Über das Schreiben

Alles rund ums Schreiben: Sorgen und Ängste von Schriftstellern, Gedanken anderer Autoren über die Schreiberei, Zitate, Gedichte . . .

Was mich am Schreiben fesselt

Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Blog hier doch ziemlich sträflich vernachlässige. Ich schreibe ungeheuer viel, aber es sind alles Geschichten, kürzere, längere, dann auch Beiträge und Kommentare in unserem el!es Schreibforum, in dem ich mich wahnsinnig gern mit meinen Autorinnen unterhalte, und so fällt der Blog irgendwie immer hinten runter.

Ich bin wohl keine Blogschreiberin, sondern eben Schriftstellerin. Das wahre Leben, das täglich so an uns vorbeibraust, ist nicht wirklich mein Metier. Erfundene Geschichten, fiktionale Geschichten, Romane, in denen ich die Welt so gestalten kann, wie ich sie gern hätte, sind mein Gebiet. Davon habe ich nun sehr viele gleichzeitig in Arbeit, und ich hoffe, dass ich bald den nächsten beenden kann.

Das ist ein bisschen eins meiner Probleme, andererseits aber auch meine große Stärke, dass ich mich nicht nur auf eine Geschichte konzentriere. Ich fange mehrere Geschichten fast zur selben Zeit an, oder ich schreibe kurz an einer Geschichte, und wenn ich ein paar tausend Wörter (oder auch nur ein paar hundert) geschrieben habe, wechsle ich zu einer anderen, um die weiterzuschreiben. So habe ich fast schon immer gearbeitet, das ist wohl mein persönlicher Stil.

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Camp NaNoWriMo April 2017

Seit ich im November 2016 den #NaNoWriMo (mit vielen anderen zusammen) gewonnen habe, halte ich das für ein gutes Konzept, einen Roman oder eine Geschichte zu Ende zu schreiben. Es gibt einen gewissen Druck, das Projekt innerhalb von vier Wochen zu beenden, eine gewisse Wortanzahl zu erreichen und damit einen Erfolg verbuchen zu können. Es ist wirklich ein gutes Gefühl, zu den Gewinnern und Gewinnerinnen zu gehören.

Da der April normalerweise für den LLP reserviert ist, hatte ich nicht vor, ausgerechnet diesen Monat für ein weiteres solches Projekt zu nutzen, aber da es sich ja nun überraschenderweise ergeben hat, dass der LLP ausfällt und ich also die eigentlich dafür verplante Zeit anderweitig zur Verfügung habe, habe ich mich spontan zum Camp NaNoWriMo angemeldet. 

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Der lesbische NaNoWriMo!

Nun hätte ich es fast vergessen: Wie jedes Jahr beginnt auch dieses Jahr am 1.11. wieder der NaNoWriMo - National Novel Writing Month, also der Monat, in dem sich Hunderttausende von Autorinnen und Autoren weltweit gleichzeitig hinsetzen und in nur einem Monat einen Roman von 50.000 Wörtern verfassen. 

Richard Norden hat in seinem sehr lesenswerten Blog ein paar Tipps für TeilnehmerInnen zusammengestellt, die es sich lohnt zu beachten:

Richard Norden: 10 Tipps für den #NaNoWriMo

Schon letztes Jahr hatte ich darüber nachgedacht, auch mal am NaNoWriMo teilzunehmen, und ich frage mich, ob noch andere hier Lust dazu hätten, sich täglich auf der deutschen NaNoWriMo-Seite zu treffen und dort zu schreiben. Lesbische Romane, wenn es geht. wink

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(Nicht) Aus der Vogelperspektive schreiben

In der Diskussion über die Texte im Schreibforum kam die Frage nach der Perspektive auf, die die Autorin in ihren Texten einnimmt. Uns fiel auf, dass wir alle – oder fast alle – an manchen Stellen in eine Perspektive verfallen, bei der eigentlich keine der handelnden Personen im Mittelpunkt steht, sondern das Geschehen mehr aus der Vogelperspektive betrachtet wird.

Das zeigt sich dann oft an Formulierungen wie „die beiden Frauen“, „die Geliebte“, „die Dunkelhaarige“, „die Mechanikerin“ oder so etwas. Obwohl die hier Beschriebenen entweder Protagonistin oder Antagonistin in unserem Text sind, werden sie plötzlich so bezeichnet, als hätten sie gar nichts mit der Geschichte zu tun, sehr distanziert und ohne einen persönlichen Ton.

Diese auktoriale Perspektive – das ist die, bei der die Autorin sozusagen über dem Text schwebt und nicht aus der Perspektive einer Person schreibt, die am Geschehen teilnimmt – lese ich in vielen Manuskripten, die uns eingereicht werden, immer wieder.

Üblicherweise bedeutet das, dass man sich von seinem eigenen Text, von der Geschichte, von den Personen distanzieren will. Irgendetwas fehlt, um es aus der persönlichen Perspektive zu erzählen.

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Eine Geschichte oder mehrere Geschichten gleichzeitig schreiben?

Wer regelmäßig die Webseite hier besucht, bekommt immer den neuesten Roman zu lesen, aber es gibt auch einige Geschichten, die schon sehr alt sind. Geschichten, die zum Teil nie zu Ende geschrieben wurden. Geschichten aus den Schreibübungen, die nur Anfänge sind, die die Autorinnen nie weitergeschrieben haben.

Im Schreibforum stellen wir fest, wie unterschiedlich Autorinnen sein können. Die einen stellen eine Geschichte nach der anderen ein, arbeiten auch an mehreren Geschichten gleichzeitig, schreiben jeden Tag 250 Wörter an zwei oder drei Geschichten parallel. Die anderen beschäftigen sich mit einer einzigen Geschichte, schreiben dort weiter, wollen sie erst zu Ende bringen, bevor sie etwas Neues anfangen.

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Eine 250-Wörter-Geschichte wird zum Roman

Als wir hier auf der Webseite vor einiger Zeit die 250-Wörter-Geschichten starteten, wusste ich ehrlich gesagt selbst nicht so genau, wohin das führen würde. Aber ich bin immer für etwas Neues zu haben. wink Nun im Schreibforum sehen wir immer mehr, wie nützlich dieses tägliche Schreiben kurzer Abschnitte ist. Manchmal fällt auch ein Tag aus, man ist mal krank oder es geht aus beruflichen Gründen nicht, aber man hat immer im Hinterkopf, dass man morgen wieder 250 Wörter schreiben muss. Dann läuft es manchmal auch besser als geplant, und es werden weit mehr als 250 Wörter. Damit hat man dann in gewisser Weise schon mehrere Tage abgedeckt, aber trotzdem schreibt man auch nach so einem Tag am nächsten Tag weiter mit der Vorgabe: »Es müssen mindestens 250 Wörter zusammenkommen.«

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Spannend wird eine Geschichte erst dort, wo der Alltag aufhört

Unsere täglichen Diskussionen im Schreibforum machen uns allen vieles klarer, was wir vielleicht unbewusst einfach so hinschreiben oder auch weglassen. Für jede Autorin ist etwas anderes wichtig, und so verlieren sich die einen in Beschreibungen des Alltags, während die anderen direkt in eine Situation hineinspringen, mit einem Dialog oder einem aufregenden Ereignis, das den Alltag durchbricht.

Immer wieder kommt es dabei darauf an, die richtige Balance zu finden zwischen dem, was erzählt werden muss, was die Leserin unbedingt wissen muss, und dem, was sie eher langweilen würde oder was sie überblättert, um endlich erzählt zu bekommen, was zwischen den beiden Liebenden passiert.

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In den nächsten 12 Monaten werde ich einen Roman schreiben, überarbeiten und veröffentlichen

Das schreibt Richard Norden in seinem Blog »Alles rund ums Schreiben« gestern und nennt es ein »Was-Schreibziel«. »Was« im Gegensatz zu »Wie«. »Wie« – das ist klar – beschäftigt sich mehr mit den Methoden, dem Schreibhandwerk und der Planung des Romans zum Beispiel, und das kann einen schon gleich zu Anfang aus der Bahn werfen. Das merkt jeder, der schreibt, früher oder später. Richard Norden hat es anscheinend jetzt gerade gemerkt. wink

Wir sind da schon ein Stück weiter, denn mit der »250-Wörter-Challenge« arbeiten wir schon eine ganze Weile in diese Richtung. Dort kümmern wir uns sehr wenig um das »Wie«. Wir kritisieren weder den Aufbau der Geschichte noch die Figuren, das einzige Ziel ist, jeden Tag 250 Wörter weiter zu kommen. Das gibt ein gutes Gefühl, und das ist das Wichtigste dabei. Überarbeiten kann man immer noch.

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Jede Autorin ist verschieden

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie verschieden die Autorinnen und die Herangehensweisen der Autorinnen sind, wenn sie eine Geschichte erzählen wollen. Normalerweise sieht man das nicht so nebeneinander wie beim Lesbischen LiteraturPreis, deshalb ist der LLP eine einmalige Gelegenheit, sich mit anderen zu vergleichen und von anderen zu lernen.

Grundsätzlich sind die Vorgaben des Handwerks für alle gleich, aber das ist, wie wenn man sagt, das kleine Einmaleins ist für alle gleich. Trotzdem gibt es Leute, die damit nur die Preise im Supermarkt vergleichen, und andere, die Quantenphysiker werden. Alle mit dem kleinen Einmaleins. Es ist erstaunlich, was man daraus machen kann.

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Das Modell – Eine Geschichte wie das Leben

Manchmal schreibt man Anfänge, die nie zu einem Ende zu kommen scheinen. Einige davon sind hier auf der Webseite unter der Kategorie Geschichten im Archiv. Als Autorin hat man einfach mehr Ideen, als man je in seinem Leben verwenden kann. Ich habe mal gerade in meinem Ordner »Ideen« auf meinem PC nachgeschaut, da werden 804 Dateien angezeigt und dazu noch sechs Ordner, in denen noch weitere Ideen gesammelt sind.

Einige dieser Geschichtenanfänge lese ich immer wieder und denke oft: »Mensch, das ist doch eine schöne Geschichte. Die müsstest du mal weiterschreiben.« Meistens kommt es aber nicht dazu, weil schon wieder neue Ideen sich vordrängen.

Eine der Geschichten, die schon seit über 15 Jahren auf der el!es-Webseite ist, nur ein kurzer Anfang, faszinierte mich immer wieder. Ich habe sie sogar schon an andere Webseiten weitergegeben, die danach fragten, weil sie sie so gut fanden, und sie dann auch veröffentlicht haben, obwohl sie nur so kurz ist und eigentlich kein Ende hat. Es ist die Geschichte »Eine Malerin und ihr Modell«.

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