Letzter Tag für die Märchen 😌

Nun ist sie also schon fast vergangen, die schöne Zeit der lesbischen Märchen, die es zuvor noch nie gab und wahrscheinlich auch je nur bei el!es geben wird. 😎 Heute können alle, die es bisher verpasst haben, noch alle Märchen und alle Kommentare lesen. 

Um Mitternacht ist es dann vorbei, und die Bewertung wird im Lauf der nächsten Tage veröffentlicht. Es war eine interessante Erfahrung, vor allem, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass so viele Einsendungen kommen würden und so viele verschiedene Märchen in den Köpfen der Autorinnen herumgespukt haben, die herauswollten. 😉

Märchen sind heutzutage in vielerlei Hinsicht durchaus präsent, schon allein im Fantasy-Genre, aber lesbische Märchen gab es vor diesem Wettbewerb hier bei el!es wohl nicht, also ist el!es wohl wieder einmal die Vorreiterin für eine Neuentdeckung in der lesbischen Literatur.

Schon seit es el!es gibt, veröffentlichen wir Märchen, denn lange Zeit war es so etwas wie ein Märchen, die eigene Traumprinzessin zu finden, und das ist das Thema in jedem unserer Bücher. Deshalb hätte ich persönlich auch nicht gedacht, dass es ein großes Bedürfnis nach Märchen der klassischen Art im Bereich der Lesbenliteratur gibt. Aber offenbar ist das der Fall. Wieder was dazugelernt. 😏

Eigentlich hatte ich nicht geplant, dieses Jahr noch einen weiteren Wettbewerb zu veranstalten, denn das ist immer ein großer Aufwand, aber die Begeisterung bei den Autorinnen im Forum war so groß, dass ich ihnen dieses Vergnügen einfach nicht nehmen wollte. Offenbar hatten viele Leserinnen ja auch Spaß daran, auch wenn sich nicht eine einzige Leserin hier zu den Märchen geäußert hat, und die meisten Autorinnen auch erst nach Aufforderung.

Wir haben uns gefragt, warum das so ist. Auf Amazon werden durchaus Rezensionen geschrieben, aber hier auf der Webseite nicht? Was hält die Leserinnen davon ab? Kommen sie nur vorbei, um etwas zu lesen, was auch noch kostenlos ist, in einer Art Konsumhaltung? Den Autorinnen, die sich Mühe gegeben haben, eine Geschichte oder in diesem Fall ein Märchen zu schreiben, klopfen sie aber noch nicht einmal auf die Schulter mit einem „Gut gemacht“. Ist es da überhaupt noch sinnvoll, solche Wettbewerbe wie diesen hier zu veranstalten?

Ich frage mich das auch mit Bezug auf den nächsten LLP, denn auch dort bekommen die Autorinnen kaum noch Feedback, und wenn, dann von ihren Kolleginnen aus dem Forum. Warum machen wir es dann nicht gleich so, dass wir die Einsendungen für den LLP nur noch den Autorinnen im Forum vorstellen, die dort ihre Kommentare abgeben und auch über die eingesendeten Beiträge abstimmen? Also gar nichts mehr auf der Webseite, wir verkünden da nur noch, wer gewonnen hat.

Das wäre erheblich weniger Aufwand für uns alle, und da die Leserinnen ohnehin keine Kommentare auf der Webseite hinterlassen, wäre es auch kein großer Unterschied, außer natürlich, dass die Beiträge nicht von allen, die vorbeikommen, auf der Webseite gelesen werden können. Die sind dann ausschließlich im Forum.

Vielleicht hat sich diese Form des Wettbewerbs auch einfach überlebt. Am Anfang war das so gedacht, dass Autorinnen, die sonst keinerlei Gelegenheit haben, Feedback zu bekommen, hier beim Lesbischen LiteraturPreis Feedback erhalten können, sich verbessern können, sich mit Leserinnen und auch Kolleginnen austauschen können. Aber vielleicht brauchen das die jungen Autorinnen gar nicht mehr, weil es heutzutage so viele Möglichkeiten gibt, so viele Foren, so viele Online-Chats oder soziale Medien, dass sie so etwas wie den Austausch hier beim LLP nicht mehr nutzen, weil sie das anderweitig tun, in ihrem eigenen Twitter, Facebook oder Instagram.

Das war vor über zwanzig Jahren, als el!es gegründet wurde, noch ganz anders. Damals gab es noch keine sozialen Medien, kaum eine Plattform, auf der Lesben sich treffen oder austauschen konnten, schon gar nicht übers Schreiben und noch viel weniger über lesbisches Schreiben. Da hat der LLP eine Lücke gefüllt, um überhaupt etwas über lesbische Autorinnen, lesbische Bücher, lesbische Themen zu erfahren.

Die Welt entwickelt sich jedoch weiter, und viele junge Frauen heutzutage können sich wohl überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es war, bevor es das Internet gab, bevor es Handys gab. Bevor es Computer gab. Dass es eine Zeit gab, in der man nicht einfach in eine Buchhandlung gehen und dort im Regal Bücher über frauenliebende Frauen finden oder in einer Online-Buchhandlung nach lesbischen Büchern stöbern konnte. Zum Teil, weil es überhaupt keine lesbischen Bücher gab, zum Teil aber auch, weil niemand diese Bücher verkauft hätte.

Auch wäre es sehr schwierig gewesen, als Lesbe überhaupt von diesen Büchern zu erfahren, hätte es sie denn überhaupt gegeben, denn offiziell wurde über Homosexualität im Grunde genommen nicht gesprochen. Sie wurde totgeschwiegen, als krank betrachtet oder es wurde allenfalls darüber gelacht. Das war hauptsächlich bei Männern der Fall, die sich eher wie eine Frau als wie ein Mann benahmen. Aber auch Frauen, die sich dem üblichen Frauenklischee nicht beugten, konnten sehr schlimme Erfahrungen machen.

Ich weiß noch, wie ich damals vor vielen, vielen Jahren das erste Mal in einer der neu entstandenen Frauenbuchhandlungen stand, die es höchstens mal in einer Großstadt gab und auch dort sehr selten, und mit großen, staunenden Augen auf die Bücher in den Regalen gestarrt habe, in denen nur von Frauen die Rede war und als ganz große Besonderheit sogar von Frauenliebe. Damals allerdings nur in Form von soziologischen oder wissenschaftlichen Studien oder von Selbsterfahrungsbüchern. Nach Liebesgeschichten oder gar Liebesromanen suchte man vergebens.

Aber allein die Erkenntnis, dass es noch andere Lesben da draußen gab, dass man nicht allein war in der großen weiten Welt, war damals schon eine große Erleichterung, einfach ein schönes Gefühl. Es war etwas ganz Neues, das sogar zu lesen und hin und wieder vielleicht sogar eine andere Lesbe zu treffen, aus der Stadt, in der man wohnte. Denn darüber hinaus war das so gut wie unmöglich. Man hätte gar nicht gewusst, wohin man in einer fremden Stadt hätte gehen sollen, denn auch Frauentreffpunkte, Frauencafés, Frauendisco gab es nicht unbedingt.

Deshalb schätzte man jede kleinste Gelegenheit, andere Lesben zu treffen, sich mit ihnen austauschen zu können, tanzen gehen zu können, ohne dass irgendwelche Heteros sich darüber aufgeregt hätten, dass zwei Frauen auf der Tanzfläche knutschten oder man deshalb vielleicht sogar aus dem Lokal geworfen wurde.

Diese Zeiten sind aber glücklicherweise vorbei, und so stürzen sich junge Lesben nicht mehr begeistert auf jede Gelegenheit, wie wir das früher getan haben. Sie halten es wahrscheinlich sogar für normal, nicht nur in speziell dafür vorgesehenen Räumen, sondern sogar in der Öffentlichkeit zu knutschen und sich eben in allem so zu benehmen, wie es die Heteros schon immer tun. Das ist gut so und sehr zu begrüßen, aber ich denke, das fehlende Interesse am LLP ist sozusagen die Kehrseite der Medaille, weil junge Frauen das nicht mehr als etwas Besonderes empfinden und es damit für sie vielleicht auch gar nicht mehr so wichtig ist.

Deshalb ist ein öffentlicher LLP vielleicht auch nicht mehr so wichtig. Für mich kommt es vor allen Dingen darauf an, dass die Autorinnen Rückmeldungen zu ihren Texten erhalten, und wenn das nicht mehr der Fall ist, ist der LLP eigentlich überflüssig. Dann wäre es vielleicht gut, die Diskussionen nur im Forum stattfinden zu lassen, wo die Autorinnen sich gegenseitig Rückmeldung geben, jeden Tag.

Auf jeden Fall hat auch dieser Wettbewerb hier wieder gezeigt, dass das öffentliche Interesse eher gering ist. Wenn alle nur vorbeikommen, um einmal auf einen Knopf zu klicken und für eine Geschichte abzustimmen und dann so schnell wie möglich wieder verschwinden, hat ein Wettbewerb wie dieser keinen Sinn. Und der LLP noch weniger. Dann können wir das in Zukunft so handhaben, wie es auch alle anderen Verlage machen: Man kann sein Manuskript an den Verlag schicken, und dann wird es eben veröffentlicht oder auch nicht.

Bewertung (0)

0 von 5 Sternen
Einen Kommentar schreiben

Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Claudia
  • Johanna
  • Sima
  • Anja
  • Lina
  • Ruth Gogoll
  • Nikki
  • Johanna

    Permalink

    Ich glaube auch, dass die Leserinnen den Wink mit dem Zaunpfahl brauchen. Sie glauben vielleicht wirklich, dass ihre Kommetare nicht "gut genug" sind, weil sie nicht so detailreich auf Schreibstil, Handwerk etc. eingehen können. Deshalb sollten sie wissen, dass es für die Autorin auch schon schön ist, einfach nur die Rückmeldung zu bekommen, dass die Geschichte gefallen. Am besten natürlich noch mit einer Begründung, warum die Geschichte gefallen hat (oder vielleicht auch nicht gefallen hat).

    Ich weiß nicht, ob das technisch möglich ist, aber könnte die Abstimmung für eine Geschichte an die Bedingung geknüpft werden, dass auch ein Kommentarfeld dazu ausgefüllt wird?
    So würden dann vielleicht wenigsten die ganzen "Gefälligkeits-Abstimmungen" ein wenig reduziert werden können...

    Sonntag, 23. September 2018 20:09
  • Anja

    Permalink

    Ich fände es schade, wenn Du den LLP nicht mehr öffentlich machen würdest. Er ist der einzige Wettbewerb in dieser Art und wenn er verschwinden würde, würde doch was fehlen.

    Für viele ist Deine Schreibwerkstatt und der LLP der Einstieg in die Schreiberei. Weil nur hier bekommt man als Anfängerin fundierte Hilfe und Anregungen, egal ob man ganz am Anfang steht oder schon ein paar Schritte weiter ist. Das ist unglaublich wertvoll.

    Aber ich gebe Dir auch recht, leider wird es mit dem Feedback jedes Mal weniger. Von daher denke ich auch, dass es eine Überlegung Wert wäre, wie man den LLP vielleicht eher umgestallten kann, als ihn gleich ganz ins Forum zu verlegen oder ihn zu streichen. Ein Versuch wäre es doch zumindest Wert. ;)

    Lina hat ja schon mal eine Idee geliefert mit dem Hinweis über jeder Geschichte, mit der Bitte um einen Kommentar. Auch einen kurzen Erklärungssatz warum ein Kommentar für die Autorin wichtig ist, finde ich eine gute Idee und könnte man ja hinzufügen.

    Vielleicht könnte man die öffentliche Abstimmung ja auch ganz weg lassen, da sie jedes Jahr eh nur gecrasht wird. So das es keine öffentliche Abstimmung mehr gibt und nur noch die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen.

    Ich gebe zu, es wird immer Leserinnen geben, die das Gratisangebot nutzen werden, die Geschichte lesen und dann ohne Kommentar weiterziehen. Das ist Fakt und das wird auch so bleiben. Aber vielleicht bekommt man doch die ein oder andere Leserin oder Autorin dazu einen Kommentar zu hinterlassen, wenn sie versteht warum das so wichtig ist.
    (Ja ich weiß, ich bin eine hoffnungslose Optimistin ;))

    Vielleicht haben die anderen Autorinnen ja auch noch Ideen, was oder wie man es anstellen könnte, dass sich mehr Leserinnen und Autorinnen getrauen? :)

    Sonntag, 23. September 2018 16:49
  • Ich denke, es kommt einfach auch auf den Typ Leserin und/oder Autorin an. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass irgendwelche "Umstellungen" an so einem Wettbewerb da wirklich etwas verändern würden.

    Es spielt vielmehr eine Rolle, wie wichtig einem persönlich das Schreiben ist, wie groß Wunsch und Wille sind, sich tatsächlich verbessern zu wollen. Und nicht nur mal so teilzunehmen, weil man von der eigenen Geschichte ja ohnehin wahnsinnig überzeugt ist. :)

    Dabei sollte sich jede Autorin auch im Klaren darüber sein, dass es nirgends die Möglichkeit gibt, kostenlos das Handwerk des Schreibens zu erlernen, wie es hier bei el!es möglich ist. Und dann ist das auch eine Frage der Leidenschaft und wie sehr eine dieser Wettbewerb tatsächlich interessiert, ohne dabei nur an sich selbst zu denken.

    Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, dass man eine extra Aufforderung benötigt, nur um sich zu bedanken und sich den Kommentaren zu stellen. Das ist doch selbstverständlich, egal ob Anfängerin oder nicht. Und wenn man den Wettbewerb dann aufmerksam verfolgt, dann bekommt man doch schnell mit, wie das läuft. Ein klein wenig Engagement, sich nicht nur auf die Kommentare zu konzentrieren, die man zur eigenen Geschichte bekommen hat, mehr braucht es doch gar nicht. Besteht da wirklich so wenig Interesse? Das verstehe ich nicht. Ich habe diesmal z.b. gar keine eigene Geschichte hier eingereicht, aber ich war sehr neugierig auf die ganzen Märchen. Es hat mich einfach interessiert. Würde ich aber nur an mich selbst denken, dann hätte ich hier keinen einzigen Kommentar dazu abgeben müssen. Ist ja dann vollkommen uninteressant für mich. Oder? ;)

    Sonntag, 23. September 2018 19:42
  • Claudia

    Sima Permalink

    Da möchte ich auch noch einmal einhaken, Sima.
    Du hast dir so viel Mühe gemacht und hast zu jeder Geschichte einen detaillierten und ehrlichen Kommentar geschrieben und von einigen kam nicht einmal eine Reaktion zurück.
    Dass manch eine sich nicht zutraut, die anderen Geschichten zu kommentieren, das mag durchaus sein. Aber kein Kommentar für die Mühe und Arbeit, die du dir z. B. gemacht hast, das ist mehr als unhöflich.
    Gerade bei diesen Autorinnen frage ich mich, warum haben sie ihre Geschichte eingereicht? Es muss doch eine Intention geben, ich sehe sie nur nicht.
    Und, sorry, der Wettbewerb lief drei Wochen. Wir alle haben ein privates und ein Berufsleben und haben uns trotzdem mit allen Geschichten auseinandergesetzt. Mangelnde Zeit lasse ich nicht gelten.
    Und dass es hier nicht ums Gewinnen geht, das sollte inzwischen hinreichend bekannt sein.
    Warum ist das so schwer zu verstehen? Vielleicht liegt es wirklich daran, dass es durch die heutigen Möglichkeiten zu einfach gemacht wird und damit für einige auch unbedeutend?
    Aber mal ganz ehrlich. Ich möchte den Verlag sehen, der ein Manuskript erhält und es nicht gleich wegwirft, der sich die Mühe macht zu erklären, was man besser machen könnte. Wo es eine Schreibwerkstatt gibt, in der man üben und lernen kann. Wo man Übungen einstellen kann und über die Kommentare sich verbessern kann, bis hin zu dem Punkt, dass man ein Buch veröffentlicht.
    Klar, es gibt das self publishing. Viel Spass damit.

    Montag, 24. September 2018 8:51
  • Hallo Sima,

    Ich meinte mit der extra Aufforderung nach Kommentaren, nicht das Bedanken oder das Stellung beziehen zu den eigenen Kommentaren. Ich meinte eine Aufforderung an die Leserinnen die vorbeikommen um zu konsumieren und nicht selbst etwas eingereicht haben. Da dachte ich, dass sich einige vielleicht gar nicht angesprochen fühlen könnten ihre Meinung zu sagen.
    Ausserdem wirkt es tatsächlich etwas hemmend zu kommentieren, wenn schon sehr ausführliche tiefgreifenden und einfach gute Kommentare gegeben worden sind.
    Größtenteils gebe ich dir aber recht. Vielleicht gibt es einen Problem, weil einige nur mitmachen um zu gewinnen.

    Sonntag, 23. September 2018 20:27
  • Ja, schon klar, Lina. :) Ich habe mich hier aber wirklich darauf bezogen, dass es auch in diesem Wettbewerb wieder Teilnehmerinnen gab, die so überhaupt nicht reagiert haben. Als hätten sie keine gute Kinderstube genossen. ;)
    Auf reine Leserinnen hat man ohnehin keinen Einfluss, ob die sich nun zu den einzelnen Geschichten äußern möchten oder nicht. Wie will man das anstellen? Aber die Autorinnen, die beim Wettbewerb etwas eingereicht haben, sollten doch zuerst mal zeigen, warum sie hier überhaupt teilgenommen haben. Und mir ging es persönlich noch nie darum, wie intensiv sich jemand mit der eigenen Geschichte auseinandersetzt oder zu den anderen Geschichten etwas schreibt. Mir geht es einfach um grundlegende Dinge, um Höflichkeit und dass man die Liebe am Schreiben mit anderen teilt, sich austauscht. Nur so ergibt das hier einen Sinn. Ich lege ehrlich gesagt keinen Wert auf "erzwungene" Kommentare, die notgedrungen abgegeben worden. Das ist in meinen Augen genauso sinnlos wie gar nichts zu schreiben. Wenn offensichtlich kein Interesse besteht, dann kann man es eigentlich auch ganz sein lassen.

    Aber wie Ruth vorhin schon geschrieben hat, liegt das Problem, zumindest beim LLP, vor allem darin, dass überhaupt nicht genug Geschichten eingereicht werden. Warum ist das so? Weil sich die vielen Freizeitautorinnen gar nicht erst einem Wettbewerb wie diesem stellen wollen? Weil sie die Kritik fürchten oder kein Interesse haben, sich mit anderen Autorinnen auf faire Weise zu messen? Weil die anderen Geschichten ihnen egal sind und sie kein Interesse am Austausch haben? Weil nur ihre Geschichte ganz besonders toll und einzigartig ist und sie deshalb keine andere Meinung gelten lassen können? Ich könnte hier endlos weitere Möglichkeiten aufzählen, doch klären wird es das Problem nicht. Leider. :(

    Sonntag, 23. September 2018 21:00
  • Da gebe ich dir grundlegend Recht! Erzwungene Kommentare taugen nichts. Aber worauf läuft diese Diskussion dann hinaus? Darauf den LLP aufzugeben? Mir ist bewusst das ich hier nix zu melden habe, aber wäre das nicht schade? Eine über 10 Jahre lange Tradition, die einen super tollen Hintergedanken hat.

    Sonntag, 23. September 2018 21:11
  • Ich denke, der LLP muss nicht aufgegeben oder von der Homepage genommen werden, wenn auch weiterhin neue und wirklich interessierte Autorinnen (wie Du) hinzukommen. ;) Es ist nun mal nicht einfach, jedes Jahr einen Roman einzureichen. Auch ich musste zwischendurch schon mal passen, weil ich es einfach nicht geschafft habe. Aber in der Masse gesehen dürfte es dieses Problem einer zu geringen Teilnahme eigentlich gar nicht geben. Und das ist eben die Frage, warum das so ist. Ich kann das leider nicht beantworten. Es ist auch nicht jedes Jahr wie das andere. Aber wenn ausgerechnet im Jubiläumsjahr so wenig Einsendungen kommen, dann ist das, vor allem für Ruth, nur schwer erträglich und einfach mal wahnsinnig enttäuschend. Dann kann ich solche Überlegungen verstehen. Es liegt also einzig an uns Hobbyautorinnen, dem drohenden Aus mit einer regen Teilnahme entgegenzuwirken. :) Eine andere Lösung gibt es da meiner Meinung nach nicht. Entweder besteht Interesse an solch einem Wettbewerb oder eben nicht. So hart wie das auch klingen mag.

    Sonntag, 23. September 2018 21:41
  • Hoppla, jetzt habe ich in deinem ersten Satz doch tatsächlich 'interessante Autorinnen (wie du)' gelesen ;)
    Ich kann die Enttäuschung über die wenigen Einsendungen im Jubiläumsjahr gut verstehen.
    Und letztendlich wäre ich wahrscheinlich, früher oder später, durch diesen riesigen, roten Butten auf der Anfangsseite 'Manuskript einreichen' auch zu euch gekommen.

    Sonntag, 23. September 2018 22:05
  • Ruth Gogoll

    Anja Permalink

    Ja, Du hast recht, es ist der einzige Wettbewerb dieser Art. Und deshalb müsste er doch eigentlich Resonanz von allen Seiten kriegen. Kriegt er aber nicht. Beim 10. LLP, beim Jubiläums-LLP, der gleichzeitig das 20jährige Verlagsjubiläum markierte und der mir wirklich viel bedeutet hat, bin ich mir völlig im Stich gelassen vorgekommen. Ich habe immer wieder um Einsendungen gebeten, um dieses Jubiläum zu feiern. Und was kam? So gut wie nichts. Zwei schon erfahrene, treue el!es-Autorinnen haben damals netterweise ihre Romane eingereicht und eine dritte Autorin, die ich extra darum gebeten hatte. Sonst niemand. Wenn es nicht der 10. LLP gewesen wäre, hätte ich den LLP auf jeden Fall ausfallen lassen.

    Sprich, auch die Autorinnen haben kein großes Interesse am LLP. Außer denen, die bereits im Forum sind. Und an denen, an Euch, bleibt dann zum Schluss alles hängen. Ihr sollt kommentieren, Ihr sollt gleichzeitig auch noch Romane schreiben, Ihr sollt Euch am liebsten vierteilen (und ich und meine Frau auch), damit ein paar Leserinnen hier weiterhin kostenlos die Einsendungen lesen können, die sie noch nicht einmal kommentieren.

    Wofür? Was kriegen wir dafür, dass wir uns hier so wahnsinnig anstrengen? Noch nicht mal ein Lob oder ein Dankeschön. Das ist nicht das, was ich mir unter Geben und Nehmen vorstelle. Wir geben nur, damit alle anderen nehmen können, ohne uns etwas zurückzugeben. So ist das nicht gedacht.

    Wenn also beim nächsten LLP keine zehn Romaneinsendungen kommen, wird er definitiv ausfallen. Wenn sich nicht einmal zehn Autorinnen dafür interessieren, wer sollte sich denn sonst dafür interessieren?

    Sonntag, 23. September 2018 17:12
  • Das sind zwar ziemlich harte Worte, aber ich denke es ist viel Wahres dran.
    Ich kann gar nicht verstehen, warum da nicht jede Menge Einsendungen bei euch ankamen. Gewinnerin des lesbischen Literaturpreises zu sein klingt für meine Ohren total attraktiv. Sollte da nicht jede Schriftstellerin des Genres heiß drauf sein? Oder war das Problem auch das mit den manipulierten Abstimmungen? Gegen jemand schlechteren zu verlieren, kann schließlich sehr demotivierend sein und man möchte nicht nochmal teilnehmen. Auch wenn es um die Kommentare gehen sollte ; )
    Das die Autorinnen hier sehr viel leisten habe ich schon eingestanden und das einige, die hier mitgemacht haben, das gar nicht verdienen ist Fakt.
    Warum gab es bei einem Märchenwettbewerb denn 18 Einsendungen, die ja zum Teil bald Romanlänge hatten, und bei einem LLP nur 3?

    Sonntag, 23. September 2018 21:02
  • Ruth Gogoll

    Lina Permalink

    Tja, das habe ich mich ehrlich gesagt auch gefragt. :) Drei gegen achtzehn ist schon merkwürdig. Aber was die Gewinnerin des LiteraturPreises betrifft, da muss ich sagen, erstens haben da in den vergangenen Jahren immer die richtigen gewonnen und zweitens geht es ja nicht nur ums Gewinnen oder die Kommentare. Das heißt, auch wenn man nicht gewinnt, aber ein gutes, für el!es geeignetes Buch geschrieben hat, kann man davon ausgehen, dass man bei el!es veröffentlicht wird. Insofern: Es geht nicht ums Gewinnen, es geht ums Einreichen. Oftmals werden fast alle Romane aus einem LLP im Laufe des nächsten oder spätestens des übernächsten Jahres veröffentlicht. Also lohnt sich das Einreichen auf alle Fälle, egal ob man gewinnt oder den zweiten, dritten oder vierten Platz macht.

    Sonntag, 23. September 2018 21:15
  • Vielleicht gab es bei den Märchen mehr Einsendungen, weil man ein Märchen schneller geschrieben hat. Nur deshalb konnte ich teilnehmen. Einen Roman hätte ich schon in Vorbereitung haben müssen.
    Ok, dann ist es mir ein Rätsel, warum beim LLP nicht mehr eingereicht wurde.
    Ich führchte es gibt hier mehrere Fronten an denen gekämpft wird.
    Zu wenige Einsendungen bei den LLPs,
    Wenig Beteiligung der Einreicherinnen und daraus resultierende hohe Belastung der El!es-Autorinnen,
    Wettbewerbsteilnehmerinnen denen es nur ums gewinnen geht und die daher Abstimmungen manipulieren.
    Da müsste eine Gesamtlösung herher :(

    Sonntag, 23. September 2018 21:44
  • Lina

    Permalink

    Liebe Frau Gogoll,

    Da Sie uns dazu ermutigt haben Kommentare abzugeben, möchte auch ich mich hier zu Wort melden. Zu aller erst möchte ich mich dafür bedanken, dass Sie hier ihre Gedanken mit uns geteilt haben.

    Ich selbst habe vor 2 Jahren ein paar Auszüge aus dem LLP auf dieser Seite gelesen. Tatsächlich habe ich mich dabei nur als Konsumentin verstanden. Mir war nicht klar, dass ein Kommentar von mir erwünscht sein könnte. Ohnehin war mir nicht bewusst, das sich die Schriftstellerinnen über diesen Wettbewerb verbessern wollten. Vielleicht könnte man, auf der Seite mit den Romanen, einen Satz in dicken, roten Buchstaben einfügen, der um Leserkommentare bittet und erklärt warum der Wettbewerb gemacht wird. Letztendlich bin ich auch durch die 'kostenlose Leserei' bei Elles hängen geblieben.

    So wie ich die Vorgehensweise hier jetzt kennengelernt habe, halte ich sie für sehr besonders. Denn wir brauchen die Kommentare. Mindestens die der Elles- Autorinnen! Wäre der Wettbewerb nicht mehr öffentlich, bekämen wir die dann trotzdem noch? Und bekämen wir sie trotzdem noch, wäre es dann wirklich weniger Arbeit für euch?

    Ich kann die Frustration über die mangelnde Beteiligung und merkwürdige Abstimmungen verstehen. Wenn ihr entscheidet die Gewinnerin unter euch zu bestimmen, unterstütze ich das. Ich muss aber ehrlich gestehen, jetzt schon, nach nur einmaliger Teilnahme, verwöhnt zu sein. Ich will nicht mehr auf eure Kommentare verzichten! Aber vielleicht haben Sie recht und das Format der Wettbewerbe muss irgendwie angepasst werden.

    Sonntag, 23. September 2018 15:28
  • Nikki

    Permalink

    Hallo Ruth. Ich finde es gut, dass du dir wieder einmal die Zeit genommen hast und einen umfangreichen Eintrag verfasst hast. Ich möchte mich gern mal zu deiner Frage äußern, warum viele nur lesen und nicht kommentieren. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber für mich und für Frauen die ich sehr gut kenne. Wenn ich als Neuling noch keinerlei Erfahrung habe mit dem Handwerk des Schreibens und vor allem die eigene Kommasetzung falsch ist, werde ich mir nicht das Recht rausnehmen Andere zu kritisieren. Zumal Diejenigen vielleicht schon viel mehr Erfahrungen haben oder länger dabei sind. Ich könnte nichts über Show, dont tell sagen, wenn ich es nicht beherrsche. Ich übe ja selber noch. Auch über viele andere Dinge nicht. Deshalb habe ich dann eben nur Kommentare geschrieben Über den Inhalt. Meiner Meinung nach sehr oberflächlich. Es liegt auch einfach an der Angst dann selber kritisiert zu werden weil man Jemanden kritisiert hat. Ich kann es verstehen, dass es sehr viel Aufwand ist und würde es trotzdem sehr, sehr schade finden, wenn der LLP nicht mehr öffentlich ist.

    Sonntag, 23. September 2018 14:17
  • Ruth Gogoll

    Nikki Permalink

    Das mit dem fehlenden Wissen verstehe ich. Das ist okay. Aber der Autorin zu sagen: Dankeschön, liebe Autorin, dass Du das geschrieben hast, dass Du das hier eingereicht hast und dass ich das hier lesen dürfte, ist das denn auch schon zu viel verlangt? Und wenn es einem gefallen hat, dann vielleicht auch noch zu sagen: Hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Oder ein einfaches Danke? Alles zu viel verlangt?

    Sonntag, 23. September 2018 14:28
  • Nein, da hast du recht. Ich verstehe das auch. Und habe gemerkt, dass es natürlich auch mir sehr wichtig ist, wenn Jemand meine Texte kommentiert. Aus Fehlern lernt man und ich hoffe, dass alle anderen das auch so sehen. Einen schönen Sonntag wünsche ich euch.

    Sonntag, 23. September 2018 16:11

Weitere Artikel, zufällig ausgewählt

  • 1
  • 2
  • 3

Suche


Kontaktformular
Diese Webseite verwendet Cookies, um vollständig zu funktionieren.
Datenschutzerklärung Einverstanden