LibreOffice - kostenloser Word-Ersatz

Was braucht man, um einen Roman zu schreiben? Eine Textverarbeitung. 😎

Sehr viele verwenden da Microsoft Word. Aber das kostet Geld. Und es beinhaltet viele Funktionen, die man beim Schreiben reiner Texte – wie eben Romane – gar nicht braucht. Das einzige, was man außer der normalen Standardformatierung braucht, ist die Möglichkeit, Text kursiv zu setzen.

Diese Möglichkeit bietet sogar schon das in Windows eingebaute WordPad. Auch damit kann man Romane schreiben, und das ist völlig kostenlos.

Allerdings bietet WordPad auch wirklich nicht viel mehr als einfache Formatierungen, und vielleicht möchte man ja auch einmal ein paar mehr Funktionen wie zum Beispiel eine Rechtschreibprüfung. Und da sich das beim LLP ja auch ein bisschen als Thema anbietet, dachte ich, ich schreibe mal einen Artikel über LibreOffice.

LibreOffice ist ein vollständiger Ersatz für Microsoft Office oder jedes andere Office-Paket und enthält nicht nur eine Textverarbeitung, sondern auch eine Tabellenkalkulation, ein Präsentationsprogramm, ein Datenbankprogramm, ein Zeichenprogramm und einige andere Kleinigkeiten. Man kann es also nicht nur privat, sondern tatsächlich sogar im Büro einsetzen.

Für uns »Schreiberlinge« ist das wahrscheinlich weniger von Bedeutung. Deshalb beschäftige ich mich hier auch nur mit der Textverarbeitung von LibreOffice, dem Writer.

 

Ein kleiner Blick auf LibreOffice

 

Wie der Name schon sagt, kann man damit schreiben. 😉 Man hat eine Rechtschreibprüfung, was sehr wichtig ist, denn bevor man einen Text abschickt, sollte man immer die Rechtschreibprüfung darüberlaufen lassen, um Rechtschreib- und Grammatikfehler zu finden. Und dann gibt es in LibreOffice auch noch so ziemlich alle Funktionen, die man in Word hat.

Man kann sich eigene Vorlagen erstellen – wie die hier auf dem Schirm abgebildete, die die Größe eines el!es-Buches widerspiegelt –, um beispielsweise immer genau zu wissen, wie viele Seiten des Buches man bereits gefüllt hat. el!es-Bücher haben üblicherweise 240 Seiten bei einer Größe von 12 × 19 cm, und wenn man in der el!es-Vorlage schreibt, kann man den Fortschritt – und somit den Erfolg 😉 – anhand der Seitenzahl direkt ablesen.

Ich persönlich finde das ehrlich gesagt sehr praktisch. Wenn ich auf einem DIN-A4-Blatt (in LibreOffice) schreiben würde, könnte ich zwar auch die Wortanzahl und die Zeichenanzahl ablesen, die ich bereits getippt habe – die sieht man unten in der Statusleiste genauso wie in Word –, aber die Seitenzahl wäre bei einem DIN-A4-Dokument völlig anders. Logischerweise passen auf DIN-A4 bei einer Seitengröße von 21 × 29,7 cm wesentlich mehr Wörter als auf das el!es-Taschenbuchformat bei 12 × 19 cm.

Deshalb zählen die meisten Verlage und auch AutorInnen, die Bücher schreiben, ihre Seiten oft nach der sogenannten »Normseite«, die genau 1800 Zeichen pro Seite enthält, das sind 60 Anschläge mal 30 Zeilen. Diese Einteilung stammt noch aus Schreibmaschinenzeiten, aber wenn man eine vergleichbare Größe haben will, ist die Anzahl der Zeichen eindeutiger als die Anzahl der Seiten.

Manchmal bekommen wir Anfragen von neuen Autorinnen, die noch nicht so lange schreiben – meistens ihre allererste Geschichte –, und da kommt es nicht selten vor, dass die Jungautorin uns im Anschreiben schreibt: „Ich habe schon fünfzig Seiten geschrieben.“ Wie viel das wirklich ist, sagt uns das leider nicht, denn es hängt sehr davon ab, welche Schriftart man verwendet, welche Schriftgröße, welche Zeilenabstände, welche Absatzformatierung, welche Seitengröße usw. Unsere el!es-Vorlage arbeitet beispielsweise mit der Schriftart Perpetua in der Schriftgröße 11, und dazu noch mit einem definierten Zeilenabstand und vordefinierten Rändern.

Was auch sehr angenehm ist, ist, dass man in LibreOffice auch mit einer Spracherkennungssoftware wie zum Beispiel »DragonNaturallySpeaking« diktieren kann. Ich tue das mittlerweile sehr oft, und deshalb käme eine Textverarbeitung, die nicht mit »Dragon« zusammenarbeiten kann, für mich nicht mehr in Frage. Das ist natürlich nicht für jeden ein Kriterium, aber für mich ist es sehr wichtig, weil ich sehr viel schreibe und meine Finger manchmal nicht mehr wollen. 😎

Der Unterschied zwischen einem Programm, das »Dragon« unterstützt, und einem Programm, das »Dragon« nicht unterstützt, liegt nicht darin, dass man diktieren kann – das kann man in jedem Texteditor –, sondern darin, dass man dann auch weitere Befehle von »Dragon« verwenden kann, wie zum Beispiel »Korrigier das«, »Markier das«, »Lösch das«, »Schreib das kursiv«, »Unterstreich das«, »Gehe zum Anfang«, »Gehe zu einem bestimmten Wort« usw. Solche Befehle kann man nur in einem von »Dragon« unterstützten Programm per Sprachsoftware steuern. In einem reinen Texteditor muss man dann die Tastatur zu Hilfe nehmen, um solche Aktionen selbst ausführen zu können.

Die aktuelle Version von LibreOffice ist also wirklich auf dem Stand der Zeit, was all diese Dinge angeht, und ich wüsste jetzt nicht, was ich vermissen würde. Um Romane zu schreiben würden sogar noch sehr viel weniger Funktionen ausreichen. Aber die meisten Leute schreiben sicher keine Romane mit einer Textverarbeitung. 🙂 Üblicherweise sind das wohl eher Geschäftsbriefe oder so etwas. Da muss man dann auch mal eine Grafik, einen Briefkopf oder ein Tabellenblatt einbinden, und auch das kann LibreOffice natürlich.

LibreOffice ist aus dem bekannten OpenOffice entstanden, ist mittlerweile aber weiter entwickelt als OpenOffice. Die Wege der OpenOffice-Entwickler haben sich vor einiger Zeit getrennt, als OpenOffice von einer Firma übernommen wurde. Die OpenOffice-Community war damit nicht einhellig einverstanden, weil das Projekt dadurch nicht mehr rein aus der Community entstand, wie es ursprünglich der Fall war. Deshalb begannen einige der Programmierer, die zuvor kostenlos OpenOffice entwickelt hatten, LibreOffice zu entwickeln, indem sie das damals aktuelle OpenOffice nahmen und es weiterentwickelten.

Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Ich bin sehr beeindruckt von der Qualität des Programms. Und das alles ohne einen Pfennig Geld. Die Programmierer werden nicht bezahlt und die Anwender, die LibreOffice benutzen, müssen auch nichts bezahlen. Manchmal fragt man sich wirklich, wie das überhaupt möglich ist, denn eine Textverarbeitung oder sogar ein ganzes Office-Paket zu programmieren ist eine Menge Arbeit.

Wer also nicht so viel Geld – beziehungsweise gar kein Geld – für eine Textverarbeitung ausgeben will und trotzdem ein zeitgemäßes, aktuelles Produkt sucht, das alles enthält, was man sich so wünscht, sollte sich LibreOffice einfach einmal herunterladen und ansehen. 🙂

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  • Ruth Gogoll
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Wer wollte etwas zum LLP einreichen und wusste nicht, in welcher Textverarbeitung sie das schreiben sollte und musste deshalb auf die Teilnahme verzichten? 🤔

    Nein, das ist natürlich eine Scherzfrage. 😏 Textverarbeitungen gibt es viele. Aber deshalb verliert man auch leicht den Überblick. Darum hier mal eine kleine Empfehlung.

    Donnerstag, 5. April 2018 17:17

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