Teil 03

Es dauerte einen Moment, bis das Schloss aufsprang und sie in das Zimmer schlüpfen konnten.

Kaum hatten sie die Tür hinter sich geschlossen, drängte Vivi Alessa von innen dagegen. »Endlich sind wir allein.« Sie lächelte und strich zärtlich Alessas dunkle Locken hinter ihr Ohr. Ihr Herz pochte gegen ihren Brustkorb. Alessa war unglaublich schön. Ihre Fingerspitzen fuhren über Alessas Wange. Ihre Haut war warm und weich.

Alessa legte ihre Hände in Vivis Nacken und zog sie näher zu sich heran. »Küss mich«, forderte sie Vivi auf. Ihre Lippen waren nur noch wenige Zentimeter entfernt.

Das ließ Vivi sich nicht zweimal sagen. Sie beugte sich noch näher zu Alessa und küsste sie. Erst langsam, dann immer leidenschaftlicher. Sie schob Alessas Rock hoch, und ihre Hände legten sich auf ihren Po.

Alessa stöhnte auf. Ihr Becken drängte sich Vivi fordernd entgegen.

»Nicht so eilig«, hauchte Vivi ihr ins Ohr. »Wir haben noch die ganze Nacht Zeit.« Sie trat einen Schritt zurück, nahm Alessas Brille ab und legte sie zur Seite. Dann kam sie wieder näher. Sie könnte Alessa ewig ansehen. Ihren entspannten Gesichtsausdruck, die unverkennbare Erregung in ihren dunklen Augen.

Langsam knöpfte sie Alessas Bluse auf, Knopf für Knopf, bis sie von ihren Schultern glitt. Sie strich die Spitze des roten BHs entlang. »Verdammt sexy.«

Alessa seufzte. Ihr Mund suchte abermals Vivis. Vorsichtig fanden sich ihre Zungenspitzen. Und als sie sich erneut küssten, spürte Vivi ein starkes Kribbeln in ihrem Bauch, das sich über ihren ganzen Körper ausbreitete. Sie schloss die Augen, während ihre Finger über Alessas Bauch zu ihren Brüsten wanderten.

Gleichzeitig schob Alessa ihre Hände unter Vivis Shirt. Vivi hatte das Gefühl, als würde ihre Haut in Flammen stehen, dort, wo Alessa sie berührte. Kurz hatte sie den Impuls, Alessa Hände zurückzudrängen, wie sie es normalerweise tat. Sie war diejenige, die berührte, die verführte, nicht umgekehrt. Aber dann ließ sie es geschehen. Ihre Muskeln entspannten sich unter Alessas streichelnden Fingern.

Alessa zog Vivi das Shirt über den Kopf, und ehe es Vivi sich versah, war sie es, die an der Tür lehnte. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich dich in diesem Moment will«, flüsterte Alessa. Sie beugte sich zu Vivis nackter Schulter, um sie zärtlich zu küssen. Geschickt öffneten ihre Finger Vivis BH, und als er zu Boden fiel, reckten sich Vivis Brustwarzen Alessa auffordernd entgegen.

Alessa senkte ihren Mund, bis ihre Lippen Vivis Knospen fest umschlossen. Ihre Fingernägel hinterließen auf Vivis Rücken leichte Kratzspuren.

Vivi zog scharf die Luft ein. Ihre Beine zitterten vor Erregung. »Was machst du nur mit mir?« Sie erkannte sich selbst nicht wieder. Sie gab sich sonst nicht so hin, sie gab nie die Kontrolle ab. Und doch konnte sie nicht verhindern, dass sich ihr Schoß Alessa entgegenpresste, bis sich Alessas Bein zwischen ihre Schenkel drängte. Vergessen war all der Kummer.

Alessas Zunge fuhr über ihre erregten Brustwarzen. »Willst du dich lieber hinlegen?«, fragte sie. Aber ohne eine Antwort abzuwarten ließ sie Vivi los, zog sich vollständig aus und legte sich auf das große Bett.

Vivi folgte ihrem Beispiel und entledigte sich ebenfalls ihrer restlichen Kleidung. Sie nutzte ihre Chance, die Situation wieder zu dominieren, und kniete sich über Alessa. Ihre Hände umfassten Alessas Handgelenke und drückten sie in die Matratze. Ihre Lippen suchten Alessas, aber nur kurz. Dann küsste sie Alessas Stirn, hauchte sanfte Küsse auf ihre geschlossenen Lider, bis sie sich schließlich über ihre Wangen wieder ihrem Mund näherte.

Schließlich gab sie Alessas Handgelenke frei, streichelte die Innenseite ihrer Arme entlang zu ihrem Oberkörper. Sie umkreiste Alessas Bauchnabel, bevor ihre Fingerspitzen sacht über ihre Brüste fuhren. Ihre Handflächen rieben über Alessas Knospen, die längst verrieten, wie erregt sie war.

»Oh ja«, stöhnte Alessa. Ihre Hände suchten erst Vivis Po, dann ihre Brüste, die sie massierte.

Kleine Stromschläge elektrisierten Vivis Körper. Sie konnte sich gegen die Empfindungen nicht wehren, ließ es einfach geschehen. Was war nur los mit ihr?

Mit einem Mal glitten Alessas Finger zwischen Vivis geöffnete Schenkel und tauchten ohne Vorwarnung und fast mühelos in die Feuchtigkeit ein. Ihr Daumen rieb über Vivis Perle.

Vivis Atem ging schwerer. Ihre Hand tastete sich ebenfalls zwischen Alessas Beine, strich über die geschwollenen Schamlippen, bevor sie einen Finger in sie gleiten ließ.

Schnell fanden sie einen gemeinsamen Rhythmus. Ihr Stöhnen vermischte sich. Gegenseitig trieben sie sich immer weiter dem Höhepunkt entgegen. Und mit einem Mal überrollte Vivi eine heiße Welle, und sie ließ sich von ihr davontragen, hinaus aufs offene Meer, vollkommen schutzlos.

Fast gleichzeitig schrie auch Alessa auf.

Vivi rang nach Luft. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so einen intensiven Höhepunkt erlebt hatte.

»Alles in Ordnung?« Alessa strich Vivi eine feuchte Haarsträhne aus der Stirn.

»Ich . . .« Vivi brach ab. Was sollte sie sagen? Sie wusste selbst nicht, was sie auf einmal empfand. Irgendetwas hatte Alessa in ihr ausgelöst, einen unbekannten Punkt berührt. »Ja, es ist alles in Ordnung«, sagte sie stattdessen und bemühte sich zu lächeln.

Alessa legte ihren Kopf an Vivis Schulter und schmiegte sich in ihre Arme. »Das war schön.«

Plötzlich war Vivi unendlich erschöpft. Das war alles zu viel für sie. Sie wollte einfach nur noch schlafen. »Ja, das war es.« Sie schloss die Augen.


Ein Sonnenstrahl, der durch den Vorhang auf Vivis Gesicht fiel, weckte sie. Nur mühsam konnte sie ihre Augen öffnen. Sie war noch müde. Gerade, als sie sich noch einmal umdrehen wollte, fiel ihr alles wieder ein. Ihr Vater, die Bar, Alessa, das Hotel.

Das Hotel! Sie war noch immer dort.

Vivi schreckte hoch. Das konnte unmöglich sein. Hektisch suchte sie ihr Handy und sah auf die Uhr. Fast neun. Sie war tatsächlich nach dem Sex eingeschlafen. Wie hatte das nur passieren können?

Von der anderen Bettseite kam ein schlaftrunkenes Murmeln. Alessa sah völlig entspannt aus. Ein Lächeln lag auf ihren Lippen.

Diese Lippen . . .

Schluss damit, ermahnte sich Vivi. Sie sprang aus dem Bett und suchte ihre Klamotten zusammen. Sie musste gehen. Schnell. Sie hätte längst weg sein müssen. Es war immer ein Fehler, über Nacht zu bleiben. Und genau deswegen hatte sie es in den letzten Jahren vermieden.

Sie band ihre Haare zu einem Pferdeschwanz.

»Was ist denn los?« Alessa rieb sich die Augen und setzte sich auf, die Bettdecke um ihren nackten Oberkörper geschlungen. »Willst du schon gehen?« Ihre Locken waren zerzaust und standen in alle Himmelsrichtungen ab.

Vivi wandte ihren Blick ab. Sie durfte sich von Alessas bezauberndem Anblick nicht ablenken lassen. »Ja, ich muss los«, sagte sie. Sie streifte sich ihr Shirt über. »Es ist schon viel zu spät.«

»Wollen wir nicht noch zusammen frühstücken?« Alessas dunkle Augen sahen sie erwartungsvoll an.

Energisch schüttelte Vivi den Kopf. »Keine Zeit«, erwiderte sie knapp.

»Okay.« Jetzt stand auch Alessa auf und streifte sich einen Bademantel über. Sie kam einen Schritt auf Vivi zu. »Es war ein sehr schöner Abend.« In ihrer Stimme lag etwas Weiches. Mittlerweile stand sie dicht vor ihr. Sie streckte ihre Hand aus, um Vivi zu berühren.

Vivi wich zurück. »Ja, es war wirklich schön.« Selbst in ihren Ohren klang dieser Satz viel zu banal. Dabei hatte sie diese Nacht tatsächlich sehr genossen. Es war etwas Besonderes gewesen, intensiv. »Aber jetzt muss ich zu meinem Vater.« Fast tat es ihr leid, ihren kranken Vater als Ausrede zu missbrauchen.

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