Hundeerziehung = Menschenerziehung

Ja, das ist so, ob Sie es glauben oder nicht. Hundeerziehung besteht mehr aus Menschenerziehung als aus der tatsächlichen Erziehung des Hundes. Der Hund lernt schnell, aber Menschenerziehung ist viel schwieriger. Kann Ihnen jede/r vernünftige Hundetrainer/in bestätigen. Ihr Hund zeigt Ihnen (und dem Trainer), welche Defizite Sie als Mensch haben. (Vielleicht haben deshalb einige Leute lieber Katzen oder einen Hamster. )

Ich habe gerade, aus gegebenem Anlaß, weil ich meinen neu zur Familie gestoßenen Hund ja erziehen muß, ein Buch gelesen, das mir einige neue Erkenntnisse bezüglich Hunden und Menschen vermittelt hat. Es heißt »Das andere Ende der Leine« von Patricia McConnell.

»Das andere Ende der Leine« bedeutet natürlich das Ende, an dem der Mensch hängt, nicht der Hund. Denn, wie wir auch schon in dem »Kampfschmuser«-Artikel diskutiert haben, das Ende der Leine, an dem der Mensch hängt, ist das Ende mit den größeren Problemen – jedenfalls meistens.

Patricia McConnell ist eine sehr erfahrene Hundetrainerin und Tierverhaltenstherapeutin und offenbar eine sehr sympathische Frau – wenn man von dem ausgeht, wie sie schreibt. Sie sieht sich selbst manchmal auch noch als Problem für ihre Hunde, und das, nachdem sie weit über 20 Jahre erfolgreich Problemhunde therapiert hat – oder deren Problembesitzer, wie man''s nimmt.

Die meisten Hunde werden nur zum Problem, weil ihre Besitzer ein Problem haben, sie richtig zu erziehen, sich richtig mit ihnen zu verständigen. Im Gegensatz zu meinem Hund, der ja aus dem Tierheim stammt und mir dort als »Problemhund« vorgestellt wurde, was er überhaupt nicht ist, sind die Hunde dieser Besitzer keine Problemhunde, solange sie nicht in die Hände unerfahrener Besitzer fallen.

Ich spreche hier von gutwilligen Leuten, nicht Menschen, die ihren Hund mit Absicht quälen, weil sie Spaß daran haben. Nein, diese Menschen leiden selbst, wenn sie ihren Hund bestrafen, weil er etwas Falsches getan hat, glauben aber meistens, das tun zu müssen, obwohl es ihnen widerstrebt, weil anscheinend unfähige angebliche Hundetrainer es ihnen geraten haben.

Das führt zu dem tragischen Ergebnis, daß beispielsweise ein völlig harmloser Hund, der ein treues und zuverlässiges Familienmitglied ist und alles tun würde, was seine Besitzer von ihm verlangen, eingeschläfert werden muß, weil seine an sich gutwilligen Besitzer ihn durch falsche Ratschläge dazu erzogen haben, zu beißen und aggressiv zu sein.

Wirklich traurig ist so etwas. Da kann man nur den Kopf schütteln.

Patricia McConnell beschreibt etliche solcher Fälle, aber oftmals kommen Besitzer auch noch rechtzeitig zu ihr, und sie kann ihnen helfen, so daß sowohl Mensch als auch Hund zum Schluß glücklich sind.

Patricia McConnell hat herausgefunden, daß die meisten Probleme aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten zwischen Menschen und Hunden entstehen, weil eben beide unterschiedliche Sprachen sprechen. Hunde sind mittlerweile, aufgrund des langen Zusammenlebens mit Menschen, sehr gut darin, Menschen zu interpretieren, deshalb klappt es einigermaßen mit der Verständigung, wenn nichts dazwischenkommt, aber Menschen sind leider völlige Idioten, was die Hundesprache betrifft, und provozieren dadurch viele unnütze Probleme.

Menschen sind Primaten (sprich: Wir stammen vom Affen ab, verkürzt ausgedrückt) und verhalten sich dementsprechend. Hunde sind Caniden oder stammen eben vom Wolf ab, verkürzt ausgedrückt, und ihre Sprache ist dementsprechend völlig anders.

An einem Beispiel wird das sehr deutlich: Primaten, also wir Menschen und auch unsere Verwandten, die Affen, umarmen uns sehr gern, aus allen möglichen Gründen. Wenn wir Zuneigung zeigen wollen, wenn wir Angst haben, wenn wir Trost brauchen usw.

Haben Sie schon einmal einen Hund einen anderen umarmen gesehen? Sehr unwahrscheinlich. Hunde tun so etwas nicht. Dennoch glauben viele Menschen, daß sie ihrem Hund gegenüber Zuneigung ausdrücken, wenn sie ihn umarmen. Der Hund fühlt sich dadurch aber eher angegriffen, bedroht oder unterdrückt. Seine Reaktion dürfte also nicht sehr positiv ausfallen, und dann behauptet der Mensch, der Hund wäre böse. Dabei hat der Mensch durch sein falsches Verhalten den Hund erst dazu gebracht, sich so zu verhalten.

Also muß der Mensch zu einem besseren Verhalten seinem Hund gegenüber erzogen werden. Natürlich gibt es eine Menge Hunde, die, nett, wie sie sind, dieses unangemessene Verhalten eines Menschen über sich ergehen lassen und einfach abwarten, bis es endlich aufhört. Aber da können wir nur froh sein, daß die meisten Hunde so geduldig und tolerant sind mit unseren  »Primatenangewohnheiten«, sonst gäbe es nämlich noch viel mehr Probleme.

Die meisten Menschen tätscheln ihren Hund am Kopf, obwohl das für einen Hund furchtbar ist, beugen sich zu ihm herunter, wenn sie wollen, daß er zu ihnen kommt, obwohl das für den Hund ein Signal ist, stehenzubleiben und sich auf keinen Fall zu nähern, sprechen mit lauter statt mit leiser Stimme, wenn sie ihrem Hund einen Befehl erteilen, obwohl das für den Hund bedeutet, daß der Mensch keinen hohen Rang hat, wenn er mit so lauter Stimme sprechen muß, man diesem Menschen also nicht gehorchen muß – die Liste könnte noch eine Weile weitergehen.

Patricia McConnell empfiehlt übrigens: Sprechen Sie am besten überhaupt nicht mit Ihrem Hund, denn der Hund reagiert viel besser auf Sichtzeichen als auf Worte (die er ohnehin nicht versteht). Für unseren Hund ist das, was wir zu ihm sagen, nur »Primatengeplapper« und hat keine inhaltliche Bedeutung. Hart, nicht? (Ich rede doch so gern. ) Aber es ist nun einmal so, daß Ihr Hund Sie viel besser versteht, wenn Sie sich mit eindeutigen Zeichen statt mit Worten mit ihm verständigen. Ein Hund lernt ein Handzeichen für einen Befehl tausendmal schneller als ein Wort.

Also machen Sie es doch sich und Ihrem Hund einfach, verzichten Sie auf die »Primatensprache« und lernen Sie »Hündisch«. Dann wird Ihr Hund auf einen Fingerzeig von Ihnen jeden Befehl ausführen, und Ihre Umwelt wird erstaunt sein. Und Sie und Ihr Hund sind glücklich.

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Wer hat hier bereits Kommentare abgegeben?

  • Billigflug USA
  • Ruth Gogoll
  • Silke
  • Isabell
  • Jeder muss doch den Weg mit seinem Hund finden der beiden gut tut oder nicht! Das Buch bietet mal eine ganz neue Sichtweise und ich denke es kann dem einen oder anderen wirklich etwas nützen!! Es entspricht auch nicht ganz meinen Vorstellungen Sichtzeichen zu benutzen, aber es ist doch einen Versuch wert! Ich würde nur keine aggressiven Methoden verwenden ansonsten ist doch die bunte Vielfalt heutzutage zu haben. Von Hundesport bis hin zu Nasenarbeit ist wirklich alles zu finden. Ich kann Isabell nur zustimmen man muss seinen Verstand benutzen und einfach dran bleiben dann steht einem harmonischen Zusammensein wirklich nichts mehr im Wege ;)

    Dienstag, 22. Dezember 2009 14:06
  • Ruth Gogoll

    Permalink

    Ich habe das Buch von Patricia McConnell hier nur sehr kurz zusammengefaßt. Sie pauschalisiert in keiner Weise, sondern weist gerade darauf hin, daß man jeden Hund einzeln betrachten muß, so wie sie es auch in ihrer Praxis tut. Aber ein Buch ist immer nur ein Buch. Mich hat dieses Buch eben speziell wegen der Gegenüberstellung von Primatenverhalten und Canidenverhalten interessiert, weil ich das so noch nie in einem anderen Buch gelesen hatte, dort geht es immer nur um die Hunde, aber weniger um uns Primaten. ;)

    Ich finde das wissenschaftlich interessant. Wie kann man sich verständigen, obwohl man völlig andere Kommunikationsstrukturen hat? (Als Linguistin interessiert mich das natürlich besonders, denn auch ich habe mich viel mit Kommunikationsstrukturen beschäftigt, allerdings unter Menschen.) Patricia McConnell ist, im Gegensatz zu anderen Hundetrainern, Wissenschaftlerin und hat das Gebiet sehr ausführlich untersucht.
    Durch diesen Blickwinkel des Primatentums kommt man zu ganz anderen Schlüssen, wie der Hund einen sieht oder sehen könnte. Wir wissen ja nicht, was unsere Hunde denken. ;)

    Patricia McConnell sagt nichts gegen das Umarmen, aber es gibt halt Menschen, die keinerlei Sensibilität für ihren Hund haben, die ihn an sich drücken wie ein kleines Kind, und der Hund macht ein Gesicht, als ob er am liebsten beißen würde. Der Mensch bemerkt das aber gar nicht. Ein Kind würde das genausowenig mögen wie der Hund, aber das Kind würde schreien. Hunde sind zu höflich dazu und lassen es einfach über sich ergehen. Oder, wenn es gar nicht anders geht, beißen sie und werden dann als böse betrachtet, dabei ist es nichts anderes als das Schreien des Kindes »Laß mich los!«

    Auf so etwas weist Patricia McConnell hin, aber sie sagt auch, daß sie selbst mit ihren Hunden kuschelt und selbstverständlich kuscheln Hunde auch gern. Möglicherweise nicht alle, aber doch die meisten. Das hat jetzt wieder nichts mit dem unterschiedlichen »Umarmungsverhalten« von Primaten und Caniden zu tun, sondern damit, daß Hund und Mensch sich verstehen, der Mensch auf seinen Hund achtet und mit ihm zwar kuschelt, aber ihn nicht bedrängt, wenn er gar nicht kuscheln will.
    Es geht immer um die Gegenseitigkeit.

    Patricia McConnell warnt auch davor, Wölfe und Haushunde gleichzusetzen. Es gibt leider nur sehr wenig wissenschaftliches Material über Haushunde, deren Verhalten wird einfach nicht untersucht (oder nur dann, wenn es schon zu spät ist, wenn der Hund eben schon durch das falsche Verhalten seiner Besitzer zum »Problemhund« geworden ist, also wird immer nur die negative Seite betrachtet, nie die positive), was McDonnell sehr bedauert.
    Dafür gibt es aber mittlerweile eine ganze Menge Material über Wölfe, wobei übersehen wird, daß Haushunde eben keine Wölfe sind. Sicherlich kann man einiges vom Wolf ableiten, aber der Haushund hat sich mittlerweile derartig separat entwickelt, daß er auch eigene Verhaltensweisen hat, die gar nichts mehr mit dem Wolf zu tun haben, gerade eben die Fixiertheit von Haushunden auf Menschen, die Fähigkeit von Hunden, Menschen zu »verstehen«. Diese Fähigkeit haben die Hunde durch ihre lange Domestikation entwickelt, und das ist etwas sehr Spezielles, dem Wolf nicht Eigenes.

    Ebenso spricht McConnell von Menschen mit einem »natürlichen Einfühlungsvermögen« für Hunde, und diese Menschen brauchen weder ein Buch noch eine Therapie für sich oder ihren Hund, sie wissen einfach aus dem Bauch heraus, was zu tun ist und wie sie richtig zu reagieren haben – auch wenn das irgendwelchen Buchweisheiten oftmals sicherlich nicht entspricht.
    Und es gibt natürlich Menschen und Hunde, die einfach perfekt zusammenpassen. Da gibt es auch keine Verständigungsprobleme, trotz der völlig verschiedenen »Rasse«.

    Ich glaube nicht, daß man in einem einzigen Buch alles, was die Beziehung von Mensch und Hund umfaßt, zusammenfassen kann, dazu ist diese Beziehung viel zu komplex und vielfältig und unterschiedlich. McConnell wollte den Fokus einmal auf etwas anderes legen als andere Hundebücher, die Primaten-/Caniden-Kommunikation und die Schwierigkeiten, die dabei auftreten können (aber nicht müssen, wenn Mensch und Hund sich sowieso gut verstehen, der Mensch einfühlsam ist und die ganze Situation stimmt).
    Das Buch ist kein Ratgeber, sondern mehr ein populärwisschenschaftliches Werk über gewisse wissenschaftliche Erkenntnisse, die durchaus nachvollziehbar erscheinen.

    Hunde sind keine Menschen und schon gar kein Kindersatz. Leider benutzen sie aber viele Menschen so, und das ist falsch. Da wird dann Umarmen zur Bedrohung, weil der Hund dabei, meistens von einer Frau, übergangen und eigentlich mißbraucht wird. In einer stimmigen Mensch-Hund-Beziehung ist sicherlich keinerlei Umarmung ein Problem.

    Und Sichtzeichen – ja, das ist witzig, bis vor kurzem dachte ich auch noch, das ist Blödsinn (oder zumindest nicht besser als Sprachzeichen), aber es stimmt: Es ist für den Hund viel einfacher.

    Dennoch spreche auch ich dauernd mit meinem Hund und verlasse mich am meisten auf die Sprache. Das ist für uns Primaten eben natürlich. Es stört den Hund auch glaube ich nicht. ;) Nur, wenn der Hund durch zu viele Worte verwirrt wird und nicht mehr weiß, was er tun soll, dann fühlt er sich unwohl.

    So eine Situation habe ich mal in einer Fernsehsendung gesehen. Der Hundebesitzer hampelte dermaßen herum, daß der arme Hund wirklich nicht mehr wußte, wo er hingucken und was das bedeuten sollte. Die Worte des Hundebesitzers machten das Ganze leider auch nicht klarer. So wurde der Hund zum »Hausterroristen«, denn da er keine eindeutigen Signale erhielt, weder per Sicht noch per Sprache, übernahm er halt die Führung. Ganz natürlich.
    Der Hundetrainer wurde gerufen, um den Hund zu therapieren, und was tat er als erstes? Er band dem Hundebesitzer die Arme fest. ;)

    Nur Sichtzeichen sind auf Entfernung schwierig, das ist richtig, und nur Sprachzeichen sind sehr einseitig und manchmal auch nicht ausreichend. Wenn man beides benutzt, ist es wahrscheinlich am besten.

    Ein wirklich frappierendes Erlebnis, wo die Sichtzeichen oder die richtige »Canidenkommunikation« das Leben zweier Hunde gerettet hat, beschreibt McConnell in ihrem Buch. Sie fuhr einmal abends auf der Autobahn nach Hause, da sah sie zwei Hunde gemütlich über die Autobahn traben. Sie bekam natürlich einen Riesenschreck, hielt sofort an und war ganz in Panik, daß die Hunde im nächsten Moment überfahren würden, denn es war viel Verkehr.
    Der Verkehr war so laut, daß man sich mit Sprache nicht mit den Hunden verständigen konnte, aber mit Sichtzeichen schon. Also lockte sie die Hunde mit den Sichtzeichen über die Straße, brachte sie zum Stehen, wenn Autos kamen, und lockte sie zum Laufen, wenn die Straße gerade frei war.
    Sie schaffte es tatsächlich, die Hunde von der Autobahn herunterzubekommen, ohne daß sie überfahren wurden.
    Ihr Wissen darüber, wie man einen Hund mit Sichtzeichen dirigiert, hat diesen beiden Hunden das Leben gerettet. Das spricht doch sehr dafür, seinem Hund neben Sprachzeichen auch Sichtzeichen beizubringen. Es könnte – wie man sieht – der Unterschied zwischen Leben und Tod sein.

    Dienstag, 21. Oktober 2008 20:11
  • Silke

    Permalink

    Ich kann Ihnen zum großen Teil beipflichten. Habe genanntes Buch von Patricia McConnell gelesen, und noch ein Weiteres. Allerdings kann man neben all dem Respekt den ich vor Patricia McConnell habe nicht alles pauschalisieren. Trotzdem hat sie wahnsinnig viel Know-how und es lohnt sich immer ihre Bücher zu lesen und sich Anregungen zu holen.

    Meine Familie und ich haben selber 3 Hunde und wir züchten auch. Ich habe Ihre Meinung, Frau Gogoll, was Züchter betrifft vor kurzem gelesen, möchte aber hier nicht näher darauf eingehen.Es kommt wirklich viel auf den einzelnen Hund an. Unsere 3 sind ein und die selbe Rasse, aber alle 3 sind sehr unterschiedlich. Der größte Unterschied zeigt sich übrigens im Geschlecht :) Nein, nicht der offensichtlich körperliche Unterschied, sondern was den Grundcharakter betrifft. Rüden sind viel anhänglicher und menschenbezogener als Hündinnen. Das konnten wir in all den Jahren unserer Hundehaltung und auch in den letzten Jahren seitdem wir züchten sehr gut feststellen. Aber unabhängig davon... unsere Lilly liebt es z. B. zu kuscheln, auch, und glauben Sie mir es ist die Wahrheit, sich umarmen zu lassen. Lilly legt selber ihren Kopf auf meine Schulter, und schmeisst sich dann noch auf den Rücken und braucht Liebe und Zuwendung ohne Ende. Unser Rüde knutscht uns regelmässig nieder und muss sowieso immer ganz nah an uns dran liegen. Nur unsere Große ist sehr eigen, sie mag "küssen" so gar net (welch Glück) und zum Kuscheln kommt sie zwar, aber zu sehr auf die Pelle rücken ist nix für sie.

    Aber ich pflichte Ihnen uneingeschränkt bei was die Aussage bezüglich der Erziehung von Hunden betrifft. Nicht der Hund ist das Problem, sondern der Mensch. Hunde sind unheimlich lernfähig, aber lernen halt nicht nur Positives, wenn der Mensch es falsch anstellt. Deshalb sollte sich wirklich jeder selber bei der Nase packen, wenn sein Hund etwas falsch macht.

    Es ist zudem auch ganz wichtig einen Hund nicht zu vermenschlichen. Auch wenn Sie vielleicht nach meinen obigen Ausführungen gedacht haben sollten dass meine Familie und ich das tun. Nein.... wir betrachten unsere Hunde zwar als vollständiges Familienmitglied, aber es gibt trotzdem Unterschiede bei dem was ein Hund benötigt im Gegensatz zum Menschen. Und jeder Hundehalter sollte sich dem bewusst sein.

    Was die Sichtzeichen betrifft: Sicherlich sind diese für Hunde am Besten begreifbar, aber.... was mache ich wenn man Hund 50 m vor mir auf der Wiese läuft? Da bleibt mir nichts anderes übrig als auch Rufkommandos zu haben, auf denen der Hund reagiert. Und damit komme ich auf mein Anfangsstatement zurück: Man kann nicht alles pauchalisieren. Jeder Hund ist anders, und mit jedem Hund muss man anders trainieren und üben. Grundlegende Sachen sind sicher gleich, aber danach muss man individuell improvisieren.

    Dienstag, 21. Oktober 2008 17:06
  • Isabell

    Permalink

    Also ich habe länger darüber nachgedacht was ich genau dazu sagen soll. Ich wollte defintiv dazu was sagen, aber wusste nur nicht genau was und wie. Jetzt habe ich mir alles nochmal durchgelesen und weiß nun was ich sagen will: Ähm... Man kann es auch komplizert machen.
    Meine Hündin war auch kein "einfacher Fall", oder wie es immer so schön heißt "Problemhund": Wobei das Wort "Problemhund" ohnehin erst definiert werden sollte. Jede Hund hat eben seine Macken und Marotten, aber ist deshalb ja noch lange kein "Problemhund". Nun, aber ich möchte mich jetzt nich unnötig daran aufhängen. Meine Hündin wurde in Griechenland mit ihren 3 Geschwistern in einer Mülltonne gefunden. Eine Urlauberin nahm die 4 dann nach größeren Bürokratenkriegen mit nach Hause und versuchte sie dort zu vermitteln. Und meine Ronja, war sehr verängstigt, schüchtern und teilweise panisch. Vorallem was Brücken angeht.( Ich vermute daher, dass sie einmal irgendwo sehr tief "gefallen" ist).
    Den Umgang mit Menschen und Tieren musste sie erst richtig erlernen. Sie war quasi ein "Sozialfall". Und ich habe es denke ich doch recht gut hinbekommen mit ihr. Sie war so ein freundliches Wesen und einfach nur wunderbar. Und das alles vollkommen und Tierpsychologen, Trainer und was es noch so alles gibt. Auch ein Ratgeberbuch hatte ich nie. Ich bin einfach der Meinung, dass man mit gesunden Menschenverstand einen Hund sehr wohl erziehen kann. Aber es kommt eben auf den eigenen Verstand an. Und wenn man nach besten Wissem handelt, dann merkt der Hund auch, ob eine Umarmung lieb gemeint ist oder nicht. Meine Ronja hat sich jedesmal ein Schnitzel gefreut wenn wir gekuschelt haben. Ich habe übrigens noch nie von einem Hund gehört, der sich dabei angegriffen gefühlt hat. Natürlich ist es hier wichtig einen Unterschied zu machen ob der Hund nun von einem Fremden oder dem eigenen Frauchen geknuddelt wird. Und von einem Fremden wollen wir uns ja auch nicht einfach umarmen lassen, oder?
    Was ich vom diesen Sichtzeichen halten wage ich hier nicht auszuschreiben.... Der Hund versteht viell. nicht unbedingt das gesprochene Wort, aber seltsamer weise weiß er doch was man von ihm will. Zumindest ist das bei allen Hunden so die ich kenne. Auch wenn meine Ronja auch auf Sichtzeichen reaiert hat, aber es ist doch wesentlicher mit dem Hund zu kommunzieren. Im Rudel geben sie ja auch Laute um sich untereinander zu verständigen (wenn man Wert auf die Abstammung vom Wolf legt...).

    Mir persönlich ist es auch egal ob meine Umgebung wegen "Sichtzeigen" beeindruckt ist oder nicht..... %)

    Dienstag, 21. Oktober 2008 15:37

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