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Lesbische Unterhaltung

Schmeißt die Kinder aus dem Zug!
Journal - Zeitgeschehen
Geschrieben von: Ruth Gogoll   
Mittwoch, den 12. November 2008 um 01:00 Uhr

Gestern las ich, daß schon wieder eine Schaffnerin ein Kind aus einem Zug der Deutschen Bahn geworfen hat. Wird das jetzt zum Freizeitsport?

Es gibt Schwarzfahrer – ja. Und Schwarzfahren ist keinesfalls richtig. Daß dann Maßnahmen ergriffen werden, das akzeptiert jeder. Aber ein Kind, das seine Fahrkarte vergessen hat und zudem vorher noch einem behinderten Mann geholfen hat, der sogar noch angeboten hat, das Mädchen als seine »kostenlose Begleitperson«, die ihm offiziell zusteht, mitzunehmen, einfach aus einem Zug zu werfen, das ist keine akzeptable Maßnahme – und zudem sogar von der Bahn selbst verboten. Abgesehen davon, daß es in meinen Augen eine Straftat ist, ein zwölfjähriges Mädchen allein durch einen Wald laufen zu lassen, wenn gerade die Dunkelheit anbricht. Was wäre gewesen, wenn das Mädchen vergewaltigt worden wäre?

Schaffner und Schaffnerinnen werden schlecht bezahlt und müssen sich vielleicht auch von Fahrgästen so einiges anhören, zudem haben sie des öfteren mit echten Schwarzfahrern zu tun, die durchaus nicht immer nett sind und mit Absicht den Fahrpreis prellen wollen. Deshalb ist Schaffnerin zu sein wahrscheinlich nicht unbedingt der tollste Job. Aber ist das ein Grund, sich an einem Kind zu rächen, das einfach nur seine Fahrkarte vergessen hat?

Wie tief muß man moralisch gesunken sein, um so etwas zu tun? Gibt es keine andere Art, seinen Frust abzuladen? Sicherlich, es gibt schlimmere Dinge, Kindesmißbrauch, Tierquälerei, die Liste wäre endlos. Aber was veranlaßt einen Menschen dazu, so brutal zu sein? Ohne jeden Grund?

Es war natürlich früher auch schon so. Schaffner und Kontrolleure waren noch nie nette Menschen – was man zum Teil ja auch verstehen kann, denn ihr Job ist kein besonders angenehmer. Ähnlich wie Polizisten sollen sie Kriminelle finden und aus dem Verkehr ziehen, sie haben dazu aber weder die Ausbildung noch die Befugnis. Sie sind wie Sheriffs früher im Wilden Westen, die zwar für Ordnung sorgen sollten, aber keinerlei Unterstützung von der Bevölkerung erhielten.

Nur – niemand zwingt einen Menschen, Schaffner oder Kontrolleur zu sein. Man muß eine bestimmte Einstellung haben, damit man es gut findet, diesen Beruf auszuüben. Und diese Einstellung spiegelt sich dann in solchen Übersprungshandlungen wider. Gegen Erwachsene traut man sich vielleicht nicht vorzugehen, aber ein Kind ist ja schwach genug.

Das ist wie früher in der Schule, wo einige Jungs sich immer schwächere ausgesucht haben, um auf ihnen herumzuhauen. Gegen Jungs, die genauso stark waren wie sie selbst, trauten sie sich nicht. Es gab aber auch ein Wort für solche Jungs: Feiglinge. Offenbar gibt es das nun auch bei Mädchen und Frauen, zumindest bei den erwachsenen Schaffnerinnen der Bundesbahn.

Wie kann ausgerechnet eine Frau ein Mädchen einer solchen Gefahr aussetzen? Jede Frau weiß doch, was einem Mädchen passieren kann, wenn es allein abends in der Dunkelheit unterwegs ist.

Ich kann so ein Verhalten einfach nicht verstehen.

 

Kommentare (2)


kinder und zug
geschrieben von angie am Dienstag, 18. November 2008
bin mit frau gogoll und michaela einer meinung, es ist nicht leicht in diesem job, aber den menschlichen aspekt soll man nicht im dienst verlieren. mir fehlen die worte was so alles in der zeitung darüber berichtet wird,frau darf sich garnicht ausmalen, was der kleinen alles hätte passieren können. eine angemesene entschuldigung ist in diesem fall angepracht.
Ohne Worte!
geschrieben von Michaela am Donnerstag, 13. November 2008
Was soll man dazu noch sagen? Wie will man reagieren, wenn die eigene Tochter (wahrscheinlich total verängstigt und verstört) nach einem solchen "Desaster" nach Hause kommt?

Natürlich hören die Schaffner und -innen sich jeden Tag zig Ausreden an von diversen Schwarzfahrern. Aber ich denke mal, dass jeder mit einem bissel klaren Menschenverstand in der Lage sein sollte, die jeweilige Situation zu betrachten. Ein Mädchen mit einem Cello, wäre für mich nicht die typische Schwarzfahrerin. Wie "dämlich" (man möge mir den Ausdruck verzeihen), aber wie dämlich muss diese Schaffnerin gewesen sein??? Wie kann man ein Kind, denn mit 12 Jahren ist sie durchaus noch ein Kind, also wie kann man ein Kind aus dem Zug werfen? 5 Kilometer von Heimatbahnhof entfernt? Und bei anbrechender Dunkelheit? Diese Frau kann meiner Meinung nach nur von 12 bis Mittag denken!! Was hätte da alles passieren können.
Alle wundern sich immer das Welt immer schlechter wird, keiner hilft mehr den anderen....hier wollten die anderen Fahrgäste helfen, scheiterten aber an der Engstirnigkeit dieser Schaffnerin!!! Da ich selber Kinder in etwa dem Alter habe, macht mich sowas rasend wenn ich das lese. Ich hoffe, dass das Ganze zumindest Konsequenzen für die Schaffnerin hinter sich herzieht. Diese muss scheinbar dringend mal ein wenig in Menschlichkeit geschult werden.

Man muss nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen! Vielleicht, so hoffe ich zumindest tut ihr diese Sache leid und sie entschuldigt sich bei dem Mädchen für ihr unangemessenes Verhalten....das wäre das Mindeste was sie tun kann.....

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