Der virtuelle Therapeut

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Das ist ja mal eine interessante Idee: Wenn Sie Depressionen haben oder sonst ein Problem, schalten Sie doch einfach Ihren Computer ein und lassen sich von ihm therapieren.

Die sich entwickelnde Technik stellt Wissenschaftler vor immer neue Probleme. So ergibt sich zum Beispiel auch ein Problem bei langen Aufenthalten im All. Astronauten sind auf wenigen Metern für Wochen und Monate zusammengepfercht und müssen miteinander auskommen, ob sie wollen oder nicht. Weglaufen, mal einen Spaziergang machen, sich mit Freunden treffen oder in einer Kneipe zur Entspannung eine Frau aufreißen ist nicht.

Ähnlich wie bei albernen Sendungen wie »Big Brother« liegen da schnell die Nerven blank. Bei »Big Brother« kann man zur Not ja das Haus noch verlassen und von jetzt auf gleich in sein normales Leben zurückkehren, aber was macht man, wenn man in einem Raumschiff sitzt?

Bislang sind die Aufenthalte in Raumschiffen ja relativ kurz, einmal zum Mond und zurück oder ein bißchen länger auf der ISS, aber für die Zukunft ist ein Flug zum Mars anvisiert – und der dauert Jahre.

Menschen sind anpassungsfähig, und ohnehin dürfen nur die in den Weltraum, die ein langes Training absolviert und dabei auch ihre psychische Stärke und Belastbarkeit bewiesen haben. Aber Jahre auf derart engem Raum mit immer denselben Leuten? Keine Abwechslung, keine Alternative, kein Entkommen.

Das klingt schon bedrohlich, oder? Jedenfalls haben sich das auch die Experten von der NASA überlegt, und Dr. Jay Buckey, Medizinprofessor und Ex-Astronaut, hat für die NASA ein virtuelles Therapieprogramm für Weltraumflüge entwickelt.

»Virtual Space Station« heißt das Programm und soll Problemlösungen bieten.

Das Programm hat zwei Teilbereiche: Konfliktmanagement und Depression. Beim Konfliktmanagement kann man in interaktiven Szenarios verschiedene Lösungsansätze ausprobieren und bekommt Feedback vom Computer. Depression behandeln wir mit einer computerisierten Therapieform, die sich »Problemlösen« nennt. Der Rechner hilft Schritt für Schritt, Schwierigkeiten zu identifizieren, an denen man arbeiten kann, etwa in der sozialen Interaktion. Das hebt die Stimmung, weil es den Betroffenen das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben zurückgibt. (Quelle: GEO – Houston, wir haben ein seelisches Problem)

Tja, ist das nicht einfach? Hört sich doch gut an. So lassen sich alle Probleme lösen, und wir sind glücklich. Wie so oft wird bei solchen Entwicklungen natürlich auch über andere Anwendungen nachgedacht, nämlich im privaten Bereich. Für Jedermann und jederfrau sozusagen.

Können sich depressive Patienten in Zukunft zu Hause selbst behandeln?
Wir hoffen, dass es Leuten helfen wird, die aus Angst vor Stigmatisierung zögern, einen Psychologen aufzusuchen. Viele fühlen sich wohler mit einem Computer als mit einem echten Therapeuten. (Quelle: GEO)

Hm. Denken Sie auch so? Können Sie sich das vorstellen?

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