Hunde als Friedensstifter

Das ist doch wirklich mal eine interessante Alternative. Die Aggression – besonders unter den Jugendlichen – nimmt immer mehr zu, und was Menschen nicht erreichen können, erreichen Tiere: Frieden und Ruhe.

Schon vor vielen Jahren sah ich einmal einen Bericht im Fernsehen, aus Amerika, bei dem gezeigt wurde, wie Schwerverbrecher, mehrfache Mörder zum Teil, die ihr ganzes Leben lang nichts anderes gewesen waren als kriminell und brutal, durch Tiere »geheilt« wurden.

Männer – Schwerstkriminelle sind ja praktisch ausschließlich Männer –, die ihr ganzes Leben lang noch nie irgendeinem Lebewesen etwas Gutes getan hatten, kümmerten sich rührend um ein Kaninchen oder ein Meerschweinchen, versorgten es, bemühten sich, es ihm so schön wie möglich zu machen.

Unglaublich, aber wahr. Viele dieser Männer mußten den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen, in Amerika ist das ja möglich, bis zu ihrem natürlichen Tod, aber einige wurden auch nach zehn oder zwanzig Jahren entlassen. Und siehe da: Diejenigen, die sich während ihrer Haftzeit um Tiere gekümmert hatten, wurden nur zu einem ganz geringen Teil wieder rückfällig. Sie waren nach ihrer Entlassung erstaunlich brav und konnten nun in die Gesellschaft integriert werden.

Nicht alle natürlich, aber tatsächlich ein wesentlich größerer Prozentsatz als erwartet. Und wesentlich mehr als bei den Straftätern, die ihre Strafe ohne den Kontakt zu Tieren verbüßt hatten.

Wie so vieles, was aus Amerika kommt, wurde auch diese Methode nach Deutschland importiert, allerdings bisher wenig beachtet. Obwohl die Methode auch bei Jugendlichen – bei denen man ja eventuell noch etwas retten kann – große Erfolge zeitigt.

Die »tiergestützte Therapie« unter Gefangenen ist nach einer unveröffentlichten Studie wirksamer als klassisches Antiaggressionstraining. Während Lehrer und Therapeuten oft nicht an die Jugendlichen herankommen, können Tiere Türen öffnen und das soziale Miteinander indirekt beeinflussen. Aus diesem Grund streifen auch in Schulen immer mehr Hunde umher.

. . . berichtet wissenschaft.de.

Der Streit zwischen den Jugendlichen eskaliert, Fäuste prallen aufeinander. Ein Hund, bis dahin passiver Zeuge des Geschehens, rast davon und kauert sich unter einem Tisch zusammen. Die Streithähne schauen erschrocken auf das hysterisch flüchtende Tier und halten vor Erstaunen in der Prügelei inne. Der Zwergspaniel will nichts mehr von ihnen wissen, auch als die Jugendlichen ihn später unter dem Tisch hervorlocken wollen.

Diese Szene wird in dem Artikel beschrieben. Sie stammt aus der Jugendvollzugsanstalt Neustrelitz.

Es stört die Jugendlichen nicht, wenn sie Menschen die Nasen blutig schlagen oder schlimmeres, aber ein kleiner, ängstlicher Hund bringt sie aus der Fassung. Mit dieser Reaktion können sie nicht umgehen, es holt die Gefühle wieder hervor, die sie schon lange Menschen gegenüber abgestellt haben. Positive Gefühle. Wut und Haß kennen die Jugendlichen ja schon.

Hunde können oft Aggression, Gewalt und Krach nicht ertragen und zeigen das dann auch. Allerdings irren sie sich manchmal auch, wie letztens bei meiner Frau und mir.

Ich bin ja ein sehr temperamentvoller Typ, fast südländisch. Wenn ich rede, rede ich mit Händen und Füßen, mit meinem ganzen Körper. Auch werde ich beim Erzählen manchmal etwas lauter.

Menschen macht das Vergnügen, es ist wie eine Kinovorstellung für sie. Als ich jedoch vor einiger Zeit meiner Frau etwas erzählte, dabei amüsiert immer lauter wurde und stark mit den Händen gestikulierte, sprang unsere Hündin plötzlich zwischen uns, sprang an mir hoch, versuchte mich abzulecken und zu beruhigen und von meinem »aggressiven« Verhalten abzubringen.

Sie ist selbst sehr temperamentvoll, aber bei uns Menschen kommt ihr das komisch vor. Sie dachte, ich wollte meine Frau schlagen oder sonstwie angreifen. Und da wollte sie eben Frieden stiften.

Meine Frau und ich mußten natürlich lachen und haben sie dann beruhigt, und nach einiger Zeit war der Hund wieder glücklich. Aber sie schaute immer noch sehr aufmerksam auf meine Hände, falls ihr Einsatz als »Friedensstifterin« noch einmal nötig werden sollte.

 

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