel.
    Nadine nahm ihr Glas in die Hand und nahm einen großen Schluck. Sie suchte den Blickkontakt mit Frauke, doch ihre blauen Augen wichen ihr immer aus. Unwillkürlich umklammerte Nadine den Stiel ihres Glases fester. Langsam spürte sie, die Wut in ihr hoch steigen. Was sollte das alles? Sie atmete einmal tief durch, um Frauke nicht unkontrolliert anzuherrschen und steckte sich ein Gummibärchen in ihren Mund. Lustlos begann sie darauf herum zu kauen.
    Es war sinnlos! Warum ließ sie sich so den Abend verderben? So konnte es nicht länger weitergehen.
    „Was ist bloß los mit dir?“, fragte Nadine schließlich in einem etwas zu scharf geratenen Tonfall.
    Fraukes Blick haftete am Boden. Sie räusperte sich. „Ich habe dich belogen“, flüsterte sie kaum hörbar.
    Nadine beobachtete etwas überrascht Frauke, die nervös mit ihrem Fuß auf und ab wippte. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Was wollte Frauke ihr sagen?
    Frauke richtete sich auf und sah geradewegs in Nadines Augen. „Ich habe eine Freundin“, platzte sie mit der Nachricht heraus.
    Vor Schreck blieb Nadine der Mund offen stehen. Sie musste sich verhört haben! Frauke hatte doch behauptet, Single zu sein genauso wie sie.
    Aber Frauke gab ihr keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. „Als ich dich das erste Mal gesehen habe, war ich sofort fasziniert von dir. Du hast mich einfach umgehauen. Ich wollte dich unbedingt kennenlernen. Ich spürte das unbändige Verlangen, dich zu berühren, dir nahe zu sein.“ Frauke stockte. Auf ihrer Stirn bildete sich eine tiefe Falte. „Weißt du, in unserer Beziehung läuft es nicht so gut. Eigentlich ist es längst klar, dass es nicht weiter gehen wird. Es hat nur noch keine von uns beiden den Schlussstrich gezogen.“ Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und seufzte schwer.
    Nadine konnte noch immer nicht glauben, was sie da eben gehört hatte. Als sie sich zum ersten Mal begegnet waren, waren die Funken zwischen ihnen nur so hin und her gesprungen. Es hatte unüberhörbar geknistert. Bei jeder zufälligen Berührung war sie wie elektrisiert gewesen. Am Ende des Abends hatten sie sich leidenschaftlich geküsst, die Welt um sich herum vergessen. Es war perfekt gewesen.
    „Das ist eine Neuigkeit“, stellte Nadine endlich fest. Sie wusste nicht, was sie sonst sagen sollte.
    „Es tut mir wirklich leid. Ich weiß nicht, was plötzlich in mich gefahren ist, warum ich heute nicht so unbeschwert sein kann, wie beim letzten Mal. Meine Gefühle spielen verrückt. Ich will dich, aber ich kann nicht. Irgendetwas hält mich zurück. Bitte sei mir nicht böse!“
    Die gesamte letzte Woche hat sich Nadine auf diesen Abend gefreut. Sie hatte von Frauke geträumt, hatte sich nach ihr gesehnt. Sie war sich sicher gewesen, dass Frauke ihre Traumfrau sein musste. Und nun so etwas.
    „Ist schon gut“, log Nadine. Sie wickelte ihre braunen Locken um ihren Finger. Sie brauchte einen Augenblick ihre Ruhe, um durchzuatmen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
    „Ich hole mir kurz einen Schluck Wasser.“
    Frauke verzog die Mundwinkel zu einem angedeuteten Lächeln. „In Ordnung.“
    Nadine verschwand in die Küche. Gerade war sie noch auf Wolke Sieben gewesen und nun hatte Frauke sie herunter gestürzt. Die Landung war hart und schmerzhaft gewesen. Aber war es nicht immer das gleiche? Hatte sie nicht schon allzu oft ähnliche Erfahrungen gemacht? Sie sollten versuchen, das beste aus dem Abend zu machen und dann würde sie sich Frauke schnell wieder aus dem Kopf schlagen.
    Als Nadine wieder zurück ins Wohnzimmer kam, stand Frauke plötzlich direkt vor ihr. Nur wenige Zentimeter trennten sie. Ihre Blicke trafen sich und hielten sich fest. Die Zeit schien still zu stehen. Unzählige Schmetterlinge schwirrten in Nadines Bauch. Schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie Frauke nicht einfach gehen lassen konnte. Sie musste um sie kämpfen.
    „Wir finden schon eine Lösung für unser Problem“, flüsterte Nadine und strich mit ihren Fingern zärtlich über Fraukes Arm.
    Die Berührung hinterließ bei Frauke eine prickelnde Gänsehaut. Sie nickte kaum merklich. „Hör nicht auf damit“, bat sie. „Das ist schön.“
    „Ich mache das, was du möchtest.“ Nadine legte behutsam ihre Arme um Frauke und zog sie ein wenig zu sich. Sie schmiegte sich so eng an sie, dass kein Blatt Papier mehr zwischen sie gepasst hätte.
    Nadine konnte Fraukes Atem in ihrem Gesicht spüren. Sie waren sich so nah. Augenblicklich schlug Nadines Herz schneller. Fraukes Haare kitzelten ein wenig ihre Schulter.
    „Bitte küss mich!“, verlangte Frauke eindringlich. Ihre blauen Augen sahen Nadine beschwörend an.
    Nadine zögerte einen Moment. „Bist du dir sicher?“
    „Frag nicht! Tu es einfach! Bitte!“, flehte Frauke mit zitternder Stimme.
    Nadine hatte das Gefühl, sich nicht mehr lange auf den Beinen halten zu können. Den ganzen Abend hatte sie nur diesen einen Wunsch gehabt. Sie wollte nicht sehnlicher als Frauke küssen. Ihre Lippen näherten sich ganz langsam, wie in Zeitlupe, Fraukes Mund
    Endlich trafen ihre Lippen aufeinander. Sie schlossen die Augen.
    Fraukes Mund fühlte sich so weich und zart an. Behutsam strich ihre Zungenspitze über ihre Lippen und suchte Einlass. Frauke gewährte ihn ihr und sie drang vorsichtig in ihren Mund ein.
    Ihre Zungen spielten miteinander, umschlungen sich zärtlich, um schließlich jeden Winkel zu erforschen.
    Nadines Wangen glühten. Ihr wurde heiß.
    Plötzlich wanderten Fraukes Finger ihren Rücken hinunter. Sie schob Nadines Shirt ein wenig hoch und ließ ihre Hände unter den Stoff gleiten.
    Als Frauke ihre nackte Haut berührte, wurde ihr schwindelig. Sie atmete tief ein und Fraukes berauschenden Duft stieg ihr in die Nase.
    Ihr Kuss wurde immer leidenschaftlicher.
    Langsam begann Frauke Nadine das T-Shirt über den Kopf zu ziehen und sie ließ es wortlos geschehen.
    Nadine drängte Frauke in Richtung Schlafzimmer. Dabei zog sie ihr ebenfalls das Shirt über den Kopf und öffnete ihre Hose. Es konnte ihr nicht schnell genug gehen. Zu lange hatte sich das Verlangen nach Frauke aufgestaut. Sie wollte sie spüren.
    Ihre Münder trennten sich keinen Moment. Noch immer spielten unsere Zungen wild miteinander und ließen sie erahnen, dass es nun doch noch eine sehr heiße Nacht werden würde.
    Kurze Zeit später fanden sie sich nackt auf Nadines Bett wieder.
    Längst konnte Nadine ihre Erregung nicht mehr leugnen. Dennoch ließ sie sich Zeit und betrachtete zunächst ausgiebig Fraukes wohlgeformten Körper.
    Doch Frauke wollte nicht länger warten. Vorsichtig zog sie Nadine zu sich hin und küsste sie erneut. Dabei drehte sie Nadine so geschickt, dass sie, ohne es zu merken, wehrlos unter ihr lag und sich voll und ganz ihren Berührungen hingeben musste.
    Nadine genoss Fraukes Gewicht auf ihr. Sie konnte ihre Brüste auf ihren spüren. Ein heißer Schauer lief ihren Rücken hinunter.
    Frauke teilte mit einen Schenkel ihre Beine. Dabei glitt sie ganz nah an ihrer Mitte vorbei. Nadine stöhnte auf und begann sich unter ihr zu winden. Sie war sich sicher, eine feuchte Spur auf Fraukes Bein zu hinterlassen.
    Während sich ihre Lippen immer noch küssten, richtete sich Frauke ein wenig auf und umklammerte mit ihren Händen Nadines Handgelenke und presste sie sanft in die Laken.
    Ein wenig überrascht von dieser Entschlossenheit, zögerte Nadine einen Moment, bevor sie ihre Augen schloss, um sie Frauke voll und ganz hinzugeben.
    Mittlerweile ließ Frauke ihre Hände Nadines Arme hinuntergleiten.
    Ein Kribbeln durchzog Nadines Körper, ihre Brustwarzen waren längst hart geworden und spätestens jetzt als Frauke ihre Finger zärtlich darüber rieb, gab es kein Halten mehr. Ihrem Mund entwich ein leises Stöhnen.
    Fraukes Lippen begannen ihren Hals mit unzähligen Küssen zu überziehen. Zärtlich streichelte und massierte sie Nadines Brüste.
    Plötzlich rutschte Frauke etwas tiefer. Sie senkte ihren Kopf zu Nadines Brüsten und begann mit ihrer Zunge ihre harten Knospen zu umkreisen. Sie genoss es sichtlich mit ihr zu spielen. Mit ihren Lippen umschloss sie Nadines Brustwarzen und ließ sie zärtlich ihre Zähne spüren.
    Nadines Stöhnen wurde immer heftiger. Sie konnte kaum mehr einen klaren Gedanken fassen. Doch wozu auch?
    Unterdessen glitt Fraukes Zunge wieder Nadines Hals hinauf und ihre Lippen verschmolzen erneut zu einem leidenschaftlichen Kuss. Mit ihren schlanken Fingern strich Frauke die Seiten von Nadines Körpers entlang, weiter zu ihrem Bauch. Sanft umkreisten ihre Fingerspitzen ihren Bauchnabel, um schließlich die Innenseiten ihrer Schenkel zu streicheln. Frauke war auf dem besten Weg Nadine in den Wahnsinn zu treiben, denn sie ließ sich unendlich lange Zeit und machte keine Anstalten ihre Hand tiefer in Nadines Schoss zu bewegen.
    Stattdessen verwöhnte ihre Zunge ausgiebig Nadines Busen, spielte mit ihren Brustwarzen. Nadines Atem ging immer schneller, sie konnte mich kaum mehr beherrschen. Lange konnte sie ihren Höhepunkt nicht mehr zurückhalten.
    Als hätte Frauke Nadines Gedanken erraten, wanderte ihre Hand zwischen Nadines Beine und suchte ihre Mitte.
    „Du bist aber ganz schön nass“, stellte sie fest, während ihre Finger ihren Nektar überall verteilten.
    Nadine konnte nicht mehr antworten. Nur ihr heftiger Atem kam über ihre Lippen.
    Frauke hielt einen Moment in ihrer Berührung inne. „Willst du mich in dir spüren?“
    Was für eine Frage! Sie sehnte mich nach nichts anderem. Sie versuchte, zu nicken. Doch das reichte ihr nicht.
    „Dann sag es mir“, forderte sie Nadine auf. Ihre Augen spiegelten das leidenschaftliche Feuer in ihr wider.
    „Ja. Ich will“, brachte Nadine mühsam mit letzter Kraft hervor.
    Endlich erlöste Frauke sie und glitt mit ihren Fingern in sie.
    Nadines Becken schob sich ihr automatisch entgegen.
    Aber Frauke wollte sie nicht so schnell befriedigen. Vorsichtig ließ sie einmal kurz ihre Finger verführerisch über Nadines Perle gleiten, nur um ihr einen Vorgeschmack zu geben. Dann nahm sie ihre Hände ganz aus Nadines Schoß und streichelte wieder über ihren Bauch. Nadine hielt es kaum mehr aus, aber Frauke kannte keine Gnade.
    „Ich kann nicht mehr. Bitte“, keuchte Nadine.
    Frauke gab nach. Zärtlich glitten ihre Finger über Nadines Mitte.
    Kaum ein paar Sekunden später gab es kein Halten mehr und Nadine wurde von einem unglaublichen Höhepunkt überrollt, der nie zu enden schien.
    Erschöpft, aber entspannt, seufzte Nadine. Sie war vollkommen außer Atem. Frauke schmiegte sich eng an und im nächsten Augenblick war Nadine eingeschlafen.

    Mit entsetztem Blick auf die Uhr musste Nadine feststellen, dass es bereits mitten in der Nacht war.
    War sie etwa eingeschlafen?
    Frauke lag neben ihr, eng an sie gekuschelt und schien selig zu träumen.
    So etwas war ihr noch nie passiert und dass, obwohl sie sich noch nicht mal für dieses sagenhafte Erlebnis revanchiert hatte…
    Im Mondschein, der durch einen kleinen Spalt im Vorhang ins Zimmer schien, konnte Nadine Fraukes Körper betrachten. Ihr Busen war wunderschön, nicht zu groß, aber auch nicht zu übersehen, ihr Bauch schlank und muskulös, ihre Taille schmal, der Po knackig und wohlgeformt – kurz gesagt, sie hatten wirklich einen Traumkörper.
    Von diesem Anblick schon wieder erregt, begann Nadine zärtlich Fraukes Busen zu streicheln und merkte, wie ihre Brustwarzen unter ihren Berührungen langsam fest wurden.
    Frauke schlief immer noch.
    Jetzt bedeckte Nadine den nackten Körper mit feuchten Küssen. Ihre Zunge glitt an ihrem Schlüsselbein entlang.
    Frauke lächelte, die Augen geschlossen, noch immer in einer anderen Welt.
    Nadine konnte gar nicht genug von ihrem Körper bekommen. Sie streichelte und küsste jeden Zentimeter, ließ nichts aus.
    Plötzlich schlug Frauke irritiert ihre Augen auf, doch noch bevor sie etwas sagen konnte, schloss Nadine ihren Mund mit einem leidenschaftlichen Kuss, den Frauke sofort erwiderte.
    Es war kaum zu übersehen, dass Frauke mittlerweile sehr erregt war.
    Nadines Mund wanderte an Fraukes Körper hinunter. Ganz vorsichtig strich sie mit ihrer Zungenspitze durch Fraukes Leiste, ehe ihre Zunge tiefer in ihren Schoss wanderte. Der süße Duft ihrer Erregung schlug Nadine entgegen und sie atmete tief ein.
    Dann leckte sie vorsichtig über Fraukes Schamlippen und vermied es dabei, ihr Lustzentrum zu berühren. Sie erforschte jeden Winkel
    Frauke stöhnte, sie wollte mehr von Nadine. Ihr Becken schob sich ihr fordern entgegen.
    Nadine verstand. Ihre Zunge umkreiste ihren Eingang und tauchte schließlich tief in Frauke ein. Sanft streichelte sie ihr Innerstes. Rhythmisch glitt Nadines Zunge in sie.
    Fraukes Atem beschleunigte sich immer mehr. Mit einem Mal zuckte ihr Unterleib unkontrolliert.
    Zärtlich glitt Nadines Zunge noch ein letztes Mal über ihr Lustzentrum, dann legte sich neben Frauke und gab ihr einen Kuss, der noch nach ihrem süßen Nektar schmeckte.
    Wenig später waren sie beide wieder eingeschlafen, ohne ein einziges Wort gesprochen zu haben.

    Der herrliche Duft frischen Kaffees weckte Nadine. Diese ganze letzte Nacht kam ihr so unwirklich vor und sie konnte es kaum glauben, von Frauke lächelnd begrüßt zu werden.
    „Guten morgen!“ Frauke setzte sich mit zwei Tassen Kaffee zu Nadine an die Bettkante. „Ich hoffe, du hast gut geschlafen.
    Nadine nickte noch ein wenig verträumt.
    „Sei mir nicht böse, aber ich werde gleich besser gehen. Ich habe noch einiges zu klären heute.“
    Erst jetzt fiel Nadine auf, dass Frauke bereits vollständig angezogen war.
    „Aber wenn du möchtest, können wir uns heute abend wiedersehen“, erklärte Frauke mit zärtlicher Stimme. Ihre blauen Augen strahlten.
    Zur Antwort gab Nadine Frauke einen liebevollen Kuss. Ihr Traum war doch noch wahr geworden.

    Mittwoch, 21. Mai 2008 20:34
  • Maren

    Permalink

    In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können.
    Sarah stand am geöffneten Fenster und sog tief die Luft ein. Kühl füllte sie ihre Lungen und gab ihr die Illusion, auch ihre Gedanken zu klären. Was war nur in sie gefahren, dass sie aufgesprungen und davongelaufen war?
    Alles war so schön, so perfekt gewesen. Gabi hatte bereits auf sie gewartet, im Foyer der Ballettschule. Sarah war die Treppen förmlich heruntergeschwebt, als sie den hellblonden Schopf sah.
    „Meine Traum-Tänzerin“, hatte Gabi gerufen und die Arme ausgebreitet. Traum-Tänzerin, nicht Traumtänzerin. Für Sarah fühlte es sich auch ein bisschen an wie ein Traum, wenn sie mit Gabi zusammen war. Zum ersten Mal in ihrem fast neunzehnjährigen Leben war sie verliebt. Keine Schwärmerei, nein, richtig mit einem warmen Gefühl in ihrem Herzen und Schmetterlingen im Bauch, wenn sie nur an Gabi dachte.
    Gabi war drei Jahre älter als sie, studierte Musik und war die schönste Frau und tollste Freundin, die Sarah sich vorstellen konnte. Zwischen ihnen war vom ersten Moment an etwas Besonderes gewesen. Drei wundervolle Wochen lang hatten sie sich fast jeden Tag getroffen und unzählige SMS mit Liebesbotschaften geschrieben. Sarah musste als Ballerina täglich trainieren, was ihr wenig Freizeit ließ, doch umso mehr hatte sie jede Minute mit Gabi genossen.
    Und nun war das alles vorbei. Weil sie so ein dummes Schaf war, das plötzlich Panik bekommen und aus dem Bett gesprungen war. Dabei wünschte sie sich doch so sehnlich, mit Gabi die Liebe zu entdecken. Mehr als heiße Küsse und ein klein wenig Anfassen war zwischen ihnen noch nicht gelaufen. Das sollte sich heute Abend ändern.
    Regen hatte eingesetzt. Feine Tropfen wurden durch den Wind auch auf Sarahs Gesicht und die aufgestützten Arme gesprüht.
    „Ich erfriere.“ Gabi langte an ihr vorbei und schloss das Fenster. Sie rieb sich die bloßen Unterarme, auf denen sich tatsächlich bereits eine Gänsehaut zeigte.
    Sarah mied ihren Blick. Sie wusste nicht, ob sie je wieder dazu fähig sein würde, Gabi in die Augen zu blicken. In diese schönen goldbraunen Augen, in die sie sich so sehr verliebt hatte.
    „Wie wäre es mit einem Cappuccino?“, schlug Gabi vor.
    „Jetzt?“ Es war bereits nach elf, sie würde kein Auge mehr zu bekommen, wenn sie jetzt noch Kaffee trank. Allerdings bezweifelte sie, dass sie schlafen konnte, egal, ob mit oder ohne Koffein.
    „Ich hab schon welchen fertig.“ Gabi deutete ihr, ihr in die Küche zu folgen, berührte sie dabei jedoch nicht.
    Sarah nahm ihr gegenüber Platz und legte ihre Finger um die dampfende Tasse. Der verführerische Geruch von Kaffee, Kakao und Milch kitzelte ihre Nase, doch im Moment konnte sie sich nicht einmal für ihr Lieblingsgetränk begeistern.
    „Möchtest du reden oder lieber schweigen?“
    Nun sah sie Gabi doch an. Überrascht stellte sie fest, dass ihr Blick frei von Anklage war. Da stand kein Vorwurf in ihren Augen, auch keine Enttäuschung. Gabi sah sie mit der gleichen Liebe an, die schon vor diesem schrecklichen Abend aus ihrem Blick geleuchtet hatte. „Hm.“
    „Hm – ja oder hm – nein?“
    Sarah hob leicht eine Schulter an und ließ sie wieder sinken. Vorsichtig nippte sie an ihrem Cappuccino und leckte sich den Milchschaum von der Oberlippe. „Ich weiß nicht. Ich weiß gar nichts.“
    „Das ist doch auch gut so.“ Gabi lächelte als Antwort auf Sarahs erstaunten Blick. „Wenn man immer alles wüsste, gäbe es ja gar keine Überraschungen mehr, nichts mehr, das man neu entdecken kann, das man zum ersten Mal erleben kann. Stelle ich mir schrecklich langweilig vor.“
    Gegen ihren Willen musste Sarah lächeln. Von dieser Warte hatte sie das noch nie betrachtet. Sie hatte immer danach gestrebt, möglichst viel zu wissen und zu können. Das Ballett war ihre große Leidenschaft, dafür trainierte sie seit Jahren, auch wenn es viel Disziplin forderte, früh schlafen zu gehen oder sich bei Kuchen und Eis zurückhalten zu müssen. Um auf eine bessere Ballettschule gehen zu können, war sie vor zwei Monaten sogar 400 km von zu Hause fortgezogen. Die Trennung von ihren Eltern, ihren Freunden und der gewohnten Umgebung schmerzte anfangs sehr. Umso glücklicher war sie gewesen, als sie Gabi kennen lernte und in ihr eine wahre Freundin fand.
    „Was ist denn nun wirklich los?“
    In den vergangenen Minuten war Sarah klar geworden, wieso sie aus Gabis Bett und vor ihren Zärtlichkeiten geflohen war. „Ich habe gemerkt, dass ich die Kontrolle verliere.“
    „Was im Rausch der Leidenschaft wünschenswert ist“, kommentierte Gabi.
    Sarah seufzte. Sie hatte befürchtet, dass Gabi es nicht verstehen würde. „Ich bin immer sehr diszipliniert – das muss ich sein als Ballerina. Aber plötzlich hatte ich keine Kontrolle mehr über meinen Körper.“
    „Und wenn du selbst …“ Gabi bewegte die Hände in der Luft. „Hast du da nie …?“
    „Doch, einmal. Ist schon länger her. Es war nach einem Training, ich war ziemlich erschöpft und stand unter der Dusche. Da passierte es. Und es hat mich völlig aus der Fassung gebracht.“
    „Puh, was soll ich da sagen?“
    „Ja, ich weiß, es ist unnormal. Völlig bescheuert.“ Sie tippte sich an die Schläfe. „Andere Frauen genießen ihre Höhepunkte und freuen sich drüber. Ich dagegen …“
    „Kleine Unschuld.“ Gabis Worte klangen wie eine zärtliche Liebkosung und hüllten Sarah mit ihrer Wärme ein. „Warum hast du mir das denn nicht gesagt?“
    „Ich hab mich geschämt. Außerdem dachte ich, es würde nicht passieren.“
    Gabi grinste und in ihren Augen funkelte der Schalk. „Hältst du mich für so egoistisch, dass ich nur an meine eigene Befriedigung denke?“
    Wieder konnte Sarah nur hilflos die Schultern heben. Das Durcheinander in ihrem Kopf nahm eher zu als ab. Sie wollte Gabi, mit jeder Faser ihres Körpers begehrte sie die große Blonde. Aber da war etwas in ihr, das sie zurückhielt, das verhinderte, dass sie sich ihr hingab. Sex hatte bisher keine Rolle in ihrem Leben gespielt. Unterhielten sich ihre Ballettkolleginnen über ihre neuesten Abenteuer, so blieb Sarah still. Sie hatte ja auch nichts zu erzählen. Gerne hätte sie die anderen jungen Frauen gefragt, wie sie es schafften, so unbeschwert mit dem Thema umzugehen. Bärbel zum Beispiel gab jeden Montag damit an, was für heiße Liebesspiele sie am Wochenende erlebt hatte.
    „Hast du nie mit jemandem darüber geredet?“
    „Nein. Ich hatte es versucht, damals, nach diesem Duscherlebnis. Aber meine Mutter hielt mir nur lange Vorträge, dass ich mein Training vernachlässigen würde, dass ich daran denken solle, was mein Ziel ist. Und dass es sich nicht gehöre, darüber zu sprechen, mit niemandem. Meine Eltern sind sonst wirklich prima“, fügte sie hinzu. „Aber Sex war bei uns Zuhause nie ein Thema.“
    „Mach dir da mal nicht zu viele Gedanken. Wenn man jemanden liebt, dann sollte man demjenigen vertrauen – und über alles miteinander reden können. Bei dir ist das mit dem Sex eben bislang ein bisschen unglücklich verlaufen. Aber das heißt ja nicht, dass das so bleiben muss.“
    „Ich wünschte, ich hätte deine Zuversicht …“
    „Die kommt schon noch. Du hast mir doch auch gesagt, dass du dir nie vorstellen konntest, dich mal so heftig zu verlieben. Und?“
    Sarah musste lächeln. Das hatte sie Gabi erst vor wenigen Tagen gestanden. Sarah war überrascht gewesen, wie leicht das mit dem Verlieben gewesen war. Und jeden Tag wuchs ihre Liebe ein klein wenig.
    Gabi streichelte über ihren Arm. „Das kriegen wir schon hin.“
    Sie klang so optimistisch, dass es ansteckte. Es würde Zeit brauchen, bis sie sich fallenlassen konnte, das war Sarah bewusst. Doch sie hatte das sichere Gefühl, dass Gabi für sie da war und sie auffangen würde.

    Mittwoch, 16. April 2008 18:57
  • Danke, danke. Aber so ist das, wenn einem die Fantasie durchgeht. Mußte mich heute im Wartezimmer beim Doc auch schwer beherrschen, nicht herumzustöhnen, als mir die Geschichte einfiel und ich sie zu Papier brachte. In solchen Momenten hoffe ich sehnlichst, daß niemand meine Gedanken lesen kann... Peinlich, peinlich. ;D :oops:

    Freitag, 4. April 2008 21:26
  • Junge, Junge ... oder vielmehr Mädchen, Mädchen. ;) Sehr interessante Idee. Sex mal anders. Ein Strandspaziergang der besonderen Art ... Sehr gelungen.

    Freitag, 4. April 2008 20:32
  • Katrin L.

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    In der Hitze dieser Nacht hätte alles geschehen können. Aber nein, meine bessere Hälfte hatte es vorgezogen, unsere Beziehung zu beenden und vorzeitig abzureisen. Ich jedoch wollte auf diesen langersehnten Urlaub nicht verzichten und so versuchte ich, die mir noch verbleibende Woche zu genießen.
    Meine Turnschuhe an den Schnürsenkeln miteinander verknotet und über der Schulter hängend, schlenderte ich unter dem Sternenhimmel Spaniens barfüßig am Strand entlang. Von der Promenade klang die Musik aus den Diskotheken herüber. In diesem kleinen Urlaubsnest Calella an der Costa Brava begann das bunte Leben erst nachts. Tagsüber traf man nur auf Touristen, die entweder auf Souvenirjagd waren oder als Schnitzel am Strand in der Sonne lagen und sich brutzeln ließen. Diese aneinandergereihten Fleischberge am Strand waren mir von Anfang an zuwider. Massenabfertigung. Auf der Suche nach einem stillen Plätzchen hatten wir schließlich eine kleine Bucht entdeckt, in der der Nacktkultur gefrönt wurde und die nur wenig besiedelt war. Dort fühlten wir uns wohl und es war ein Genuß, jedes Stückchen Haut der Sonne zu präsentieren. Doch dann kam der große Streit, die schöne Atmosphäre war dahin.
    Es kriselte schon eine ganze Weile zwischen uns und die Hoffnung, daß dieser Urlaub Entspannung in die Lage bringen würde, löste sich schnell in Luft auf. Es krachte gewaltig. Jetzt war es endgültig aus.
    Obwohl ich geglaubt hatte, vor Wehmut zu vergehen, weinte ich meiner Verflossenen keine Träne nach. Im Gegenteil, ich fühlte mich erleichtert und von einer großen Last befreit.
    Ich atmete tief durch. Die klare Meeresbrise tat unendlich gut. Ich verweilte und bemerkte zu meinem Erstaunen, daß mich meine Füße unbewußt in diese kleine stille Bucht getragen hatten. Die Musik von der Strandpromenade war verklungen, so abgeschirmt lag dieser Fleck Erde. Stille hatte sich über den Strand gelegt. Nur das Rauschen der Wellen war zu hören.
    Ich stand so nah am Wasser, daß die Wellen sanft meine Füße umspülten. Die Hände wie ein trotziges kleines Mädchen in meinen Shorttaschen vergraben, stierte ich auf das dunkle Meer hinaus.
    Dieses Meer, mit seinem am Tage so faszinierenden klaren Blau, einladend, sich auf den weichen Wellen dahintragen zu lassen. Jetzt, in der Nacht, eine dunkelgähnende Unendlichkeit, die ruhig um meine Füße schwappte. Ich stellte mir vor, wie die Brandung mit voller Wucht an die Felsen schlagen würde, wenn der Zorn der Meeresgötter geweckt war. Meterhohe Wellen, die über den Klippen zusammenschlugen, sich zurückzogen, um erneut tosend zuzuschlagen.
    Seit Tagen schon brannte sich die Hitze unerbittlich in diesen Planeten und auch die Nächte versprachen kaum Abkühlung.
    Ich war allein in der Bucht. Was wäre, wenn ich mich jetzt nackt in den Sand legen würde und die Wellen meinen Körper umspülten?
    Lächelnd zog ich mich aus, legte meine Sachen gerade so weit weg, daß sie nicht naß werden konnten. Das Wasser war warm, wie mir schien, sogar wärmer als die Außentemperatur. Ich setzte mich, die Beine lang ausgestreckt im Wasser, mit den Armen hinter meinem Rücken abgestützt.
    Die Wellen spielten sanft mit meinem Körper, tasteten ihn vorsichtig ab, so, als würde eine Geliebte mich mit zarten Küssen ergründen. Der Gedanke daran bescherte mir eine Gänsehaut, zwischen meinen Beinen begann es zu kribbeln.
    Was, wenn in diesem Moment dem Meer eine Nixe entsteigen und mich verführen würde? Der Gedanke gefiel mir. Das Kribbeln wurde stärker, breitete sich in und auf meinem ganzen Körper aus. Ich spreizte die Beine, ließ die Wellen dazwischen lecken.
    Wieder kam eine Welle, rollte den feinen Sand zwischen meine Schamlippen, zog sich zurück, um kurz darauf erneut mein Zentrum der Lust zu streicheln. Jede Welle wurde verführerischer, nahm mich intensiver. Mein Herzschlag raste. Ich legte den Kopf zurück, sah den Halbmond, der mir mit einem verschmitzten Lächeln zusah. Nur er war Zeuge.
    Und ich ließ es geschehen, in der Hitze dieser Nacht.

    Freitag, 4. April 2008 13:49
  • Yari

    Permalink

    @Nicole
    Meine Freunde haben mich etwas erpresst, um die Geschichten zu bekommen... Ich wollte eine CD und sie haben sie nur im Tausch gegen zwei Geschichten rausgerückt... :)
    Jetzt hoffen sie auf die Fortsetzungen,sie haben auch ein paar Vorschläge gemacht.
    Ja und "Jetzt bist du dran" heißt einfach nur trau dich, ob erotisch oder nicht, ist nicht so wichtig...
    Lieben Gruß
    Yari

    Freitag, 15. Februar 2008 17:23
  • nicole.t

    Permalink

    @ Yari: Es freut mich, dass du dich dazu durchgerungen hast, dein Talent deinen Freunden zu offenbaren. Wie haben sie denn reagiert?
    Bezüglich deiner Bemerkung ~Jetzt bist du dran~ Wie darf ich das verstehen? Schreiben tue ich ja schon, es Freunden gezeigt auch. ICh wollte auch schon veröffentlichen, aber Elles hat mein manuskript abgelehnt -Verständlicherweise, wie ich heute finde (man entwickelt sich ja beständig weiter). Sitze im moment aber an einer Überarbeitung und habe auch ein paar weitere Geschichten in Planung. Demnächst werde ich eine Kurzgeschichte an Elles schicken, mal sehen, was die dazu sagen. Drück die Daumen! Dann hast du auch bald was von mir zu lesen ;)
    Oder bezog sich deine Bemerkung darauf, dass ich eine Kurzgeschichte mit sexuellem Inhalt hier in eine der Schreibübungen posten soll?

    Mittwoch, 13. Februar 2008 18:53
  • Yari

    Permalink

    @ Nicole
    Also, ich habe mich getraut... habe eine Gesichte mit sexuellem Inhalt geblogt und ich habe ein paar meiner Geschichten meinen Freunden geschickt, die schon länger gebettelt haben.
    Jetzt bist Du drann... ;)

    Dienstag, 5. Februar 2008 12:53
  • Yari

    Permalink

    @Uta
    Dankeschön, wirklich...
    Es freut mich sehr, dass Dir meine Geschichten gefallen.

    Montag, 28. Januar 2008 17:44
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