Sie brauchte keinerlei Druck auszuüben, um Debras Lippen dazu zu bringen, sich zu öffnen. Sie tat nicht nur das, sondern begrüßte Syds Lippen gleich auch noch mit ihrer Zungenspitze, die darüberfuhr und ein wahnsinniges Kitzeln verursachte. Syd konnte nur mit Mühe ein Stöhnen unterdrücken.

Fast wie unter Zwang und ohne darüber nachzudenken, reagierte sie einfach nur, drang mit ihrer Zunge in Debras Mund ein, spielte mit ihrer eigenen Zungenspitze um Debras Zungenspitze herum, und Debra tat sich keinen Zwang an wie Syd. Sie seufzte.

Das brachte Syd noch weiter an den Rand ihrer Beherrschung, die sie zum Teil sowieso schon aufgegeben hatte. Ihre Hände wanderten ganz automatisch bis zu Debras Taille hinunter und dann an den Seiten wieder hinauf zu ihren Brüsten.

Es waren kleine Brüste, die keinen BH brauchten. Und Debra trug auch keinen. Das hatte sie sich hier an ihrem ländlichen Rückzugsort wohl erlaubt. Dadurch erschienen ihre Brustwarzen fast noch größer angeschwollen und härter, als Syd nun mit den Daumen darüberstrich.

Diesmal war es kein Seufzen mehr, sondern ein Stöhnen, das von Debras Lippen kam, direkt in Syds Mund hinein. Syds Erregung schoss so in die Höhe, als wäre sie zuvor überhaupt nicht erregt gewesen. Was sie keinesfalls behauptet hätte.

Sie sehnte sich sehr danach, die lästigen Textilien, die sie von Debras nackter Haut trennten, loszuwerden, ließ ihre Hände Debras Brüste noch ein wenig massieren, bis sie so schwer atmete, dass sie ihre Lippen voneinander lösen mussten, und gleich darauf ihre Hände erneut hinunterfallen zu ihrer Taille, diesmal jedoch, um ihr die Bluse aus dem Bund zu ziehen.

Debra nutzte die kurze Verschnaufpause – im wahrsten Sinne des Wortes –, um sich auf die Couch zurücksinken zu lassen. Als Syd ihr die Bluse nun über ihre nackten Brüste hinaufschob, biss sie sich auf die Lippen. »Ich . . . Ich bin nicht so gut in diesen Dingen«, flüsterte sie.

Erstaunt blickte Syd sie an. »Wie meinst du das?« Ihre Lippen setzten nun die Massage von Debras Brustwarze fort, die ihr Daumen begonnen hatte.

Debra schnappte nach Luft. »Hat . . .« Sie musste erneut nach Luft schnappen, als Syd mit ihrer Zungenspitze über die Spitze ihres steif erregten Nippels fuhr, und ihre Hüften hoben sich ein wenig an. »Hat man mir gesagt.«

Syd löste ihre Lippen kurz von Debras rechter Brustwarze, um zur linken zu wechseln. »Auf solche Aussagen würde ich nichts geben«, erwiderte sie schmunzelnd.

»Sex ist sowieso überbewertet«, murmelte Debra, als wäre es gar nicht für Syd bestimmt. Obwohl niemand anderer hier war.

»Denkst du?« Das überraschte Syd jetzt wirklich. Eine Frau wie Debra konnte sich ihre Sexpartner doch aussuchen. Sie musste keinen Sex haben, wenn sie nicht wollte. Und konnte jederzeit Sex haben, wenn sie es wollte. Wer würde zu einer Frau wie ihr schon Nein sagen?

»Du nicht.« Debras Mundwinkel zuckten. »Kann ich mir vorstellen.«

»Kommt immer auf die Situation an«, sagte Syd.

Sie schwankte, wohin das hier führen sollte. Eben noch hatte sie sich kaum beherrschen können, aber ein solches Gespräch kühlte ganz schön ab. Sie konnte die Chance nutzen und sich jetzt dafür entscheiden, sich nicht von ihren Hormonen steuern zu lassen, sondern von ihrem Verstand.

Wie sie es sich vor einer Minute noch gewünscht hatte.

Vor einer Minute.

Vor einer Ewigkeit. Denn jetzt lag Debra schon halbnackt vor ihr, und es wäre sehr unhöflich gewesen, hier abzubrechen.

Unhöflich? Sie hätte sich fast selbst ausgelacht. Wollte sie sich selbst etwas vormachen? Sie wollte mit Debra schlafen. Das hatte sie schon die ganze Zeit gewollt. Wollte es sich nur nicht gestatten.

Allerdings hätte sie nie gedacht, dass Debra vielleicht eine der Frauen sein könnte, die keinen Spaß an Sex hatten. Das könnte die Sache verkomplizieren.

»Findest du wirklich, das hier ist überbewertet?«, fragte sie lächelnd, schob sich sanft auf Debra und nahm ihre Brustwarze erneut zwischen ihre Lippen. Sehr befriedigt nahm sie Debras tiefes Luftholen über sich wahr.

Überbewertet? Anscheinend doch nicht so ganz. Sie glitt von Debras süßen kleinen Brüsten langsam mit ihrem Mund an ihr hinab. Sie bekam jeden Atemzug mit, den Debra tat, und auch jedes Mal, wenn ihr Atem stehenblieb, wenn sie sich anspannte.

Ihre samtweiche Haut streichelte Syds Lippen, als würde sie sie küssen.

13

Debra fühlte sich, als wäre sie wieder ein Teenager. Ein Teenager vor dem ersten Mal. Mit Syd war alles so anders. So anders, als sie es kannte.

Normalerweise hatte sie immer das Gefühl, es hing an ihr, ob das Ganze ein Erfolg wurde oder nicht. Und das bedeutete: Es wurde kein Erfolg. Denn sie interessierte sich wirklich nicht besonders für Sex.

Die meisten Leute dachten, das müsste sie. Weil sie gut aussah, sich gut und attraktiv kleidete und das vielen Leuten wohl das Gefühl vermittelte, sie wollte aufreizend wirken.

Das wollte sie aber gar nicht. Sie hatte nur einen guten Geschmack. Stilsicherheit war ihr angeboren. Denn von ihrer Mutter hatte sie das garantiert nicht geerbt. Die war so ziemlich das Gegenteil von stilsicher gewesen.

Dafür hatte sie Spaß an Sex gehabt. So viel Spaß, dass sie einen Liebhaber nach dem anderen brauchte. Das hatte Debra auch nicht von ihr geerbt.

Vielleicht hatte ihre Abneigung gegen Sex auch damit zu tun. Weil sie das immer an ihre Mutter erinnerte. Und daran, wie sie ihren Vater unglücklich gemacht hatte.

Doch diesmal kamen Gefühle in ihr hoch, die sie bisher so noch nie erlebt hatte. Sie hatte sich immer danach gerichtet, was sie glaubte, dass man von ihr erwartete. Wenn sie genug Zeit für vergangen hielt, spielte sie einen Orgasmus vor, und damit war die Sache für sie erledigt. Manchmal hatte sie auch etwas mehr empfunden, aber diese Gefühle, von denen andere Leute sprachen, von denen sie schwärmten, blieben ihr unbekannt.

Da sie nicht genau wusste, wie sich das, wovon die Leute so begeistert waren und weshalb sie immer wieder Sex haben wollten, anfühlte, konnte sie es auch anderen nicht vermitteln. Sie wusste nicht genau, was sie tun musste, deshalb tat sie Dinge, von denen sie annahm, dass die andere wollte, dass sie das tat. Ohne dass sie wusste, was das bewirkte.

Das hatte schon zu der einen oder anderen erstaunten Reaktion geführt, zu der einen oder anderen Enttäuschung, weil die andere das erwartet hatte, was ihr normalerweise Lust bereitete und von dem auch jeder wusste, dass das Lust bereitete. Jeder außer Debra.

Jetzt schwankte sie zwischen Angst und einer Neugier, die sie so bisher auch nicht gekannt hatte. Sie konnte Syd etwas vorspielen, das wusste sie, aber sie hatte bisher noch nichts vorgespielt. All ihre Reaktionen waren echt gewesen. Und das irritierte sie. Mehr als nur ein wenig.

Sie hatte nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, gar nicht nachdenken müssen. Und als Syd jetzt an ihrem Körper hinabglitt, fühlte sie, wie ihr Atem schwerer wurde, wie sie manchmal gar nicht mehr atmen konnte und dann nach Luft schnappen musste, weil ihre Lungen das von ihr verlangten.

Was war nur mit ihr los? Warum spürte sie plötzlich Dinge bei Berührungen, die ihr nicht neu waren? Schließlich hatte sie das alles schon mal gemacht. Irgendwie, irgendwo, mit irgendwem.

Aber das war wahrscheinlich der Unterschied: Syd war nicht irgendwer. Syd berührte sie tatsächlich. Nicht nur äußerlich, sondern innerlich.

Und sie wusste nicht, warum. Das brachte sie völlig durcheinander. Und dann berührte Syd sie wieder – und sie musste wieder reagieren. Nein, nicht musste. Sie tat es einfach. Als ob es ganz natürlich wäre. Ganz selbstverständlich. Als ob sie nicht nur wüsste, was man von ihr erwartete, sondern es fühlte. Ohne es wissen zu müssen.

Diese Hitze . . . Das musste der Ölofen sein, anders konnte sie sich das nicht erklären. Schließlich war sie mittlerweile halbnackt. Wenn es hier im Zimmer nicht völlig überheizt war, hätte sie frieren müssen.

Aber das tat sie nicht. Es war eine Hitze in ihr, als wäre sie selbst ein Ofen. Sie hätte davon noch etwas abgeben können.

Sie zog scharf die Luft ein und hielt sie dann an. Syd war bei ihrem Slip angekommen. Sie schob ihn langsam von Debras Hüften, nur millimeterweise, wie es schien, als hätte sie keine Eile.

ENDE DER FORTSETZUNG

Angela Danz: Liebe war nicht eingeplant

1 Die Strahlen der untergehenden Sonne ließen die schmutzigen Fenster noch undurchsichtiger...
»Sie vermieten es nicht mehr?«, hakte Syd noch einmal nach. »Doch. Doch, eigentlich schon.« Mit...
Sie stand mehr auf Gemälde. Und sie wäre auch nie auf die Idee gekommen, so einer Ausgrabung...
Den Grund des Meeres zu erforschen, das hatte sie schon als Teenager gemocht. Es gab dort so viel...
Sie öffnete den ersten Schrank, aber dort fand sie nur Gläser. Das hatte sie schon gewusst, denn...
»Lassen Sie mich das machen. Sie werden es vielleicht kaum glauben, aber ich habe schon mal ein...
»Schon lange her?«, fragte Debra und nahm ihr Besteck auf. »Hmhm.« Syd hatte bereits ein Stück...
»Hauptsache, es hat dir geschmeckt.« Syd stand auf, nahm ihren eigenen Teller und streckte ihren...
Aber es waren nicht allein die Dinge. Es war auch Syds Gegenwart. Sie strahlte so viel Stärke aus,...
Archäologen waren die pedantischsten Detektive, die man sich vorstellen konnte. Weil sie selbst...
Solange sie nicht darüber nachdachte, hatte es Debra nicht gestört. Wie so viele andere ihrer...
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