Über das Schreiben
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Du bist ja richtig wie ein kleines Kind, das sich auf den ersten Schultag freut, Sina. 😎 Aber ich kann Dich verstehen. Der LLP ist etwas ganz Besonderes.

Ich freue mich wirklich wahnsinnig drauf! Mein erster LLP! 🥳 Und leider auch der letzte. Weshalb ich hier oben im Titel die Frage gestellt habe, ob es nicht 25 LLPs geben könnte, passend zu 25 Jahre el!es. Ich weiß, das ist Wunschdenken, aber man kann ja mal träumen. 😉

So, nun ist es also endgültig: Es gibt einen LLP. 😊

Auf unserer Webseite hier hatten einige Autorinnen sich ja vor einiger Zeit bereits darüber unterhalten (elles.de/llp), dass sie gern noch einmal einen *Lesbischen LiteraturPreis*, einen LLP, hätten, wie er im Jahre 2017 mit dem LLP12 zum letzten Mal stattgefunden hat. Da dieses Jahr unser Jubiläumsjahr ist, haben wir jetzt endgültig beschlossen, tatsächlich einen Jubiläums-LLP zu veranstalten. 😃

Die Beispiele zeigen glaube ich ganz deutlich, dass Deine Heldin auf dem Motorrad keine unzuverlässige Erzählerin ist, Manuela. 🙂 Da sie genau weiß, was die Realität ist und sich auch in der befindet, in ihr handelt und denkt. Es gibt keine Brüche, keine unerklärlichen Ereignisse, die sich erst dann erklären, wenn man weiß, dass sie z.B. tot ist. Sie ist nicht tot, sie weiß das auch und sie lebt in der realen Welt. Sie als Figur ist eine zuverlässige Erzählerin. Und auch die Erzählerin in der Geschichte, die nicht unbedingt mit dieser Figur übereinstimmen muss, erzählt die Geschichte zuverlässig.

Ich glaube, ich sollte hier vielleicht mal ein paar konkrete Beispiele für unzuverlässige Erzählerinnen/Erzähler einwerfen, damit das Konzept vielleicht etwas klarer wird. (Achtung, Spoiler!)

Da ich noch bis vor kurzem in diesen Sphären geschwebt habe, fällt mir sofort ein Beispiel ein: Daphne du Mauriers Rebecca. Wer sagt da die Wahrheit und wer nicht? Das ist fast wie eine kriminalistische Untersuchung, durch die die zweite Mrs. de Winter herausfinden muss, was wirklich passiert ist und wer Rebecca tatsächlich war. Vor allem aber auch, wie ihr Ehemann tatsächlich zu seiner ersten Frau stand und somit auch, wie er tatsächlich zu ihr, seiner zweiten Frau, steht. In dem Roman gibt es praktisch nur unzuverlässige Erzähler. Jeder zeichnet ein anderes Bild von Rebecca, aber zum Schluss stellt sich heraus, dass das alles nicht stimmt. Die arme junge Frau, die da hineingeworfen wird, weiß überhaupt nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Auch deshalb nicht, weil ihr Ehemann sich nicht dazu äußert und das, was er eigentlich klarstellen müsste, klarstellt. Erst am Schluss bricht er sein Schweigen.

@Hanna

Da gebe ich Dir natürlich absolut recht. Meiner Diebin ist absolut klar, dass sie etwas tut, das gegen das Gesetz und gegen die Regeln der Gesellschaft verstößt. Da ist für mich auch der Punkt, wo ich mich entscheiden muss. Möchte ich mit meiner Geschichte die Leserinnen etwas an der Nase herumführen oder nicht? Wenn ich meine Leserinnen gegen Ende etwas überraschen will, dann eignet sich natürlich eine unzuverlässige Erzählerin wie meine eher.

Bevor „meine“ Franzi eine Liebesbeziehung haben kann, hat Deine Tyra zehnmal eine, Steffi. 😄 Ich weiß nicht, warum das so eine Lieblingsidee von mir ist, aus Franzi unbedingt die Protagonistin machen zu wollen. Irgendwie hatte ich auch immer ein bisschen Mitleid mit ihr, weil sie solche Probleme hat, zu verstehen, woraus menschliche Beziehungen überhaupt bestehen.