Gedanken
Ruth Gogoll und andere Autorinnen schreiben über Themen, die sie bewegen.

In meiner psychologischen Praxis sehe ich das sehr oft, Kay. Bullys sind Narzissten. Und die, die zu mir in die Praxis kommen, sind die Opfer des narzisstischen Missbrauchs, den diese Narzissten an ihnen begehen. Oftmals die eigenen Ehemänner (aber auch Ehefrauen, das ist jedoch seltener) oder Lebenspartner/innen, manchmal Chefs oder Chefinnen, gar nicht mal so selten jedoch auch die eigene Familie, die eigenen Eltern (oder ein Elternteil), die eigenen Geschwister, manchmal auch Leute aus der entfernteren Verwandtschaft, Tanten, Onkel, Cousins, Cousinen, und sogar „beste“ Freundinnen oder Freunde. Ja, sogar die eigenen Kinder können es sein, denn Narzissmus ist zu einem großen Teil angeboren. Ich kann also eine nicht-narzisstische Mutter sein und ein narzisstisches Kind haben, ebenso wie umgekehrt eine narzisstische Mutter ein nicht-narzisstisches Kind haben kann.

Ich finde das sehr interessant mit dieser „menschlichen Pandemie“. Vor allem beruflich habe ich auch immer wieder mit Leuten zu tun, bei denen ich mich frage, warum sie das tun, was sie tun. Warum sie nicht aufhören können, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und andere auch noch niederzumachen. Als ob sie sich nur dann wohlfühlen würden, wenn sie möglichst viele andere Menschen unglücklich machen können.

Trotz aller Pandemien – menschlicher oder viraler – haben wir das Jahr ohne Namen 😉 überstanden und sind im Jahr 2021 gelandet. Mittlerweile haben wir sogar schon das erste Buch in diesem unserem 25. Jubiläums-Verlagsjahr veröffentlicht, und alles läuft so, wie es eigentlich jedes Jahr gelaufen ist. Vermutlich kann auch niemand sagen, dass sich diese erste Woche im neuen Jahr sehr von den letzten Wochen im alten Jahr unterschieden hätte.

Du fragst, was man gegen solche Menschen machen kann, Laura. Darauf ist eine Antwort nicht so einfach, denn die Menschen, die Du beschreibst, sind Narzissten. Und Narzissmus ist nicht heilbar. Es ist keine Krankheit, für die es einfach so eine Medizin gibt. Die einzige Möglichkeit, sich vor Narzissmus zu schützen, ist dieselbe, wie die, mit der man sich vor ansteckenden Krankheiten schützt: Kein Kontakt.

Als ich bei Hanna jetzt über den Zusammenhalt im Forum las, dachte ich so, dass die Webseite jetzt schon fast so etwas wie ein Ersatzforum ist. Eigentlich schreiben wir hier jetzt doch genauso wie im Forum. Wir tauschen uns aus, teilen unsere Gedanken … Deshalb möchte ich mich jetzt auch daran beteiligen.

Eine wunderschöne neue Webseite habt Ihr Euch da geschenkt zu Eurer „Silbernen Hochzeit“. 😀 Das entspricht wirklich dem Anlass. Neues Jahr, neues Glück. Und dieses Jahr haben wir uns das nach dem vergangenen ganz entschieden verdient, würde ich sagen.

Der letzte Tag des Jahres. Immer ein wichtiger Zeitpunkt, um ein Resümee zu ziehen. Jedes Jahr wieder neu, und dieses Jahr besonders. In diesem Jahr, in dem die meisten von uns fast wie aus einem Dornröschenschlaf gerissen wurden, weil schon so lange nichts mehr passiert war, das die ganze Welt für so lange Zeit in Aufruhr versetzte und auch wirklich jeden einzelnen betraf. Den einen mehr und den anderen weniger, aber niemand konnte sich dem Thema entziehen.

Ich habe zeitweise das Haus so gut wie überhaupt nicht mehr verlassen. Was für mich als Schriftstellerin jetzt nicht etwas so Besonderes ist, aber normalerweise tue ich es freiwillig, weil ich eben immer am Schreibtisch sitzen und schreiben muss. In diesem Jahr wurde ich praktisch auch noch darüber hinaus dazu gezwungen.

Weihnachten im Jahr 2020. Die meisten von uns hätten sich das wahrscheinlich ein bisschen anders vorgestellt. Aber die Pandemie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.