(Nicht) Aus der Vogelperspektive schreiben

In der Diskussion über die Texte im Schreibforum kam die Frage nach der Perspektive auf, die die Autorin in ihren Texten einnimmt. Uns fiel auf, dass wir alle – oder fast alle – an manchen Stellen in eine Perspektive verfallen, bei der eigentlich keine der handelnden Personen im Mittelpunkt steht, sondern das Geschehen mehr aus der Vogelperspektive betrachtet wird.

Das zeigt sich dann oft an Formulierungen wie „die beiden Frauen“, „die Geliebte“, „die Dunkelhaarige“, „die Mechanikerin“ oder so etwas. Obwohl die hier Beschriebenen entweder Protagonistin oder Antagonistin in unserem Text sind, werden sie plötzlich so bezeichnet, als hätten sie gar nichts mit der Geschichte zu tun, sehr distanziert und ohne einen persönlichen Ton.

Diese auktoriale Perspektive – das ist die, bei der die Autorin sozusagen über dem Text schwebt und nicht aus der Perspektive einer Person schreibt, die am Geschehen teilnimmt – lese ich in vielen Manuskripten, die uns eingereicht werden, immer wieder.

Üblicherweise bedeutet das, dass man sich von seinem eigenen Text, von der Geschichte, von den Personen distanzieren will. Irgendetwas fehlt, um es aus der persönlichen Perspektive zu erzählen.

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Eine Geschichte oder mehrere Geschichten gleichzeitig schreiben?

Wer regelmäßig die Webseite hier besucht, bekommt immer den neuesten Roman zu lesen, aber es gibt auch einige Geschichten, die schon sehr alt sind. Geschichten, die zum Teil nie zu Ende geschrieben wurden. Geschichten aus den Schreibübungen, die nur Anfänge sind, die die Autorinnen nie weitergeschrieben haben.

Im Schreibforum stellen wir fest, wie unterschiedlich Autorinnen sein können. Die einen stellen eine Geschichte nach der anderen ein, arbeiten auch an mehreren Geschichten gleichzeitig, schreiben jeden Tag 250 Wörter an zwei oder drei Geschichten parallel. Die anderen beschäftigen sich mit einer einzigen Geschichte, schreiben dort weiter, wollen sie erst zu Ende bringen, bevor sie etwas Neues anfangen.

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Eine 250-Wörter-Geschichte wird zum Roman

Als wir hier auf der Webseite vor einiger Zeit die 250-Wörter-Geschichten starteten, wusste ich ehrlich gesagt selbst nicht so genau, wohin das führen würde. Aber ich bin immer für etwas Neues zu haben. wink Nun im Schreibforum sehen wir immer mehr, wie nützlich dieses tägliche Schreiben kurzer Abschnitte ist. Manchmal fällt auch ein Tag aus, man ist mal krank oder es geht aus beruflichen Gründen nicht, aber man hat immer im Hinterkopf, dass man morgen wieder 250 Wörter schreiben muss. Dann läuft es manchmal auch besser als geplant, und es werden weit mehr als 250 Wörter. Damit hat man dann in gewisser Weise schon mehrere Tage abgedeckt, aber trotzdem schreibt man auch nach so einem Tag am nächsten Tag weiter mit der Vorgabe: »Es müssen mindestens 250 Wörter zusammenkommen.«

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Spannend wird eine Geschichte erst dort, wo der Alltag aufhört

Unsere täglichen Diskussionen im Schreibforum machen uns allen vieles klarer, was wir vielleicht unbewusst einfach so hinschreiben oder auch weglassen. Für jede Autorin ist etwas anderes wichtig, und so verlieren sich die einen in Beschreibungen des Alltags, während die anderen direkt in eine Situation hineinspringen, mit einem Dialog oder einem aufregenden Ereignis, das den Alltag durchbricht.

Immer wieder kommt es dabei darauf an, die richtige Balance zu finden zwischen dem, was erzählt werden muss, was die Leserin unbedingt wissen muss, und dem, was sie eher langweilen würde oder was sie überblättert, um endlich erzählt zu bekommen, was zwischen den beiden Liebenden passiert.

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In den nächsten 12 Monaten werde ich einen Roman schreiben, überarbeiten und veröffentlichen

Das schreibt Richard Norden in seinem Blog »Alles rund ums Schreiben« gestern und nennt es ein »Was-Schreibziel«. »Was« im Gegensatz zu »Wie«. »Wie« – das ist klar – beschäftigt sich mehr mit den Methoden, dem Schreibhandwerk und der Planung des Romans zum Beispiel, und das kann einen schon gleich zu Anfang aus der Bahn werfen. Das merkt jeder, der schreibt, früher oder später. Richard Norden hat es anscheinend jetzt gerade gemerkt. wink

Wir sind da schon ein Stück weiter, denn mit der »250-Wörter-Challenge« arbeiten wir schon eine ganze Weile in diese Richtung. Dort kümmern wir uns sehr wenig um das »Wie«. Wir kritisieren weder den Aufbau der Geschichte noch die Figuren, das einzige Ziel ist, jeden Tag 250 Wörter weiter zu kommen. Das gibt ein gutes Gefühl, und das ist das Wichtigste dabei. Überarbeiten kann man immer noch.

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Jede Autorin ist verschieden

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie verschieden die Autorinnen und die Herangehensweisen der Autorinnen sind, wenn sie eine Geschichte erzählen wollen. Normalerweise sieht man das nicht so nebeneinander wie beim Lesbischen LiteraturPreis, deshalb ist der LLP eine einmalige Gelegenheit, sich mit anderen zu vergleichen und von anderen zu lernen.

Grundsätzlich sind die Vorgaben des Handwerks für alle gleich, aber das ist, wie wenn man sagt, das kleine Einmaleins ist für alle gleich. Trotzdem gibt es Leute, die damit nur die Preise im Supermarkt vergleichen, und andere, die Quantenphysiker werden. Alle mit dem kleinen Einmaleins. Es ist erstaunlich, was man daraus machen kann.

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Das Modell – Eine Geschichte wie das Leben

Manchmal schreibt man Anfänge, die nie zu einem Ende zu kommen scheinen. Einige davon sind hier auf der Webseite unter der Kategorie Geschichten im Archiv. Als Autorin hat man einfach mehr Ideen, als man je in seinem Leben verwenden kann. Ich habe mal gerade in meinem Ordner »Ideen« auf meinem PC nachgeschaut, da werden 804 Dateien angezeigt und dazu noch sechs Ordner, in denen noch weitere Ideen gesammelt sind.

Einige dieser Geschichtenanfänge lese ich immer wieder und denke oft: »Mensch, das ist doch eine schöne Geschichte. Die müsstest du mal weiterschreiben.« Meistens kommt es aber nicht dazu, weil schon wieder neue Ideen sich vordrängen.

Eine der Geschichten, die schon seit über 15 Jahren auf der el!es-Webseite ist, nur ein kurzer Anfang, faszinierte mich immer wieder. Ich habe sie sogar schon an andere Webseiten weitergegeben, die danach fragten, weil sie sie so gut fanden, und sie dann auch veröffentlicht haben, obwohl sie nur so kurz ist und eigentlich kein Ende hat. Es ist die Geschichte »Eine Malerin und ihr Modell«.

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Was macht unwiderstehliche Liebesgeschichten aus?

Das frage ich mich gerade, während ich zum ungezählten Mal Vom Winde verweht schaue, die Liebesgeschichte aller Liebesgeschichten, ungeschlagen bis heute, die größte und mitreißendste Liebesgeschichte aller Zeiten.

Sicherlich, in Vom Winde verweht geht es nicht nur um Liebe, es geht um den Untergang einer Epoche, den Untergang eines Lebensstils, einer Art des Lebens, wie es sie nie wieder geben wird. Es ist eine romantisch verklärte Art, eine idealisierte Sichtweise einer Zeit, die es so vielleicht nie gab.

Im Vorspann des Films wird von „Rittern und ihren schönen, holden Damen“ gesprochen, was an das europäische Mittelalter erinnert, eine noch weiter entfernte Zeit als die vor dem Bürgerkrieg in Nordamerika, der ja erst 1861 begann. Offenbar gehören Ideale zur Romantik dazu, eventuell auch Melancholie und Untergangsstimmung, wobei dann später eine neue Welt wie Phönix aus der Asche aufersteht. Denn es muss eine Hoffnung geben, eine Zukunft für die Liebenden.

Auch wenn das in Vom Winde verweht eher nicht so ist. Aber alle, die das Buch gelesen oder den Film gesehen haben, spinnen die Geschichte weiter zu einem Happy End zwischen Scarlett und Rhett, wünschen es sich und – eben – hoffen darauf. Das wurde dann später auch versucht, war aber ein furchtbarer Reinfall, denn wirklich große Liebesgeschichten enden oft offen. Man weiß nicht genau, ob die beiden sich kriegen, ob sie zusammenbleiben, ob das vorübergehende Happy End ein endgültiges ist.

„Es ist nur noch ein Traum, an den man sich erinnert und den man nur noch in Büchern findet“, endet der Vorspann des Films. „Eine Zivilisation, die vom Winde verweht wurde ...“

Und obwohl wir wissen, dass es vergleichsweise traurig ausgehen wird, können wir uns dem Zauber nicht entziehen, der Anziehungskraft schillernder Figuren, bunter Bilder aus einer vergangenen, verlorenen Zeit.

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Geschichten mit der Stimme schreiben

Ab und zu, wenn ich keine Lust zum Tippen habe oder mir einen Finger verstaucht habe oder einfach nur gegen eine Schreibblockade angehen will, diktiere ich meine Geschichten direkt in Word. Die Wörter erscheinen wie von Geisterhand vor mir auf dem Bildschirm, sobald ich sie ausspreche. Das Programm, das ich dazu verwende, läuft auf meinem Computer, und es war ziemlich teuer.

Vor Jahren, als ich dieses Programm kaufte, gab es dazu keine Alternative, aber mittlerweile hat sich die Spracheingabe von Google zu einem recht mächtigen Tool gemausert, und vor allen Dingen funktioniert sie auf Android-Geräten, also auch auf dem Handy oder einem Android-Tablet.

Noch vor gar nicht langer Zeit war die Eingabe auf deutsch eine Katastrophe, während die englische schon ewig gut funktionierte. Im Laufe des letzten Jahres jedoch hat Google es endlich geschafft, auch für die deutsche Sprache eine sehr gut funktionierende Spracheingabe zu schaffen. Ursprünglich war diese Funktion nur dafür gedacht, Befehle auf dem Handy ausführen zu können, ohne dass man die Hände dazu brauchte. Man sagt einfach „Ruf diese Person an“, und das Handy macht das. Oder man sagt „Schreib an diese Person eine SMS“, und ohne zu tippen kann man die Nachricht formulieren und abschicken. Es gibt auch noch eine Menge anderer Funktionen, die sich so steuern lassen.

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Schreib die Geschichte fertig!

Aufgrund der Diskussionen im Schreibforum, wo wir neue Romane entwickeln oder Rohfassungen überarbeiten, bis sie ein fertiger, druckreifer Roman sind, ergeben sich immer wieder Themen, die auch eine größere Allgemeinheit interessieren, und so übernehme ich das Thema (nicht nur) von heute mal auf die Webseite.

Das Thema ist: „Ich habe so viele Anfänge, aber ich komme irgendwie nicht weiter.“

Wenn irgendjemand, der schreibt, behauptet, er kenne dieses Phänomen nicht, lügt er oder sie wahrscheinlich. wink Gerade für Anfängerinnen ist das ein großes Problem. Denn die meisten setzen sich einfach hin und schreiben, sobald sie eine Idee haben, ohne jedoch über den weiteren Verlauf der Geschichte nachzudenken. So, wie ich „Taxi nach Paris“ geschrieben habe.

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