Gerade jetzt

Gerade jetzt, wo die Amerikaner versuchen, ein Problem auf die Schnelle und mit Bomben zu lösen, das wahrscheinlich eher Zeit und entwicklungspolitische Unterstützung verlangt, fiel mir wieder Karl-Heinz Böhm ein, der seit vielen Jahren in Äthiopien gegen den Hunger und für eine Chance der Bevölkerung auf Leben kämpft. Es ist sicher gut, wenn man dafür sorgt, daß die Taliban aus Afghanistan verschwinden. Sie haben nichts für die Bevölkerung getan und sorgen egoistisch nur für ihr eigenes Überleben, aber wie überall auf der Welt, wo ähnliche Zustände herrschen, ist es doch sehr fraglich, ob etwas Besseres nachkommt.

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IKEA

Letztens waren meine Freundin und ich mal wieder bei IKEA. Ja, ich schäme mich nicht, es zuzugeben: ich gehe da hin . . .

Eigentlich wollten wir nur so ein paar Kleinigkeiten holen, die es in diesem ›unmöglichen Möbelhaus‹ ja in so überreicher Anzahl gibt. Jedermann – und vor allem: jedefrau – weiß, daß das nur eine Schutzbehauptung ist, um endlich mal wieder zwischen all den Regalen mit den Namen großer, blonder, schwedischer Männer stöbern zu können.

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Früher war alles besser – ?

»Unsere Gesellschaft wird immer gewalttätiger. Wo soll das noch hinführen?«

Diese Frage höre ich in diesen Tagen sehr oft, weil viel von dem Kinofilm »Hannibal« gesprochen wird. Ich habe diesen Film nicht gesehen und werde ihn mir auch nicht ansehen, jedoch weiß ich von unzähligen Berichten der Medien, daß er sehr brutal und blutrünstig sein soll. Von »widerlichen Szenen« ist die Rede, von »unnötiger und übertriebener Grausamkeit«. Das ruft natürlich sofort die Hüter der Moral auf den Plan, die wieder einen Grund zum Wettern gegen unsere Zügellosigkeit und unser ach so sündhaftes Benehmen haben. Früher sei alles besser gewesen, heißt es.

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11. September

Es ist Dienstag, der 11. September 2001. Ich sitze bei der Arbeit und versuche mich auf meine Liste, die ich noch bearbeiten muß, zu konzentrieren. Doch meine Gedanken sind weit weg. In 3 Tagen werde ich gerade über den Wolken sein – auf dem Weg nach Kalifornien. Ich schließe die Augen und sehe mich schon durch San Francisco schlendern, sehe die Canyon-Landschaften vor mir, freue mich auf die Unwirklichkeit von Las Vegas. Selbst die Mail heute Morgen konnte meine Freude nur kurz trüben. Die Aufzeichnung zur Ellen-Show, für die ich Karten hatte, wurde abgesagt. Schade, aber es nimmt mir meine Vorfreude nicht. Amerika ist kein normaler Urlaub für mich, es ist, als ob meine Seele heimkommen würde. Es ist kurz nach halb vier – noch drei Tage, mit diesem Gedanken mache ich mich wieder voller Schwung an meine Arbeit.

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Idole II

Neues über Verona Feldbusch und andere. Man hätte es ja fast erwarten können, aber nun ist es noch heftiger geworden: Der Streit um die Tatsache, daß Dieter Bohlen Verona Feldbusch während ihrer kurzen Ehe vor fünf Jahren geschlagen hat.

Er behauptet, er hätte noch nie eine Frau geschlagen und er fände Männer abartig, die so etwas tun. Der Kommentar einer Psychologin dazu mit einem müden Lächeln: »Das sagen alle Männer, die ihre Frauen schlagen.«

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Idole I

Was macht einen Menschen zu einem »guten« Menschen? Was läßt ihn für uns bewunderungswürdig erscheinen und vielleicht sogar zum Idol werden? Ich frage mich oft, wie Vorbilder beschaffen sein müssen, damit sie uns so sehr beeindrucken.

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Ein Sommernachtstraum

Gut, Sommer ist es noch nicht – leider. Kalt hält der Februar uns in seinen Banden. Dennoch fand gerade heute in Berlin – wo auch sonst – eine Veranstaltung über das Thema »Liebesschmerz«, der »Kongreß der Liebeskranken«, statt, und alles, was mit Liebe zu tun hat, verbinde ich irgendwie immer mit Sommer. Duftende Wiesen, weiches Gras und darauf ausgebreitet die Frau, die ich begehre: Was kann es Schöneres geben?

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Toleranz

Toleranz unter Lesben – sollte das ein Thema sein? Ist das ein Thema?

Ich habe längere Zeit nicht darüber nachgedacht, aber neulich wurde ich wieder darauf gestoßen, als ich in einem Diskussionsforum für Lesben im Internet entdeckte, daß es auch unter vielen Lesben anscheinend sehr verbreitet ist, Toleranz für sich selbst zu fordern, sie anderen, die nicht dem eigenen Selbstverständnis entsprechen, aber ohne mit der Wimper zu zucken vorzuenthalten.

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Sylvester

Weihnachten war ja in einigen Teilen der Republik sogar weiß (bei uns leider nicht, aber man kann nicht alles haben , wenn auch die strahlende Pracht nun schon wieder dem naßkalten Regen gewichen ist. So wird Sylvester für uns alle wohl etwas grau sein, dann aber erhellt von den bunten Blitzen und Sternen der Feuerwerkskörper.

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Die unerträgliche Leichtigkeit des Glücks

Liebe Ruth,

Du sprichst in Deinem Beitrag die geistig Behinderten an.

Ich habe einige Jahre lang meine Sommerferien damit verbracht, Lager für solche Menschen zu organisieren und mitzuleiten. Es sind Erfahrungen, die ich nie missen möchte, sie haben mich zum Nachdenken gebracht.

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