Fruchtzucker erzeugt Fett

Ist das nicht erschreckend? In den letzten Jahren, ja Jahrzehnten wurde uns immer wieder gepredigt, wieviel gesünder Fruchtzucker als anderer Zucker ist, viele Hersteller werben damit, daß sie ihre Produkte mit dem »gesünderen« Fruchtzucker süßen, gerade für Kinder, und was ist die Wahrheit?

Fruchtzucker macht dick.

Die Erkenntnisse bezüglich Ernährung ändern sich leider alle paar Stunden, so habe ich den Eindruck. Hat man vor fünf Jahren eine Diät gemacht, wurde von Lebensmitteln abgeraten, die heute als »Schlankmacher« gelten, einmal sind es die Kohlehydrate, die verteufelt werden, dann wieder die Fette – und immer der Zucker. Der »normale« Zucker zumindest, der ja angeblich so schädlich sein soll.

Was haben wir also gemacht? Uns auf Fruchtzucker umgestellt. Steht auf einem Joghurt »mit Fruchtzucker gesüßt« kaufen wir es und denken, wir leben gesund. Aber weit gefehlt, denn:

Der Fruchtzucker Fruktose wird vom Körper sehr viel schneller in Fett umgewandelt als der Traubenzucker Glukose. (Quelle: wissenschaft.de »Weniger Fruktose, weniger Fett«)

Als ich das zum ersten Mal las, habe ich es wirklich nicht glauben können, denn auch ich hatte geglaubt, mit Fruchtzucker trage man weniger zu seiner eigenen Fettproduktion bei als mit anderen Zuckerarten.

Und es wird noch schlimmer. Nicht nur wird Fruchtzucker in null-komma-nichts in Fett umgewandelt, er unterstützt auch die »Fettgewinnung« aus anderen Lebensmitteln noch zusätzlich.

Fruktose stimuliert zudem die Einlagerung von Fetten aus der Nahrung stärker als Glukose, entdeckten Wissenschaftler. Demnach ist es möglicherweise vor allem der geringere Konsum von Fruktose, der bei kohlenhydratreduzierten Diäten zu dem häufig enormen Abnehmerfolg beiträgt.

Fruktose kommt in allen Früchten vor, und wenn man diese Früchte ißt, nimmt man eine ganze Menge Zucker auf. Normalerweise ist das kein Problem, denn kaum jemand ißt kiloweise Früchte am Tag, und andere Stoffe, die in Früchten enthalten sind, die Bioflavonide zum Beispiel, sind sehr gesund und schwer anderweitig zu bekommen, um sie dem Körper zuzuführen. So ist es also sinnvoll, Obst zu essen, aber aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils manche Sorten besser nur in Maßen.

Eigentlich regelt sich das von selbst, wenn man nur mal einen Apfel oder eine Banane ißt, aber die Nahrungsmittelindustrie, immer auf der Suche nach Einsparungspotential, entdeckte schon vor langer Zeit, daß Fruchtzucker wesentlich süßer ist als andere Zucker und zudem wesentlich billiger. Also verwendete sie zunehmend den billigen Fruchtzucker und gaukelte den Konsumenten noch vor, das wäre gesund. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, könnte man sagen.

Für normalgewichtige Menschen ist das kein Problem, aber für übergewichtige Menschen kann das natürlich zum Problem werden. Da nimmt man ein fettarmes Joghurt mit Fruchtzucker und denkt, man ist auf der sicheren Seite, und in Wirklichkeit gleicht der Fruchtzucker das fehlende Fett locker aus, ja übertrifft der Fettanteil durch den Fruchtzucker in einem solchen Joghurt sogar den eines Joghurts mit normalem Fettgehalt, der nicht mit Fruchtzucker gesüßt wurde.

Oder man ißt – um abzunehmen – nur noch Obst und Gemüse (soll man nicht, ist einseitig, aber viele tun es) und wundert sich, daß die Pfunde nicht schmelzen, weil der Fruktoseanteil im Obst so hoch ist, daß alles, was man ißt, nicht nur die Früchte, sofort in Fett umgewandelt wird.

Natürlich sind Früchte gesund, deshalb soll man sie auch essen, aber man sollte sich dessen bewußt sein, daß alles nur in Maßen gesund ist. Jede Übertreibung ist es nicht mehr. Zuviel Obst kann sehr ungesund sein, vor allem in Hinsicht auf den Speck, der sich dadurch an Hüften und Bauch sammelt.

Also wieder etwas dazugelernt.

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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Ruth Gogoll
  • Isabell
  • Ruth Gogoll

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    »Nur die Besten sterben jung« ist der Titel von tausend Büchern, Artikeln, Liedern . . . schon seit langer Zeit. Es hat ja durchaus auch seine Berechtigung bei manchen. Oftmals hat man ja wirklich das Gefühl, diejenigen, die der Welt nichts zu sagen haben und sie auch nicht weiterbringen oder ihr nur Unheil bringen, werden uralt, wohingegen Leute, die begabt sind, die intelligent sind, die an wichtigen Dingen forschen oder tolle Ideen haben, viel zu jung sterben und zudem von den anderen daran gehindert werden, ihre guten Ideen in die Tat umzusetzen.

    Ich wollte nur darauf hinweisen, daß es kein Verdienst ist, jung zu sterben, sich zum Beispiel im Alkoholrausch ans Steuer zu setzen und gegen einen Baum zu fahren. Das kann jeder. Der Tod ist leicht. Das Leben zu bewältigen ist schwer. Sich dem zu stellen ist oftmals viel schwerer als sich mit Alkohol, Heroin, Kokain, Ecstasy oder was auch immer eine bessere Welt vorzugaukeln oder sie vergessen zu wollen.

    Durch solche Aussagen wie »Nur die Besten sterben jung« werden Menschen allein aufgrund ihres Alters und dem Umstand, daß sie tot sind, zu guten Menschen gemacht, denn im Umkehrschluß heißt das ja: »Nur wer jung stirbt, ist gut. Alle, die alt werden und erst dann sterben, sind schlecht.« Das ist selbstverständlich Blödsinn.

    Ich habe nicht in Frage gestellt, daß es sehr traurig ist, wenn ein junger, vielversprechender Mensch stirbt, der noch viel für die Welt hätte tun können. Wir sind da sicherlich einer Meinung. Es ist immer traurig, wenn ein Mensch, von dem man etwas lernen kann, stirbt, egal in welchem Alter. Wohingegen es auch junge Menschen gibt, die einfach nur aus Dummheit sterben, weil sie eben, statt beim Autofahren auf Alkohol zu verzichten, beides haben wollen, saufen und fahren. Solche Dummheit macht mich ärgerlich, denn oftmals werden ja auch noch andere in deren Dummheit und deren aus dieser Dummheit resultierenden Tod hineingezogen, gerade bei Autounfällen. Da sterben dann wirklich gute Menschen, nur weil irgend so ein Dummkopf nicht in der Lage ist, auf ein paar lächerliche Gläser Bier oder Schnaps zu verzichten.

    Gehört im weitesten Sinn auch zum Gesundheitsthema, denn gerade Alkohol ist trotz aller Exzesse, trotz aller Autounfälle immer noch legal. Trotz seiner Gefährlichkeit. Das ist höchst unverständlich. Alkohol ist ein Killer und sollte deshalb nicht so leicht zu bekommen sein oder wesentlich teurer, so daß es schwieriger ist, seinen Rausch zu finanzieren. Wenn man ein ganzes Monatsgehalt für ein Glas Bier hinlegen müßte, wenn eine Flasche Schnaps so viel kosten würde wie ein großes Auto, gäbe es sicherlich weniger Probleme mit Alkohol.

    Was ich auch immer wieder verwunderlich finde, ist, daß Leute, die Alkohol trinken, anscheinend nicht wissen, daß das ebenfalls dick macht. Für ein Glas Alkohol kann man eine ganze Menge essen, bis man den Energiegehalt erreicht hat. Somit sind wir wieder beim Thema Abnehmen. Wer gern einmal ein Gläschen Wein trinkt, kann das zwar in eine Diät einbauen, aber ist es das wirklich wert, so ein Schluck Alkohol, wenn ich dafür etwas richtig Gutes essen könnte? Ich frage mich immer, wie das kommt, daß man sich das Vergnügen des Essens für das kaum vorhandene Vergnügen eines winzigen Schlucks Alkohol (denn mehr ist bei einer Diät ja keinesfalls erlaubt) vergibt. Das ist sehr schwer zu verstehen.

    Freitag, 28. November 2008 9:53
  • Isabell

    Permalink

    "Nur die besten sterben jung" ist der Titel eines Liedes und spiegelt nicht unbedingt meine Meinung wieder, es hat lediglich zu deinem "Zitat" gepasst. Daher. Ich dachte des war klar. Ich halte genauso wenig davon sich zuzusaufen oder sich Drogenexszessen hin zu geben wieder du auch. (wollte das geklärt haben)

    Donnerstag, 27. November 2008 23:39
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Nur die besten sterben jung, oder wie war das?

    Schnell zu leben und jung zu sterben heißt nicht, gut zu sein. Wer sich mit Alkohol und Zigaretten oder weiteren Drogen vollstopft, gehört sicherlich nicht unbedingt zu den Besten der Gesellschaft, sondern zu den Selbstzerstörerischsten, und das ist eher dumm als gut.
    Etwas anderes sind die »Frühvollendeten«, das sind die Besten, die leider zu früh gestorben sind, wie Hölderlin beispielsweise oder Karoline von Günderode. Daß besonders begabte Leute aber immer auf der Überholspur leben müssen, ist nicht gesagt, das tun nur die Unausgeglichenen, die ständig nach etwas suchen, was sie nicht finden können. Ein Zeichen für Begabung ist das leider nicht, auch wenn viele Begabte vor lauter Verzweiflung an der stupiden Gesellschaft zu Drogen greifen.
    Das ist wie mit dem Regenschirm, den man mitnimmt, um den Regen zu verhindern. Das funktioniert nicht, aber umgekehrt hat es schon oft geregnet, wenn man keinen Regenschirm dabeihatte.
    Das wunderlichste daran ist ja noch, dass es ihr dann auch tatsächlich schmeckt. Ok, ich glaube sie redet es sich einfach schön

    Das tun wir alle hin und wieder, das ist nicht schlimm, aber wenn man es andauernd tut, ist es schon beunruhigend, denn das geht dann schon in Richtung Realitätsverlust. Auch wenn sie (noch) nicht magersüchtig ist, aber offensichtlich hat sie ein sehr gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper.
    Das geschieht schnell, wenn man zu viele Diäten macht, und wir hatten hier ja auch schon mal die Diskussion über den [url=http://www.elles.cc/index.php?option=com_content&view=article&id=316:geht-es-noch-duenner&catid=28:fitness-und-gesundheit&Itemid=92]Realitätsverlust der Magersüchtigen[/url], deren Schönheitsideal es ist, wie ein Gerippe auszusehen und die nicht mehr wahrnehmen können, daß sie sich mit Riesenschritten in Richtung Selbstmord bewegen. Das blenden sie einfach aus, ebenso wie die Freundin den fehlenden Geschmack beim Kakao ausblendet.

    Donnerstag, 27. November 2008 21:26
  • Isabell

    Permalink

    Danke für die Übersetzung *lach* Nur die besten sterben jung, oder wie war das? ;D
    Naja, dass ist wieder ein anderes Thema.

    Ich frage mich nur, wieso diese "Grundwissen" nicht schon zu allen durchgesickert ist und die sich immernoch wie die Bekloppten Diätbücher kaufen. Atkins, Schokoladen, Bananen... ach keine Ahnung was es da für Diäten gibt.

    Es ist doch eigtl eine ganze logische Sache. Wie du ja schon geschrieben hast: Den Energiehaushalt im Blick behalten. Ich kann nicht, wenn ich den ganzen Tag nur rumsitzen nebenher noch fein Chips und 3 Currywürschte essen um mich Abends mit einer Tafel Schokolade vor den Fernseher zu knallen. Das ist dann eben nicht drin. Außer man hat so ein tolles Laufband PC wie du es hier mal vorgestellt hast. ;D

    Und diese Radikaldiäten frei nach dem Motto "Ich ess ez einfach nurnoch 1 Semmel am Tag". Ja hallo?! Eine Freundin von mir ist so drauf. Dabei ist sie eigtl. schon sehr dünn. (Nein, sie ist nicht magersüchtig, dass weiß ich zum Glück mittlerweile). Die meint dann auch es würde was bringen wenn sie statt Milch einfach Wasser für den Kakao nimmt. Das wunderlichste daran ist ja noch, dass es ihr dann auch tatsächlich schmeckt. Ok, ich glaube sie redet es sich einfach schön :)

    Donnerstag, 27. November 2008 14:05
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Oder wir halten uns an das Motto »Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere« – und weil die meisten von uns vermutlich keine »großen Tiere« sind, bleiben wir dabei ganz schlank. ;) Daß Fruktose vom Körper schneller in Fett umgewandelt wird als Glukose ändert sich in drei Tagen wohl nicht, das ist eine wissenschaftliche Erkenntnis, die bleiben wird, denn sie ist wohlbegründet, aber was sich sicherlich ändern wird, das ist die Interpretation der »Diätexperten« dazu. Da hört man ja die abenteuerlichsten Dinge, und jeder erzählt etwas anderes – ganz unabhängig von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Deshalb gibt es nur eine gesunde Art zu leben: Ausgewogen essen, kein oder nur wenig Alkohol (von weiteren Drogen wie Zigaretten ganz zu schweigen), jeden Tag eine Stunde Sport. Das einzige, was zählt, ist die Energiebilanz am Ende des Tages. Wenn ich weniger »Energie« esse als ich verbrauche, nehme ich ab. Wenn ich genausoviel »Energie« esse wie ich verbrauche, bleibt mein Gewicht gleich. Und wenn ich mehr »Energie« zu mir nehme als ich verbrauche, nehme ich zu. Das ist eine ganz einfache Regel.

    Das Schlimme sind immer diese Verteufelungen. »Fett macht dick!« »Kohlehydrate machen dick!« »Zucker macht dick!« Und der Irrglaube, wenn man das, was angeblich dick macht, wegläßt, nähme man ab. Wir brauchen all diese Dinge, unser Körper ist ein komplexes Gebilde, dem man nicht einfach einen wichtigen Teil seines Energieplanes wegnehmen kann und dann funktioniert er trotzdem.

    Geht man dermaßen radikal vor, ist das eine Mangelernährung und keine Diät oder kein vernünftiges ausgewogenes Essen. Und wenn der Körper einen Mangel hat, versucht er das auszugleichen, indem er auf andere Ressourcen im Körper zurückgreift. Das ist aber nicht gesund, das ist ein »Notfallprogramm« beispielsweise für Zeiten, in denen die Menschen früher hungern mußten. Und wie jedes Notfallprogramm ist dieses Programm des Körpers sehr unausgewogen. Es ist einfach nur darauf ausgelegt, den Menschen am Leben zu halten, bis wieder »normale« Zeiten eintreten.

    Deshalb sind so viele Diäten so wenig erfolgreich. Denn sobald der Körper erkennt, daß wieder »normale« Zeiten angebrochen sind, daß er also die Stoffe wieder bekommt, die ihm lange Zeit vorenthalten wurden, lagert er wieder für Notzeiten ein. Der Körper kennt so etwas wie »Diät« nicht, das ist für ihn absolut widersinnig.

    Wenn wir uns wenig bewegen und den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, verbrauchen wir wenig Energie und dürfen uns auch nur wenig Energie zuführen, wenn wir viel Sport machen, mit den Kindern spielen, mit dem Hund »Agility«-Training betreiben o.ä., verbrauchen wir mehr Energie und dürfen dementsprechend auch mehr essen.

    Wir alle wissen, daß den ganzen Tag zu sitzen keine natürliche Lebensweise für uns Menschen ist, ebensowenig wie Rauchen oder Alkohol zu trinken, aber wir verhalten uns, als ob wir immer noch wie die Steinzeitmenschen jeden Tag zehn Stunden oder mehr auf den Beinen wären, um nach Nahrung zu suchen. Und das resultiert eben in den dicken Bäuchen, die wir jeden Tag auf der Straße sehen (oder an uns, aber das wollte ich jetzt nicht so direkt sagen ;)).

    Ein schlanker Mensch hat eine ausgewogene Energiebilanz, entweder von Natur aus (die Glücklichen) oder eben, weil er darauf achtet, daß seine Energiebilanz stimmt.

    Selbstverständlich kann man seine Energiebilanz auch dadurch ausgewogen erhalten, indem man pro Tag nur ein Stückchen Kuchen ißt und sonst nichts, aber das ist nicht sehr gesund und wird auf die Dauer auch zu Mangelerscheinungen führen. Also müssen wir uns wohl oder übel ausgewogen ernähren, wenn wir gesund bleiben wollen.

    Wenn nicht – nun ja, dann ist eh alles egal. »Live fast, die young« (Schnell leben, jung sterben).

    Donnerstag, 27. November 2008 8:48
  • Isabell

    Permalink

    Also ich bin mir ziemlch sicher in drei Tagen ändert sich das wieder.:) Les doch mal "Ist dieses Buch ansteckend" von Cordula Stratmann. Da geht es nur um solche Weisheiten und alles. Recht interessant. :) Aber alles in einem würde ich sagen: Wer sich ausgewogen ernährt, der braucht auch vor Fruchtzucker keine Angst haben. :) Man darf es eben, wie immer, einfach nicht übertreiben. Liebe Grüße :)

    Donnerstag, 27. November 2008 4:32

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