Mal wieder eine neue Sprache lernen?

Die leider schon verstorbene Vera F. Birkenbihl hat viele Themen aus einer anderen Perspektive betrachtet, als wir das üblicherweise gewöhnt sind, was sie auch immer wieder zum Angriffsziel weniger flexibler Zeitgenossen gemacht hat, die sich an ihre eingefahrenen Meinungen gewöhnt haben und sie für das Alleinseligmachende halten.

Eine dieser Meinungen ist die Art, wie wir Sprachen lernen. Seit Schulzeiten machen wir das falsch, weil Lehrer uns dazu zwingen, und das führt eventuell dazu, dass wir denken, wir sind nicht sprachbegabt oder wir hätten keine Chance, jemals eine Fremdsprache richtig zu lernen und zu sprechen.

Dagegen ist Birkenbihl immer angegangen und hat Alternativen aufgezeigt, die es jedem Menschen ermöglichen sollen, selbst so komplizierte und uns sehr fremde Sprachen wie Arabisch und Chinesisch zu lernen, ganz zu schweigen von unseren Nachbarsprachen im europäischen Umland, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch usw.  

 

 

Es gibt sehr viele Videos mit Vera Birkenbihl auf YouTube, die kann ich natürlich nicht alle hier verlinken, aber wer sich dafür interessiert, kann das ja sehr einfach finden. Wie ich erst kürzlich erfahren habe, war Vera Birkenbihl eine sogenannte „funktionale Autistin“, manche kennen das auch unter dem Beriff Asperger-Syndrom. Die medizinischen Einstufungen und Bezeichnungen ändern sich auch immer wieder, morgen heißt es vielleicht schon wieder anders. Aber dass sie diese Behinderung hatte (denn als eine solche wird es eingestuft), hat ihr wie auch anderen Autisten, ob funktional oder nicht, einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht und dazu beigetragen, dass sie nach anderen als den üblichen Problemlösungswegen gesucht hat.

Autisten sehen die Welt völlig anders als Nicht-Autisten. Für sie sind viele Dinge gar nicht so selbstverständlich, wie uns das die allgemeine Meinung glauben machen will. Und wenn man einmal anfängt, das Normale in Frage zu stellen, weil es für einen selbst eben nicht normal ist, dann eröffnet das ganz neue Denkansätze.

Das sehen wir bei uns selbst ja auch. Ich halte es für völlig normal, lesbisch zu sein. Ich war nie etwas anderes und ich hatte auch nie das Bedürfnis, etwas anderes sein zu wollen. 90% der Menschheit finden das aber nicht normal. Wenn ich nun aus meiner lesbischen Perspektive etwas betrachte (z.B. das Verhältnis zwischen Männern und Frauen), wird das immer anders sein, als wenn heterosexuelle Menschen dasselbe betrachten. Mir erscheinen manche heterosexuellen Verhaltensweisen – insbesondere von Frauen – oft völlig unverständlich. Für Heterofrauen sind sie das logischerweise aber nicht. Sie verstehen dann wahrscheinlich mein Unverständnis nicht. 😉

Deshalb ist Vera Birkenbihl auf viele außergewöhnliche Ideen gekommen. Eben weil sie außergewöhnlich war, anders als die meisten anderen.

Mittlerweile gibt es auch Birkenbihl-Trainerinnen, die das Kindern in der Schule beibringen, zumindest in der Schweiz:

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