Haben Verlage eine moralische Verantwortung?

Diese Frage erhebt sich immer wieder, und momentan entzündet sie sich an dem Buch von OJ Simpson mit dem Titel »If I did it?« (»Was wäre, wenn ich es getan hätte?«)

Gemeint ist natürlich der Mord an seiner Frau und deren Liebhaber, für den OJ Simpson nach dem ersten Freispruch dann doch verurteilt wurde – zu 33 Mio Dollar Schadenersatz. An wen? An seine tote Frau? Lächerlich.

Auf jeden Fall ist damit seine Schuld wohl eindeutig festgestellt worden, zumindest juristisch, so daß sich die Frage nach dem »Was wäre, wenn?« eigentlich erübrigt. Trotzdem scheint diese Frage die amerikanische Öffentlichkeit weiter so sehr zu beschäftigen, daß ein Buch von ihm ein Kassenknüller zu werden verspricht.

Dachte sich auch der australisch-amerikanische Verleger oder eigentlich Medienmogul Rupert Murdoch und wollte sich daran eine goldene Nase verdienen (gut, die hat er schon. Er bringt alles raus, was sich verkauft). Daraufhin brach jedoch bereits nach der Ankündigung ein solcher Entrüstungssturm in Amerika los, daß die Veröffentlichung des Buches zurückgezogen wurde.

Das ist wohl kein Zeichen für das Wahrnehmen einer moralischen Verantwortung, sondern eher ein Zeichen dafür, daß der Verleger sich Ärger vom Hals halten will. Er hat genug andere Bücher, mit denen er Geld verdienen kann und die ihm keinen Skandal ins Haus tragen.

Aber hätte er seine moralische Verantwortung nicht gleich im Vorfeld wahrnehmen und das Buch ablehnen müssen? Das ist jetzt die Frage.

Und wie steht es mit anderen Verlagen? Nehmen sie ihre moralische Verantwortung wahr?

Was ist mit einem Verlag, der ein Buch über lesbische Liebe ablehnt, weil er es für unmoralisch hält? Weil er Homosexualität ablehnt oder für eine Sünde hält oder für sonst etwas Hirnrissiges?

Nimmt der Verleger/die Verlegerin damit seine/ihre moralische Verantwortung wahr, indem er/sie für die Leser/innen vordefiniert, was »Moral« ist? Wer weiß, was moralisch ist und was nicht?

Wir Lesben halten Homosexualität ganz sicher nicht für unmoralisch, das wäre ja widersinnig und es entspricht auch nicht der Wahrheit, aber was, wenn jemand anders das für uns definiert? Wenn wir selbst uns dieser Definition beugen müßten?

Wäre das nicht eine Einschränkung unserer persönlichen Freiheit, die wir niemals akzeptieren dürfen und können?

Ja, wäre es.

Ich als Verlegerin kann nicht entscheiden, was die Leserinnen lesen wollen. Ich kann natürlich meine persönliche Moral (denn eine allgemeine, über die sich alle einig sind, gibt es nicht) nicht ausschalten. Niemals würde ich Kinderpornographie veröffentlichen oder etwas anderes, das meiner persönlichen Moral widerspricht. Das halte ich für selbstverständlich, und es steht auch im Einklang mit dem Gesetz, das in diesem Falle absolut zu Recht Grenzen setzt.

Aber wo sind die Grenzen da, wo kein Gesetz greift? Da gibt es nur die persönliche Moral, und die ist eben sehr verschieden. Männer finden nichts dabei, sich Pornos anzuschauen, in denen Frauen erniedrigt werden, selbst wenn diese Männer gar nicht besonders unmoralisch sind. Es sind unsere Brüder, Väter, Onkel und Cousins. Normale, im täglichen Umgang vielleicht durchaus sympathische Männer, denen sonst nichts vorzuwerfen ist und die sich ansonsten vielleicht auch moralisch einwandfrei verhalten.

Ist es also die Verantwortung des Verlegers oder Filmemachers, solche Bücher oder Filme gar nicht erst herauszubringen? Sollte er dem Einhalt gebieten? Dann werden die Sachen schwarz hergestellt und schwarz unter dem Tisch gehandelt wie früher. Viel gewonnen ist damit nicht.

Hat der Verleger also überhaupt keine Verantwortung, nur der Leser – oder die Leserin?

Denn LeserInnen kaufen diese Bücher, die von anderen vielleicht verpönt werden. Würden die LeserInnen gewisse Bücher nicht kaufen, würde sich die Produktion gegen null bewegen, denn kein Verleger kann es sich auf die Dauer leisten, keine Bücher zu verkaufen. Von irgend etwas müssen Druck und Angestellte ja bezahlt werden.

Also kann man den Verlegern doch keinen Vorwurf machen, oder doch?

In gewisser Weise hat sich das jetzt auch bei dem Simpson-Buch bestätigt. Nachdem der große Publikumsverlag von Robert Murdoch das Buch nicht mehr veröffentlichen will, hat Simpson es einem Verleger angeboten, der keine Skrupel hat, einem kleinen »Vanity«-Verlag.

Vanity heißt auf deutsch Eitelkeit, und diese Art Verlage drucken alles, wenn der Kunde nur dafür bezahlt. Sie befriedigen damit die Eitelkeit eines jeden, der schreibt, denn Qualitätsmerkmale gibt es keine. Es ist ein reines Geschäft, wie wenn Sie in einen Copyshop gehen und sich ein paar Kopien machen lassen. »Du zahlst, ich drucke« – das ist das Motto. Ein Copyshop kontrolliert ja auch nicht, ob sie vielleicht anstößige Inhalte auf seinen Maschinen kopieren. Oder ob Ihre Rechtschreibung und Grammatik korrekt sind.

Ich würde die moralische Verantwortung eines Verlages gerade im umgekehrten Ansatz sehen, nämlich da, wo Inhalte unterdrückt werden, weil sie der gängigen Meinung widersprechen oder in keine Schablone passen.

Eine solche Verantwortung nehmen wir mit dem el!es-Verlag wahr. Wir veröffentlichen lesbische Liebesromane, die es vor Gründung des el!es-Verlages auf dem deutschen Markt einfach nicht gab. Weil sich alle Verlage, auch die lesbischen Verlage wohlgemerkt, weigerten, solche Bücher zu veröffentlichen.

Sie weigern sich zum Teil heute noch. Bei den großen Verlagen in gewisser Weise verständlich, bei den lesbischen Verlagen – nun ja, lassen wir das. Einige haben sich dann auch nach dem überraschenden Erfolg von Taxi nach Paris schnell ein paar Liebesromanautorinnen zugelegt, damit sie sich von dem Kuchen ein Stück abschneiden können.

Daß sie die Wünsche der Leserinnen jahrelang so übergangen haben, spricht jedenfalls nicht für ihre Qualität als Verlegerinnen. Als Verlegerin sollte man immer auch die Leserin sehen, nicht nur sich selbst.

Aber wer ein Buch wie Taxi nach Paris »fragwürdig« (Originalantwort eines lesbischen Verlages, der mein Manuskript damals abgelehnt hat) findet, hat es wohl nicht gelesen und noch weniger verstanden. Oder vielleicht kommen solche Verlegerinnen mit ihrem eigenen Lesbischsein nicht klar und tun dieses Unwohlsein an ihrer eigenen Existenz damit kund.

Dieses Problem hatte ich jedenfalls noch nie. Ich finde es toll und auch ganz normal, lesbisch zu sein. Es ist mir angeboren wie meine Augenfarbe oder meine Fähigkeit zu denken. Die würde ich mir auch nicht nehmen lassen.

Und somit habe ich dann meine moralische Verantwortung wahrgenommen und den el!es-Verlag gegründet, damit auch die Bücher, die andere lesbische Verlage ablehnen, weil sie ein Happy End haben (was in den Augen dieser Verlage anscheinend allein schon verwerflich ist), endlich eine Chance haben, veröffentlicht zu werden und ihre Leserinnen zu finden, die sich an ihnen erfreuen.

Diese moralische Verantwortung nehme ich gern wahr und werde es auch weiterhin tun.

Alles andere sollen die Leserinnen entscheiden.

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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Anja Meulenbelts »Die Scham ist vorbei«, für das sie dann die Lesereise gemacht hat, war neben »Patience und Sarah«, das wir auch im Shop haben (<a href="/http://www.elles.cc/oscommerce/product_info.php?products_id=718" rel="nofollow">Isabel Miller: Patience & Sarah</a>;), eines der ersten lesbischen Bücher, das ich gelesen habe. Ebenso wie »Seltsamer Wein«.
    Heute klingt das alles ziemlich angestaubt (obwohl ich »Patience und Sarah« immer noch sehr süß finde), aber damals gab es halt nichts anderes, das war ja noch weit vor <em>el!es</em>. Kate Forrest war eines meiner Vorbilder beim Schreiben. Allerdings eher ihre Krimis, von denen sie ja auch viel mehr geschrieben hat. Ein weiterer Liebesroman von ihr ist »Die Fremde am Pool«, ist aber zum Teil auch ziemlich harte Kost, viel Gewalt.
    Zum Teil gibt es die Bücher gar nicht mehr zu kaufen (auch für uns nicht für den Shop). Verlage wie Rowohlt legen solche Bücher nicht x-mal auf. Wenn sie ein, zwei Jahre auf dem Markt waren und dann noch mal als Taschenbuch verbraten worden sind, werden die Bücher bei den großen Verlagen dann eingestampft.
    Deshalb ist es gut, daß es die kleinen und mittleren Verlage gibt. Dort gibt es »alte« Bücher auch noch Jahre nach dem ersten Erscheinungsdatum. Auch wir drucken die alten Bücher immer wieder nach.
    <blockquote>„Verbotene Leidenschaft“ bestellt. Wir werden ja sehen, wann es kommt. Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es dabei nicht an.</blockquote>
    So lange wird es nicht mehr dauern. :) Die Bücher sind schon unterwegs. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie lange die Post bummelt. Wir bemühen uns immer, die Bücher so schnell wie möglich zu verschicken, aber die Post läßt sich mit der Zustellung da manchmal Zeit. Leider haben wir darauf keinen Einfluß.

    Dienstag, 2. Oktober 2007 22:18
  • Kristin aus N. am T.

    Permalink

    ...ja, das wurde ja schon mal bemerkt, dass es irgendwie schicksalhaft ist, dass niemand das Buch „Taxi nach Paris“ verlegen wollte. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, hätte es nicht besser laufen können. Aber damals war es bestimmt nicht so einfach.
    Ja, was nützt die Schönheit der Professorin ;) , wenn sie sich leider gegenüber ihren Kolleginnen nicht durchsetzen kann…seufz!!! Und was sagt Frau Prof. Amrain nun zu dem Erfolg vom „Taxi“ und vom el!es-Verlag? Sie hat ja nun beachtliche Konkurrenz, obwohl sich die Zielgruppen schon noch unterscheiden? Wie ist es überhaupt so unter den Verlegerinnen lesbischer Literatur? Mag man (bzw. frau) sich oder herrscht harter Kampf? Fahrt Ihr zusammen zu Buch-Messen und habt dort z.B. einen Gemeinschaftsstand? Oder lohnen sich Buch-Messen nicht? Vielleicht sollte man sich eher präsentieren, wo nicht Literatur im Vordergrund steht, sondern das Lesbisch-Sein. Aber da gibt es außer LFT und CSD auch keine wirklich großen Events oder? Naja, und alle Lesben gehen da ja auch nicht hin. Ich schon seit mehr als 5 Jahren nicht.
    Ich finde es übrigens Klasse, dass Heike für den Sieg beim Schreibwettbewerb auch eine Belohnung erhält! Das spornt an! Es ist schon beeindruckend, wenn man innerhalb 1 Monats ein Buch schreibt. Wahnsinn! Dafür hat man wirklich eine Belohnung verdient!
    Soweit ich informiert bin, hat das andere Mitglied des Buchclubs in den letzten Tagen bereits „Verbotene Leidenschaft“ bestellt. Wir werden ja sehen, wann es kommt. Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es dabei nicht an. Zumal wir bis Teil 2 noch geduldig sein müssen.
    Außerdem hab ich ja gestern angekündigt, mal ein paar Bücher rauszusuchen. Ich tat es und hier ist das Ergebnis. Meine Bemerkungen sollen kein Rezension sein, denn die wären ausführlicher. Es ist nur ne kleine Begründung, warum ich diese Bücher gut fand. Vielleicht sind sie ja was für Euren Internet-Shop!
    1. „Julia &amp; Satine“ von Daniela Schenk (Helmer Verlag, 2004)
    Unterhaltungsliteratur wie ich sie mag: romantisch; leicht; sehr witzig; spannend, weil man mitfiebert, ob sie sich nun endlich kriegen (typische el!es-Geschichte :) ) Kurz: es stimmt alles!
    2. „Geschrieben für Dich“ von Sylvia Brownrigg (Krug &amp; Schadenberg Verlag, übersetzt Andrea Krug 2005)
    Keine typische Unterhaltungsliteratur, aber dennoch sehr schön. Es geht um die 1. Liebe und wie eine Studentin sich durch und in dieser 1. Liebe verändert. Sehr poetisch geschrieben und dadurch streckenweise sehr drückend und nicht ganz einfach zu lesen; aber sehr feinfühlig! Leider nimmt der Prolog das Ende vorweg, was die Spannung nimmt! Aber das Buch steht wohl unter dem Motto: der Weg ist das Ziel! Insgesamt: noch schön.
    3. „Maria, letztes Jahr“ von Katrin Janitz (Krug &amp; Schadenberg Verlag, 2003)
    Ebenfalls keine typische Unterhaltungsliteratur. Es hat mich aber trotzdem berührt. Die Geschichte als solches könnte vom el!es-Verlag sein, denn sie ist sehr romantisch. ABER (und das ist ein großes ABER): das Buch ist sehr schwer zu lesen, weil der Stil sehr anstrengend ist. Künstlerisch bestimmt wertvoll, aber für mich als „normaler“ Konsument teilweise sehr anstrengend. Meiner Meinung nach hat die Autorin sehr viel Wert auf Sprache und Stil gelegt, was teilweise zu Lasten des Inhalts ging. Trotzdem hat es mir gefallen!
    4. „Luna und Martje“ von Mirjam Müntefering (Piper Verlag, 2005)
    Sehr, sehr witzig! Musste teilweise richtig laut lachen! Gute Geschichte, einfache Sprache – so muss Unterhaltungsliteratur sein! Spannung und Herzschmerz sind natürlich auch dabei. Das Besondere: die Leserin wird direkt von den Charakteren angesprochen (im wahrsten Sinne des Wortes), wodurch man zwangsläufig ein Teil der Geschichte wird.
    5. „Seltsamer Wein“ von Katherine V. Forrest (Daphne Verlag, 1985)
    Eine sehr schöne romantische Geschichte. Spannend, weil man mitfiebert, ob sie sich nun endlich kriegen. Aber (nur ein kleines aber): es ist anzumerken, dass dieser Roman bereits Anfang der 80iger Jahre geschrieben wurde und das Frauenbild, vor allem das Lesbenbild, noch ein anderes war als heute. Nicht mehr ganz zeitgemäß aber trotzdem schön!
    6. „Bewunderung“ Anja Meulenbelt (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1988)
    Keine typische Unterhaltungsliteratur. Eher ein Porträt einer Schriftstellerin, die sich auf einer Lesereise durch Deutschland befindet und sehr viel Zeit zum Nachdenken hat. Sie denkt über ihre jahrelange Beziehung nach und über ihre Affäre. Gut geschrieben, viele Rückblenden, keine wirklichen Dialoge. Mal was anderes. Ich fand es trotzdem gut. Auf keinem Fall leichte Literatur, d.h. man muss in Stimmung dazu sein!
    In diesem Sinne,
    Kristin!

    Dienstag, 2. Oktober 2007 21:38
  • Ja, meine Kolleginnen von den genannten Verlagen kenne ich natürlich. Der Daphne-Verlag, die Verlegerin Susanne Amrain, hätte »Taxi« fast herausgebracht. :) Aber nach einigen Diskussionen mit ihren Kolleginnen von den anderen lesbischen Verlagen (damals gehörte ich naturgemäß noch nicht dazu) hat sie es sich dann anders überlegt. Wahrscheinlich haben ihre politisch korrekten Kolleginnen ihr davon abgeraten. Und Susanne Amrain ist zwar eine schöne Frau ( ;) ) und zudem Professorin, aber sie konnte sich gegen die anderen dann wohl nicht durchsetzen oder hat sich von ihnen überstimmen lassen.
    Wäre mein erstes Buch allerdings tatsächlich im Daphne-Verlag erschienen, hätte ich vielleicht gar nicht mehr so viele weitere geschrieben, denn die Politik von Susanne Amrain ist es, sich keine »Hausautorinnen« zu schaffen. Das heißt, sie möchte immer nur ein Buch von einer Autorin.
    Bei den Buchrezensionen ist es selbstverständlich gut, wenn da verschiedene Meinungen zu Wort kommen. So schön es auch ist, nur positive Meinungen zu lesen, aber wenn es eine Gegenmeinung gibt, eine fundierte, dann ist das doch für die potentielle Käuferin von Interesse.
    Wichtig ist halt, daß sowohl die positive als auch die negative Meinung begründet wird, nicht nur einfach »Das Buch gefällt mir« oder »Gefällt mir nicht«, sondern »Das Buch gefällt mir (nicht), weil . . .«
    Aber daß die Mitglieder des Buchclubs ihre Meinung begründen können, daran habe ich keinerlei Zweifel. :D
    »Verbotene Leidenschaft« ist übrigens etwas früher aus der Druckerei gekommen als geplant (in den letzten Monaten hatte sich die Druckerei mit der Auslieferung immer verspätet) und wird bereits ab nächster Woche ausgeliefert. Dafür ist es jetzt mit dem Zusatz »Teil 1« versehen, der 2. Teil folgt nächstes Jahr.

    Dienstag, 2. Oktober 2007 18:10
  • Kristin aus N. am T.

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    …werde heute Abend (wenn ich irgendwann mal dieses Büro verlasse!!!) mal mein Bücherregal nach Büchern durchstöbern, die auch anderen Frauen gefallen könnten. Es sind vor allem Bücher vom Verlag Helmer; Krug &amp; Schadenberg und Daphne Verlag. Ich weiß nichts über diese Verlage. Habe die Bücher nur durch Stöbern in anderen Buchhandlungen gefunden.
    Das mit den Rezensionen könnten wir wirklich mal machen. Die „Mitglieder im Buchclub“ (also alle beide :) ) sind sich manchmal aber nicht einig, ob ein Buch gefällt oder nicht. Aus diesem Grund müsste dann im Zweifel wegen der Fairness keine oder zwei Rezensionen geschrieben werden. Wir wollen ja niemanden auf die falsche Fährte locken! Nachher kauft eine das Buch nur wegen der Rezension und ist enttäuscht und der kleine „Buchclub“ bekommt die Schuld. Wir können den Verlust von Mitgliedern nicht verkraften :) jawohl!!! Aber soweit ich mich auskenne mit der Rechtsmaterie :) , dürfte ein Kauf, der auf einer Rezension beruht, nicht anfechtbar sein oder sonst irgendwie rückgängig gemacht werden. Es sind ja eben keine Angaben des Verkäufers sondern Meinungen von Dritten über dieses Buch. Was letztendlich der Verkäufer aus Kulanzgründen macht, ist eine andere Frage und bleibt dem Verkäufer selbst überlassen. Nun aber genug davon.
    Die Mitglieder des Buchclubs sind sich einig, dass wir den Roman „Verbotene Leidenschaft“, der am 31.10.2007 erscheint, für unseren Buchclub brauchen. Den Namen der Autorin habe ich grad vergessen …;) !!!
    Ja, das alte Spiel mit den Frauen, die erst spät ihre Liebe zu Frauen entdecken. Aber lieber so als niemals glücklich!!! Dann bist Du es also, die einen aktiven Beitrag zur jährlichen Erhöhung der Anzahl der lesbischen Bevölkerung auf dieser Erde leistet. Weiter so, von denen können wir nie genug haben!!!

    Montag, 1. Oktober 2007 21:37
  • »<em>Dirty Dancing</em> für Lesben«? So gut sind unsere Bücher? :P
    Aber vermutlich kennt sie von dem Film nur den Titel und hat das »dirty« ernstgenommen, dabei ist es ja gerade ironisch und als Kritik an genau dieser Verklemmtheit gemeint, die solche Frauen sauertöpfisch, wie sie sind, verbreiten.
    Ja, diese Frauen sind anstrengend (die Diskussion mit ihnen lohnt auch nicht, also lieber lassen), und sie tun mir leid. Auf der anderen Seite aber auch wieder nicht, denn sie haben sich ihr freudloses Dasein selbst gewählt, sie wollen es gar nicht anders. Ich denke, es ist auch eine Frage der Intelligenz.
    Gute lesbische Liebesromane von anderen Verlagen? Falls wir die noch nicht in unserem Shop haben, bitte her mit den Titeln, dann nehmen wir die gern in unseren Shop auf. Wir wollen unseren Käuferinnen ein möglichst breites (lesbisches) Spektrum bieten.
    Die armen Heterofrauen zu lesbischen Liebesromanen bekehren zu wollen, ist glaube ich etwas übertrieben. ;) Warum sollten die so etwas lesen? Wir lesen ja auch nicht ständig Heteroliebesromane.
    Bei allen mir bekannten »Hetero«-Frauen, die »Taxi nach Paris« gelesen haben und es toll fanden, hat sich dann nach einer Weile herausgestellt, daß sie eigentlich lesbisch waren und nur einen großen Teil ihres Lebens hetero gelebt hatten. Möglicherweise ist ihnen dann durch »Taxi« erst aufgegangen, wer sie wirklich sind, weil sie sich darin das erste Mal wiedergefunden haben.
    Übrigens: Wenn der »Buchclub« mal ein paar Rezensionen über gute lesbische Liebesromane auf unserer Seite einstellen will, hätten wir nichts dagegen. ;)

    Sonntag, 30. September 2007 23:57
  • Kristin aus N. am T.

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    Upps…ich wusste gar nicht, dass der Besuch in meiner Heimatstadt die Ausnahme war und bleibt und schon gar nicht, dass keine Lesungen mehr erfolgen. Umso mehr, weiß ich zu schätzen, dass ich es ein Mal miterleben durfte. Und ja, es war sehr familiär. Aber mehr Frauen hätten in dem kleinen Raum auch keinen Platz gefunden. Ich fand es gut, dass es sehr übersichtlich war, denn schließlich geht es im „Taxi nach Paris“ auch ganz schön heiß her! Besonders gut fand ich, dass danach auch Fragen an Dich gestellt werden konnten und Du alle brav beantwortet hast!
    Ist schon erstaunlich, erst nach mehr als 10 Jahren klärt sich auf, was ich für ein Glück hatte. Schön! Dein Abstecher hat sich aber auch für Dich gelohnt, denn ich habe alle anderen Frauen, die mir im Lauf der Jahre begegneten, versucht für die el!es- Bücher zu begeistern. Bei einigen bin ich aber gescheitert, vor allem bei den Frauen, die immer versuchten „politisch korrekt“ (wie Du treffend formuliert hast) zu sein. Oh je, die waren anstrengend…und immer auf Konfrontation eingestellt. Eine sagte mal, dass diese Romane „Dirty Dancing“ für Lesben seien. Als ich meinte, dass sehr viele Menschen „Dirty Dancing“ mögen und es somit doch nichts Schlechtes sein kann, wurde mir nur mit verdrehten Augen geantwortet. Ich habe mich davon aber nicht beirren lassen und weiter die Bücher gelesen und angepriesen. Bekomme ich eigentlich Vertriebs-Provision?!! ;)
    Heute ist es so, dass ich mit einer sehr guten Freundin, die ich auch beim Studium vor Ewigkeiten kennen lernte, eine Art „Buch-Klub“ gebildet habe. Wir wohnen mittlerweile in verschiedenen Städten ca. 5 Stunden voneinander entfernt und sehen uns deshalb nicht so oft (…schluchz…..). Aber immer wenn wir uns sehen, tauschen wir unsere Liebesschnulzen. Es ist sogar soweit, dass wir uns konsultieren, bevor eine einen Roman kauft. Und dann reden wir auch über die schönen Geschichten. Ich gestehe aber, dass auch Romane von anderen Verlegern dabei sind...pssst aber die meisten sind vom el!es-Verlag!!! Unsere anderen Freunde konnten wir noch nicht begeistern – aber wie heißt es so schön: früher oder später kriegen wir Euch alle!!! Vielleicht liegt es auch daran, dass unsere anderen Freunde keine Lesben sind und das zu ändern, dürfte schwierig sein ;) !!!!

    Sonntag, 30. September 2007 19:27
  • Veniece

    Permalink

    :-D Also in Elmshorn gibt es schon einige.
    Aber Köln wäre dann wohl schon besser gewesen für eine Lesung...
    Mir wäre der Ort allerdings auch egal gewesen...ich wäre überall hingefahren!!!
    Mhm ja, ich weiß das Sie nicht mehr in Deutschland wohnen...
    :-D Ich würd dafür aber auch nach Frankreich fahren..
    lieben Gruß
    Veniece

    Sonntag, 30. September 2007 17:49
  • Heike

    Permalink

    Das ist schade, ich wäre auch gerne auf eine Lesung von Ruth gekommen.
    Allerdings würde ich da eher nach Köln, oder allenfalls nach Wesseling fahren.Das liegt schon näher für mich.
    Wie gesagt, schade. Aber da kann man wohl nichts machen.
    Gruß
    Heike

    Sonntag, 30. September 2007 17:03
  • In Elmshorn? Gibt es denn da so viele Lesben? ;)
    Nein, es wird keine Lesungen mehr geben. Ich lebe schon lange nicht mehr in Deutschland.

    Sonntag, 30. September 2007 16:34
  • Veniece

    Permalink

    Schönen guten Abend zusammen
    Ich habe mich den ganzen Tag lang gefragt, ob es nochmal eine Lesung geben wird. Ich war noch nie auf einer Ihrer Lesungen wie ich leider zugeben muss.
    *Schande über mich*
    Aber ich würd so gerne mal bei einer dabei sein.
    Jetzt mit 21 wird es ja auch mal Zeit. :-D
    Denken Sie, dass die Möglichkeit besteht, dass Sie nochmal eine machen werden???
    lieben Gruß
    Veniece

    Samstag, 29. September 2007 22:53
  • 1997. Soweit ich mich erinnere, im Mai.
    Ich habe nie sehr viele Lesungen gemacht, und jetzt mache ich schon lange gar keine mehr. Mich auf einer Lesung erlebt zu haben, ist ein Privileg, das nur sehr wenige genießen. 8)
    Ich habe damals eine Lesereise gemacht, war aber hauptsächlich in Berlin in verschiedenen Frauencafés und -buchläden. Deshalb war Neubrandenburg etwas Besonderes, und ich erinnere mich gut daran.
    So nah wie in Neubrandenburg war ich meinen Zuhörerinnen in Berlin nie. Dort saß ich immer auf einer Bühne oder einem Podium, weit entfernt von den Zuhörerinnen. In Neubrandenburg war das ja wesentlich familiärer.
    Doch, es war sehr schön. Diese Lesereise war meine erste, und ich hatte damals auch nur ein Buch geschrieben, eben »Taxi«. Da war alles noch ganz neu für mich.

    Samstag, 29. September 2007 21:34
  • Kristin aus N. am T.

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    Es war bei einer Lesung in Neubrandenburg. Wann, kann ich nicht mehr genau sagen. Es muss aber vor 1998 gewesen sein, denn ich hatte noch mein altes Auto. Mein Gott, was hab ich es geliebt!!! Vielleicht war es 1996 oder 1997?
    Und es war kein Winter. Es muss am Wochenende gewesen sein, denn sonst wäre ich nicht in Neubrandenburg gewesen, sondern wäre in der Stadt geblieben, wo ich damals studierte. Neubrandenburg ist mein Heimatort und meine Freunde kamen teilweise auch aus NB. Aber mehr weiß ich nicht mehr so wirklich. Die Lesung wurde durch den Verein "Rosa-Lila" organisiert. Und ich glaube, dass das Buch noch nicht lange auf dem Markt war.
    Tja und den Namen der Professorin verrate ich natürlich nicht! War unsere einzige Professorin, sonst hatten wir nur Männer. Sie unterrichtete Strafrecht und ließ in ihren fiktiven Fällen immer die Männer durch die Frauen umbringen oder verunglücken. Sie sah gut aus, war sehr gebildet und hatte schwarzen Humor. Ich war aber nicht verguckt, glaube aber, dass einige für sie schwärmten. So, mehr wird nicht verraten, sonst bekomme ich noch Ärger mit dem Datenschutz.
    Sag bloß, Du kannst Dich an die Lesung erinnern? Das liegt doch viel zu lange zurück und besondere Vorkommnisse gab es auch nicht.

    Samstag, 29. September 2007 16:37
  • Sehr nett. Wie hieß die Professorin? :)
    Bei welcher Lesung war das denn und wann?

    Samstag, 29. September 2007 16:00
  • Kristin aus N. am T.

    Permalink

    Auch ich habe eine schöne Geschichte zu „Taxi nach Paris“ erlebt:
    Ich war damals frisch beim Studium und gerade dabei, die Frauenwelt zu erobern. Meine Freunde (alles Heten) unterstützten mich dabei, so gut sie konnten. So kam es, dass eine meiner Heten-Freundinnen Mandy meinte, mit mir in die Bibliothek der Schwulen und Lesben Organisation vor Ort zu gehen, um Gleichgesinnte zu finden.
    Allein die Vorstellung, wie verklemmt ich damals mit meinem Outing umging, bringt mich heute noch zum Schmunzeln. Glücklicherweise hatte ich wunderbare Freunde, so dass auch ich ganz schnell meine Berührungsängste verlor.
    Jedenfalls waren wir in der Bibo. Ich wäre dort am liebsten gleich wieder raus gegangen oder wäre dankbar für 'ne Sonnebrille und 'nen großen Hut gewesen. Mandy hatte keine Probleme. Für sie war alles total normal, als ob sie beim Fleischer zwei Wiener kaufen würde. Sie fühlte sich gleich pudelwohl und fragte auch erst mal die Frau hinterm Tresen, was sie uns empfehlen könnte. Sie griff nach „Taxi“ und meinte, dass die Autorin in einigen Tagen zu einer Lesung kommen würde. Mandy fackelte nicht lange und nahm das Buch mit. Ich trottelte hinterher.
    Im Auto (ich musste fahren) begann sie vorzulesen. Schon bei den ersten Worten wusste ich, dass das Buch anders war und mir gefallen wird. Dann nahmen wir noch zwei Kommilitonen mit, die wir beide nicht gut kannten. Mandy las aber trotzdem laut weiter. Auch die Jungs waren begeistert.
    Als ich endlich in meinem Zimmer war, wollte ich mich ganz dem Buch widmen, was aber nicht ging, da ich noch ein sehr wichtiges Referat für den nächsten Morgen vorbereiten musste. Es ging um meinen Wahlfachschein. Natürlich habe ich auch im Buch gelesen, aber da ich nun mal so sehr ehrgeizig war und noch bin, hatte das Referat Priorität.
    Am nächsten Morgen im Seminar durften sich vor mir auch noch andere Studenten präsentieren. Ich ahnte, dass es langweilig werden würde und hatte „Taxi“ mitgenommen. Ich las es versteckt hinter meinen Gesetzestexten.
    Plötzlich stand meine Professorin vor mir, nahm das Buch. Während sie auf den Buchtitel sah, sagte sie leise zu mir: „Kenn ich. Ich weiß auch, dass es spannender ist als die Referate. Aber allein aus Höflichkeit sollten Sie diese Lektüre auf später verschieben.“ Dann gab sie mir das Buch zwinkernd wieder.
    Ich wurde knallrot und steckte es blitzschnell in meinen Rucksack. Von da an war ich total verlegen und mega nervös.
    Bei meinem Referat verhaspelte ich mich ständig, weil sie genüsslich grinste. Trotzdem bekam ich eine gute Punktzahl. Der Schein war geschafft und ich hatte endlich Zeit für das Buch! Selbstverständlich ging ich zur Lesung – begleitet von meinen Heten-Freunden!!!
    Kristin!

    Samstag, 29. September 2007 15:51
  • Heike

    Permalink

    Ich glaube diese Frau hätte ich gewesen sein können. :)
    Ich meine die, welche den Zug verlassen hat.* :) *

    Donnerstag, 27. September 2007 22:36
  • Veniece

    Permalink

    :-D

    Donnerstag, 27. September 2007 21:29
  • Eine kleine Anekdote:
    Als ich vor ein paar Jahren auf dem Lesbenfrühlingstreffen in Stuttgart eine Lesung gehalten habe, erzählte mir eine Zuhörerin, sie hätte <em>Taxi nach Paris</em> auf der Fahrt zur Lesung in der Straßenbahn gelesen.
    Nach einiger Zeit bemerkte sie, daß die Frau, die neben ihr saß, mitlas. Sie wartete dann immer, bis sie den Eindruck hatte, die Frau hätte die Seite des Buches, die sie gerade aufgeschlagen hatte, gelesen, und dann erst schlug sie sie um, um weiterzulesen.
    Sie amüsierte sich natürlich köstlich dabei. Nach einer Weile, als sie merkte, daß die Frau immer faszinierter wurde, blickte sie auf und sagte zu ihr: »Das Buch kann man auch kaufen.«
    Daraufhin lief die Frau knallrot an, stand auf und stieg schnell aus.
    Falls diese Dame hier mitliest, bitte ich sie, sich bei mir zu melden. Sie erhält ein kostenloses Exemplar von »Taxi nach Paris« mit Widmung. 8)

    Donnerstag, 27. September 2007 21:12
  • Veniece

    Permalink

    Hallo
    @ Heike
    :-D Ich glaube wir hatten den selben Gesichtsausdruck beim lesen :-D
    Mir wurde das Buch damals auch empfohlen.
    Nicht, weil ich es komisch oder gar peinlich fand lesbisch zu sein und es versteckt habe. Das hatte ich zum Glück nie.
    Es war bei mir der Fall, dass ich nie ein Buch gefunden habe, welches meinen Ansprüchen gerecht wurde.
    Wie du schon erwähnt hast!!!
    Wo sind in diesen sogenannten Liebesromanen, wo es um zwei Frauen geht, die Happy Ends??
    Am Ende waren Sie wieder bei zwei Männern und fertig.
    Nachdem ich dann <em>Taxi nach Paris</em> gelesen hatte, habe ich mich echt gefragt, was für einen Mist ich da eigentlich zuvor immer gelesen habe.
    Das war nichts für Frauen sondern für Männer.
    So werden die Egos gepuscht…nichts anderes. :)
    Lieben Gruß
    Veniece

    Donnerstag, 27. September 2007 20:31
  • Heike

    Permalink

    Guten Tag zusammen,
    fasziniert habe ich diesen Beitrag gelesen und ich muß Veniece zustimmen. Ich verschlinge die Bücher von Ruth Gogoll und auch Victoria Pearl, so wie einige andere.
    Ich habe oft im Buchhandel nach lesbischen Liebesromanen gesucht, aber meistens nichts gefunden, jedenfalls nichts, was mein Herz höher schlagen ließ. Ich war immer auf der Suche nach einer Geschichte mit Happy End. Was ich fand, war meistens traurig. Oder ich hatte das Gefühl, daß es falsch war, lesbisch zu sein.

    Und dann bekam ich von einer Bekannten das Buch <em>Taxi nach Paris</em> empfohlen.
    Als ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen, war ich überrascht und schaute verlegen, ob mich einer beim Lesen beobachtet. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es bis zum frühen Morgen verschlingen müssen. Ich bin sogar zu spät zur Arbeit gekommen, weil ich es unbedingt zu Ende lesen mußte. :)
    Bis dato hatte ich noch nie etwas in dieser Art gelesen. Oh, ich hatte schon einige Bücher über Lesbischsein gefunden, aber die haben mir nie so ein Gefühl in den Bauch gezaubert.
    Ja, es gibt viele schreckliche Dinge, die auf der Welt geschehen. Auch ich kann ein Lied davon singen, und es hat verdammt lang gedauert, bis ich angefangen habe, mir die Angst zu nehmen und mich so zu akzeptieren, so wie ich bin und vor allem, was ich bin. :)
    Ruth hat es sehr schön formuliert: daß das Lesbischsein zu einem gehört wie die Augenfarbe.
    Jetzt weiß ich es auch.
    Schade für all die Lesben, die Angst davor haben, vor dem, wer oder was sie sind. Davor frei zu sein.
    Seit ich zu mir stehe, fühle ich mich frei... :)
    Liebe Grüße
    Heike

    Donnerstag, 27. September 2007 17:48
  • Vielen Dank für so viele Blumen auf einmal. :)
    Ja, es war eine Lesbe, die <em>Taxi</em> als »fragwürdig« abgelehnt hat. Gerade Lesben haben das Buch am Anfang sehr abgelehnt, eine bestimmte Art von Lesben. Und die können sicherlich auch bis heute nichts mit »Taxi« oder meinen anderen Büchern anfangen (obwohl ich wette, daß einige davon es heimlich auf dem Nachttisch liegen haben). ;)
    Es gibt eine bestimmte Art von Frauen – und davon sind naturgemäß auch viele <span style="white-space: nowrap">Lesben –,</span> die auf Teufel komm raus »politisch korrekt« sein müssen oder wollen.
    Die haben mir damals z.B. vorgeschlagen, wenn »Taxi« von ihnen auch nur entfernt eine Chance bekommen sollte, veröffentlicht zu werden, müßte ich noch eine Sozialstudie über die Situation von Prostituierten und ähnliche Informationen anhängen.
    An einen Liebesroman . . .
    Ich denke, diese Art Frauen genießen ihr Leben nicht sehr. Wenn man meint, »politisch korrekt« sein zu müssen, fehlt einem ein moralisches Gen (oder wie immer man das nennen will), das einem sagt, was richtig und was falsch ist, was gut und was böse. Deshalb braucht man eine Regel, die einem das sagt. Und diese Regel ist dann unumstößlich. Deshalb sind diese Frauen so verbiestert und sehen in allem nur das Böse.
    Und genau diese Frauen waren es, die Frauenverlage gegründet haben, um der Welt zu zeigen, wie schlecht Frauen behandelt werden. Vergewaltigung, Kindesmißbrauch, Klitorisbeschneidung – das waren und sind ihre Themen und daraus besteht für sie die Welt.
    Es ist schrecklich, daß es all diese Dinge und noch viele andere schlimme Dinge gibt, und ich finde es gut, wenn man dagegen kämpft und sich dafür engagiert, diese furchtbaren Gewaltauswüchse zu beseitigen, aber wenn man dann ein Buch wie »Taxi« nach diesen Kriterien aburteilt, hat man eben überhaupt nichts verstanden.
    Offensichtlich sind diese Frauen so sehr damit beschäftigt, das Böse zu bekämpfen, daß sie gar nicht wissen, was Liebe ist. Vielleicht haben sie in ihrem Leben tatsächlich noch nie Liebe erlebt, was natürlich sehr traurig ist.
    Mein Leben war aber anders. Ich habe auch viele schlimme Dinge erlebt, aber eben auch die Liebe, und ich halte die Liebe für das Wichtigste im Leben. Nur mit Liebe kann man die Welt verbessern, nicht mit verkrampfter »politischer Korrektheit«.

    Donnerstag, 27. September 2007 10:46
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