Interview mit Ruth Gogoll in »Mysterious Women« von Sylvia Knelles (Januar 2000)

Name: Ruth Gogoll

geboren: 24.6.1958

Ort: Wesseling (bei Köln)

gelernt: Alles mögliche.

  1. Studium der Germanistik, Geschichte, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Romanistik (Italienisch) in Köln und Bonn. Gleichzeitig Ausbildung/Tätigkeit als Freie Mitarbeiterin/Freie Journalistin bei der größten Kölner Tageszeitung »Kölner Stadtanzeiger«, ca. 3 Jahre lang.
  2. Studium der Feministischen Linguistik, Anglistik und Literaturwissenschaft in Konstanz am Bodensee (da war es sehr schön! :-) )
  3. Nach dem Studium Ausbildung/Umschulung zur »Technisch-Wissenschafltichen Softwareassistentin« und dann Arbeit als Programmiererin.
  4. Arbeit als PC-Spezialistin, Dozentin für EDV-Kurse etc.
  5. Gleichzeitig berufsbegleitendes Fachhochschulstudium der Wirtschaftsinformatik an einer Fern-FH
  6. Innerbetriebliche Weiterbildung zur Projektleiterin, Organisationsberaterin und letztendlich aufbauend darauf Arbeit als Unternehmensberaterin
  7. Dann »lernte« ich Schriftstellerin und Verlegerin.

Hobbys?

Viele, aber ich kann sie aus Zeitmangel fast alle nicht betreiben. Das aufwendigste war vielleicht immer die Musik. Ich hatte mehrere Jahre (klassischen) Gesangsunterricht und habe Opern gesungen. Zudem habe ich früher mal Trompete in einer Jazzgruppe gespielt.
     Solange ich das noch nicht beruflich gemacht habe, war eines meiner Hobbies auch Schreiben, aber das ist jetzt ja mein Beruf.
     Einige Zeit habe ich auch sehr gern und viel gestrickt (ich habe zwei Schubladen voller selbstgestrickter Strümpfe! :-) )
     Und ich koche (und esse) gerne, lade auch gern FreundInnen zum Essen ein (aus Zeitmangel im Moment auch eher selten).

Lebst du allein?

Nein, mit meiner Freundin zusammen.

Mit Hund, Katz und Kind?

Zwei Katzen.

Wolltest du immer Bücher schreiben?

Eigentlich schon. Oder sagen wir mal, ich wollte immer schreiben. Daß es ganze Bücher werden würden, konnte ich damals noch nicht wissen. Ich habe mit 8 Jahren oder so angefangen, Gedichte und kleine Geschichten zu schreiben.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Wie gesagt, mit acht habe ich angefangen, dann später auch (allerdings nur kurz) Tagebuch geschrieben und alles, was mir so durch den Kopf ging, aufgeschrieben. So als Teenager habe ich dann auch mit so philosophischen Essays über weltbewegende Fragen angefangen, alles sehr tragisch. Ich kann mich noch an etwas über rollende Panzer erinnern, mehr ein politisches als ein philosophisches Thema vielleicht. Aber so mit 17/18, als ich dann anfing, für den »Kölner Stadtanzeiger« zu schreiben, haben mich politische Themen schon sehr interessiert. Der »Kölner Stadtanzeiger« hat mich quasi »entdeckt«. Ich hatte etwas in der Schülerzeitung meines Kölner Gymnasiums geschrieben (es war ein reines Mädchengymnasium), und die Tochter des leitenden Lokalredakteurs des »Kölner Stadtanzeigers« hat das gelesen und so toll gefunden, daß er mich fragte, ob ich für den Stadtanzeiger arbeiten wolle. Das habe ich dann natürlich gemacht. Wenn man schon so gebeten wird . . . 

Welches war dein erstes Buch?

Das erste Buch, in dem etwas von mir veröffentlicht wurde, war »Alte Hasen – junges Herz«, eine Sammlung lesbischer und schwuler Geschichten. Mein erstes Buch, das ich geschrieben habe, war »Computerspiele«. Mein erstes Buch, das ich veröffentlicht habe, war »Taxi nach Paris«. (»Computerspiele« habe ich dann später sehr stark bearbeitet, und es wurde dann das dritte Buch, das ich veröffentlichte.)

Selbstverlag?

Für kurze Zeit ja.

Wenn ja, warum?

Ich denke, das Übliche: Ich hatte lange Zeit gewartet, mein Manuskript überhaupt an irgendwelche Verlage zu verschicken, aber als ich es dann tat, bekam ich entweder gar keine Antwort (von den meisten Lesben-/Frauenverlagen kein Ton) oder eine ablehnende. Anscheinend hat niemand das Potential meines Buches erkannt, wie es jetzt ja der Erfolg aller meiner Bücher zeigt. Ich hatte mein Manuskript aber schon einer ganzen Menge Frauen zu lesen gegeben, und alle waren begeistert und fragten, wann es denn nun endlich veröffentlicht würde. So was Tolles hätten sie noch nie gelesen und würden auch gern noch mehr davon lesen. Da habe ich mir gedacht, dann muß ich es eben selbst machen. Wenn so viele Frauen es lesen wollen, die Verlage aber nicht daran interessiert sind, den Frauen das Buch zu lesen zu geben, dann bleibt mir ja nichts anderes übrig.

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