Warum für Europäer alle Asiaten ähnlich aussehen

. . . wird in einem Artikel bei wissenschaft.de erläutert.

Das gilt allerdings nicht nur für Asiaten, sondern auch für andere Rassen. Für Europäer ist es ausgesprochen schwer, in einem schwarzen Gesicht zu lesen, ebenso wie in einem asiatischen Gesicht. Umgekehrt gilt das genauso: Für Asiaten sehen wir Europäer alle ziemlich gleich aus.

In älteren Untersuchungen führte man das darauf zurück, daß wir uns von klein auf an die Menschen gewöhnen, die uns nah sind, unsere Familie, unser Dorf, unser Land. Meist gehören diese Menschen derselben Gruppe an, sie sind weiß, schwarz, asiatisch. Und so gewöhnen wir uns daran, die Menschen unserer eigenen Gruppe besser auseinanderzuhalten als die einer anderen Gruppe, weil wir eben viel mehr Menschen derselben Art sehen als fremde.

Immer mehr Forscher glauben mittlerweile jedoch, dass dem Phänomen noch ein weiterer Mechanismus zugrundeliegen muss. Ihre Vermutung: Die Schwierigkeiten mit andersartigen Gesichtern sind nur eine Erscheinungsform eines umfassenderen Prinzips, das Menschen grundsätzlich zwischen »eigen« und »fremd« unterscheiden lässt. (Quelle: wissenschaft.de)

Als ich diesen Artikel las, kam mir in den Sinn, daß dies eventuell die Fremdenfeindlichkeit erklären könnte, die besonders in ländlichen Gebieten, in Gebieten, in denen nur eine einzige, gleichaussehende Gruppe lebt, so stark verbreitet ist. In Großstädten, wo viele Menschen aus vielen verschiedenen Gebieten zusammenkommen, findet man sie wesentlich seltener.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen »eigen« und »fremd«, egal wie wir politisch eingestellt sind, auch wenn wir das gar nicht wollen. Wir würden gern gegenüber jedem tolerant sein, egal welche Hautfarbe er hat, egal wie er aussieht, aber wir können das gar nicht, weil unser Gehirn den anderen eventuell schon als »fremd« eingestuft hat und wir uns deshalb irritiert fühlen.

Das läßt weitreichende Schlüsse zu. Wenn unser »Gesichtserkennungssystem« so unzureichend ist, sobald es Fremde betrifft, werden wir uns immer automatisch unsicher fühlen, wenn wir einem Fremden begegnen, unsicherer als bei jemand aus unserer eigenen Gruppe.

Deshalb fühlen wir uns eher zu Menschen unserer eigenen Gruppe hingezogen, denn da fühlen wir uns sicher. Deshalb auch finden sich im Ausland so oft Gruppen aus denselben Herkunftsländern zusammen, obwohl sie eigentlich nicht sehr viel mehr gemeinsam haben als eben diese Herkunft.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, sonst wären Ehen oder Beziehungen zwischen Partnern verschiedener Rassen oder verschiedener Herkunft unmöglich. Sie sind allerdings verglichen mit Partnerschaften, bei denen beide aus dem gleichen Umfeld stammen, sehr viel seltener, selbst dort, wo Gruppen verschiedener Herkunft schon lange miteinander leben wie in Amerika.

An diesem »Gesichtserkennungssystem« kann man nicht so einfach arbeiten wie an einer politischen Überzeugung, denn das System ist uns angeboren. Deshalb wäre es empfehlenswert, eine andere Strategie zu fahren, wenn man Gruppen verschiedener Herkunft zusammenbringen will, wenn man will, daß sie sich verstehen, sich gegenseitig unterstützen, zusammenarbeiten.

Aufgrund des uns angeborenen Systems werden wir jemand, der nicht unserer Herkunftsgruppe entspricht, automatisch als »fremd« einordnen und nie als »gleich« betrachten. Das können wir gar nicht verhindern. Deshalb wäre es sehr wichtig, wenigstens den Gewöhnungseffekt von klein auf eintreten zu lassen, Gruppen also möglichst zu mischen.

Etwas, das uns angeboren ist, können wir damit zwar nicht ganz aufheben, aber mehr Toleranz wäre dadurch durchaus möglich.

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