LLP 2019 fällt aus

Heute ist es denn nun amtlich: Der Lesbische LiteraturPreis fällt aus. Wir haben nur 2 Einsendungen bekommen, deshalb kann er leider nicht stattfinden.
 
Ich entdecke gern neue Autorinnen. Ich gebe gern Autorinnen eine Chance, ihr erstes Buch zu veröffentlichen, die sich bisher vielleicht noch nie getraut haben. Aber die Autorinnen müssen sich natürlich auch entdecken lassen wollen. Im Moment bleiben die Manuskripte anscheinend eher in der Schublade oder auf der Festplatte, als dass sie für einen Schreibwettbewerb eingereicht werden. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. 

Für uns bedeutet das jetzt weniger Arbeit im April, worüber wir nicht böse sind, denn wir haben noch eine Menge mit den Lektoraten der schon bei uns eingereichten Manuskripte zu tun, die dieses Jahr noch erscheinen sollen. Diese kostenlosen Lektorate sind eine Chance für jede Autorin, das Handwerk des Schreibens zu lernen oder das, was sie schon kann und schon geschrieben hat, zu verbessern. Keine Meisterin fällt vom Himmel, wir müssen alle lernen, unser ganzes Leben lang. Ich lerne heute noch jeden Tag etwas über das Schreiben dazu. Wenn man schreibt, kann man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.
 
Schreiben ist für mich ein Lebenselixier, ein Ausdruck meiner Persönlichkeit, eine Möglichkeit, Geschichten zu erleben, die ich in der Realität so wahrscheinlich nicht erleben könnte. Da ich seit über zwanzig Jahren glücklich verheiratet bin, hätte meine Frau wohl auch etwas dagegen.😎 
 
Da Schreiben so wichtig für mich ist, freue ich mich immer darüber, Menschen kennenzulernen, die ebenfalls schreiben und für die es ebenfalls wichtig ist. Jetzt war ja gerade wieder Buchmesse, die Frühjahrsmesse in Leipzig, und dort treffen sich ebenso wie auf der Herbstmesse in Frankfurt eine Menge buch-affine Leute, ob es nun VerlegerInnen oder AutorInnen sind, und tauschen sich aus. Auf Buchmessen fragt man sich immer, wo diese Leute alle herkommen, denn das ganze Jahr über sieht man sich natürlich nicht.
 
Allerdings sind Buchmessen auch sehr stressig und sehr hektisch, insbesondere für die MitarbeiterInnen der Verlage, deshalb sind die meisten Verlage dann auch froh, wenn es wieder vorbei ist. Man sieht auf Buchmessen auch viele Leute, die einen Trolley hinter sich herziehen, da sind dann meistens ihre Manuskripte drin. Oder früher war es so. Heutzutage reicht ja ein USB-Stick, um seine Manuskripte mit sich herumzuschleppen.
 
Eine Buchmesse ist also immer ein Austausch und auch ein Entdecken. So hatte ich mir auch den LLP gedacht. Ein Austausch, indem Autorinnen ihre Manuskripte vorlegen und dafür Kommentare bekommen, und ein Entdecken neuer Autorinnen, neuer Möglichkeiten, neuer Perspektiven. Der LLP ist selbst so eine Art Buchmesse.
 
Aber so, wie nicht alle Leute zur Buchmesse gehen, kommen eben auch nicht alle Autorinnen zum LLP. Eine Buchmesse kann nur dann stattfinden, wenn auch Leute kommen. Und zwar nicht nur die, die lesen wollen, die Lesungen hören wollen, die Autorinnen kennenlernen wollen, sondern auch die, die schreiben, die das produzieren, was dann gelesen und vorgelesen wird. 
 
Ein Positives hat es aber: Nun haben alle Autorinnen ein ganzes Jahr Zeit, etwas für den nächsten LLP zu schreiben. Also dann mal los und an die Tasten für den 14. LLP 2020! 🤩

Das Kommentieren ist nicht mehr möglich

  • Keine Kommentare vorhanden

Weitere Artikel, zufällig ausgewählt

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21

Suche

Kontaktformular
Diese Webseite verwendet Cookies, um vollständig zu funktionieren.
Datenschutzerklärung Einverstanden