Ein Miss-Marple-Krimi als Fortsetzung đŸ±â€đŸ

Ist es ein Miss-Marple-Krimi? Nein, natürlich nicht wirklich. Wenn ich einen Krimi mit Miss Marple als Hauptfigur schreiben wollte, müsste ich erst einmal die Rechte an der Figur erwerben bzw. müsste die Rechteinhaber fragen, ob ich die Figur verwenden darf. Was mir die Agatha-Christie-Limited wahrscheinlich nicht erlauben würde, aber selbst wenn, könnte ich mir die Lizenzgebühren nicht leisten. Eine so populäre Figur wie Miss Marple wäre sicherlich sehr teuer.

Was man aber immer machen kann, ist, eine Figur der Originalfigur nachzuempfinden und ihr einen anderen Namen zu geben. Das ist schon oft gemacht worden, und daraus sind sogar dann wieder sehr populäre Figuren entstanden. Auch in Film und Fernsehen ist das sehr üblich. Beispielsweise die Fernsehserie Mord ist ihr Hobby. Ganz klar eine Miss-Marple-Kopie, aber Jessica Fletcher ist dann auch wieder eine eigenständige Figur. Im Laufe von 12 (!) Staffeln ist sie es jedenfalls ganz eindeutig geworden. Das hatte dann nicht mehr viel mit Miss Marple zu tun.

Und wer kennt nicht die Filme mit der unglaublichen, der wunderbaren, der einmaligen Margaret Rutherford? Es gab nur vier Filme mit ihr (leider), und trotzdem hat sich daraus ein Riesenkult entwickelt, der sich speziell um diese Margaret-Rutherford-Miss-Marple dreht, die ehrlich gesagt mit der Miss Marple, die Agatha Christie erfunden hat, so gut wie gar nichts mehr zu tun hatte. 🙂 Trotzdem ist sie von ihr inspiriert und aus ihr entstanden und hat sich ein eigenes Publikum erschaffen, das speziell diese Miss Marple liebt und die Original-Miss-Marple manchmal noch nicht einmal kennt, nur die Filme gesehen hat, aber noch nie ein Buch gelesen.

Das ist alles möglich, und deshalb habe ich mich vor einigen Jahren auch einmal damit beschäftigt, eine dieser Rutherford-Marple nachempfundene Figur zu erfinden, die ich dann losgeschickt habe, um in ihrer Manier einen Fall zu lösen. Im Gegensatz zu der Original-Miss-Marple aus den Büchern hatte Margaret Rutherford in ihren Filmen immer einen „Sidekick“, den etwas trotteligen, aber absolut loyalen und ihr ergebenen Mister Stringer. Hercule Poirot hatte seinen Hastings, Sherlock Holmes hatte seinen Watson, aber Miss Marple hatte Agatha Christie diese Nettigkeit nicht gegönnt. Die arme alte Dame musste immer allein ermitteln, wie schwach und gebrechlich sie auch war. Diesen „Fehler“ haben die Filme dann ausgebügelt, und das war eine hervorragende Idee, weshalb ich sie auch in meiner „Henrietta Murbel“ eingebaut habe. 😎

Mister Stringer hieß ursprünglich so, weil die Rolle vom Lebensgefährten von Margaret Rutherford, Stringer Davis, gespielt wurde. So haben sie einfach aus seinem Vornamen den Nachnamen der Figur gemacht, da die Figur ja ursprünglich nicht existierte und ganz neu erfunden werden musste. Und ich schließe mich dem jetzt an und mache aus Mister Stringer die etwas trottelige Bibliothekarin Dora Strenger, die Henrietta Murbel jedoch genauso ergeben ist wie damals der männliche Sidekick.

Eigentlich lesen wir doch alle gern einmal einen Krimi, oder nicht? Insbesondere die von Agatha Christie kann ich immer wieder lesen. Die neueren, blutrünstigen und oft sehr gewalttätigen Krimis oder Thriller sind nicht so mein Ding, aber so einen „Kuschelkrimi“ zum Einschlafen – kann es etwas Schöneres geben? 😃

Nun ja, wer hier schon seit Jahren auf die Seite kommt, wird meinen Versuch gelesen haben, aber da die el!es-Leserinnen immer eher nach Liebesromanen verlangen als nach Krimis, habe ich das Projekt immer wieder zurückgestellt. Der neueste Liebesroman war immer wichtiger. Ähnlich ging es mir damals mit „Wie Honig so süß“, zwar ein Liebesroman, aber ein historischer, der wie „Vom Winde verweht“ im 19. Jahrhundert im Bürgerkriegsamerika spielt. Damit ich das Projekt nicht immer wieder für anderes zurückstelle, hatte ich es hier auf die Webseite übernommen, und mittlerweile ist das Buch lange fertig und erschienen. Was vermutlich nicht der Fall wäre, wenn ich es nicht als Fortsetzungsroman auf der Webseite weitergeschrieben hätte.

Da dachte ich mir, warum nicht dasselbe mit Henrietta Murbel versuchen? „Tante Henry“ eignet sich doch sehr gut dafür, oder nicht? 😉 Den Anfang kennen natürlich schon alle, aber ich kann ja nicht mittendrin anfangen, also fange ich am Anfang an und schreibe dann weiter. So gibt es jeden Tag auf der Webseite eine neue Folge, und wer Kuschelkrimis mag, ist herzlich eingeladen, täglich auf der Webseite vorbeizukommen und mitzulesen. 😃

Deshalb beginnt also hier und heute der erste „el!es-Kuschelkrimi“:

Henrietta Murbel und die Schaufensterpuppe (01)

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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Ruth Gogoll
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  • Alexa
  • Anja

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    FĂŒr mich ist und bleibt Margaret Rutherford die einzig wahre Miss Marple. ;) Es ist wirklich schade, dass sie nur die vier Filme gemacht hat.
    Freue mich auf den Krimi und natĂŒrlich darauf Frau Murbel bei ihren Abenteuern lesend zu begleiten :) Bin schon gespannt, was Du Dir fĂŒr sie alles tolles einfallen lĂ€sst.

    Mittwoch, 10. Januar 2018 16:18
  • Ruth Gogoll

    Anja Permalink

    Die echte Miss Marple – also die, die Agatha Christie ursprĂŒnglich in ihren BĂŒchern hat auftreten lassen – wĂ€re als Figur in einem Film auch wirklich langweilig. Poirot hat Agatha Christie immer weiterentwickelt, aber bei Miss Marple hat sie als Autorin deren Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. Sie hĂ€tte mehr aus der Figur machen können.
    Wenn man sich einmal die Miss-Marple-Verfilmungen der BBC anschaut, die ja sĂ€mtliche Geschichten und Romane, in denen Miss Marple auftaucht, fĂŒrs Fernsehen umgesetzt haben, dann sieht man, dass die Figur im Grunde genommen sehr blass ist. Es hĂ€ngt natĂŒrlich noch immer von der Schauspielerin ab, die sie spielt – die BBC hatte glaube ich nacheinander vier verschiedene Schauspielerinnen fĂŒr die Serie –, aber trotzdem kann man aus der Figur echt nicht viel rausholen, wenn man sie so lĂ€sst, wie sie in den BĂŒchern ist.
    Agatha Christie fand das, was Margaret Rutherford aus Miss Marple gemacht hat, natĂŒrlich furchtbar, aber ich finde, das ist wesentlich besser fĂŒr eine filmische Umsetzung geeignet. Die Rolle wurde Margaret Rutherford von den Drehbuchautoren auf den Leib geschrieben, und eigentlich haben sie nur den Namen Miss Marple ĂŒbernommen, sonst nichts.
    Ich denke, deshalb lieben alle diese Umsetzung so (außer wie gesagt Agatha Christie selbst ;)), und deshalb ist es auch viel einfacher, fĂŒr diese Margaret-Rutherford-Figur zu schreiben.
    Allerdings ist meine Henrietta ja auch wieder anders. Man kann das gar nicht verhindern, selbst wenn man so ein Vorbild hat.
    Also ich bin selbst gespannt, was dabei herauskommt. ;)

    Mittwoch, 10. Januar 2018 17:37
  • Alexa

    Permalink

    Oh, wie schön! :) Da freue ich mich aber tierisch! Ich liebe Krimis und Du weißt ja, dass ich die Geschichte der Frau Murbel auch sehr gerne angefangen habe zu lesen. Toll, wenn es jetzt bald weitergeht. :) Eine gute Idee.

    Mittwoch, 10. Januar 2018 15:03

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