Interview mit Ruth Gogoll in »Mysterious Women« von Sylvia Knelles (Januar 2000)

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Pläne für 2000?

Im Jahr 2000 möchte ich zur Feier des Milleniums (wer feiert das nicht?  ) doppelt so viele Bücher herausgeben wie bisher. Bisher habe ich 4-5 Bücher pro Jahr herausgebracht, 2000 werden es mindestens acht werden, vielleicht auch zehn. Das hängt davon ab, wieviel Zeit ich habe. Auf jeden Fall bringe ich den zweiten Roman von Regina Beyer, heraus. Er heißt »Katzenfrühstück«. Und dazu kommt im Frühjahr der erste Roman der deutschen, lesbischen Agatha Christie. Sie heißt Nele Tabler und das Buch heißt »Detektei Lesbisches Leben: Die tote Krankenschwester«. Die Detektei Lesbisches Leben ist eine Gruppe von eher etwas chaotischen Landlesben, die zufällig in Mordfälle (an Lesben) hineingeraten, das ist sehr klassisch wie bei Christie. Und ebenso schön – und dazu noch lesbisch . . . Was will man mehr?  Außerdem will ich ich einen Lesben-Wandkalender mit schönen Aktphotos machen. Dafür suche ich noch Photographinnen. Also wer Interesse hat, da mitzumachen, soll sich bei mir melden.
     Natürlich bin ich auch immer an guten Manuskripten oder auch Liedern interessiert. Also auch da kann frau alles an mich schicken. Ich möchte nämlich auch noch eine CD mit lesbischen Liedern herausbringen, um mein eigenes Hobby Musik auch mal wieder ausüben zu können. Komponistinnen, Sängerinnen, Musikerinnen, Photographinnen, Autorinnen – bitte melden! 
     Zudem habe ich eine Reihe mit Biographien über erfolgreiche deutsche Unternehmerinnen geplant. Ich selbst bin gern Unternehmerin, und ich finde, wir haben da viel zu wenige gute Vorbilder. Das will ich ändern.

Wie oft wurde Taxi nach Paris verkauft?

Die ganz genaue Zahl ändert sich stündlich, weil das Buch mittlerweile in der 6. Auflage ist und ständig verkauft wird, aber ich glaube, es sind so an die 20.000 Stück.

Warum kamen danach Krimis?

Eigentlich wollte ich ja von Anfang an Krimis schreiben, deshalb hatte ich auch mit »Computerspiele« angefangen, aber dann kam mir die Liebe mit »Taxi nach Paris« dazwischen . . . :-) Mein Vorbild waren die Lesbenkrimis, die damals ja schon ein paar Jahre lang bei Ariadne erschienen waren. Die gefielen mir gut, nur hatten sie zu wenig Sex (normal im prüden Amerika, aber für uns etwas enttäuschend, fanden meine Freundinnen und ich). Und so dachte ich mir: Das kannst Du auch und besser, denn die amerikanischen Autorinnen sind ja auch literarisch nicht unbedingt schwierig. Also bin ich nur dahin zurückgekommen, wovon ich ausgegangen war. Ich war schon immer eine leidenschaftliche Krimileserin, seit meiner Kindheit ein großer Agatha-Christie-Fan, und dann kamen die Lesbenkrimis.

Wann gibt es das nächste erotische Buch?

Das ist schon in Arbeit. Wobei ich dazu natürlich bemerken muß, daß alle meine Bücher erotisch sind, auch meine Krimis enthalten mehr Erotik und Sex als andere Bücher, was einige meiner Leserinnen, die eher am Krimi interessiert sind, zu ihrem Leidwesen bemerken. Sie hätten gern mehr Krimi und weniger Beziehung, schrieb mir letztens eine Lesein über das Internet. Ich werde versuchen, diesem Wunsch nachzukommen, denn ich kann ihn verstehen, aber ich fürchte, daß mir die Liebesszenen ans Herz gewachsen sind. Ich werde auch im Krimi nicht ganz darauf verzichten können. 
     Mein nächster reiner Liebesroman wird »Die Schauspielerin« heißen. Das ist der Arbeitstitel, er kann sich noch ändern. Viele meiner Leserinnen hätten gern eine Fortsetzung von »Taxi nach Paris«, aber das ist nicht möglich (auch wenn die »Nutte« aus »Taxi« noch einmal in »Tödliche Liebesspiele« aufgetaucht ist als »Gast«), aber ich hoffe, daß ich den Leserinnen, die gern eine Fortsetzung von »Taxi« hätten, mit der »Schauspielerin« einen Gefallen tue. Es ist »Taxi« sehr ähnlich. Das ist das erste von drei Büchern, die ich zur Zeit schreibe.
     Die anderen beiden Bücher sind: Der nächste Krimi mit meiner Kommissarin Renni Schneyder. Er heißt »Mord im Frauenhaus« und das dritte ist ein Projekt, das mir sehr viel Spaß macht: »Die schöne Mutter« (Arbeitstitel).
     Die Geschichte ist die, daß eine Mutter (45) eine Tochter (25) hat und beide, Mutter und Tochter, sind lesbisch. (Die Mutter war es nicht immer, wie die Existenz der Tochter vermuten läßt, aber jetzt ist sie es.) Auf jeden Fall leben die beiden sehr weit auseinander und sehen sich nicht sehr häufig, verstehen sich vielleicht auch nicht sehr gut, aber eines Tages lädt die Tochter die Mutter ein, und bei diesem Treffen lernen sich auch die Lebensgefährtin der Tochter und die Mutter das erste Mal kennen. Die »Schwiegertochter« verliebt sich in die Mutter, und da die beiden jungen Frauen, Tochter und »Schwiegertochter«, auch gerade noch beschlossen haben, ein Kind zu kriegen und die Tochter bereits schwanger ist, ergeben sich daraus natürlich eine Menge Komplikationen. Erst will die Mutter nicht mit ihrer »Schwiegertochter«, aber die läßt sie nicht in Ruhe, und irgendwann findet sie sie dann auch so nett, daß weitere Entwicklungen nicht ausgeschlossen sind, aber da ist ja immer noch die Tochter, die die Mutter natürlich nicht betrügen möchte usw.
     Das soll eher lustig werden, eine Komödie, aber natürlich auch erotisch. Mal sehen.
     Aber »Die Schauspielerin« soll noch dieses Jahr erscheinen, und der neue Renni-Krimi auch. Das wären die nächsten erotischen Bücher.

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