Kampfschmuser und Co.

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Nicht jeder Mensch mag Hunde, aber ich mag sie (ich mag alle Tiere). Dennoch hatte auch ich bis vor kurzem doch argen Respekt vor sogenannten »Kampfhunden« – bis ich selbst einen aus dem Tierheim holte . . .

Ist es nicht furchtbar, wie man sich manchmal von BILD-Zeitung und Konsorten beeinflussen läßt, obwohl man das gar nicht will? Früher hieß es im Journalistengewerbe – ich war ja auch mal Journalistin – immer: »Hund beißt Mann, das ist keine Meldung. Mann beißt Hund, das ist eine Meldung!«

Leider gilt diese sinnvolle Journalistenweisheit nicht mehr, und besonders wild sind sensationsgeile Schreiberlinge auf Beißunfälle eben der sogenannten »Kampfhunde«. Ich benutze diesen Begriff hier vor allem deshalb, um zu sagen, daß es eben keine Kampfhunde gibt. Das ist ein Begriff, der von der Sensationspresse geprägt wurde und keine wie immer geartete Rasse bezeichnet, auch wenn einem das manche dumme Beamte weismachen wollen.

Die Geschichte ging so: Meine Frau und ich hatten jahrelang immer Katzen, aber eine nach der anderen wurde alt und ging in den Katzenhimmel ein. Ich liebe Katzen, aber ehrlich gesagt habe ich mich dazu immer nach einem Hund gesehnt, was leider jahrzehntelang nicht möglich war. Als ich vierzehn Jahre alt war, hatte ich einen Hund, aber später nie mehr wieder, denn einen Hund kann man nicht den ganzen Tag alleinlassen, wenn man arbeiten geht, und ich habe die meiste Zeit 14-16 Stunden am Tag gearbeitet. So eine lange Abwesenheit kann man einem Hund nicht zumuten.

Nun, da ich zu Hause arbeite, hat sich die Situation geändert, aber es war immer so viel los, der Verlag macht so viel Arbeit, daß ich es immer wieder verschoben habe, mir einen Hund anzuschaffen, weil ich meinte, immer noch nicht genug Zeit für ihn zu haben. Endlich, vor sechs Wochen, habe ich dann aber an einem Tag den Entschluß gefaßt, nicht mehr länger zu warten, also gingen meine Frau und ich ins hiesige Tierheim.

Am liebsten hätten wir natürlich alle Tiere mitgenommen, sie waren alle so süß, aber dafür haben wir nun wirklich nicht genug Platz, also fragten wir nach dem Hund, der bei der Vermittlung das größte Problem darstellen würde. Daraufhin wurden wir zu einer jungen Hündin (1 Jahr alt) geführt, die uns sofort ansprang und sich vor Freude gar nicht mehr beruhigen konnte. Wir konnten kaum etwas von ihr erkennen, so wirbelte sie herum, auch von der Rasse her machte ich mir keine Gedanken. Wenn dieser Hund am dringendsten einen neuen Platz brauchte, war er es eben, egal welche Rasse.

Dann kam der Augenblick der Wahrheit: Wir mußten den Übernahmevertrag unterschreiben und dort eintragen, was für eine Rasse der Hund ist. Ich schaute die Tierheimmitarbeiterin an und fragte sie, welche Rasse der Hund wäre. Die Antwort erschütterte mich etwas: »Pitbull-Mischling«, sagte sie.

Pitbull? Pitbull? Sind das nicht diese gefährlichen Hunde, die alles zerreißen, was ihnen unter die Schnauze kommt, sogar kleine Kinder?

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