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Journal -
Schreiben
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Geschrieben von: Ruth Gogoll
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Samstag, den 09. Februar 2008 um 01:12 Uhr |
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. . . sagt die amerikanische Autorin Susan Sontag (1933-2004). Und worauf beruht diese Einschätzung? Offenbar darauf, daß sie Tagebuch schreibt:
»Das Tagebuch ist ein Vehikel für meine Individualität. Es zeigt mich emotional und geistig unabhängig. Daher protokolliert es nicht einfach mein tatsächliches Leben, sondern stellt – in vielen Fällen – eine Alternative vor. (. . .) Nur Faulheit hindert mich daran, Schriftstellerin zu werden. Eine gute Schriftstellerin.Warum ist Schreiben wichtig? Ich vermute, vor allem aus egoistischen Gründen. Weil ich diese Figur sein will, eine Schriftstellerin, und nicht, weil ich etwas sagen muss. Aber warum nicht auch das? Indem ich meinem Ego etwas nachhelfe – etwa durch das fait accompli, das dieses Tagebuch darstellt –, werde ich zu der Gewissheit finden, dass ich etwas zu sagen habe, das gesagt werden sollte.« (Auszug aus einer von Matthias Fienbork übersetzten für das Jahr 2009 bei Hanser geplanten Ausgabe der Tagebücher von Susan Sontag.) Ja, darüber könnte man einmal nachdenken. Warum schreibt man? Deshalb, weil man unbedingt schreiben will, oder deshalb, weil man unbedingt Schriftstellerin sein will? Das sind zwei verschiedene Dinge, da hatte Susan Sontag schon ganz recht.
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Alles andere - z.B. schreiben um etwas darzustellen, vielleicht sogar eine Schriftstellerin? - dazu ist der Aufwand viel zu groß.
Wann ist man überhaupt Schriftstellerin? Wenn man etwas zu Papier bringt? - Nein.
Wenn andere, das was man zu Papier bringt, lesen und loben? - Na ja, ein Anfang.
Eine Veröffentlichung in dem einen oder anderem Medium. - Herzlichen Glückwunsch!
Im Idealfall findet man jemanden der es verlegt, und verkaufen läßt es sich dann auch noch.
Ein ziemlich langer Weg. Auf dem einen der Wille etwas darzustellen früher oder später keinen Antrieb mehr gibt. Nur die Leidenschaft, das Gefühl schreiben zu müssen, bringt einen dorthin. Wenn überhaupt.
Dieses Gefühl, was Heike hier beschreibt, diese innere Unruhe (weg vom Kaffeeklatsch), der Drang zu schreiben, ist eine absolut notwendige Voraussetzung für eine Autorin.
Aber das allein ist nicht ausreichend.
Es ist wie bei jedem Handwerk. Man braucht Geschick, jede Menge Übung und am Ende einen Bewunderer der Kunst.
Julia Arden