Aenne Burda – eine Frau nach meinem Herzen 😉

Das wird einige jetzt wohl überraschen, diese Überschrift, und vor einigen Tagen hätte sie mich wohl auch noch überrascht. Beziehungsweise ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, so etwas zu schreiben, denn alles, was ich bis dahin mit Aenne Burda verband, waren Schnittmuster. Die Schnittmuster, die sich jahrzehntelang in Aenne Burdas Zeitschrift Burda Moden fanden und heute immer noch finden. Das einzige, was modernisiert wurde, war der Name, denn mittlerweile heißt die Zeitschrift Burda Style, vertritt aber immer noch dasselbe Konzept.

Sehr lange wird das vielleicht nicht mehr gut laufen, denn heutzutage ist die Nachfrage nach Schnittmustern doch sehr zurückgegangen. Zu dem Zeitpunkt jedoch, als Aenne Burda diese Idee hatte, war sie revolutionär. Das war direkt nach dem Krieg – Welcher Krieg? höre ich da manche fragen. Ja, ist schon lange her. Glücklicherweise –, und damals war Deutschland ein einziger Trümmerhaufen, alles war grau in grau, auch die Kleider der Frauen. Die der Männer auch, aber die störte das wahrscheinlich nicht so.

Sicherlich hatte man damals, 1949, andere Sorgen als schöne Kleider, aber trotzdem sehnten sich viele Frauen danach. Nach der Schönheit des Lebens generell, die so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für viele fast unvorstellbar geworden war.

Selbst zu diesem Zeitpunkt gab es Leute, die sich durchaus schöne Kleider leisten konnten, jedoch nur sehr wenige. Aenne Burda gehörte dazu, aber im Gegensatz zu anderen Frauen der damaligen Zeit, die sich glücklich schätzten, einen Mann zu haben, der das Geld für sie verdiente, und nur Hausfrau und Mutter zu sein, war das Aenne Burda nicht genug. Sie hatte drei Söhne, aber die Kinder waren nicht mehr klein, und sie hatte Hauspersonal. Da sie eine sehr energiegeladene Person war, kann man sich vorstellen, dass dieses Leben sie nur langweilen konnte.

Anfang Dezember zeigte die ARD einen Zweiteiler über Aenne Burda, die »Königin der Kleider«, und erst dadurch wurde ich auf das Besondere an Aenne Burda aufmerksam. Sie war nämlich eine sehr emanzipierte Frau, auch wenn sie mit der Bewegung der Frauenemanzipation nichts zu tun haben wollte, sie sah sich immer als Einzelkämpferin. Dass sie damit so viel erreicht hat, das ist etwas wirklich Erstaunenswertes.

Insbesondere der erste Teil des Zweiteilers ist sehenswert, denn da geht es darum, wie Aenne Burda sich gegen die reine Männerwelt, die damals auch noch durch Gesetze, die es den Frauen verboten, ohne Zustimmung ihres Mannes zu arbeiten, ein eigenes Konto zu eröffnen oder den Führerschein zu machen, wie eine Festung gegen weibliche Einmischung abgeschottet war, allein mit ihrer eigenen Kraft und Energie durchsetzte, um dann ein Verlagsimperium aufzubauen, das seinesgleichen suchte. Stark und unbeirrbar ging sie ihren eigenen Weg in einer Zeit, als das Frauen eigentlich überhaupt nicht erlaubt war.

Wenn man sich anschaut, wie viel mehr Chancen wir heutzutage haben, müsste eigentlich fast jede Frau eine Aenne Burda sein, denn die Hindernisse, die ihr in den Weg gelegt wurden, kennen wir zum großen Teil überhaupt nicht mehr. Wenn wir wollen, können wir einfach durchmarschieren.

Dennoch bleibt Aenne Burda ein Vorbild, dass man auch etwas aus sich machen kann, wenn man nicht so viele Chancen hat. Vielleicht fühle ich mich deshalb ein wenig mit ihr verbunden, denn ich wurde auch nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren und musste mir alles, was ich erreicht habe, schwer erkämpfen.

Auch wenn wir beide Verlegerinnen geworden sind, waren meine Träume wohl andere als Aennes, aber das ist ganz egal. Die Hauptsache ist, dass man überhaupt Träume hat. Und dass man sie nicht nur hat, sondern ihnen auch nachgeht, sie soweit wie möglich verwirklicht, sich von nichts aufhalten lässt, wie sehr die Menschen, die anscheinend keine Träume haben oder zumindest nicht an deren Verwirklichung glauben, einen auch davon abbringen wollen.

Wer kommt schon auf den Gedanken, mitten in den grauen Ruinen Deutschlands eine Schnittmusterzeitschrift herauszubringen? Dafür hat man Aenne Burda, obwohl sie eine viel größere Leserschaft zu erwarten hatte, am Anfang genauso für verrückt erklärt wie mich, die ich einen rein lesbischen Verlag gegründet habe.

Die Zeit hat jedoch gezeigt, dass man zu gar nichts kommt, wenn man nicht ein bisschen verrückt ist. 😎

Erst mit 85 Jahren stieg Aenne Burda aus der Verlagsleitung aus, und erst mit 96 Jahren starb sie.

Da habe ich ja noch einiges vor mir. 😏

So ein süßer Hund ...

. . . aber leider ungeeignet als Assistenzhund. cool Dennoch muss man ihn einfach lieben. laughing

In bin Ryker. Ich will dir helfen! Du brauchst etwas aus dem Kühlschrank? Warte, bleib sitzen, ich bringe Dir den ganzen Schrank! 

Mal wieder eine neue Sprache lernen?

Die leider schon verstorbene Vera F. Birkenbihl hat viele Themen aus einer anderen Perspektive betrachtet, als wir das üblicherweise gewöhnt sind, was sie auch immer wieder zum Angriffsziel weniger flexibler Zeitgenossen gemacht hat, die sich an ihre eingefahrenen Meinungen gewöhnt haben und sie für das Alleinseligmachende halten.

Eine dieser Meinungen ist die Art, wie wir Sprachen lernen. Seit Schulzeiten machen wir das falsch, weil Lehrer uns dazu zwingen, und das führt eventuell dazu, dass wir denken, wir sind nicht sprachbegabt oder wir hätten keine Chance, jemals eine Fremdsprache richtig zu lernen und zu sprechen.

Dagegen ist Birkenbihl immer angegangen und hat Alternativen aufgezeigt, die es jedem Menschen ermöglichen sollen, selbst so komplizierte und uns sehr fremde Sprachen wie Arabisch und Chinesisch zu lernen, ganz zu schweigen von unseren Nachbarsprachen im europäischen Umland, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch usw.  

 

 

Es gibt sehr viele Videos mit Vera Birkenbihl auf YouTube, die kann ich natürlich nicht alle hier verlinken, aber wer sich dafür interessiert, kann das ja sehr einfach finden. Wie ich erst kürzlich erfahren habe, war Vera Birkenbihl eine sogenannte „funktionale Autistin“, manche kennen das auch unter dem Beriff Asperger-Syndrom. Die medizinischen Einstufungen und Bezeichnungen ändern sich auch immer wieder, morgen heißt es vielleicht schon wieder anders. Aber dass sie diese Behinderung hatte (denn als eine solche wird es eingestuft), hat ihr wie auch anderen Autisten, ob funktional oder nicht, einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht und dazu beigetragen, dass sie nach anderen als den üblichen Problemlösungswegen gesucht hat.

Autisten sehen die Welt völlig anders als Nicht-Autisten. Für sie sind viele Dinge gar nicht so selbstverständlich, wie uns das die allgemeine Meinung glauben machen will. Und wenn man einmal anfängt, das Normale in Frage zu stellen, weil es für einen selbst eben nicht normal ist, dann eröffnet das ganz neue Denkansätze.

Das sehen wir bei uns selbst ja auch. Ich halte es für völlig normal, lesbisch zu sein. Ich war nie etwas anderes und ich hatte auch nie das Bedürfnis, etwas anderes sein zu wollen. 90% der Menschheit finden das aber nicht normal. Wenn ich nun aus meiner lesbischen Perspektive etwas betrachte (z.B. das Verhältnis zwischen Männern und Frauen), wird das immer anders sein, als wenn heterosexuelle Menschen dasselbe betrachten. Mir erscheinen manche heterosexuellen Verhaltensweisen – insbesondere von Frauen – oft völlig unverständlich. Für Heterofrauen sind sie das logischerweise aber nicht. Sie verstehen dann wahrscheinlich mein Unverständnis nicht. 😉

Deshalb ist Vera Birkenbihl auf viele außergewöhnliche Ideen gekommen. Eben weil sie außergewöhnlich war, anders als die meisten anderen.

Mittlerweile gibt es auch Birkenbihl-Trainerinnen, die das Kindern in der Schule beibringen, zumindest in der Schweiz:

Kritik an AutorInnen

Meine Lieblings-Profilerin Suzanne Grieger-Langer war auch auf der Buchmesse und hat dort beobachtet, wie das Publikum mit Autorinnen und Autoren umgeht. Sie bringt das so gut auf den Punkt, dass ich das hier verlinken möchte.

 

 

Dasselbe könnte man auch über Rezensionen bei Amazon und Co. sagen oder auch über andere Plattformen wie Lovelybooks zum Beispiel. Viele Leute, die Bücher lesen, haben anscheinend keinerlei Respekt für die Leute, die Bücher schreiben. Ich weiß nicht, woher das kommt. Bücher schreiben sich ja nicht einfach so von selbst. Das muss man können. 😎 Jedenfalls wenn es unterhaltsam, spannend oder aufregend sein soll, interessant fürs Publikum. Hat das nicht ein bisschen Respekt verdient?

Der Kampf um den Weihnachtsbaum

Original-Kommentar zum Video:

Ich habe meinem Mann gesagt, er solle den alten Weihnachtsbaum nach draußen entsorgen. Weil er ewig nicht ins Haus zurückkam, ging ich nachsehen und wurde Zeugin dieses Kampfes:

Zwischen den Tagen ...

Zwischen den Tagen ist immer eine merkwürdige Zeit. Das alte Jahr ist praktisch vorüber, das neue Jahr steht vor der Tür, ist aber noch nicht da. Es ist, als würden wir alle auf den Startschuss warten.

Wie wäre es da damit, mal zum Friseur zu gehen? 🙂  https://imgur.com/gallery/iBQ7Hw4

Karen Carpenter und Ella Fitzgerald

Wenn die beiden ein Paar gewesen wären, was hätte daraus werden können? laughing Zwei wunderbare Künstlerinnen, zwei wunderbare Stimmen, jede auf ihre Art einzigartig und etwas ganz Besonderes, zwei Welten, und doch vereint sie die Musik, und ihre Stimmen passen so perfekt zusammen, dass man meinen könnte, sie wären füreinander gemacht.

Ella Fitzgerald hatte ein langes, erfülltes Musikerinnenleben, Karen Carpenter starb leider viel zu früh an einer der Geißeln unserer Zeit, an Magersucht, nur drei Jahre nach dieser Aufnahme im Alter von knapp 33 Jahren. Aber glücklicherweise leben sie in den Herzen und in Aufnahmen wie dieser weiter:

Ein gelungener Einstieg ins Jahr, wenn man sich das so anhört.

Wie per Hand ein Buch hergestellt wird

Nur damit sich Leserinnen auch einmal vorstellen können, wie viel Arbeit es macht, ein Buch herzustellen und zu drucken. Jetzt mal ganz abgesehen von der Arbeit, die die Autorin hat, das Buch zu schreiben. laughing Hier geht es um den rein handwerklichen Aspekt der Buchherstellung.

https://imgur.com/gallery/hfNp9

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