Die Bohrmaschine in der Apotheke

Wer vor kurzem die Sendung mit Mario Barth gesehen hat, für den wird diese Meldung nichts Neues sein. Ich hatte die Sendung nicht gesehen, und deshalb überraschte es mich sehr, als ich auf einer Internetseite die Nacherzählung des Inhalts entdeckte. Zuerst konnte ich es nicht glauben, hielt es für einen Scherz von Mario Barth, aber es ist kein Scherz. Es gibt tatsächlich gesetzliche Vorschriften, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann.

Gut, auch das ist nichts Neues. Wenn man da erst einmal anfängt, könnte man seinen Kopf gar nicht mehr loslassen. 🧐 Aber es gibt immer noch eine Steigerung der Absurdität, mit der man nicht gerechnet hat.

Apotheker sind sicherlich nicht die Teile der Bevölkerung, die man normalerweise bedauert. Sie haben einen Beruf, der zwar eine lange und anspruchsvolle Ausbildung erfordert, dann aber doch auch ein nicht gerade unterdurchschnittliches Einkommen garantiert. Ein krisenfestes Einkommen sogar, weil die Menschen immer kränker und älter werden und Medikamente etwas sind, worauf kaum jemand gänzlich verzichten kann.

Wenn man an Apotheker denkt, sieht man wahrscheinlich eine Gestalt in einem weißen Kittel vor sich, die nichts weiter tut als hinter einer Glastheke zu stehen und Medikamente zu verkaufen. Das ist natürlich nicht das, wofür man jahrelang Pharmazie studieren muss. Man fragt sich manchmal, wofür man überhaupt Pharmazie studieren muss, wenn man danach nicht viel mehr tut als einfach Packungen über den Ladentisch zu schieben.

Aber diese Frage bewegt sich ungefähr auf derselben Ebene wie die, warum eine Ärztin Medizin studieren muss, die dann doch nur Rezepte ausschreibt oder mal den Blutdruck misst. So ist es natürlich nicht. Es verlangt ein großes Fachwissen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, was die Behandlung von Krankheiten betrifft oder überhaupt erst einmal zu erkennen, um was für eine Krankheit es sich handelt. Es wäre fatal, die falsche Behandlung anzuwenden oder das falsche Medikament zu verschreiben oder in der Apotheke auszugeben.

Deshalb müssen Apotheker die Inhaltsstoffe von Medikamenten beurteilen können, auch wenn sie heutzutage die meisten Medikamente nicht mehr selbst zusammenmischen, wie das früher üblich war. Und dafür brauchen sie ein Pharmaziestudium, denn Chemie – und Pharmazie ist reine Chemie – ist, wie sich die eine oder andere vielleicht noch aus ihrer Schulzeit erinnern wird, nicht gerade das einfachste der naturwissenschaftlichen Fächer.

Was benötigt ein Apotheker also als Handwerkszeug? Sofern in der Apotheke immer noch Medikamente hergestellt werden, Mörser und Stößel? Große Apothekerschränke, um die vielen Packungen vorrätig zu haben? Einen Computer natürlich, eine Kasse, eine Möglichkeit, den Blutdruck oder die Blutzuckerwerte zu messen? Das alles kann man sich vorstellen und nachvollziehen. Man erwartet es in einer Apotheke zu finden.

Aber wann sind Sie das letzte Mal in eine Apotheke gegangen und haben gefragt: „Haben Sie eine Bohrmaschine? Kann ich die vielleicht mal benutzen?“ 🙃

Ja, da staunt man nicht schlecht, nicht wahr? 😲

Ich stelle mir das mal bildlich vor. Ich gehe so mit meinem Regal unterm Arm in der Stadt spazieren, da stelle ich fest, eine Schraube ist locker. „Aha“, denke ich mir, „da muss ich wohl nach einer Apotheke Ausschau halten.“

Das tue ich dann, gehe in die nächste Apotheke hinein, die nette Apothekerin kommt mir in ihrem weißen Kittel entgegen und fragt nach meinem Begehr, und ich frage: „Haben Sie vielleicht eine Bohrmaschine?“

Und was antwortet sie da? „Aber natürlich. Die müssen wir haben.“

Da bleibt einem doch glatt der Mund offenstehen, oder etwa nicht?

Wir reden hier natürlich nicht von einer privaten Bohrmaschine, die die Apothekerin von zu Hause mitgebracht hat, weil auch in der Apotheke mal eine Schraube an einem Regal locker ist. Wir reden von einer sozusagen geschäftlichen Bohrmaschine, gesetzlich vorgeschriebenem Zubehör, wenn man eine Apotheke betreiben will.

Es bleibt der Regierung natürlich immer selbst überlassen, welche Dummheiten sie sich als nächstes ausdenken will – darin sind sie nun einmal am besten 😎 – aber man fragt sich doch, wie viele Ressourcen für so einen Unsinn nötig sind, die anderweitig vielleicht besser verwendet wären und mehr Nutzen bringen könnten.

Dass man, wenn man eine Apotheke eröffnen will, seine Befähigung dazu nachweisen muss, ist wohl selbstverständlich. Sonst hätten Leute, die gern mal ein bisschen Gift zusammenmischen aus lauter Spaß, ja freie Bahn. Ebenso wie Leute, die gar nichts von der ganzen Sachen verstehen und einfach nur Geld machen wollen. So etwas könnte sehr gefährlich werden.

Aber es gibt – denkt man so als normal intelligenter Mensch – Grenzen für jeden Unsinn. Grenzen, die die Logik setzt oder der gesunde Menschenverstand.

Für Gesetzgeber nicht. Offenbar haben weder gesunder Menschenverstand noch Logik auf das Entstehen und Beibehalten von sinnlosen Gesetzen und Vorschriften irgendeinen Einfluss. Sie scheinen oft sogar diametral entgegengesetzt zu sein.

Manchmal gab es früher vielleicht einen Grund für gewisse Vorschriften, der jedoch längst weggefallen ist. Die Vorschrift dann an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen kommt anscheinend jedoch weder Beamten noch Parlamentsabgeordneten je in den Sinn.

Manchmal – so würde ich aus meiner eigenen Erfahrung schließen – gab es jedoch überhaupt nie einen Grund, einen nachvollziehbaren Grund für eine Vorschrift oder ein Gesetz. Vielleicht ist da nur morgens mal irgendjemand aufgewacht und hat sich gedacht: „Das wäre doch eine schöne Vorschrift. Die machen wir jetzt.“ Vorzugsweise dann, wenn man selbst nicht von den ganzen Umständen, die das Einhalten dieser Vorschrift verlangt, betroffen ist.

Wer einmal richtig schön lachen möchte (sofern man kein/e Apotheker/in ist. Dann weint man wohl eher), sollte sich den Antrag auf Präqualifzierung für Apotheken zu Gemüte führen. Insbesondere die Erwähnung der notwendigen Räumlichkeiten für den Verkauf von „Erektionsringen“ oder „Vaginaltrainern“ könnten fast zu Mitleidsausbrüchen für Apotheker/innen führen. 😎 Da sind Bohrmaschinen ja noch harmlos.

Alle fünf Jahre müssen Apotheker/innen diesen Unsinn wiederholen, obwohl es Präqualifzierung heißt, was vom Wortsinn her eigentlich bedeuten müsste, dass diese vor der Eröffnung einer Apotheke für die Überprüfung der Qualifizierung sorgen soll. Möglicherweise können die Beamten und Gesetzgeber kein Latein – wird heute an vielen Schulen ja leider überhaupt nicht mehr unterrichtet –, aber es kann sich auch nur um Faulheit oder fehlende Kompetenz in Bezug auf das Entwickeln und Zur-Verfügung-stellen eines Formulars für das handeln, was dann eigentlich einfach nur Qualifizierung heißen müsste, denn ich habe schon oft festgestellt, dass manche Leute in ihren Büros zwar Computer herumstehen haben, die durchaus auf dem Stand der Zeit sind, dieses Auf-dem-Stand-der-Zeit-sein sich aber nicht auf die menschlichen Benutzer erstreckt, die manchmal noch nicht einmal ihre Textverarbeitung richtig bedienen können. 😮

Da wir das aber nicht ändern können – und die Betroffenen es wohl auch gar nicht ändern wollen – müssen sich wohl alle mit den Unzulänglichkeiten des Systems abfinden und bei diesem Unsinn mitmachen, ob sie wollen oder nicht, und so erkläre ich den heutigen Tag zum Tag des Bedauerns für alle Apothekerinnen und Apotheker – und alle anderen, die unter diesem Behördenwahnsinn leiden, der jeglichen gesunden Menschenverstand auf den Kopf stellt. 🙃

Übrigens: nicht nur eine Bohrmaschine müssen Apotheken haben, sondern auch eine Leiter. Gut, das kann man ja noch nachvollziehen. Manchmal sind diese Apothekenschränke schon ziemlich hoch. Was dann aber nur noch schwer nachvollziehbar ist, ist die Vorschrift, dass der Apotheker oder die Apothekerin jedes Jahr einmal mit seinen/ihren Mitarbeiter/innen eine Schulung machen muss, wie man diese Leiter benutzt. 🤣

Da fragt man sich doch, wann diese Vorschrift entstanden ist. Kurz nach Erfindung der Leiter? Das müsste dann aber schon eine Weile her sein, denn Leitern gibt es doch schon ziemlich lange. Schon in der Antike und noch weit davor wurden damit die Mauern von Städten, die man erobern wollte, überwunden. Ob die Feldherren damals auch jährlich eine Schulung für ihre Soldaten veranstaltet haben, wie man so eine Leiter benutzt? 🤪

Und da es gerade so schön passt: Das ist das Zitat, das mir mein Zenware WriteMonkey Schreibprogramm heute morgen zeigte, als ich es öffnete:

 Nichts ist unmöglich

„Nichts ist unmöglich, wenn man es nicht selbst tun muss.“

Das ist doch ein wunderbares Schlusswort. Eine wahre Zen-Weisheit. 😄

Software, die Lesben am Gesicht erkennt

Als ich erfuhr, dass es jetzt angeblich eine Software geben soll, die Lesben und Schwule am Gesicht erkennt, kamen mir doch so einige Gedanken. 

Gesichtserkennung an sich ist ja mittlerweile nichts Neues mehr. Man kann sogar seinen Computer damit schützen oder den Zutritt zu Bereichen regeln, die nicht öffentlich zugänglich sein sollen.

Das funktioniert, weil jedes Gesicht ganz individuelle Merkmale hat. Kein Gesicht gleicht dem anderen hundertprozentig, genauso wie Fingerabdrücke. Der Computer beziehungsweise die Software muss also nur die einprogrammierten Merkmale eines bestimmten Gesichts wiedererkennen, damit sie entscheiden kann, ob diesem Menschen Zutritt gewährt werden soll oder nicht.

Für einen Computer ist das nicht schwieriger, als wenn ein Mensch eine Orange sieht und „Orange“ sagt. Es ist eine Zuordnung von zwei bekannten Dingen zueinander, einem Gegenstand und einem Wort oder im Fall eines Menschen eine Person und ein Name.

Aber wie ist es mit der sexuellen Orientierung? Kann man die wirklich am Gesicht ablesen?

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Frohes Neues Jahr!

Seit ich meine eigene Version von Charles Dickens' Klassiker geschrieben habe, die es hier zu kaufen gibt: Ruth Gogolls Weihnachtsgeschichte, höre ich immer wieder: „Ich kenne das Original gar nicht.“ Früher wurde diese Geschichte in vielen Familien zur Weihnachtszeit den Kindern vorgelesen, aber das geschieht wohl immer seltener.

Deshalb habe ich nach der Originalgeschichte gesucht, und hier ist sie:

 

Eine wunderbare Geschichte gegen Selbstsucht und den Glauben, dass Geld glücklich macht. Denn das tut es nicht. Es gibt andere Dinge, die viel wichtiger sind als Geld.

Diese Dinge kann man nicht kaufen, denn sie sind unbezahlbar. Güte, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit, für andere dasein, Geben statt Nehmen, denn Geben ist das, was uns glücklich macht, nicht das Nehmen.

Wenn diese Geschichte hier zu Ende ist, beginnt das Neue Jahr, und hoffentlich wird es ein

 

Glückliches Neues Jahr!

Fröhliche Weihnachten!

So, nun ist es schon wieder soweit: Das letzte Türchen im Adventskalender ist geöffnet, und das heißt: Weihnachten ist da!

Für alle, die sich nun schon auf die Geschenke freuen, hier noch ein kleines, fröhliches Musikstück, um die Wartezeit zu versüßen, den wunderbaren »Sleigh Ride« (auf deutsch: Schlittenfahrt) von Leroy Anderson.



Wir von el!es wünschen allen ein genauso wunderbar fröhliches Weihnachtsfest, wie es in dieser Musik erklingt. :D

 

Weihnachtsmusik der anderen Art ;)

Gerade habe ich das zufällig auf Youtube entdeckt und musste so daran denken, dass ich früher als Teenager auch in so einem Posaunenchor war. wink Leider haben wir nie auf der Domplatte in Köln gespielt, aber das zu sehen weckt schöne Weihnachtserinnerungen in mir.

125 Jahre Agatha Christie

Dieses Jahr im September wäre Agatha Christie 125 Jahre alt geworden. Eine unheimlich lange Zeit, wenn man einmal zurückblickt, was in diesen 125 Jahren alles passiert ist. Als Agatha Christie im Jahr 1890 geboren wurde, hätte sie sich wohl nicht träumen lassen, was ihre Lebenszeit bis zum Jahr 1976 alles umfassen würde.

Noch in dem Zeitalter geboren, das man als das viktorianische bezeichnete, war die Welt für kleine Agatha eine ganze Weile ziemlich in Ordnung. 1901 starb Königin Victoria von England dann, und damit war die nach ihr benannte Epoche beendet.

In Agatha Christies Romanen lebte diese Zeit jedoch noch lange weiter, vor allem in der Figur der Miss Marple. In den ersten Kurzgeschichten um Miss Marple wird sie so beschrieben, wie man Königin Victoria oft auf Bildern sieht und wie viele alte Damen damals aussahen: ein Schleier über den aufgetürmten Haaren, Spitzenhalbhandschuhe an den Fingern und ein Kleid, das ein halbes Zimmer einnahm und rauschte wie ein Wasserfall, wenn man sich darin bewegte.

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Die Wiener haben ja Humor :)

Nach all dem Stress um küssende Lesben in Wien nun ein positives Zeichen: Zu Ehren der wurstigen Conchita, die das letzte Mal den Grand Prix d'Eurovision gewonnen hat, so dass Wien nun der nächste Veranstalter dieses insbesondere bei Schwulen so sehr beliebten Ereignisses ist, werden die Fußgängerampeln umgestaltet. Schwule und lesbische Paare statt Heteros. Ob das auch nach dem Grand Prix so bleibt? Und ob sich andere Städte ein Beispiel daran nehmen? cool

Lesbische und schwule Fußgängerpaare

Braucht die Welt Twitter-Philosophen?

Gestern stolperte ich zufällig über eine Meldung, dass ein gewisser Jaden Smith seinen Twitter-Account gelöscht hätte. Weder der Name sagte mir etwas noch finde ich irgendetwas Besonderes dabei, seinen Twitter-Account zu löschen, eigentlich keine Meldung wert. Da das aber Aufregung verursacht zu haben schien, forschte ich ein bisschen nach und musste dann doch ziemlich lachen.

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Amazon ist böse.

Wenn man ausschließlich große deutsche Zeitungen liest, könnte man derzeit schnell zu dieser Schlussfolgerung kommen. Allen voran die FAZ möchte ihren Lesern und Leserinnen glauben machen, dass Amazon als ganz fiese Kapitalistenkrake alles Verlagswesen auslöschen möchte.

Aber so einfach ist das leider nicht.

Der offen ausgetragene Disput zwischen Amazon und Hachette ist nur die Spitze des Eisbergs. Und den Verlag als armes Opfer darzustellen, ist einseitige und pure Schwarz-Weiß-Malerei.

Wie konnte es also dazu kommen?

Um das besser erklären zu können, reisen wir einmal in die jüngere Vergangenheit.

Mitte der 90er Jahre hatte die Musikindustrie es sich sehr gemütlich eingerichtet: Der Markt war groß, die CD-Verkäufe liefen blendend, MTV & Co. brachten zusätzliches leicht verdientes Geld rein. Und da das alles noch nicht reichte, fingen die Plattenfirmen an, an der Preisschraube zu drehen. CDs wurden sukzessive teurer, schleichend, aber stetig. Was sollten die Leute machen? Wollten sie die Musik ihrer Lieblingsbands haben, mussten sie die CDs kaufen. Preise von über 30 DM wurden anvisiert.

Das hätte sogar beinah funktioniert, wenn da nicht das Fraunhofer Institut das MP3 entwickelt hätte. Und wenn das Internet nicht gewesen wäre.

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Homo-Ehe aus Versehen

Mittlerweile trudeln alle paar Tage Nachrichten über Länder ein, in denen die Homo-Ehe legalisiert wurde. Das ist natürlich ein Trend, den wir sehr begrüßen.

Aus den »Standardnachrichten« sticht jedoch die Meldung von heute ziemlich heraus: In Costa Rica wurde die Homo-Ehe aus Versehen eingeführt. Die Parlamentarier haben das Gesetz durchgewinkt, ohne den Text vorher genau gelesen zu haben – und so hat sich die Faulheit von Politikerin mal an selbigen gerächt. Smile

Im ersten Entwurf stand noch nichts drin von Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Aber eine linksgerichtete Partei hat nach dem ersten Entwurf entscheidende Änderungen vorgenommen, die jedoch keiner bemerkt hat. Die Präsidentin des Landes hat schließlich gegen den Protest der übertölpelten Abgeordneten unterschrieben, und nun ist es Gesetz: Schwule und Lesben in Costa Rica dürfen heiraten. Smile

Konvervative in Costa Rica legalisieren versehentlich Homo-Ehe

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