Die Idee für einen Liebesroman ...

. . . ist eigentlich immer dieselbe:

Sie treffen sich. Sie verlieren sich. Sie bekommen sich.

Vielleicht ist das auch das schwierige daran. Es ist immer gleich und soll im Ergebnis doch jedesmal verschieden sein, damit die Leserinnen sich nicht langweilen.

Deshalb ist es so wichtig, daß die Figuren des Romans spannend sind, daß sie in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Charakter etwas haben, das sie anziehend und liebenswert macht.

Manchmal sieht man das Liebenswerte nicht sofort, weil die Figur etwas rauhbeinig ist, andere schlecht behandelt oder so tut, als wäre sie den Menschen nicht freundlich gesinnt. Aber das muß sich dann im Verlaufe des Romans ändern. Man muß mehr über das Innenleben der Figur erfahren, über ihre Psyche, ihre Erfahrungen, ihre Gefühle.

Dennoch darf man dabei nicht gefühlsduselig werden. Eine Figur, die nur aus Gefühlen besteht, ist auch wieder nichts. Sie muß auch Verstand haben, sie sollte manche Entscheidungen nicht nur aus dem Bauch heraus treffen, obwohl ihr das vielleicht liegt, sondern auch darüber nachdenken.

Es ist eine Frage der Balance, des Gleichgewichts zwischen Gefühlen und anderen Aspekten des Lebens, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Immer, wenn wir einen Roman lesen, wollen wir darin etwas finden, das uns bekannt vorkommt, aber auf der anderen Seite auch Dinge wie Abenteuer oder die große Liebe, die im täglichen Leben vielleicht nicht plötzlich vor der Tür steht und uns das Leben versüßt.

Für uns Autorinnen ist es nicht immer einfach, diese Balance zu finden, aber ich denke, wir bemühen uns alle darum. Und das schönste Erlebnis ist es dann, wenn die Leserinnen uns sagen, daß wir es geschafft haben, daß unsere Geschichte oder unser Roman die Leserin die ganze Nacht wachgehalten hat und sie nicht aufhören konnte zu lesen.

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People in this conversation

  • Sima
  • Ruth Gogoll
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Aufgrund der Diskussion gestern im Schreibforum und auch der Beiträge und Kommentare zum LLP fällt mir noch ein, dass die raubeinige Figur trotzdem irgendetwas ausstrahlen muss, das ihre Entwicklung in Richtung einer etwas weniger raubeinigen Figur andeutet. Von zwei Figuren muss zumindest eine etwas gefühlvoller sein.
    Auch wenn sie das nicht nach außen zeigt, muss die Autorin der Leserin durch Show don't tell oder durch inneren Monolog oder nicht nach außen dringende, innerlich aber vorhandene Reaktionen einen Einblick in die Gefühle einer der beiden Figuren geben.
    Zwei Figuren, die beide keine Gefühle zeigen und bei denen die Leserin auch nicht weiß, ob sie überhaupt welche haben, sind definitiv zu viel. :)

    Donnerstag, 14. Mai 2015 12:05
  • Komisch, ich fühle mich irgendwie angesprochen ;).
    Ich werde es heute Abend sicher noch schaffen, meine "Erste Begegnung", wenn auch stark verspätet, in der Romanwerkstatt einzustellen. Dann hoffe ich mal, dass meine Ausarbeitung schon erste Früchte trägt :).

    Donnerstag, 14. Mai 2015 16:16
  • Ruth Gogoll

    Sima Permalink

    Ich dachte eher an die Kommissarin und die Anwältin, über die wir gestern diskutiert haben. ;) Aber es gilt natürlich generell.

    Donnerstag, 14. Mai 2015 17:42

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