Hunger sorgt für Bewegung

Wer abnehmen will, muß weniger essen. Aber am besten ist es sogar, wenn man Hunger hat, denn das fördert den Bewegungsdrang. Deshalb besser 3 große Mahlzeiten am Tag als 5 kleine. Meint zumindest eine neue Studie.

Abnehmen ist ja immer wieder ein Thema, und dabei wechseln die Anweisungen fast täglich. Pausen zwischen den Mahlzeiten von mindestens fünf Stunden werden von den einen empfohlen (»Schlank im Schlaf«), die anderen wiederum bestehen darauf, daß mehrere kleine Mahlzeiten am Tag gesünder und besser fürs Abnehmen sind.

Wie so oft gibt es wahrscheinlich keine endgültig richtige Lösung, sondern jeder sollte sich nach seinem eigenen Körper richten, nach dessen Bedürfnissen und seinen eigenen Erfahrungen.

Ich persönlich bin mit drei großen Mahlzeiten am Tag aufgewachsen, dazwischen gab es eigentlich nichts, höchstens mal einen Apfel. Ich finde das immer noch normal.

Andererseits wird jedoch behauptet, daß durch die großen Abstände zwischen den Mahlzeiten der Blutzuckerspiegel zu sehr absinkt, und das wäre ungesund.

Eine neue Studie behauptet nun das Gegenteil: Es ist ungesund, daß der Blutzuckerspiegel auf einer gleichmäßigen Höhe gehalten wird, wie das mit mehr als drei Mahlzeiten am Tag der Fall ist.

Wer ständig satt ist, hat keine Lust auf Bewegung

Wer Hunger hat, bewegt sich mehr. Zu diesem Schluss kommen Schweizer Forscher nach einer neuen Studie. Damit widersprechen Markus Stoffel von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und sein Team der häufig vertreten These, wonach viele kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten besser seien als drei Hauptmahlzeiten.

 

In Versuchen mit Mäusen fanden die Wissenschaftler heraus, dass ein durch stetiges Futtern oder krankhafte Fettleibigkeit ständig erhöhter Insulinspiegel ein Protein unterdrückt, das den Bewegungsdrang beeinflusst, berichtet die Hochschule. (Quelle: wissenschaft.de)

Wenn man mal auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreift, bestätigen die diese Theorie: Wer hat schon Lust, direkt nach dem Essen Sport zu machen? Was man ja auch nicht soll.

Das hat seinen Ursprung in einem ganz einfachen Zusammenhang, nämlich dem zwischen Jagd und Nahrungsaufnahme. Unsere Vorfahren konnten nicht einfach in den Supermarkt gehen. Wenn sie Hunger verspürten, mußten sie sich die Nahrung erst auf mühsame Weise besorgen, entweder durch stundenlanges Beeren, Samen und Wurzeln sammeln oder eben durch das Erlegen eines Tieres.

Vor der Nahrungsaufnahme steht normalerweise die Futtersuche beziehungsweise die Jagd. Tiere, die Hunger haben, sind daher aufmerksamer und bewegen sich mehr. (Quelle: wissenschaft.de)

In der Stadt tun wir das ja auch: Wenn wir Hunger haben, halten wir nach einem Restaurant oder einem Imbißstand oder zumindest einem Geschäft Ausschau, in dem man Eßbares kaufen kann.

Nur ist das lange nicht so anstrengend wie die Nahrungssuche unserer Vorfahren und statt daß wir uns dann auf ein paar Samen zu Mittag beschränken, weil wir ja den ganzen Tag nur vor dem PC sitzen, essen wir, als hätten wir viele Kalorien auf einer erfolgreichen Jagd verbraucht.

Die Untersuchungen der Wissenschaftler ergaben, daß fettleibige oder satte Mäuse keine Lust mehr haben, sich zu bewegen. Übertragen auf Menschen heißt das: das Hungergefühl zulassen. Das stärkt den Bewegungsdrang, dadurch verbrauchen wir mehr Kalorien (ohne welche zu uns zu nehmen), bauen Muskeln auf und Fett ab.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das bestätigen. Je länger die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind, desto mehr Lust habe ich, mich zu bewegen, auch Sport zu machen. Wenn ich hingegen immer satt bin, bleibe ich einfach sitzen.

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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Ruth Gogoll
  • Susanne
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Mein Artikel bezog sich eher auf Leute wie mich, die mehr so rundlich sind. Ich könnte das Essen nie vergessen. ;) Bewegung hingegen ist oft etwas, was viele gerade molligere Leute nicht so schätzen. Nicht alle natürlich, es gibt auch sehr sportliche Leute, die trotzdem nicht ganz schlank sind, aber meistens geht die Rundlichkeit auch mit einer gewissen Bequemlichkeit, was sportliche Betätigung betrifft, einher.

    Ich habe eindeutig gemerkt, daß ich mich mehr bewege, seit ich weniger esse und abnehme. Auch habe ich seit ewigen Zeiten endlich einmal wieder ein Hungergefühl verspürt, das kannte ich schon gar nicht mehr, weil ich viel zu oft am Tag gegessen habe. Meist habe ich mir schon das nächste Essen gemacht, wenn ich den Teller vom gerade zu mir genommenen Essen wieder in die Küche brachte.

    Hunger zu haben ist ein gutes Gefühl, das einen wirklich in Bewegung bringt. Wenn man nie Hunger hat, immer satt ist, wird man normalerweise sehr bequem. Das wurde ja sogar schon einmal in Amerika in einem Gefängnis getestet: Die Gefangenen konnten Tag und Nacht essen, rund um die Uhr war die Gefängnisküche geöffnet. Erst einmal nahmen alle massiv zu und dann gab es kaum Ausbrüche. Die Gefangenen waren zu dick und zu faul dazu geworden. 8)

    Mittwoch, 9. Dezember 2009 13:20
  • Susanne

    Permalink

    Auch mal wieder eine interessante Untersuchung. Allerdings muß ich dem persönlich total widersprechen.

    Ich esse grundsätzlich nicht am Computer -- weil ich da arbeite und meine beiden Hände dazu benutze; ich wüßte gar nicht, wie ich das anstellen soll. Und wenn ich in meine Arbeit vertieft bin, dann vergesse ich sogar das Essen. Bis ich dann merke, daß mir total die Energie ausgeht und ich mich beim besten Willen nicht entscheiden kann, ob denn da nun ein Komma hingehört oder nicht.
    Ich schleppe mich dann mit letzter Kraft in die Küche und esse was, aber meist nur was kleines, weil mir dann zu dem Zeitpunkt meist schon leicht schlecht ist.

    Allerdings muß ich wohl dazu bemerken, daß ich meinen Metabolismus von meinem Vater geerbt habe. Als der Diabetes bekam, wurde er zu einem Eß-Kurs geschickt, von dem er total frustriert wiederkam, weil dort nur besprochen wurde, wie die Leute es schaffen könnten, weniger zu essen. Er hatte aber immer das genau gegenteilige Problem -- wie ich. Ich esse und esse und habe das Gefühl, nie genug zu essen und gerade mal so mein Gewicht halten zu können. Und wenn ich nicht alle paar Stunden esse, dann falle ich total vom Fleisch.

    So, jetzt habe ich mich (schon wieder) hungrig geschrieben. Mahlzeit! ;)

    Dienstag, 8. Dezember 2009 2:20

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