Der Niedergang des ersten Satzes

Also wirklich. Da schreibt man sich hier im Blog die Finger wund, »Eine Geschichte ist ein Versprechen«, versucht jungen Menschen, die sich mit dem Schreiben beschäftigen, klarzumachen, wie wichtig der erste Satz ist, daß er alles entscheidet, daß man sehr genau darüber nachdenken sollte, und wer gewinnt dann den Wettbewerb »Der schönste erste Satz«?

Ilsebill salzte nach.

Ja, genau das ist es. Nein, da kommt nichts mehr, das ist alles: Ilsebill salzte nach.

Ist es denn zu fassen?

Sicherlich, einer der berühmtesten ersten Sätze der Weltliteratur lautet: »Call me Ishmael«, das ist auch nicht länger. Und immer wieder wird dieser Satz bewundert und jungen AutorInnen als Beispiel vor Augen geführt, wie großartig ein erster Satz sein kann.

Aber hat Herman Melville es verdient, mit seinem ersten Satz aus »Moby Dick« in einen Topf geworfen zu werden mit »Ilsebill salzte nach«? Nein, wirklich nicht.

Vielleicht könnte man es »Ilsebill salzte nach« noch nachsehen (Achtung: Wortspiel), daß man wenig damit anfangen kann, wenn dieser Satz von einem unbekannten Autor stammen würde, von jemand, der noch nicht sehr erfahren im Schreiben ist, der einfach einen Fehler gemacht hat, indem er diesen ersten Satz schrieb und ihn später dann nicht überarbeitete.

Aber von wem stammt dieser erste Satz? Na, von wem wohl: von unserem Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Es ist der erste Satz seines bombastischen Werkes »Der Butt«. Ehrlich gesagt konnte ich schon auf der Schule nicht viel mit dem »Butt« anfangen, obwohl meine Familie ebenfalls aus der »kalten Heimat« vertrieben wurde, in der Grass’ »Butt« spielt, und mir gewisse Figuren und Sprachgewohnheiten sehr bekannt vorkamen. Auch der Humor war mir nicht fremd.

Was mir jedoch fremd war und immer fremd bleiben wird, ist Grass’ Art, die Welt zu sehen. Deshalb ist er wohl auch für viele andere so ein »Antipathieträger«, wie es ein Rezensent einmal bezeichnete. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier geht es ja um den ersten Satz.

Der Wettbewerb »Der schönste erste Satz« sollte nämlich den ersten Satz aus einem deutschen Buch herausfinden, der »Versprechen, Duftmarke, Rätsel, Schlaglicht« ist, der also das Buch in gekonnter Weise dem Publikum ans Herz legt, es neugierig macht auf mehr, es zu interessiertem Weiterlesen verleitet.

Und dann »Ilsebill salzte nach« – was soll uns dieser Satz nun sagen?

Worauf ist er ein Versprechen? Auf ein Kochbuch?

Eine Duftmarke? Wofür? Wir wissen ja nicht einmal, was da gesalzen wird und wo (gut, der Name »Ilsebill« gibt einen Hinweis darauf, aber ist das wirklich genug?).

Und ein Rätsel? Nun ja, selbst Menschen, die wenig kochen, werden wohl schon einmal ein Salzfaß in die Hand genommen haben.

Ein Schlaglicht? Ja, durchaus – wenn man das Licht wegläßt und sich nur auf den Schlag bezieht. Dieser Satz ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich auf einen schönen ersten Satz gefreut hatten.

Die Jury wollte sich bei Günter Grass anbiedern, der sich ja immer darüber beklagt, daß er – großer Nobelpreisträger, der er ist – in Deutschland zu wenig Beachtung findet.

So müssen wir nun also damit leben, daß der schönste erste Satz in der gesamten deutschsprachigen Literatur »Ilsebill salzte nach« lautet.

Wem’s frommt . . .

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  • Ruth Gogoll
  • Equipoise
  • Ruth Gogoll
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  • Marischka
  • Nicole T.
  • Nanni

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    Deshalb, habe ich ja auch gesagt, Lieblingssatz! Bei mir muss man damit rechnen, dass ich direkt bin. Somit, auch meine Figuren. ;)
    Nein, ist schon gut! Ich bin ja froh, mal eine Meinung zu hören. Ich mache leider alles mit mir alleine aus. Und ich kann sagen, ich bin verdammt anstrengend. %)
    Was die Romantik und die Gefühle meiner Figuren betreffen, werde ich aber schon besser. Ebenso bei den Beschreibungen und Umschreibungen. Jedenfalls bilde ich mir das ein. Einbildung ist auch eine Bildung, nur keine Weiterbildung!
    Ich sehe jetzt in dem Satz aber, genug Interpretationsmöglichkeiten. ;) Ich weiß ja auch, wie es weitergeht! Und nein, er ist nicht der erste Satz meiner Geschichte. Jedenfalls nicht von der neuen fertigen, langen. Eher, von der kleinen kurzen! Obwohl, jetzt vielleicht auch nicht mehr! :-8

    Samstag, 30. April 2011 20:54
  • Marischka

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    Mein Lieblingssatz zur Zeit ist: »Sie spielen mit dem Feuer«, flüstert der sinnlichen Mund rau.

    Hm. Ich finde, das ist kein guter erster Satz. Der ist viel zu banal und direkt. Er beinhaltet keinerlei Geheimnis oder Interpretationsmöglichkeit. Abgesehen davon, dass ich das, wenn mir das jemand tatsächlich sagen würde, als äußerst platte Anmache empfinden würde. ;) Wenn dieser Satz irgendwo im Text vorkommt, okay, aber als erster Satz? Nein, eher nicht.

    Samstag, 30. April 2011 18:21
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Das schöne an so einem im ersten Moment eher nichtssagenden Satz ist eben genau das: daß man so viel hineininterpretieren kann. Jeder kann diesen Satz anders lesen. Das ist das Geheimnis von Bestsellern. 8)

    Gerade Salz hat eine vielschichtige, auch metaphorische Bedeutung, so sagt man ja beispielsweise auch „das Salz des Lebens“ oder „Sie ist das Salz der Erde“. Und dann könnte man schon darüber nachdenken, ob Ilsebill vielleicht das Salz der Erde ist. ;) Vielleicht salzt sie nicht nur das Essen nach, sondern das Leben, die Spannung, das Abenteuer. (Eher unwahrscheinlich, aber man kann schön spekulieren mit diesem Satz.)

    Samstag, 30. April 2011 12:07
  • Nanni

    Permalink

    Und deshalb sind Sie, und einige andere hier, vom Fach. Eben Fachfrau!
    Das finde ich ja so schön an Laien, (also mir) und Ihnen, (Profi). Ich finde es sehr interessant, was man alles in einen einzigen Satz interpretieren kann. Und ich meine jetzt richtig interpretieren, nicht wie ich es manchmal halte, mehr, ich sag mal, kurios. :) (grüne Augen, asthmakranke Traumfrau, usw.)
    Ich glaube, mir fehlt manchmal einfach noch der Ernst! Aber ich bemühe mich, wirklich.

    Aber Ilsebill salzte nach, hat mich damals schon nicht unbedingt vom Hocker gehauen. -Ich dachte auch im ersten Moment, klar die findet das Essen sicher fade. Ist ja weiter nichts dabei, wenn man es sich schmackhaft machen möchte, salzt man schon mal nach. Solange man es nicht übertreibt. Salz ist zwar lebenswichtig, kann aber auch genauso gut ins Gegenteil umschlagen.-
    Wobei, wenn ich lese, jemand sei auf einem falschen Raumschiff, fällt mir da wieder super viel zu ein. Da kann ich so einiges aus dem Satz lesen! 8)
    Magnetpol ich komme. Nur, um mich dann, immer und immer, in dem Abwehrkreis zu bewegen.

    Samstag, 30. April 2011 12:00
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ilsebill ist definitiv das Beste an dem ganzen Satz. ;) Und grundsätzlich ist dieser Satz wirklich nicht schlecht. Grass hat den nicht zufällig gewählt. Denn ob man ihn mag oder nicht, Grass ist ein hervorragender Handwerker beim Schreiben. Was mich daran stört, ist nur, daß das nun der schönste Satz in der gesamten deutschsprachigen Literatur sein soll. Das finde ich denn doch etwas übertrieben. 8)

    Ich finde, der Satz macht auch deshalb neugierig, weil er eben eigentlich recht nichtssagend ist. Liest man diesen Satz, weiß man erst einmal gar nicht, um was es geht. Da ist eine Frau namens Ilsebill (schon mal außergewöhnlich, also denkt man darüber nach, woher dieser Name wohl kommt) und sie salzt etwas nach. Normalerweise salzt man Essen nach, also kocht sie wohl gerade? Oder sie sitzen am Tisch? Oder jemand anderer hat gekocht, aber zu fade? Was schon wieder nach Konfliktpotential riecht. :)

    Nein, der Satz ist wirklich nicht übel. Aber als schönster deutscher Satz aller Zeiten doch etwas überbewertet. :D

    Samstag, 30. April 2011 11:30
  • Nanni

    Permalink

    Ich finde Ilsebill als Namen, gar nicht sooo schlimm. Gibt schlimmere! :'(

    Und bei dem Satz, „Islebill salzte nach“, habe ich mir zum Beispiel, gar nichts gedacht. Warum auch! Er verleitet mich jetzt nicht groß zum Nachdenken. Nicht mal im Ansatz.

    Jetzt aber, wo ich so Nachdenke...ja...fällt der Druck langsam von mir ab! Ilsebill salzte nach, muss doch zu topen sein! ;)

    Samstag, 30. April 2011 2:34
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ja, das stimmt. Das nimmt enorm den Druck raus, wenn man nicht besser sein muß als Günter Grass. So gut wie der kann man leicht sein. ;D Diese Bemerkung hat mich jetzt sehr zum Lachen gebracht, vielen Dank dafür. 8)

    Samstag, 30. April 2011 0:38
  • Equipoise

    Permalink

    Ich finde den Satz "Ilsebill salzte nach." als ersten Satz sehr gelungen. Denn er macht genau das was ein erster Satz machen soll, neugierig auf mehr. Auf das was dahinter steht. Man könnte über den Titel streiten, über den Autor aber der erste Satz macht mich neugierig. Wer ist Ilsebill? Ist sie eine schon etwas ältere Frau (der Name klingt nicht sehr modern) oder jünger und eine arme Seele, weil ihre Mutter sie mit einem so "ausgefallenen" Namen ausgestattet hat? Was salzt sie nach? Also ganz ehrlich, ich würde auf jeden Fall noch weiterlesen... und ist es nicht das was der erste Satz machen soll? Gut, es mag sich hierbei nicht um einen geistreichen Satz handeln... aber durchaus gelungen. Das nimmt einem den Druck beim Schreiben nach dem perfekten ersten Satz.

    Samstag, 30. April 2011 0:29
  • Nanni

    Permalink

    Wie jetzt?! Kosten Ihre Bücher bald 20 €. (Ich hoffe, der ungläubigen Unterton wurde gehört!)
    Mensch, Mensch, Mensch. Statt 200 Seiten, jetzt 300 oder wie darf ich das verstehen! :-8
    Da denkt man gerade, es wär leicht und dann das. Verrückt! ;)
    Ha,ha, kleiner Scherz am Rande. Ich Scherzkeks! Ei weil, Muffe deshalb...ach man...ich weiß ja auch nicht! Es is´, wie es is´. Wenn ich Bücher von Ihnen, oder von Frau Aden, oder Frau Pearl lese, dann denke ich mir immer, dass ist wirklich schön geschrieben! Gut, bei Frau Aden muss ich sagen, so hochgestochenformulieren, wie es für mich manchmal ist, würde ich von Natur aus schon nicht können! Da gruselt es mich manchmal sogar! ;)
    Ach ja, fast vergessen: Also Mädels, ich würde sofort 20 € für mein Buch ausgeben. Ach was rede ich schon wieder, 30€. Echt! 8) ;D

    Freitag, 29. April 2011 23:32
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Wieso das? Ich würde dem Ganzen nicht mehr Bedeutung beimessen, als es hat. Deshalb braucht man da auch keine Angst zu haben. Man muß sich nur darüber im klaren sein, was man sagen will und - noch viel wichtiger - wen man damit erreichen will. Wenn ich einen Liebesroman schreibe, werde ich deshalb sicherlich nicht mit wissenschaftlichen Erklärungen beginnen, schreibe ich jedoch einen SF-Roman - warum nicht? Leute, die SF-Romane lesen, erwarten so etwas sogar.

    Und was das aller-, allerwichtigste ist: Das, was ich schreibe, muß mir selbst gefallen, ich muß es selbst lesen wollen. Ich muß, wenn man mich fragt: "Würdest du für diesen Roman 20 Euro ausgeben, um ihn zu lesen?" mit "Ja" antworten können. Wenn ich selbst das Buch, das ich geschrieben habe, kaufen würde, dann tun es vielleicht auch andere. ;)

    Freitag, 29. April 2011 22:14
  • Nanni

    Permalink

    Sie sind vom Fach. Sozusagen Fachfrau. Fachfrau für ein Handwerk, dass mir total fremd ist. Was auch überhaupt nicht schlimm ist. Ganz im Gegenteil.

    So gesehen, hängt wohl alles von uns Leserinnen ab. 8) Wir haben die Macht!
    Da dürfte sich doch eigentlich niemand mehr beschweren. Und zum Glück, sind alle Menschen, und somit die Geschmäcker, unterschiedlich. Wäre sonst auch verdammt langweilig. ;)

    Allerdings, als möchtegern Schreiberin, die ich nun einmal bin, habe ich jetzt ganz schön Muffesausen. :-8

    Freitag, 29. April 2011 22:03
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich finde alle diese drei Anfänge wunderbar gelungen. Sie zeigen genau das, was ein erster Satz zeigen soll: daß der Autor/die Autorin etwas vom Schreiben versteht und von dem, was er/sie sagen will. Alle drei machen neugierig auf die Geschichte und bei allen dreien würde ich weiterlesen. Das ist die Aufgabe eines ersten Satzes: zum Weiterlesen zu animieren.

    Es kommt nicht so sehr auf die Worte an oder darauf, daß ein erster Satz „bedeutungsschwanger“ ist oder hochliterarisch, sondern darauf, daß er neugierig macht auf mehr, einfach weil er gelungen ist. Das können auch sehr einfache Worte sein, ein kurzer Satz, es muß kein Satz sein, der sich über mehrere Zeilen zieht. Aber dieser Satz muß etwas in uns auslösen, eine Resonanz erzeugen. Wenn er das nicht tut, legen wir das Buch weg.

    Allerdings ist es natürlich so, daß nicht jeder Satz in jedem eine Resonanz erzeugt, daß manche Sätze bei den einen Begeisterungsstürme auslösen, andere aber völlig kalt lassen. Menschen sind verschieden, haben verschiedene Erfahrungen und verschiedene Erwartungen.

    Ich habe beispielsweise schon wirklich gute Anfänge zu Fantasyromanen gelesen, dann aber trotzdem nicht weitergelesen, weil ich Fantasy einfach langweilig finde. Das heißt, da hing es nicht von der Qualität des ersten Satzes ab, sondern vom Genre. Andere lesen fasziniert weiter, sobald sie merken, daß es Fantasy ist, eben weil das genau das ist, was sie lesen wollen.

    Somit hängt es nicht nur vom ersten Satz ab, sondern ganz entschieden von dem Menschen, der diesen Satz liest. Ein Satz ist nichts ohne einen Leser. ;)

    Freitag, 29. April 2011 17:41
  • Nanni

    Permalink

    Okay. Ich glaube zwar, dass ich hier nicht mitreden kann, jedoch weiß ich, was mir gefällt und was mir nicht gefällt!

    „Vom freundlichen gelegenen alten Städtchen Mayenfeld aus führt ein Fußweg durch grüne, baumreiche Fluren bis zum Fuße der Höhen, die von diesen Seiten groß und ernst auf das Tal herniederschauen.“


    „Wie schwarze Flecken lagen die Schatten auf dem Land.“


    „Einmal kam der kleine Tiger aus dem Wald gehumpelt, konnte nicht mehr gehen, nicht mehr stehen und fiel um.“


    Ein Satz ist bestimmt, für Erwachsene. (Fantasyroman. Dies ist nicht nur eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, sondern auch eine Parable auf die Frage der menschlichen Freiheit.)

    Ein Satz ist bestimmt für Leser von 10-14 Jahren.

    Und ein Satz ist bestimmt für Leser, die noch gar keine Leser sind.

    Von den Sätzen, die ich hier jetzt aufgeführt habe, ist ein Satz dabei, bei dem ich mir denke, ja geht so. Bei den anderen beiden ersten Sätze denke ich mir, jepp! Aber genau dieses Buch, bei dem ich mir jetzt denke, der erste Satz geht so, ist ein Buch, welches weltweit bekannt ist, und was mein Leben sehr geprägt hat. Wenn ich jetzt von dem ersten Satz ausgegangen wäre, als Leserin, als erwachsene Leserin, hätte ich dieses Buch, wohl nie gelesen. Und mir wäre ganz viel entgangen!

    Abgesehen davon, gibt es Bücher, deren Anfänge total gelungen sind, aber den Rest hätte man sich schenken können. Und umgekehrt ist es das Gleiche in Grün.

    Ich kann nicht nachvollziehen, wie man von einem einzigen Satz, auf ein ganzes Buch schließen kann/soll/will! Da müsste ich ja die Hälfte, ach was sage ich, 2/3 der hier stehenden Bücher, aus dem Regal verbannen. Und dabei wären mir, ganz tolle, und einmalige Bücher entgangen. Wer außer mir, kann mir sagen, was mir, als Leserin gefällt. Es gibt Bestseller, die könnte ich sofort die Toilette runter spülen, und es gibt Taschenbücher, wo ich mir denke, Wahnsinn, wie genial sind diese Geschichten.

    Was ich damit sagen möchte, ist, wenn jeder seine Bücher nach dem "ersten Satz" verkaufen müsste, würde es ziemlich leer im Bücherregal aussehen!

    Mein Lieblingssatz zur Zeit ist: »Sie spielen mit dem Feuer«, flüstert der sinnlichen Mund rau.

    Freitag, 29. April 2011 16:53
  • nicole.t

    Permalink

    besserwisserisch?
    Kommt das so an?
    Dann möchte ich mich hiermit bei allen gestandenen Autoren, oder auch noch nicht gestandenen ;), entschuldigen.
    Eigentlich wollte ich nur meine Meinung sagen, und mich mit gleichgesinnten etwas kurzschlißen, wenn das falsch angekommen ist, tut es mir leid.
    Ansonsten habe ich nochmal über deine Kritik bezüglich des ersten Satzes nachgedacht,- eigentlich sogar das ganze Wochenende lang - a siehst du mal, wie ernst ich dich und die anderen hier nehme.
    Jedenfalls habe ich mich entschieden vor den Prolog noch eine spannende Traumsequenz einzubauen, um das Rätsel meiner Protagonistin etwas hochzuhalten.
    Deine Schreibübungen finde ich übrigens nicht schlecht, auch wenn ich finde, dass du dazu ruhig noch etwas mehr schreiben könntest. Du fängst immer etwas an, und lässt den Leser dann alleine im Regen stehen.
    Wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe, werde ich mich auch mal an den Übungen versuchen. Doch im Moment stecke ich mitten im Prüfungsstress, und wenn ich mal zum Schreiben komme, dann überarbeite ich meinen Roman.

    Montag, 3. Dezember 2007 12:42
  • Uta

    Permalink

    Da habe ich gerade mal reingeschaut, in die Schreibübungen.
    @Marischka
    Du bringst das Thema kurz und knapp auf den Punkt, das muß man sagen. Das ist wirklich das Gegenteil von Nicoles Stil. Ich glaube, eure beiden Arten zu schreiben sind so verschieden, da werdet ihr nie zusammenkommen. :)
    Schreibst du denn auch mal was Längeres? Ich würde gern etwas von dir lesen. Dein knapper Stil gefällt mir.

    Samstag, 1. Dezember 2007 9:07
  • Marischka

    Permalink

    Warum die vielen Fragen? Das sind rhetorische Fragen. :)
    Die habe ich gestellt, um zu zeigen, wie wenig der Satz aussagt. Er ist zu schwammig. Wenn ich echte Fragen stellen müßte, deren Antwort mich interessiert, dann enthielte er ein Rätsel, aber das tut er nicht.
    Anna hat das durch ihre Bearbeitung sehr gut dargestellt. Sie hat das Schwammige weggelassen und sich auf das Wesentliche konzentriert: die Informationen, die man am Anfang eines Buches erwartet.
    Mittlerweile hast Du ja schon etwas dazu gesagt, daß es um ein Alkoholproblem geht, und das ist nun in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr interessant. Ist es interessanter, wenn es dann eine Werwölfin ist, die mit diesem Alkoholproblem kämpft? Trinkt sie, weil sie Werwölfin ist, weil sie darunter leidet?
    Das klingt natürlich schon besser, als wenn es ein ganz normaler Mensch wäre. Die Frage ist, ob ich nach dem Anfang weiterlesen würde, bis ich dann erfahre, daß sie eine Werwölfin ist.
    Ich persönlich würde es nicht tun, weil mich eben der Anfang nicht interessiert, und das wäre doch wiederum schade, wenn die Geschichte dann doch noch spannend wird. Deshalb solltest Du am Anfang irgendeine Spannung reinbringen. Eine Normalität, die aber etwas Rätselhaftes hat, auch wenn es nur ein winziger Aspekt ist. Das fehlt jetzt.
    Und was das Meckern betrifft: Da bist Du ja wohl Klassenbeste. :) Du kritisierst Leute, die tausendmal mehr können als Du und das auch schon bewiesen haben, Du bist besserwisserisch und verbreitest Dich ständig, als hättest Du die Weisheit mit Löffeln gefressen und alle anderen wären gegen Dich Idioten. Also da solltest Du Dich mal an die eigene Nase packen.
    Und besser als die, die Du kritisierst, kannst Du es nun wirklich nicht. Wenn Du also selbst so eine Meckerliese bist und es nicht besser kannst, warum soll ich mich dann Dir gegenüber zurückhalten? Ich mache nur dasselbe wie Du. Wie heißt es so schön: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. :)
    Und im übrigen: Wenn Du in die »Schreibübungen« geschaut hättest, hättest Du gesehen, daß da einige von mir geschriebene Texte stehen.

    Freitag, 30. November 2007 21:00
  • Nicole T

    Permalink

    @ Marischka:
    WEnn dir die Erklärung nicht gefällt, dann nimm doch den Satz einfach, als paassend zur Überschrift: Der Niedergang des ersten Satzes.
    (Doch wie schon meine Mutter sagte, meckern kann jeder, besser machen jedoch kaum einer.)
    <blockquote>Was kann ich von einem Buch erwarten, das so beginnt?
    Das ist schwer auszumachen. Geht es um eine Alkoholiker-WG? Oder um eine Prostituierte, die die Kondome ihrer Freier am Morgen wegräumen muß? </blockquote>
    Du sagst, der erste Satz enthält kein Rätsel und mach dich nicht neugierig! Warum dann die Fragen?!

    Freitag, 30. November 2007 18:08
  • Anna

    Permalink

    Das sehe ich genau andersherum. Ich schreibe keine Liebesromane, weil sie mir zu anspruchsvoll sind.
    Gefühle zu beschreiben finde ich viel schwieriger als Handlungen zu beschreiben, ob es nun Zauberei ist oder eine Actionszene. So etwas ist schnell geschrieben, aber der psychologische Tiefgang, wenn es um Liebe geht ... nee, das laß ich mal lieber, kann ich nicht. Dafür ist man besser Psychologin. :)
    Eine Werwölfin - das ist nicht uninteressant. Ich habe da mal einen tollen Film gesehen, in dem es um ein Mädchen ging, das dann zur Werwölfin wurde, war sehr spannend.

    Freitag, 30. November 2007 18:05
  • Nicole T

    Permalink

    Wow, was für eine schöne Kritk.
    vielen Dank, werde es mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen.
    Allerdings habt Ihr da etwas falsch verstanden, oder ich habe mich nicht ganz korrekt ausgedrückt, oder das Klischee hat einfach mal wieder zugeschlagen.
    @ Ruth. Natürlich hast du Recht damit, dass ein Fantasyroman, alla -Die Elfen- so anfangen sollte. Obwohl ich einen wunderschönen Fantasy Band kenne (5 Teile) der mit dem bereits oben erwähnten Satz -Anna fiel ein Apfel auf den Kopf. - beginnt, obwohl er in einer anderen WElt spielt.
    Mein Roman hingegen ist zwar Fantasy, spielt aber durchaus in unserer Welt und zu unserer Zeit.Es soll ein Anschein von Normalität erweckt werden, damit der Leser von der folgenden Handlung überrascht werden.
    @Anna: Nein, es handelt sich nicht um Ausserirdische. (So einen habe ich aber auch. Der ist sogar schon fertig und es gibt auch Telepathie ;) - Kann ihn dir ja mal schicken, wenn Interesse besteht? Er hat sogar lesbische ndeutungen, auch wenn detaillierte beschreibungen fehlen.)
    In diesem Fall geht es allerdings um eine Werwölfin. Was man allerdings erst etwas später erfährt. Da wie gesagt, vorher die Frage im Raum stehen soll. Was ist an der Protagonistin besonders, und warum pasiert ihr, was ihr im Prolog passiert.
    Und @ Mariscka: Autsch. Autsch. Da hast du mich ja völlig Missverstanden. Bitte lass mich am Leben!
    Ich hatte niemals vor mich mit professionellen Autoren gleichzusetzen. Auch wenn ich hoffe, in ein paar Jahren vielleicht dazu zu gehören, weiß ich doch, dass ich da noch viel zu lernen habe.
    Mein Satz war wie gesagt: Nur ein Beispiel. Natürlich gibt es Millionen besserer, aber die hatte ich, wie bereits erwähnt, gerade nicht parat.
    Zur Einleitung. Natürlich müssen alle Romane eingeleitet werden, doch in Liebesromanen geschieht das meist schnell, da man nicht so viel Platz hat und auch schnell auf das Geschehen, nämlich auf die Figut hinleiten will. Deshalb beginnen ja auch viele Liebesromen gleich mitten in einem Gespräch.
    Bei Fantasyromane ist das meist anders. Es geht etwas ruhiger, besinnlicher los. Der Leser wird langsam in die Hauptfigur eingeführt. Er soll sie kennenlernen, damit er sie auf der langen Heldenreise, die in manchen Bänden ja bis zu 7 Bücher umfassen kann, begleitet. (Harry Potter beginnt ja schließlich auch nicht direkt auf der Schule, sondern mit der Beschreibung seiner Stieffamilie!)
    In meinen Augen sind Fantasyromane daher sogar etwas anspruchsvoller als Liebesromane. (Aber das ist natürlich rein subjektiv)

    Freitag, 30. November 2007 18:03
  • Anna

    Permalink

    So schlecht finde ich den Satz gar nicht.
    <blockquote>Sonnenstrahlen fielen durch die Jalousien</blockquote>
    Das gefällt mir. :)
    Nicht so schön finde ich <em>Es war später Vormittag</em>.
    <em>Es war Morgen, es war Abend</em>&nbsp;... so etwas finde ich langweilig. Ich finde, du solltest besser den Vormittag so nebenbei erwähnen, ihn anders in den Satz einbauen, oder sogar erst später.
    Wie wäre es denn, wenn du schreiben würdest:
    <blockquote>Sonnenstrahlen fielen durch die Jalousien und bildeten ein Streifenmuster auf dem Boden. Leere Flaschen kreuzten ihren Weg.</blockquote>
    Mit <em>ihren</em> meine ich den Weg der Sonnenstrahlen. Und die leeren Flaschen deuten auf die vergangene Nacht hin und eventuell auch auf das Alkoholproblem.
    Und dann könnte diejenige, die die Flaschen geleert hat, vielleicht aufwachen. So etwa:
    <blockquote>„Verdammte Scheiße, wie spät ist es denn?“
    „Elf, Mensch, laß mich in Ruhe! Ich will schlafen!“</blockquote>
    Dann hättest du den späten Vormittag auch noch untergebracht. :)
    Aber wenn es ein Fantasyroman ist, sind die beiden vielleicht Außerirdische und sprechen gar nicht, sondern unterhalten sich über Telepathie? Leider kann man das aus deinem ersten Satz nicht entnehmen, fände ich aber spannend. Sind es Außerirdische? Oder eher so Elfen oder sonstwie besondere Wesen?

    Donnerstag, 29. November 2007 15:15
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