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Seite 1 von 3 Raven fühlte Lektras Besorgnis wie einen eisernen Ring, der sich um ihr Herz legte. „Schon gut“, sagte sie, um Lektra zu beruhigen. „Ich gehe ja schon.“ Immer noch war sie nicht so sehr davon überzeugt, dass es wirklich eine Bedrohung gab. Sie überlegte sogar, ob sie nicht doch zu Adriana gehen sollte. Immerhin würde sie damit auch die Stadt verlassen.
„Bist du wahnsinnig?“ Lektra starrte sie entsetzt, aber auch ärgerlich an. „Hast du es denn immer noch nicht begriffen? Sie mag vielleicht im Bett eine heiße Nummer sein, aber sie ist gefährlich. Gefährlicher, als du dir überhaupt vorstellen kannst. Willst du für ein bisschen Sex dein Leben riskieren?“
Raven hob unentschlossen die Schultern. „Na ja … Es war schon ziemlich außergewöhnlich.“
Lektra schüttelte mit missbilligend verzogenen Mundwinkeln den Kopf. „Das glaube ich gern. Aber siehst du denn nicht –?“ Ihr Kopf schoss herum.
Raven spürte es ebenfalls. Ihre Augen durchsuchten das Zimmer, als müsste jemand dort sein.
„Wir treffen uns im Wald“, sagte Lektra hastig. „Verlass die Stadt durch das östliche Stadttor und halte dich in Richtung der Bäume, die du dort in der Entfernung siehst. Ich werde eine Kutsche besorgen und dir nachkommen.“
Raven nickte, und Lektra öffnete die Tür, so dass Raven rasch hinausschlüpfen konnte. Doch schon nach zwei raumgreifenden Schritten auf der Treppe ertönte eine amüsierte Stimme:
„Wenn du willst, dass dir dein Permit zugestellt wird, solltest du nicht immer den Standort wechseln.“
Raven war überrascht stehengeblieben und folgte dem Klang der Stimme, bis sie Tyra auf halber Höhe der Treppe entdeckte. Langsam, als ob sie überhaupt keine Eile hätte, nahm sie die nächsten Stufen nach unten, bis sie nur noch eine Stufe höher als Tyra stand. „Ich wusste nicht, dass ich unter Hausarrest stehe.“
Tyra lächelte hintergründig. „Selbstverständlich nicht. Du hättest die Stadt längst verlassen haben sollen. Ohne Permit –“
„Ich bin gerade auf dem Wege, die Stadt zu verlassen.“ Raven ging an ihr vorbei. „Diese Sorge hast du nicht mehr.“
„Oh, ich war nicht besorgt.“ Tyra folgte ihr, als würden sie zusammengehören. „Du warst auf dem Schloss, habe ich gehört?“
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