Ruth Gogoll: Wie Honig so süß

Ein Fortsetzungsroman in 250-Wörter-Abschnitten (Warum?)

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Langsam richtete Francie sich auf. »Oh Emma. Meine süße Emma . . .« Ihre Stimme war nur wie ein Hauch, und ihre Augen huschten über Emmas Gesicht, als ob sie nicht die geringste Nuance darin übersehen wollten. Dann beugte sie sich vor, und ihre Lippen berührten Emmas so leicht wie eine Feder, die vorbeischwebt.

»Francie . . .« Emma atmete schwer. »Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich wollte dich vergessen, aber ich kann nicht.«

Francies Lippen zuckten. »Dann geht es dir wie mir.« Erneut beugte sie sich vor, aber diesmal verharrte ihr Mund länger an seinem Ziel.

Emma fühlte die süße Berührung, Francies sanfte Zunge, die um Einlass bat. Aufseufzend öffnete sie sich ihr, und sie versanken in einem völlig entrückten Kuss.

Ein schwebendes Gefühl hob Emma fast von der Ottomane, und als sie die Augen wieder aufschlug, sah sie, dass Francie ihre immer noch geschlossen hielt, als wollte sie nie aus dem Himmel zurückkehren, in den der Kuss sie versetzt hatte.

»Francie . . .«, flüsterte sie weich. »Was geschieht nur mit uns?«

Langsam, geradezu widerstrebend schoben Francies Lider sich halb nach oben. »Etwas, wovon ich schon lange geträumt habe«, antwortete sie leise. »Seit ich weiß, dass –« Kurz schloss sie die Augen wieder, dann schlug sie sie endgültig auf und schaute Emma mit einem tiefgründigen Blick an, der geradewegs aus ihrer Seele zu kommen schien. »Seit ich weiß, dass es einen Grund dafür gibt, dass ich für junge Männer nichts empfinde.«

»Davor dachte ich . . .«, sie lehnte sich leicht in Emmas Arm zurück, »dass ich überhaupt nichts empfinden könnte. Alle meine Freundinnen in der Schule schwärmten mit glänzenden Augen von irgendeinem Idioten, erwarteten, dass ich das verstehen könnte, dass ich nur nicht sagen wollte, für wen ich schwärmte, nannten mich kalt und berechnend. Es wäre wohl keiner gut genug für mich. Reich genug. Angesehen genug. Ein regelrechter Prinz müsste es wohl sein. Weil ich mich für etwas Besseres hielte, etwas Besonderes.« Sie lachte trocken auf. »Dabei war es ganz anders. Ich hätte mir so gewünscht, irgendetwas für irgendeinen blondgelockten Dummkopf empfinden zu können. Aber ich konnte es nicht.«

»Vielleicht . . .«, Emma schluckte, »vielleicht war einfach nur nicht der richtige dabei.«

Francies Mundwinkel zuckten. »Als Jeanne mir zeigte, was es sonst noch gibt, wusste ich, dass es nie einen richtigen geben würde. Keinen Mann.« Ihr Blick versank fast noch tiefer in Emmas. »Aber mit Jeanne war es immer nur –« Sie brach ab, als ob sie das richtige Wort nicht finden könnte. »Mit dir ist es völlig anders«, fuhr sie dann leise fort. »Mit dir ist es –« Erneut brach sie ab. Ihre Augen blickten zweifelnd auf Emma, fragend.

»Ja«, sagte Emma nur. »Das ist es.«

»Das macht es alles nur noch schrecklicher!« Francie riss sich von Emma los und sprang von der Ottomane auf, lief erregt im Zimmer herum, verschränkte ihre Hände krampfhaft ineinander, dass es fast schien, als wollte sie sie sich selbst brechen.

Emma beobachtete sie besorgt, dann stand sie ebenfalls auf. »Aber Francie . . .«, sagte sie. »Wir können es doch nicht ändern. Es gibt eben Dinge, die einfach . . .«, sie wollte es nicht sagen, aber sie musste, »so sind, wie sie sind.«

»Du hast leicht reden!« Francies Augen schleuderten grüne Blitze auf sie. »Du musst ja nicht heiraten!«

Obwohl Emma im ersten Moment aufbrausen wollte, wie es ihr ihr irisches Temperament vorgab, tat sie es dann doch nicht. Es war nur Verzweiflung, die aus Francie sprach. Vorsichtig trat sie auf sie zu. »Selbst wenn eine von uns ein Mann wäre, wäre es nicht einfach«, bemerkte sie vernünftig. »Glaubst du wirklich, deine Familie würde dich jemanden wie mich heiraten lassen?«

Francies Kiefer mahlten. »Wenn ich ein Mann wäre, würde ich einfach mit dir durchbrennen, und es wäre mir egal.«

Emma lachte überrascht auf. »Und wovon sollten wir leben? Von meinen Näharbeiten? Du bist ein Leben gewöhnt, das jeden Tag«, sie lachte erneut, »jede Stunde mehr kostet als ich in einem ganzen Jahr verdienen kann.«

Francie schaute sie verständnislos an.

»Weißt du, was so ein Kleid kostet, wie du es gerade trägst?«, fragte Emma. »Weißt du das überhaupt?«

Leicht runzelte Francie die Stirn. »Ich kaufe sie nur«, erwiderte sie irritiert. »Ich bezahle sie nicht.«

»Eben«, sagte Emma. »Du weißt nicht einmal, wie teuer das Leben ist, das du führst. Dieses Haus, die Dienstboten, jeden Tag Fleisch und Kuchen auf dem Tisch. Meine Schwester ist Dienstmädchen in einem großen Haus. Sie hat mir erzählt, wie viel die Köchin jede Woche für die Herrschaften und die Dienerschaft einkauft. Davon könnte ich wahrscheinlich zehn Jahre leben.«

»Das ist doch unwichtig«, winkte Francie ab.

»Für dich«, sagte Emma. »Weil du kein Geld verdienen musst. Für alle, die das müssen, ist es lebenswichtig.«

Nun zogen Francies Augenbrauen sich zusammen. »Was willst du damit sagen?«

»Es erscheint alles so schwierig.« Emma fuhr sich ratlos mit einer Hand über die Haare. »Ich dachte, wenn man reich ist, ist es einfacher.« Sie öffnete die Arme. »Ich habe ein bisschen Geld gespart, aber das würde nicht lange reichen. Es war für«, sie schluckte, »ein besseres Zimmer gedacht, damit ich dort nähen kann, Kundinnen empfangen.«

Francie blickte sie erstaunt an. »Was ist falsch an Mrs. Mitchells Salon?«

»Gar nichts.« Emma lachte leicht. »Nur dass er ihr gehört, nicht mir.«

Francies Blick wurde noch erstaunter. »Du willst ein eigenes Geschäft aufmachen?«

»Was ich will«, Emma verzog das Gesicht, »ist unabhängig sein. Meine Mutter hätte mich allein dafür schon für verrückt erklärt. Sie hätte nicht geglaubt, dass jemand wie ich . . . jemand von uns armen Iren jemals unabhängig leben könnte. Ohne der Gnade der Reichen ausgeliefert zu sein. In Irland waren es die Engländer, hier sind es –«

Als Emma plötzlich abbrach, ergänzte Francie tonlos: »Leute wie ich?«

Ungläubig lachte Emma auf. »Du scheinst ja sogar noch schlechter dran zu sein als ich. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Mit all deinem Geld und all deinen schönen Kleidern . . .«

»Kleider habe ich wirklich genug.« Francie legte erneut die Hände ineinander, und es sah aus, als wollte sie sie am Zittern hindern. »Geld . . . habe ich noch nie gesehen. Es wurde immer alles für mich bezahlt. Ich musste nie welches haben.«

»Das kann nur jemand sagen, der sehr reich ist.« Für den Augenblick kam es Emma so vor, als läge ein unüberwindlicher Graben zwischen ihnen. Wie hatte sie das nur vergessen können? »Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Wenn meine Mutter ein Stück Brot kaufen wollte, musste sie das Geld dafür sofort hinlegen, sonst gab uns der Händler nichts. Oft war es tatsächlich so.«

Francies Stirn legte sich in Falten, die anzeigten, dass das wiederum etwas war, dass sie sich nicht vorstellen konnte. »Aber ihr musstet doch essen«, bemerkte sie ratlos. »Wenn es kein Brot gab, was gab es dann?«

»Nichts«, sagte Emma. »An vielen Tagen haben wir gehungert.« Sie atmete tief durch. »Aber das waren wir ja von Irland gewöhnt.«

Eine endlos erscheinende Weile starrte Francie sie nachdenklich an. »Und ich beklage mich«, murmelte sie dann plötzlich. »Ich habe noch nicht einen Tag in meinem Leben gehungert.«

»Das musst du ja auch nicht.« Emma trat auf sie zu. »Das ist nichts, was man sich wünscht.«

»Nein, bestimmt nicht.« Francies grüne Augen schossen keine Blitze mehr, sondern ruhten mit einem Ausdruck auf Emma, den sie so noch nie in ihnen gesehen hatte. »Wie habt ihr das überlebt?«

»Och . . .« Emma fühlte, wie sie leicht rosa anlief, auch wenn sie es zu unterdrücken versuchte. »Ich habe immer einen Weg gefunden.«

»Einen Weg gefunden?« Es war offensichtlich, dass Francie sie nicht verstand.

»Das interessiert dich nicht«, sagte Emma. »Und außerdem ist es lange vorbei.«

»Was für einen . . . Weg?« Francie schien sich mit der Antwort nicht zufriedengeben zu wollen.

»Es gibt Dinge, von denen du nichts weißt und nichts wissen musst. Und auch gar nichts wissen willst«, erwiderte Emma gereizt. »Jemand wie du geht in ein Geschäft und kauft ohne Geld ein, ohne sich darüber Gedanken zu machen.«

»Ja, das stimmt«, gab Francie zu. »Aber ich wüsste auch nicht, was ich tun sollte, wenn ich das nicht könnte. Du«, sie betrachtete Emma mit gerunzelter Stirn, »hast es gewusst?«

»Jemand musste es ja tun.« Emma verschränkte die Arme vor der Brust. »Meine Mutter und meine Schwester waren nicht in der Lage dazu. Und mein Vater und mein Bruder waren tot.«

»Ich kann mir immer noch nicht vorstellen –« Verwundert schüttelte Francie den Kopf. »Wenn jemand von mir Geld verlangen würde beim Einkaufen, würde ich das Geschäft einfach wieder verlassen, weil ich keins bei mir habe. Obwohl«, sie lächelte leicht, »es wäre schon sehr merkwürdig, wenn jemand Geld verlangen würde und mir ohne Geld nichts gibt. Ist das wirklich so?«

»Denkst du, ich lüge?« Emmas irisches Temperament meldete sich wieder. Ihre blauen Augen blitzten.

»Nein, natürlich nicht.« Francies Stimme klang beschwichtigend. »Es ist nur so . . . seltsam. Geld gegen Ware.«

Emma lachte. »Das ist überhaupt nicht seltsam. So funktioniert die Welt. Ohne Geld geht gar nichts.«

Auf einmal nickte Francie. »Ich habe das nie auf . . . Ladengeschäfte bezogen. Wenn man alltägliche Dinge einkauft. Aber gerade jetzt ist mir bewusst geworden –« Sie brach ab, und ihr Gesichtsausdruck verdüsterte sich. »Du hast recht. Es geht immer nur um Geld. Thomas Morgan würde mich niemals heiraten wollen, wenn ich keinen Penny hätte.«

»Ja, Geld heiratet Geld. Das war immer so.« Emma schüttelte den Kopf. »Obwohl ich mich oft gefragt habe, wieso man noch mehr Geld braucht, wenn man schon so viel hat.«

»Das hast du dich tatsächlich gefragt?« Francie schien erstaunt. »Über so etwas habe ich nie nachgedacht.«

»Das glaube ich.« Emma lachte trocken auf. »Über Geld denken nur die Leute nach, die keins haben.«

Francies Augen ruhten beinahe um Entschuldigung bittend auf ihr. »Du findest mich furchtbar, nicht wahr?«

Emma schluckte, und ihre Knie wurden ganz weich, als sie den verlorenen Klang in Francies Stimme hörte. »Nein«, flüsterte sie leise. »Das könnte ich niemals. Noch nicht mal, als ich dachte –« Sie brach ab.

»Es tut mir so leid.« Francie trat näher an sie heran und ließ ihre Hand fast nur über ihrer Wange schweben, als traute sie sich nicht, sie zu berühren. »Ich sollte dich nicht mit meinen Problemen belasten. Du hast bestimmt genug eigene.«

»Nicht . . . nicht wirklich.« Völlig unerwartet für sie selbst begann Emma zu stottern. Die Wärme von Francies Hand schien sich durch die Luft auf ihre Haut zu tasten, auch wenn Francie sie immer noch Millimeter davon entfernt hielt.

Endlich ließ Francie das Beugen ihrer Finger zu, die nur mit den Spitzen Emmas weiche, unsichtbare Härchen streichelten, die sich wie Zinnsoldaten aufgerichtet zu haben schienen, obwohl das kaum möglich war. »Ich . . .« Francie schluckte. »Ich möchte so gern . . .«

Als ob sie ein Eigenleben führen würden, begannen Emmas Mundwinkel ganz von selbst zu zucken. »Ich auch«, erwiderte sie leise lächelnd.

Sie schauten sich sekundenlang stumm an. Keine von beiden rührte sich. Dann auf einmal stürzten sich ihre Münder aufeinander wie zwei Magnete, die sich unwiderstehlich voneinander angezogen fühlen, stießen zusammen, verschweißten sich und ließen sich nicht wieder los.

Nur schweres Atmen war im Raum zu hören, leise Seufzer, das Rascheln der Röcke von Francies Krinoline.

Emma griff an Francies Rücken und begann das Kleid und das Korsett zu öffnen, während ihre Lippen sich einen heißen Kampf lieferten, der nicht enden zu wollen schien.

Die Seufzer verwandelten sich in keuchende Laute, und Francie stieß einen unterdrückten Schrei aus, als Emma es endlich geschafft hatte, sie vom Korsett zu befreien und ihre Lippen auf Francies Brüste wandern ließ.

»Oh mein Gott, ich habe dich so vermisst«, hauchte Francie und legte den Kopf zurück. »Ich weiß nicht, wie ich das ausgehalten habe.«

»Ich habe gearbeitet«, murmelte Emma, während sie weich und zärtlich an Francies von jedem Sonnenstrahl ferngehaltener, schneeweißer Haut zupfte. »Gearbeitet und gearbeitet. Ich dachte, so könnte ich dich aus meinem Kopf bekommen.« Sie holte tief Luft. »Aber es ging nicht.«

»Ich wünschte, ich könnte arbeiten. Mir die Finger wundschrubben oder irgendetwas. Nur um mich abzulenken. Ich hatte so viel Zeit nachzudenken, viel zu viel Zeit.« Francie atmete schwer.

»Manchmal ist es wirklich merkwürdig, was du sagst.« Für einen kurzen Moment schaute Emma zu ihr auf. »Dir die Finger wundschrubben . . .« Sie griff nach Francies Hand und küsste einen Finger nach dem anderen. »Diese wundervollen, weichen, süßen Finger, die noch nie einen Putzlappen gesehen haben.«

»Was nützt das?«, flüsterte Francie. »Was nützt das schon?« Sie seufzte erneut. »Wenn du nicht bei mir bist, ist alles so sinnlos.«

»Ja.« Emma richtete sich auf, ließ Francies Hand langsam nach unten sinken und sah ihr tief in die Augen. »Es war wie ein Loch in meinem Leben, als ich fürchtete, ich sehe dich nie mehr wieder. Ein Loch, das ich nicht füllen konnte.«

Francies Augen wurden feucht. »So etwas habe ich noch nie empfunden«, hauchte sie. »Ich wusste nicht, dass es das gibt. Es war nicht nur ein Loch, es war ein Abgrund. Am liebsten hätte ich mich hinuntergestürzt, damit das alles vorbei ist. Aber dann dachte ich . . .« Sie lächelte unter Tränen. »Dann hoffte ich, dass du doch noch einmal zurückkommen würdest, und dann wollte ich da sein.«

»Nicht weinen . . .« Emma lächelte zärtlich und strich mit einem Finger sanft unter Francies Auge entlang, um die Feuchtigkeit aufzuhalten. »Wir sind zusammen. Das ist doch nicht zum Weinen.«

»Ich weine nie.« Francie verzog das Gesicht. »Das hat man mir immer vorgeworfen. Ich wäre kalt wie Eis.«

»Nicht wie Eis«, berichtigte Emma. »Wie ein Smaragd. Kühl und grün und voll verstecktem Feuer.« Sie beugte sich vor und ließ ihre Lippen auf Francies sinken. »Heiß wie die Sonne an einem strahlenden Julitag«, murmelte sie an ihrem Mund.

»Nur du lässt mich so fühlen.« Francies Stimme war wie ein vergehender Hauch, und ihr heißer Atem bestätigte Emmas Aussage. »Wenn du da bist, wird mir so heiß, wie ich es vorher nie gekannt habe.«

Emma fühlte dieselbe Hitze in sich, die Francie beschrieb. Sie hielt es bald nicht mehr aus. Fast mit angehaltenem Atem sank sie vor Francie in die Knie und begann ihren Rock hochzuheben.

Der Reifen landete auf ihren Schultern, und sie strich mit zitternden Fingern über Francies Beine, die immer noch von den langen Pantalettes bedeckt waren. Das Zittern ihrer Hände wurde von Francies zitternden Schenkeln erwidert.

»Was tust du da?«, flüsterte sie.

»Ich kann nicht warten«, flüsterte Emma erregt zurück. »Es dauert zu lange, bis ich dich ausgezogen habe.« Sie glitt mit ihren Daumen an den oberen Rand des Stoffes, wo er sich in der Mitte öffnete.

Francie stöhnte über ihr auf. »Du bist verrückt«, hauchte sie. »Ich werde zusammenbrechen.«

Emma lachte leicht. »Was gibt es Schöneres, als unter dir und deinen Röcken begraben zu sein?«

Sie fühlte, wie Francie sich auf ihren Schultern abstützte, ihr Atem ging schwer, aber sie sagte nichts mehr.

Auch Emma fand, dass genug geredet war. Sie beugte sich vor und glitt mit ihren Daumen durch die Feuchtigkeit in Francies Schritt, spürte die Hitze und das Beben, nahm den Duft wahr, der ihr das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Endlich ersetzte sie ihre Daumen durch ihren Mund.

Es ging wie ein Ruck durch Francie. Sie versuchte offensichtlich, sich aufrecht zu halten, obwohl ihre Knie so sehr zitterten, dass es sich anfühlte wie ein Erdbeben. Es klang, als ob sie sich auf die Lippen biss, um nicht zu laut zu stöhnen.

Emmas Zunge suchte sich wie von allein ihren Weg über die sich ihr entgegenwölbende angeschwollene Weiblichkeit in die Tiefe hinein.

»Du bist so süß . . . so süß . . .«, wisperte sie. »Du schmeckst wie Manna vom Himmel.«

Francies Finger bohrten sich noch mehr in ihre Schultern. Ein leises Seufzen kam zitternd aus ihrem Mund wie ein abgehackter Windhauch. »Emma . . .«, schwebte es durch die Luft. »Oh mein Liebling . . .«

»Süße, süße Francie . . .«, murmelte Emma, während ihre Zunge genießerisch über die köstlichen Schwellungen strich und immer wieder die auseinanderklaffende Öffnung dazwischen suchte. Es war wie ein Eindringen in unerforschte Welten, von denen sie noch viel mehr erfahren wollte.

Francies Stöhnen trieb sie an, und sie drängte ihren Schoß sehnsuchtsvoll Emma entgegen. »Bitte . . . bitte . . .«, hauchte sie kraftlos. »Ich kann nicht mehr.«

Emma glitt noch weiter unter den Reifrock und umfasste Francies Hüften, suchte die härteste Stelle zwischen ihren Schenkeln, das kleine Knöpfchen, das nun gar nicht mehr so klein war, und ließ ihre Zungenspitze so schnell sie konnte darüberschnellen. Hin und her, vor und zurück, dass es war, als würde sie einen winzigen Ball an einer sehr kurzen Schnur halten und immer wieder zurückholen, wenn er zu entfliehen drohte.

Francies Finger waren nun fast wie eiserne Klammern um ihre Schultern. Francies Stöhnen erfüllte den ganzen Raum, unterbrochen von kleinen Seufzern. »Ja . . . ja . . . ja . . .«

Das alles und ihr eigenes Verlangen trieben Emma noch mehr an, und obwohl es kaum vorstellbar war, erhöhte sie die Geschwindigkeit noch, ihre Zunge raste wie ein durchgegangenes Pferd blind über den kleinen Hügel und immer um ihn herum, bis Francie plötzlich einen unterdrückten Schrei ausstieß und erstarrte.

Es dauerte einige Sekunden, bis Emma spürte, wie alle Festigkeit aus Francies Körper wich und sie schnell ihre Arme um Francies Hüften schlang, damit sie nicht gleich ganz zusammenbrach.

Keuchend hing sie auf ihrer Schulter, rang um Atem, und Emma fühlte Francies Herz wild an ihrem Hals rasen.

Das löste ein nie gekanntes Glücksgefühl in ihr aus. Francie, ihre zarte, süße, elegante Francie, tat das alles nur für sie und durch sie, Emma. Eine Dame, eine junge Lady, war auch nur ein Mensch wie jeder andere. Sie fühlte Schmerz und Freude und gab sich hin, konnte sich nicht zurückhalten, gehörte für einen Moment ganz ihr, und niemand konnte ihr das wegnehmen.

Langsam wurde Francies Keuchen leiser. Immer noch zitterte sie, aber ihr Atem beruhigte sich.

»Kannst du stehen«, flüsterte Emma zärtlich, »oder soll ich dich tragen?«

»Tragen?« Francies Stimme klang überrascht.

»Du bist auch nicht schwerer als ein paar Stoffballen.« Emma lachte leise. »Leichter wahrscheinlich.«

»Nein, ich . . .« Francie holte tief Luft. »Nein, ich kann schon stehen.« Mit leicht zitternden Armen schob sie sich über Emma hinauf, und Emma konnte unter ihrem Reifrock hervorschlüpfen.

Sie kniete vor Francie und schaute hingerissen zu ihr auf. »Francie . . .« Sie schluckte. Ihr fehlten die Worte.

»Du musst nichts sagen.« Francie lächelte entrückt und strich mit ihrer Hand über Emmas Wange, während sie auf sie hinunterschaute. »Das war wunderschön. Danke.«

»Du bist wunderschön.« Emma stand auf. Ihre Augen versanken in Francies. »So wunderschön.«

Es schien, als wäre Francie völlig abwesend und könnte Emma gar nicht hören. Ihr Blick ging fast durch sie hindurch. Dann konzentrierte er sich jedoch wieder auf Emmas Gesicht. »Wir dürfen das niemals vergessen«, wisperte sie. »Niemals.« Erneut fuhr ihre Hand über Emmas Wange, und ihre Lippen senkten sich vorsichtig auf Emmas, als wüsste sie nicht genau, ob das erlaubt war.

Für Emma war es wie ein plötzlicher Feuerstoß, der ihre Lippen verbrannte. Sie legte ihre Arme um Francie und zog sie ganz nah zu sich heran. »Oh mein Liebling, mein süßer Liebling . . .«, hauchte sie an ihrem Mund.

Francies Hände fuhren über Emmas Schultern zu ihrem Dekolleté hinunter und begannen die Knöpfe ihres Kleides zu öffnen. »Ich will dich sehen«, murmelte sie weltvergessen. »Alles an dir.«

Emmas Brustwarzen sprangen wie ein Jack in the Box heraus, so fühlte es sich jedenfalls an. Auf einmal war ihre ganze Haut so empfindlich, dass jede von Francies Berührungen sie wie ein Blitz traf und sie unwillkürlich zusammenzucken ließ.

Schnell hatte Francie die Knöpfe geöffnet und schob ihr den Stoff des Kleides von den Schultern, ließ ihre Lippen auf den weichen Ansatz ihrer Brüste wandern. Dabei seufzte sie leise auf. »Du fühlst dich so gut an«, wisperte sie.

Ganz von selbst lehnte Emma den Kopf zurück und biss sich auf die Lippen. Sie wollte nicht laut sein, niemand durfte mitbekommen, was hier geschah, wie schön es auch immer war. Dennoch konnte sie ein genießerisches Stöhnen nicht unterdrücken.

Endlich schob Francie den Stoff bis zu ihrer Taille hinunter, und Emmas Brüste lagen frei vor ihrem Blick.

Emma konnte es selbst nicht sehen, aber sie spürte, dass ihre Brustwarzen weit hervorstanden, wie die Spitzen an den Treibstöcken, mit denen die Treiber das Wild für die reichen Herren in Irland bei der Jagd zusammengetrieben hatten, damit sie es abschießen konnten.

Sie fühlte sich selbst fast wie dieses Wild, in die Enge getrieben und hilflos, aber für sie war es ein berauschendes Gefühl. Francies Händen und Lippen ausgeliefert zu sein . . . Konnte es etwas Schöneres auf der Welt geben?

Francie verhielt für einen Moment, um sich von dem nur noch lose hängenden Korsett zu befreien und die Befestigung ihres Reifrocks zu lösen, damit er herunterfallen konnte. Emma griff nach ihrem Unterhemd und zog es ihr aus. Zuletzt fielen auch die Pantalettes, und Francie stand nackt vor ihr.

Emma musste nur noch ihren eigenen Rock abstreifen, dann gab es nichts mehr, was sie trennte. Sie schauten sich an, im Evaskostüm, und es war tatsächlich, als wären sie ins Paradies zurückgekehrt, unschuldig und ohne all die Belastungen und Einschränkungen der Zivilisation, nur ihren Sinnen verpflichtet.

Nach einer Sekunde der absoluten Bewegungslosigkeit beugte Francie sich zu Emmas Brüsten hinunter und nahm eine Brustwarze in den Mund.

Emma hätte fast aufgeschrien, als der heiße Schlag von Francies Zunge sie traf. Sie presste sich die Faust auf den Mund und stöhnte unterdrückt.

Ihre Knie wurden weich, und sie sank zu Boden, wobei Francie ihr folgte und sich dann auf sie legte.

Emma öffnete automatisch ihre Schenkel, und Francie schob ihren eigenen dazwischen.

»Wir dürfen das niemals vergessen, niemals, hörst du?«, wiederholte Francie heiser, bevor sie Emmas Brustwarze erneut in den Mund nahm und voller Hingabe daran saugte.

Wie könnte ich das? dachte Emma. Wie könnte ich je irgendetwas von dem hier vergessen? Im nächsten Moment stöhnte sie auf und bog ihren Rücken durch, weil Francies Berührungen immer heftiger wurden. »Du machst mich verrückt«, wisperte sie atemlos. »Du machst mich völlig verrückt.« Alles an ihr und in ihr kribbelte vor Verlangen und dem Bedürfnis, sich Francie ganz zu öffnen.

»Das will ich auch«, hauchte Francie, nun fast schon zwischen ihren Beinen angekommen und dabei, sie weiter auseinanderzuschieben. »Ich will, dass du dich immer an mich erinnerst. Immer, immer, immer . . .«

»Das werde ich. Das werde ich«, stöhnte Emma und warf ihren Kopf hin und her, weil sie die Hitze kaum noch aushielt. »Ich könnte dich niemals vergessen, selbst, wenn ich wollte.« Sie hatte das Gefühl, dass ihr Körper von einer hauchdünnen Schicht Blütenstaub überzogen war, der sie überall kitzelte, überall eindrang, sie unendlich quälte, auch wenn es ein sanftes Quälen war.

Auf einmal spürte sie Francies Zunge zwischen ihren Schenkeln, ihr Schoß weitete sich, sie winkelte ihre Beine an und legte sie auf Francies Rücken, damit sie alles, was sie sich nehmen wollte, nehmen konnte.

Francies Arme umfingen ihre Hüften mit einer Kraft, die man ihr niemals zugetraut hätte, es war wie ein schützender Kokon, in den sie sie beide einschloss.

Emma fühlte sich geborgen und gleichzeitig wie in einer Wiege sanft geschaukelt, bis das Schaukeln sich steigerte, sie fühlte, dass ihre Hüften zuckten, obwohl Francie sie festhielt, und nach oben wollten, sie ihre Seufzer und ihr Stöhnen nicht mehr kontrollieren konnte.

»Oh ja, Francie, ja . . .«, stieß sie abgerissen hervor, weil ihr die Luft fehlte.

»Komm«, murmelte Francie. Das Wort war kaum zu verstehen, aber ihr Drängen in Emmas Schoß war unmissverständlich. Sie öffnete Emmas Schamlippen mit ihrer Zunge und schob sie wie eine warme Schlange hinein.

Emma presste ihre Lippen schmerzhaft aufeinander, weil sie nicht schreien wollte, aber innerlich löste sich ein Schrei, so laut, dass er selbst so stumm durch die Wände dringen musste, so kam es ihr vor. Ihr Stöhnen klang wie unendliche Qual, bis sie es endlich herausließ, nicht mehr daran dachte, wo sie war, was passieren konnte, sondern es einfach geschehen ließ.

»Oh Francie, Francie, Francie . . .« Ihre Finger suchten nach Francies Haar, das sich über ihre Schenkel ergoss, sie drängte ihren Schoß in Francies Mund, wollte, dass sie ihn ganz in sich aufnahm.

Francie erforschte mit ihrer Zunge Emmas Inneres, so weit sie konnte, und ihr Daumen beschäftigte sich mit der harten Perle vor der Eingangstür, bis Emma dachte, der Reiz würde sie explodieren lassen. Tausend Nadeln, heiß und süß, bohrten sich in ihre Mitte, sandten immer quälendere Strahlen aus, denen sie auszuweichen versuchte, indem sie sich in die Luft hob, wo sie endlich ganz von ihnen überwältigt wurde.

Ihr Atem blieb stehen, sie hörte ihr Herz in ihren Ohren pochen wie dumpfe Schläge an der Tür, dann brach sie zusammen und keuchte wie ein Jagdhund, der zu lange ein Kaninchen gehetzt hat, ohne es zu erwischen.

Warme, fließende Wellen überschwemmten sie, als läge sie an einem herrlichen Sommertag im Ozean und ließe sich von ihm mit immer wieder neuem Streicheln seiner sanften Wogen, die nur noch plätschernd ans Ufer schlugen, verwöhnen.

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