Heute ist Frauentag!

Nicht dass für uns Lesben nicht jeden Tag Frauentag wäre 😉, aber dieser Tag heißt dann auch noch so, und das sollten wir ausnutzen. Für viele Wessis ist der Frauentag bis heute glaube ich kein Tag, an den sie denken, denn es war im Westen kein Feiertag und auch kein Tag, der besonders begangen wurde (außer vielleicht von irgendwelchen sozialistischen oder kommunistischen Gruppen). Im Osten wurde er aber „staatstragend“ gefeiert. Das sah dann beispielsweise so aus:

 oder auch so:

Nicht besonders sexy, das kann man wirklich nicht sagen, aber darum ging es und geht es natürlich auch nicht. Damals, vor so vielen Jahren, hätten sich viele Frauen auch nicht träumen lassen, wie es heute für die Frauen aussieht. Und wir dürfen auch ein Ratespiel veranstalten, welche der Damen, die hier so vehement für irgendeinen Zwei-Jahres-Plan eintreten (logischerweise gab es ja alle zwei Jahre einen neuen), eventuell lesbisch ist. 😎 Wahrscheinlich keine. Damals direkt nach dem Krieg sahen die meisten Frauen so aus.

Während also die Frauen in der DDR kämpferisch für die gute Sache eintraten, hatten sie im Westen etwas andere Sorgen:

Und wenn man sich endlich den Richtigen geangelt hatte, dann dann galt es stets darauf zu achten, pünktlich das Essen auf den Tisch zu bringen.

Notfalls mit Sauerkraut aus der Dose.

Was bringt nun also so ein Frauentag? Bringt er überhaupt etwas? Oder sagt er nicht einfach nur aus, dass Frauen immer noch nicht als Menschen angesehen werden, denn wozu würde man sonst einen separaten Frauentag brauchen? Gibt es denn auch einen Männertag? Nein. Weil Männer sowieso immer noch an vielen Stellen das Sagen haben. Die brauchen so etwas nicht. Wenn es also einen speziellen Tag für eine bestimmte Gruppe gibt, dann heißt das normalerweise, diese Gruppe ist nicht gleichberechtigt, wird unterdrückt oder nicht anerkannt. (Wo ist eigentlich der Internationale Lesbentag?)

Einmal im Jahr soll die Leistung der Frauen hervorgehoben werden. Kennen wir ja schon vom Muttertag. Da werden nicht alle Frauen gefeiert, sondern nur die Mütter. Das haben allerdings damals die Nazis eingeführt, weil sie möglichst viele Kinder für ihren Krieg haben wollten und die Frauen möglichst viele Kinder kriegen sollten. Ab vier Kindern gab es dann auch das „Mutterkreuz“, quasi als Pendant zum „Ritterkreuz“, das es im Krieg für die Männer gab. Nur galten Ritterkreuzträger als Helden, die hatten ja im Krieg irgendwelche Leute umgebracht, was für eine große Heldentat auch immer das sein soll, während die Mutterkreuzträgerinnen wahrscheinlich nicht als Heldinnen betrachtet wurden, obwohl sie Leben geschaffen, nicht zerstört hatten.

Aber auch hier sieht man wieder das Prinzip: Mütter schuften sich ab, kriegen das ganze Jahr über nichts dafür, aber dann bekommen sie an einem Tag im Jahr wenigstens ein Blümchen oder so etwas (wenn sie es denn bekommen). Toller Ausgleich. Statt dass sie das ganze Jahr über unterstützt würden . . .

Und dasselbe gilt irgendwie auch für den Frauentag. Das ganze Jahr über werden sie (oftmals immer noch) schlechter bezahlt als Männer, betreuen neben dem Beruf noch den Haushalt und die Kinder, Doppelbelastung, Dreifachbelastung, aber mit einem Tag im Jahr, wo dann sozusagen Blümchen verteilt werden, ist das ja sozusagen abgegolten. Oder etwa nicht? Sollten Frauen tatsächlich das ganze Jahr über gut behandelt werden? Wer kommt denn nur auf so einen Gedanken?

Ich wieder. 😁 Auf jeden Fall sind solche Tage immer ein zweischneidiges Schwert, doch das heißt nicht unbedingt, dass sie abgeschafft gehören. Aber nützt es etwas, selbst wenn so ein Tag ein Feiertag ist wie schon in manchen Bundesländern verwirklicht oder in anderen angedacht? Was geschieht denn an den meisten Feiertagen? Die Frau kocht, die Frau macht den Haushalt, putzt mal richtig durch, weil sie sonst bei der ganzen Belastung nicht dazu kommt. Ein Feiertag ist das wohl nicht. 

Ich hoffe, dass sich viele Frauen das Recht nehmen, am Frauentag die Füße hochzulegen und sich wirklich um sich selbst zu kümmern, dann hätte der Frauentag tatsächlich einen Sinn. Und wenn diese Frauen sich dann auch während des restlichen Jahres dagegen wehren, dass ein einziger Tag im Jahr sie für alles andere entschädigen soll. Denn sonst sieht ein „Frauentag“ bei vielen wohl eher so aus:

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